News Netflix kritisiert Gebühren für schnelles Streaming

Jan

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#1
Reed Hastings, CEO beim Streaming-Dienst Netflix, hat sich für eine stärkere Auslegung der Netzneutralität ausgesprochen. Es reiche nicht, Anwendern den unbeeinflussten Zugang zu Diensten zu gewähren. Auch müsse verhindert werden, dass Provider ausgewählte Angebote im Netz zur Kasse bitten, damit der Dienst schnell genug ist.

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#2
nun, ich bin da stark auf der Argumente-Seite von Hastings, die wenigen großen ISPs agieren in dieser Thematik wie ein Oligopol, das sich - ob bewusst oder unbewusst - abgesprochen hat von großen Internetcontentfirmen Durchleitungsgebühren zu erheben.

Das kann es nicht sein für die Zukunft, kleinere und vor allem neu beginnende Unternehmen können diese Gebühren nicht profitabel zahlen. Was zu einer Wettbewerbsverzerrung führt. Die EU und die USA sollten diese Art von Gebühr grundsätzlich verbieten, meine Meinung.
 

xAnimAx

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#3
Ganz schlimm scheint es drüben ja mit Comcast und Time Warner Cable zu sein, deren beide (ziemlich große) Netze scheinen ja allgemein eher schlecht als recht zu sein, dann kommt sowas noch dazu, kein wunder das die Leute Google Fiber als einzige Rettung sehen.
 
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#4
Ich verstehe die Argumentation der ISPs nicht.

Ich als Nutzer zahle dem ISP eine Gebühr, für diese Gebühr darf ich laut Vertrag deren Netz mit der zur Verfügung gestellten Bandbreite und Volumen Nutzen.
Wenn ich nun den Dienst von Youtube, Netflix, Lovefilm oder sonst wem nutze und dadurch Traffic verursache IST dieser doch BEREITS BEZAHLT.

Sollten Youtube, Netflix und co zwischen ihren RZ Daten hin- und herschieben würde ich es verstehen, dafür sollen Sie dann ruhig zahlen.
Aber so würde ein und der selbe Traffic doch doppelt bezahlt, dass ist ein meinen Augen so als würde der Spediteur sagen: "Ja gut, Sie haben den Versand bezahlt - aber ich hätte gerne noch Geld von dem Händler, sonst könnte es passieren, dass die Lieferung erst in 3-Wochen kommt..."

Das ist unter anderem auch Erpressung, immerhin sind Streaming-Dienste doch darauf angewiesen, dass die Pakete schnell ankommen - niemand bucht einen Dienst oder besucht ein Video-Portal das nichts andere tut außer einen Ladebalken präsentieren.
Da heißt es: Zahlen oder pleite gehen.

Da muss der Gesetzgeber noch einiges Regulieren - international.

​Früher hieß es mal wer mehr zahlt, ist schneller im Netz. Mittlerweile bahnt sich ein "Wer nicht mehr Zahlt, wird gedrosselt" an...
 
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#5
Ich kann die Einstellung der ISPs überhaupt nicht verstehen und zu begründen ist das nur durch Geldgeilheit. Der Kunde bezahlt schon für die Leitung und was hat der Dienstleister damit zu tun? Meiner Meinung nach geht es meinen ISP (sorry) einen Scheißdreck an womit ich die Leitung auslaste und wenn ich sie zu 100% mit 100% Transfer belaste, dann nutze ich nur aus was ich bezahle und was vereinbart wurde. Eigentlich müssten hier die Wettbewerbshüter aktiv werden und dem "Anspruch" der ISPs hier einen Riegel vorschieben.
 
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#6
Da in DE teilweise der Kontent von Übersee nicht offiziell zugänglich ist muss man sich eh einen Proxy oder VPN gönnen, hier lässt sich bestimmt auch mit einem Browseraddon oder einer Desktopanwendung von den Seitenbetreibern über Anbieter routen welche keinen Terror schieben. Dank Verschlüsselung geht der Speed dann ja durch die sonst zickenden Provider ohne das die genau sehen um was für Daten es sich handelt.

