Wenn die Koryphäen aber nicht gerade Bill Gates und Steve Jobs heißen, haben die meist aber nicht gerade 3-5Mio € auf der Seite liegen um überhaupt einmal einen solchen Dienst zu starten. Gehen wir mal von den 12000 Nutzern aus, die Demo@Elite angesprochen hat. Wir waren dabei von einer Nutzung von 2 Stunden/Tag ausgegagnen, also würden theoretisch immer 1000 Leute gleichzeitig spielen. (Praktisch wesentlich mehr, da das Rechenzentrum nur an einem Ort stehen würde, und der Lag wie gesagt nur bei einer relativen Nähe zum Server zu beherrschen wäre. Also würde das Gros der Nutzer auf den 8 Stunden Zeitraum zwischen 15:00 und 24:00 Uhr spielen und somit theorethisch 3000 Nutzer gleichzeitg spielen).
Gehen wir davon aus, dass ein Server, der Crysis berechnen und es in Echtzeit in einen HD-Stream umwandeln kann 1000€ kostet.
Wenn ich davon 1000 brauche habe ich schon mal reine Hardwarekosten von 1Million €.
Dann brauche ich ein Gebäude, in dem ich das Ganze samt Büros unterbringen kann. Sagen wir mal das pachten wir für 100.000€ im Jahr.
Dann benötigt eine Firma Personal. Sagen wir mal 5 Fachkräfte mit einem Jahreslohn von 40.000€.
Dann die Energiekosten, die wir vorhin schon ausgerechnet haben. Da wir das Unternehmen genau um den Faktor 1000 verkleinert haben, landen wir bei 81.000€ im Jahr.
Fehlt noch die Bandbreite. 1000x6 Mbits = 6Gbits. Wenn die Zahlen von Suxxess stimmen, man als Großabnehmer allerdings Rabatt bekommt, dann gehen wir mal von 4000€ Gbit/monat aus.
Und nun noch ein Kostenpunkt, den ihr vollends außer Acht gelassen habt. Die Spieleschmieden wollen immer noch 60€ pro Spieler pro Spiel verdienen, da ja die Entwicklung der Spiele nicht billiger wird und die auch ihren Profit machen wollen. Für die Rechnung brauche ich aber den Preis ohne Umsatzsteuer, also ungefähr 50€. Zusätzlich gehen wir mal davon aus, dass der durchschnittliche Spieler so 6 Spiele im Jahr spielt. Mit diesem System ist gebraucht kaufen oder billig importieren nicht mehr möglich, also wird Vollpreis zum Standard werden.
Gehen wir jetzt noch davon aus, dass diese Firma ihre Hardware alle 5 Jahre erneuern muss. Wenn die Firma keinen Verlust machen will, dann müssen sich sowohl die Hardware als auch alle in diesen 5 Jahren angefallenen Kosten innerhalb dieser 5 Jahre wieder amortisieren.
Dann könne wir jetzt langsam die Rechnung zusammenstellen:
[(1000x1000€ + 100.000€ x5 + 5 x 40.000€ x5 + 81.000€ x5 + 6x 4000€ x12 x5 +12.000 x 6 x 50€ x5) x1,19] : 12.000 : 5 =
=[(1.000.000€ + 500.000€ + 1.000.000€ + 405.000€ + 1.440.000€ +
18.000.000€) x1,19]:12.000 :5 =
= [22.345.000€ x1,19] :12.000 :5 = 26.590.550€ :12000 : 5 = 443,17€/Spieler/Jahr
Bei täglich 2 Stunden Spielen macht das Etwas mehr als 50 Cent die Stunde. Und das ist wohlgemerkt nur, wenn es sich um eine Nonprofit Organisation handelt, die nur mit reiner Kostendeckung arbeitet. Wenn die noch Gewinn machen wollen, wirds nochmal teurer.
Außerdem waren alle Annahmen wieder extrem Konservativ und zum Vorteil von OnLive. Die meisten Spieler werden mehr als 6 Spiele spielen, und wie man an der Rechnung schön sehen kann (deswegen habe ich sie auch so langsam aufgedröselt) macht das den Löwenanteil der Gebühren aus. Außerdem wird man mit 5 Angestellten nicht hinkommen man braucht: 1 Führungskraft, Techniker, Programmierer, Webdesigner, Support Personal, Buchhaltung, Marketing etc.
@Suxxess, was soll denn der schwachsinnige Hinweis auf SETI@Home? SETI@Home kann nichts in Echtzeit berechnen. Ganz im Gegenteil die einzelnen Rechenpakte sind teilweise tagelang im Umlauf, bevor sie wieder bei SETI ankommen. Außerdem existiert das Ganze ja nur deshalb, weil es eben keinen Supercomputer gibt, der stark genug dafür wäre und diese auch nahezu unbezahlbar sind. SETI funktioniert nur deshalb weil, ohne hier jemand auf den Schlips treten zu wollen, sich genug Doofe finden die zu Hause ihre Stromrechnung für die Suche nach Aliens in die Höhe treiben wollen. Wenn man schon an einem Distributed Computing Projekt teilnimmt, dann doch bitte an einem, das der Allgemeinheit auch einen Nutzen verspricht wie Folding@Home oder andere. Außerdem brauchst du ja für Seti@Home auch wieder die Rechenleistung zu Hause, womit du auch gleich den Gamer PC behalten könntest.
Und falls du darauf hinaus wolltest, dass viele einzelne Rechner im Rechenzentrum das Ganze berechnen können, dann meinst du eigentlich genau das Gleiche wie ich. Mir ging es ja gerade darum, dass es eben nicht einen ominösen Übercomputer geben wird, der Crysis mit 200.000 fps berechnen kann, sondern dass man eher viel einzelne Server, die jeweils eine Instanz berechnen installieren wird.
Und wie Tycho
hier schon schreibt, war das System auf der GDC mit Gigabit Ethernet mit dem Rechenzentrum verbunden, das keine 10 Meter weit hinter der Leinwand stand. Wenn da shon Lag zu erkennen war, kann man das Ganze sowieso vergessen. Wie gesagt, physikalische Grenze für Lag bei 800km Entfernung zum Server 5ms.