OXG Glasfaserausbau - Gibt es Erfahrungen?

robert_s schrieb:
Also OXG nutzt VF(KD) Infrastruktur und baut nicht komplett neu?
Richtig. Ich bin hier grad in Nordbayern an einem OXG-Projekt dran und darf Fasern vom KDG-PoP durchs Bestandsnetz Richtung OXG-MFG spleißen.
robert_s schrieb:
Wie sieht es denn mit der Verwendung von (mutmaßlich noch von der Telekom gemieteten) Erdrohren aus?
Als Hausanschluss würd ich das, ohne Erfahrung mit OXG, verneinen. Da wird man sicher sauber was eigenes haben wollen.
 
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rezzler schrieb:
Richtig. Ich bin hier grad in Nordbayern an einem OXG-Projekt dran und darf Fasern vom KDG-PoP durchs Bestandsnetz Richtung OXG-MFG spleißen.
Ist zwar etwas OT würde mich aber interessieren.
Baut OXT bei euch ein Zentrales PoP mit großem OLT im Container so wie es Deutsche Glasfaser macht, oder Verteilt man das PoP in viele Dezentrales Schaltkasten im Wohngebiet?
rezzler schrieb:
Als Hausanschluss würd ich das, ohne Erfahrung mit OXG verneinen. Da wird man sicher sauber was eigenes haben wollen.
Gehört das Leerrohr dem Hausbesitzer nutzten es die Betreiber in der Regel, sind es Rohre anderer Betreiber werden in der Regel eigene gelegt.
 
Die schreiben viel, wenn der Tag lang ist. Bis die das wirklich freischalten, gibs längst eine neue Fritzbox, die das kann. Kabelinternet kann auch mehr als GigaBit und was ist? Nichts, wie überraschend
 
Dr. Chaos schrieb:
Gehört das Leerrohr dem Hausbesitzer nutzten es die Betreiber in der Regel, sind es Rohre anderer Betreiber werden in der Regel eigene gelegt.
Woher weiß man denn, wem das gehört...?
 
@Dr. Chaos Ja, genau von da habe ich ja die Information, wie das Koaxkabel von der Straße zum HÜP im Hauskeller kommt.

Das ist ein offenbar digitalisierter einst handgezeichneter Plan (mutmaßlich noch von der Bundespost), wo dann die Leitungsführungen noch mal digital nachgezeichnet wurden. Im handgezeichneten Teil ist an der Leitungsführung des Koaxkabels über das Grundstück ein Symbol |O| eingezeichnet, was laut Legende ein Rohr darstellen soll. Bei der ebenfalls (mit einer anderen Leitungsführung) eingezeichneten Telefonleitung ist der Kreis übrigens ausgefüllt, was ich der Legende nach als Erdkabel (also ohne Rohr) verstehe.

Aber wenn da nun von der Bundespost ein Rohr über das Grundstück bis zur Hauswand verlegt wurde, würde da OXG die Glasfaser einfach mit reinziehen? An der Stelle, wo das Koaxkabel innen ins Haus kommt, kommen jedenfalls noch weitere ungenutzte "Schlauchenden" aus der Wand. Es sieht mir also so aus, als ob das technisch machbar sein könnte...
 
robert_s schrieb:
Aber wenn da nun von der Bundespost ein Rohr über das Grundstück bis zur Hauswand verlegt wurde, würde da OXG die Glasfaser einfach mit reinziehen? An der Stelle, wo das Koaxkabel innen ins Haus kommt, kommen jedenfalls noch weitere ungenutzte "Schlauchenden" aus der Wand. Es sieht mir also so aus, als ob das technisch machbar sein könnte...
Das kann dir wohl niemand beantworten, da musst du abwarten bis der Bautrupp zur Planung vorbei kommt dann am besten den zuständigen fragen.
 
