Nachhaltigkeit im Alltag - Erfahrungen der Community (1. Beitrag beachten!)

Um auf die Fleisch Thematik zurückzukommen:

Ich esse fast ausschließlich Wildfleisch, da kommen kaum CO2 Emissionen zusammen, da die Tiere in der Natur aufwachsen und nicht künstlich mit billigem Soja Futter gemäßtet werden. Außerdem haben die Tiere ein schönes Leben, können sich frei bewegen und Tageslicht genießen.
 
@Rote Rose In Deutschland wird pro Jahr etwa 4,4 Millionen Tonnen Fleisch gegessen. Davon liegt Wildbret (Reh, Hirsch, Wildschwein) bei gerade einmal ca. 25.500 Tonnen.

Du kannst dir ja mal überlegen wie repräsentativ dein Konsum für die gesamte Gesellschaft ist und was es bedeuten würde wenn alle deinem Beispiel folgen.
 
Was sicherlich ein löblicher Ansatz ist. Wild muss bei uns geschossen werden, da ohne natürliche Fressfeinde (oder kaum, bei den wenigen wilden Wölfen) die Population dann zu stark anwachsen würde.
Aber lässt sich da jetzt eine allgemeine Handlung draus ableiten? Ich glaube nicht, denn so viel Wild gibt es dann auch wieder nicht.
 
@Erkekjetter
Und dennoch wenn man das alles berücksichtigt ist Hirsch nachhaltiger als Rindfleisch und Fisch

https://de.statista.com/statistik/d...fisch-und-fleischalternativen-in-deutschland/

Somit ist das ausweichen auf Wild schon ein Beitrag, nachhaltiger zu leben, wenn man ansonsten Rindfleisch gegessen hätte.

Damit entlarvt man eigentlich nur die Taktik, es ist nie genug. Selbst wenn ich nur vegane Bratwurst erwähnt hätte, beschwert sich die nächste Person, warum ich nicht nur vegane bratlinge auf sojabasis esse.
 
Buttkiss schrieb:
Prinzipiell sind die Geräte heute nicht weniger langlebig, solange man auf den Hersteller achtet. Vor allem bei Küchengeräten oder Werkzeugen habe ich mit etablierten Hersteller (hustBosch) positive Erfahrungen gemacht.

Ist leider schwierig, wenn sich eine ganze Branche einen Freibrief zum Versagen ausstellen lässt:

versagt.gif


Selbst bei angeblich deutscher Fertigung (und vierfachem Preis) gibt es immer noch Bewertungen wie "löst sich nach 3 Monaten in seine Bestandteile auf".

Selbst die berüchtigten Philips-Antriebsriemen aus Tonbandgeräten sind erst nach zwei Jahrzehnten zu klebrigem Matsch zerflossen. Mit was für einem Schrott muss man sich heutzutage abspeisen lassen ? :grr:
 
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Rote Rose schrieb:
Somit ist das ausweichen auf Wild schon ein Beitrag, nachhaltiger zu leben, wenn man ansonsten Rindfleisch gegessen hätte.
Inwiefern ist deine persönliche Lebensweise relevant?

Wenn ich mein Altöl für viel Geld beim Recyclinghof entsorge aber der überwiegende Teil der Gesellschaft ihr Altöl in die Natur kippt. Spiegelt mein Verhalten dann den Rest der Gesellschaft wieder? Nein.

Jedoch kann in meinem Beispiel die Gesellschaft folgen, da es genug nachhaltige Wege gibt um das Altöl zu entsorgen. Während die Versorgung mit Wildfleisch ganz weit weg ist von der Nachfrage nach Fleisch.

Daher nochmal die Frage. Wieso ist es relevant woher du dein Fleisch beziehst. Bitte betrachte das im Zusammenhang, ob es realistisch ist das die Gesellschaft deinem Beispiel folgt.
 
Lipovitan schrieb:
Wenn ich mein Altöl für viel Geld beim Recyclinghof entsorge aber der überwiegende Teil der Gesellschaft ihr Altöl in die Natur kippt. Spiegelt mein Verhalten dann den Rest der Gesellschaft wieder? Nein.
Schlechtes Beispiel IMHO, da Altöl ordnungsgemäß zu entsorgen eine allgemeingültige Empfehlung ist. Das sollte jeder so machen, der Altöl zu entsorgen hat.
 
Rote Rose schrieb:
Somit ist das ausweichen auf Wild schon ein Beitrag, nachhaltiger zu leben, wenn man ansonsten Rindfleisch gegessen hätte.
Dann ist mein Jeep Wrangler auch ein Beitrag für die Nachhaltigkeit wenn ich ansonsten einen Muldenkipper fahren würde....
Ich verstehe schon was du sagen willst aber der Vergleich hinkt.
 
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Erkekjetter schrieb:
Hinzukommt, dass manche Sachen, die heute tatsächlich ggf. "schlechter" sind, nicht automatisch damals alles nachhahtliger machen als heute. Nur weil manches wenige damals besser war wird dadurch der overall Dreck nicht besser.
Na ja, bei der Radio- TV-Technik der 70er / 80er Jahre kann man schon die sehr gute Modularität erkennen.
Ein alter Kassettenrecorder aus der Zeit läßt sich ganz einfach mit Lösen von ein paar Schrauben, meist weniger als 10, in seine Hauptbaugruppen zerlegen.
Ab den 2000er Jahren geht das schon nicht mehr so einfach.