Problematisch wird es wenn die VPN Server auf eine Art Providerblacklist kommen, aber das wär dann ein aggressiver Eingriff seitens der Netzbetreiber und bestimmt anfechtbar.
 

core2e6300

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#7
Netflix soll den ISPs also Geld zahlen, damit die ISPs Kunden bekommen. Interessant.
Mir soll auch mal jemand Geld geben, damit ich noch mehr Geld verdiene. ;)
 

MountWalker

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#8
Ich bin absolut auf Hastings Seite. Ja, Traffic an den Kunden weiterleiten kostet und wenn man den Traffic verringert, kann man dem Kunden niedrigere Monatsbeiträge auf die Rechnung schreiben - dass er dafür genauso weniger vom ISP bekommt, wie bei mittlerweile verbotenen Pseudo-Flatrates, wo der Kunde zwar eine Flatrate bestellt, aber keine bekommt, sollte jedem klar sein. Vermutlich ist das auch der Grund für die Jagd auf die Inhaltanbieter - Provider wollen gerne dem Kunden gegenüber Kosten kaschieren und ihm vorgaukeln, er würde mehr bekommen, als er tatsächlich bekommt. Und weil sich fast alle Provider in der Vorgehensweise einig sind, haben sie auch gute Chancen auf Erfolg; sie haben, als das mit den Pseudo-Flatrates anfing, auch schonmal QSC Q-DSL aus dem Markt verdrängt.
 
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#9
Nur wenn diese "kleinen" Unternehmen 40% des gesammten Datenvolumen zb. in Amerika schon haben und
somit eigentlich das Internet verstopfen soll sie auch für die Infrastruktur bezahlen oder dafür sorgen.
So ist es genauso wie Amazon, Starbucks, Google und Co. ,
verdienen ihr Geld in Deutschland und Europa aber alles gehen Steuerfrei über Luxemburg und Cayman Island an die Aktionäre nach Amerika.
 
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Zeboo

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#10
Wir in Deutschland sind mit der Telekom und co also auch nicht alleine - gut zu wissen. Hilft nur alles leider nicht viel.
 
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#11
Nur wenn diese "kleinen" Unternehmen 40% des gesammten Datenvolumen zb. in Amerika schon haben und somit eigentlich das Internet verstopfen soll sie auch für die Infrastruktur bezahlen oder dafür sorgen.
Der Kunde bezahlt doch schon für die Infrastruktur und deren Ausbau!? Aber doppelt kassieren ist ja auch ne feine Sache. Darüber hinaus verstopfen die Kunden, die den Dienst nutzen die Leitungen und genau dafür geben sie auch gutes Geld aus.
 
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#13
Das was die ISP abziehen nennt man klassisch auch Nötigung, Erpressung. Nichts anderes ist es nämlich.
 
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#14
Ich fühle mich etwas ausgeschlossen :)
Auch wenn ich mit meine Leitung voll auslasten würde, wäre es für Netflix zu wenig.

Die ISPs versuchen in meinen Augen um jeden Preis das bestehende Kapital für immer mehr Geld zu vermarkten.
Ich bekomme von einem "Wettbewerb" jedenfalls nichts mit.
 

Smagjus

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#15
Ganz schlimm scheint es drüben ja mit Comcast und Time Warner Cable zu sein, deren beide (ziemlich große) Netze scheinen ja allgemein eher schlecht als recht zu sein
Comcast hat TWC mittlerweile übrigens übernommen. Interessant ist, dass "zufälligerweise" bei fast allen Abgeordneten, die darüber zu urteilen hatten, "Spenden" von Comcast eingegangen sind.

Der Kunde bezahlt doch schon für die Infrastruktur und deren Ausbau!? Aber doppelt kassieren ist ja auch ne feine Sache.
Wieso doppelt? Dreifach. Schließlich schießt der amerikanische Staat denen auch Steuergelder für den Netzausbau. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, sollten die Mittel ausreichen um bis 2015 landesweit FFTH einzurichten.
 

wamp

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#16
Ohne Video-Streaming hätte ich mit Sicherheit die billigste Leitung die es gibt! Der ISP verdankt es diesen Diensten, dass ich die bereit bin eine schnellere Leitung zu bezahlen.