Dr. Chaos schrieb:
Baut OXT bei euch ein Zentrales PoP mit großem OLT im Container so wie es Deutsche Glasfaser macht, oder Verteilt man das PoP in viele Dezentrales Schaltkasten im Wohngebiet?
Das sieht hier dezentral nach OLT in neuen MFG aus, jeweils mit Anbindung zu einem weiteren, neuen MFG von Vodafone. Find ich ja etwas beknackt, weil man hier auch Betriebsräume hat und durch den Abbau der alten Technik sogar einiges an Platz zur Verfügung steht.
 
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rezzler schrieb:
Das sieht hier dezentral nach OLT in neuen MFG aus, jeweils mit Anbindung zu einem weiteren, neuen MFG von Vodafone.
Ok, hier läuft es genau so, man baut überall MFG und diese sind per Glasfaser mit einem Vodafone Kasten verbunden.
Man möchte sich wohl Mietkosten sparen.
Man darf nicht vergessen auch wenn OXG eine Vodafone Tochter ist, haben beide Unternehmen getrennte Kassen und Vodafone darf OXG keine Dienstleitungen schenken oder günstiger anbieten, auch muss die OXG Hardware strickt von der Vodafone Hardware getrennt werden.
 
Dr. Chaos schrieb:
Das kann dir wohl niemand beantworten, da musst du abwarten bis der Bautrupp zur Planung vorbei kommt dann am besten den zuständigen fragen.
Ok, ich dachte vielleicht gibt es ja schon "Präzedenzfälle". Mal sehen, ob und wann dann mal jemand zur Planung vorbeischaut. So wie es aussieht, wurde für noch kein anderes Haus in der Straße die Gestattung erteilt, das wird also wohl noch etwas dauern...
 
Dr. Chaos schrieb:
Ok, hier läuft es genau so, man baut überall MFG und diese sind per Glasfaser mit einem Vodafone Kasten verbunden.
Man möchte sich wohl Mietkosten sparen.
Wäre noch halbwegs nachvollziehbar, aber die neuen Vodafone-MFG ergeben da für mich echt wenig Sinn.
Dr. Chaos schrieb:
Man darf nicht vergessen auch wenn OXG eine Vodafone Tochter ist, haben beide Unternehmen getrennte Kassen und Vodafone darf OXG keine Dienstleitungen schenken oder günstiger anbieten,
Wieso nicht? Markt regelt…
Dr. Chaos schrieb:
auch muss die OXG Hardware strickt von der Vodafone Hardware getrennt werden.
Angesichts der Ersparnisse wäre mir ein getrenntes Gestell im gleichen Raum wie VF/KDG ausreichend. Kann man ja als Untermieter oder so deklarieren. Und es wäre schon alles nötige vorhanden.
 
rezzler schrieb:
Wäre noch halbwegs nachvollziehbar, aber die neuen Vodafone-MFG ergeben da für mich echt wenig Sinn.
Hier werden die vorhandenen genutzt nur OXG baut neue
rezzler schrieb:
Wieso nicht? Markt regelt…
Das hat Steuerrechtliche Hintergründe.

rezzler schrieb:
Angesichts der Ersparnisse wäre mir ein getrenntes Gestell im gleichen Raum wie VF/KDG ausreichend. Kann man ja als Untermieter oder so deklarieren. Und es wäre schon alles nötige vorhanden.
Auch das hat sowohl Steuerliche als auch Bilanzrechtliche Gründe.
Ich bin da nicht so tief drin, aber Gemini sagt dazu folgendes

Zitat Gemini LLM, keine Garantie auf richtigkeit!

"Ein Finanzinvestor will ein klares, isoliertes Asset sehen. Wenn die Hardware und die Standorte tief mit Vodafone vermischt wären, wäre das Netz im Grunde nicht separat bewertbar oder verkaufbar. Falls Altice – wie es in der Branche bei Joint Ventures nach einigen Jahren üblich ist – seine Anteile umschichten oder aussteigen will, muss das OXG-Netz als "Stand-alone"-Infrastruktur funktionieren.

Nach IFRS 16 müssen langfristige Miet- und Leasingverträge als Vermögenswerte und gleichzeitig als Leasingverbindlichkeiten in der Bilanz aktiviert werden.