Die Rückentwicklung sieht man an den Laptops noch mehr
Bis ca. 2010 kann man den RAM per klappe mit 1 oder 2 Schrauben aufrüsten und die Festplatte ebenso leicht tauschen.

Heute muß man die komplette Rückwand mit 12 - 18 Schrauben entfernen.

Ein Akkutausch war an einem Lenovo T520 mit zwei Verriegelungsstiften in Sekundenschnelle erledigt, ohne jegliche Werkzeuge.
An einem Thinkpad von 2020 muß ich die komplette Rückwand entfernen und etliche Schrauben lösen.
Was soll das?

Bei Handys ist es noch schlimmer .
Beim Galaxy J7 2016 ging der Akkuwechsel in einer Minute ohne Werkzeug.
Die heutigen Geräte müssen zur Fachwerkstatt und der Wechsel kostet bis zu 100 EUR oder mehr.

Aber anstatt die servicefreundlichen Geräte weiterzubauen und dem Kunden die Wahl der Nachhaltigkeit zu lassen, werden sie lieber eingestellt.

Erkekjetter schrieb:
Denn wenn ich kaputte Geräte statt zu reparieren recycle und das nachhaltig, ist das immer noch besser als etwas zu reparieren, es dadurch etwas länger zu nutzen, es am ende dann aber doch wegzuwerfen und dann gar nicht zu recyclen.
Den Satz kannst Du mir mal erklären, wenn ich 3 oder 4 Bier getrunken habe.
Aber verständlicher wird er wohl nicht werden.


Nachaltigkeit muß konstruiert werden, genau so, wie Wegwerfgeräte konstruiert werden.
 
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Obwohl häufig schnell von Verzicht gesprochen wird, was je nach Kontext grundsätzlich der ideale Zustand ist, wäre ein Zwischenschritt für viele deutlich praktikabler, weil schon eine spürbare Reduzierung des Fleischkonsums, insbesondere bei Rind und Schwein, nicht nur ökologisch, sondern auch gesundheitlich, also auf ganz persönlicher Ebene, deutliche Vorteile hat.

Im Prinzip sind es sogar mindestens drei Ebenen positiver Effekte: Ökologisch, gesundheitlich persönlich und dadurch Entlastung des Gesundheitssektors (mittel- bis langfristig).
 
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Stovi schrieb:
Deshalb habe ich ein Kirschkernkissen für die Kinder.

Die Dinger waren mir schon immer suspekt, aber es musste erst das Körnerkissen mitsamt der Mikrowelle abrauchen, bis jemand auf mich hört.

Sollten heutige Wärmflaschen tatsächlich so minderwertig sein, wie die Pauschalausrede und die negativen Bewertungen nahelegen, muss eben jeden Abend der Umluftherd eine halbe Stunde laufen. Ob das so nachhaltig ist, wie ein bisschen heißes Leitungswasser ? Naja, egal. Peanuts.
 
Vernünftige Wärmflaschen halten mindestens 5 Jahre (Flashy, Frosch...), ist aber auch abhängig von der (richtigen) Nutzung und irgendwann auch eine Sache der Hygiene.
 
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Ernährung und Mobilität sind die sensibelsten Themen der Menschen, da sie das alltägliche Leben wohl am stärksten beeinflussen. Wenn man mehr Menschen überzeugen möchte, nachhaltiger zu leben ist es einem gut geraten hier einen Gang runter zu schalten und die Leute nicht zu vergraulen.

Meine Philosophie ist es erstmal nichts zu verschwenden:
-ich nutze meine Elektrogeräte, bis sie irreparabel kaputt sind.
-schmeiße kein Essen weg
-ich trage meine Kleidung bis kaputt ist und tausche sie nicht aus, bloß weil ein anderer Trend vorherrscht
-ich vermeide die ganze Kosmetik und Chemie industrie, das meisten Verschmutzungen im haushalt lassen sich mit Kernseife reinigen.
-Ich heize meine Räume nicht unnötig auf

Das sind schon Sachen, die man einfach im Alltag umsetzen kann um nachhaltiger zu leben. Dann macht es auch nichts aus, wenn man mal hier und da die „Umweltsau“ ist, nur weil man mal klimaschädliches biorindfleisch oder wild aus Neuseeland kauft.
 
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Die Masse kauft/isst nicht "mal" Fleisch. Die Masse kauft/isst täglich Fleisch. Und das ist ein Problem und wird so nicht mehr möglich sein. Da braucht man nicht so tun als müsste man die Leute mit Samthandschuhen anfassen. Denn wenn es so weitergeht, kommen die Konsequenzen auch nicht mit Samthandschuhen. Sondern eher so wie beim Sprichwort, dass der Dildo der Konsequenzen ohne Gleitgel kommt.