ABER: der ISP macht auch nur eine Mischkalkulation, wenn die nicht mehr aufgeht muss er die preise erhöhen. Denn wir bezahlen nicht den traffic für 24h, 30tage den Monat Volllast. Jetzt ist nur fraglich, ob er sich das Geld von allen oder aber nur von den heavy-usern holt.
 
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#17
Finde auch, dass der Gesetzgeber da durchgreifen muss. Die ISPs kassieren zweifach für selbe Leistung. Die Anbieter vom Content müssen dann nicht nur eigene Internet Anbindung, sondern auch für die Kunden bezahlen, das macht gar keinen Sinn.
Und soviel kostet Traffic nun wirklich nicht.
Das Problem ist, dass die ISPs nicht gewillt sind Geld in die Infrastruktur zu investieren und möglichst lange an alter Technik festhalten wollen, die für heutige Zeit nicht ausreichend ist.

Das Selbe macht die Telekom hierzulande, statt direkt in Zukunft mit Glasfaser zu investieren, wird erstmal versucht mit Vectoring usw. noch mehr Geld zu schaufeln.
 

MountWalker

Fleet Admiral
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#18
... Denn wir bezahlen nicht den traffic für 24h, 30tage den Monat Volllast. ...
Naja, nach meinem zugegeben in dem bereich Laienverständnis dürfen wir schon verlangen, dass die ISPs so viele und so dicke Kontenpunkte aufbauen, dass alle Kunden gleichzeitig mit voller Bandbreite laden und senden können. Viele ISP werden dem heute nicht mehr gerecht, sodass zwischen 18 und 21 Uhr viele Kunden - ihr verbrauchtes "Datenvolumen" völlig egal - ihre volle Bandbreite nicht erreiche n können, weil, wer kann sowas auch ahnen, alle Leute nach Feierabend und vor dem Sofavergammeln ins Internet gehen und 80% zur gleichen Zeit Feierabend haben. Die Infrastruktur genau dafür muss da sein, die Kapazitäten müssen angeschafft und bezahlt werden - ob diese Kapazitäten nun 24/7 ausgelastet werden oder nicht ist dabei doch eher ein sekundärer Kostenfaktor, der sich nur im Stromverbrauch der Infrastrukur und vielleicht minimal im Verschleiß bemerkbar macht.
 
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#19
Ding der unmöglichkeit.
Ich bezahle für den Anschluss, also darf ich meinen traffic auch nutzen, wofür ich will. Sollen die meinentwegen nen Volumentarif anbieten.
Aber das der eine zahlen darf, ein anderer aber nicht, geht gar nicht.
 

Suxxess

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#20
Ich verstehe die Argumentation der ISPs nicht.

Ich als Nutzer zahle dem ISP eine Gebühr, für diese Gebühr darf ich laut Vertrag deren Netz mit der zur Verfügung gestellten Bandbreite und Volumen Nutzen.
Wenn ich nun den Dienst von Youtube, Netflix, Lovefilm oder sonst wem nutze und dadurch Traffic verursache IST dieser doch BEREITS BEZAHLT.
Nein ist er eben nicht. Sagen wir mal du hast einen 50 Mbit V-DSL Anschluss und dein ISP garantiert dir diese 50 Mbit in seinem Netz.

Nun steht dieser Inhalt den du abrufen möchtest aber gar nicht in dem Netz deines ISP zur Verfügung sondern im Netz eines US-Providers. Sprich auf der Datenautobahn musst du eine bestimmte Abzweigung nehmen um auf die Datenautobahn des US-Providers zu kommen. Nun nehmen alle anderen allerdings auch diese Ausfahrt und das Ergebnis sind miese Transferraten / Stau.

Nun müsste dein ISP die Datenautobahn an dieser Stelle ausbauen und das kostet Geld. Jetzt geht er zum Inhaltsanbieter und sagt: "Wenn du den Stau in Zukunft vermeiden möchtest, dann helfe mir die Datenautobahn an dieser Engstelle auszubauen."
 
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