Um mal wieder Fakten sprechen zu lassen: Im Schnitt isst der deutsche 53,2 kg. Rechnet man Vegetarier/Veganer heraus, kommen wir auf ca. 62 Kilogramm Fleisch Pro Jahr pro Kopf. Das sind um die 170g am Tag. Berücksichtigt man nun noch, das manche eben tatsächlich nicht täglich Fleisch essen und einen erheblich geringeren Pro Kopf verbrauch haben, müssen mehrere Millionen Deutscher täglich 200g Fleisch und mehr essen. Anders kommen diese Zahlen nicht zusammen.

Diese Menge ist auch ernährungsbiologisch nicht zu rechtfertigen. Das liegt weit, wirklich weit über den Mengen Fleisch, die man idealerweise essen sollte, wenn man Vegetarisch/vegan nicht zur Bedingung macht. Hier Einschnitte zu machen und den Konsum zu verringern ist also wirklich einfach möglich und wäre, neben der CO2 Thematik auch 100% im Bereich Gesundheit absolut zu empfehlen.
 
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Erkekjetter schrieb:
Durch Reparaturmöglichkeit wird ein ein Produkt nicht per se nachhaltiger...
Aber genau so wird ein Produkt nachhaltig.
Erst die Möglichkeit, etwas lange zu benutzen, schafft die Grundlage für die Nachhaltigkeit.

Die Wegwerfprodukte, die ich oft beim Großmarkt in der Geräterückgabe oder im Wertstoffhof in der Elektronikkiste sehe, beweisen das ja in hoher Zahl.

Erkekjetter schrieb:
Ich antworte mal genauso auf persönlicher Schiene. Deine mangelnde Lesekompetenz zu kompensieren ist nicht meine Aufgabe. Ja, das fehlen 2-3 Kommas, das macht den Satz definitiv nicht vollständig unverständlich. Aber so kann man halt toll ein stichhaltiges Argument diskreditieren ohne inhaltlich etwas erwidern zu müssen...
Ja, ja, wenn man unverständliches Zeug schreibt, sind immer die anderen Schuld.

Erkekjetter schrieb:
Reparaturmöglichkeit ersetzt vernünftiges recyclen nicht.
Das gehört natürlich dazu.

Erkekjetter schrieb:
Und was das recyclen angeht, sah es damals eben richtig mies aus. Der Müll landete auf der Kippe, Ende der Story.

Es ging auch anders, als in der Wegwerfgesellschaft:
mit SERO.
Wer keine Rohstoffe hat, muß sie wiederverwerten.

Leider hat das der kapitalistischen Wirtschaft völlig widersprochen und ist von der Bildfläche verschwunden nach 1990.
 
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Rote Rose schrieb:
ich nutze meine Elektrogeräte, bis sie irreparabel kaputt sind
Man schaue sich nur mal die Hardware mancher User an und wie nachhaltig und zwingend notwendig sie doch so ist.

Nun werfe ich es niemanden vor, der sich gerade macht und dazu steht. Was allerdings nicht geht, ist A sagen und B machen.
Rote Rose schrieb:
schmeiße kein Essen weg
Halte ich genauso, wird noch schnell runtergeschlungen bevor es weg fliegt, außerdem lernt man so verantwortungsvoll einkaufen zu gehen und sich zu überlegen, was im Warenkorb landet.
Rote Rose schrieb:
ich trage meine Kleidung bis kaputt ist und tausche sie nicht aus, bloß weil ein anderer Trend vorherrscht
Sehe ich genauso, habe zwar meine berufliche Kleidung, oder auch wenn man mal ausgeht, aber ansonsten trage ich stinknormale weiße/schwarze Shirts vom Discounter im 5er Pack, weil mir sowas wie Mode egaler nicht sein könnte.

Rote Rose schrieb:
Ich heize meine Räume nicht unnötig auf
Halte ich ab meiner ersten Wohnung genauso, wieso sollte man auch den ganzen Bau heizen, wenn man sich ohnehin nur hauptsächlich in einem Raum aufhält.
 
wuselsurfer schrieb:
Aber genau so wird ein Produkt nachhaltig.

wuselsurfer schrieb:
Das gehört natürlich dazu.
Nichts anderes sage ich. Um zu bewerten, ob was wie nachhaltig ist sind einzelne Kriterien allein nicht ausreichend. Das argument hier war, früher war nachhaltiger weil reparierbar. Und ich sage, so kann man das nicht beurteilen.
 
wuselsurfer schrieb:
Es ging auch anders, als in der Wegwerfgesellschaft:
mit SERO.
Uns Kindern hat es damals viel Spaß gemacht mit dem Handwagen los zu ziehen und das gesammelte (Flaschen und Altpapier) abzugeben. War dann immer mal ein gutes Taschengeld für das Freibad im Sommer und die Pommes.

Auch heute sammle ich noch alles was anfällt und sich beim Schrotthändler zu Geld machen lässt.
Glas, Kleidung und so geht in die entsprechenden Container und sollte doch mal was an Essen nicht mehr genießbar sein freuen sich die Mädels im Hühnergarten darüber und legen mal ein extra Ei.
 
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