Wenn OXG also massiv Flächen und Technik von Vodafone mieten würde, würde OXG sofort eine enorme Verschuldung in der eigenen Bilanz aufbauen. Gleichzeitig müsste Vodafone diese Erlöse wiederum komplex intern verrechnen.

Indem OXG eigene PoPs (Points of Presence) aufstellt und eigene Hardware kauft, baut das Unternehmen ein sauberes, unbelastetes Anlagevermögen (Assets) auf. Für Banken, die dem Joint Venture die Milliardenkredite geben, ist dieses physisch und rechtlich klar abgegrenzte Netz die perfekte Sicherheit. Ein „Mischmasch-Netz“, das zur Hälfte auf Vodafone-Infrastruktur basiert, lässt sich extrem schlecht als Kreditsicherheit beleihen.

Fremdvergleichsgrundsatz („Dealing at arm’s length“): Wenn OXG Technik von Vodafone nutzt oder umgekehrt, müssen dafür Preise aufgerufen werden, die auch einem völlig fremden Dritten gewährt würden. Das steuerlich sauber nachzuweisen, ist bei komplexer Telekommunikations-Infrastruktur ein bürokratischer Albtraum. Jede gemeinsame OLT-Plattform, jeder geteilte Stromzähler im Verteilerkasten müsste bis aufs kleinste Detail dokumentiert und betriebswirtschaftlich rechtfertigt werden."

Zitat Ende
 
OXG bekommt Ihr Signal in ihrem MFG von Vodafone übergeben. Alles davor, auch die Muffe, die @rezzler gespleißt hat, ist Vodafone Eigentum. Heißt bei OXG Aggregationstrasse.

Es wird übrigens keine vorhandene Rohr- oder Leitungsinfrastruktur anderer Anbieter genutzt, auch keine von Vodafone angemietete. Die Trennung Vodafone / OXG ist rigoros und die NE3 wird komplett neu errichtet, ebenso die NE4, falls keine kundeneigene GF-NE4 vorhanden ist.

@rezzler
Ich kenne die "Network Structure" von OXG...glaub mir...da macht einiges keinen Sinn. Allem voran deren Splitterkonzept.
 
@GIubschi

Also das OXG strickt trennt hab ich ja geschrieben und das macht so auch durchaus Sinn. Nur die Anbindung der PoP läuft komplett über Vodafone.

Also ich arbeiten weder bei noch für OXG aber was ich hier bisher an Splitterkonzept gesehen habe macht eigentlich Sinn.

Man verbaut 10GPON Technik und Splittet 1/32 entweder auf der Straße oder auch direkt in Keller wenn es sich um große Wohnhäuser handelt.

Aber wenn du einen tieferen Einblick hast kannst du ja gerne mal ein paar Details erzählen, was genau deiner Meinung nach keinen Sinn ergibt. Würde mich freuen 👍
 
Das Splitterkonzept ist darauf ausgelegt, dass es keine freien Splitterausgänge im HÜP gibt.
Wenn man das Konzept nicht auf Papier sieht, ist es wirklich schwer zu erklären.
Es gibt im PDP (NVt) 1:4 und 1:32 Splitter, in den HÜPs gibt es 1:8 und 1:32... Wie gesplittet wird, hängt von der WE-Anzahl der einzelnen HÜP ab.

1-7 WE --> 1:32 im PDP (1-7 HA-Fasern in Benutzung)
8 WE --> 1:4 im PDP und 1:8 im HÜP (1 HA-Faser in Benutzung)
9 WE --> 1. - 8. WE wie 8 WE; die 9.WE 1:32 im PDP (2 HA-Fasern in Benutzung)
...
15 WE --> 1. - 8. WE wie 8 WE; die 9.-15. WE 1:32 im PDP (8 HA-Fasern in Benutzung)
16 WE --> 1:4 im PDP, 1:8 im HÜP (2 HA-Fasern in Benutzung)

Es gibt zusätzlich die Vorgabe, dass alle Kunden am HÜP, die gleich gesplittet sind (beispielweise alle, die 1:32 im PDP gesplittet sind), auch am gleichen OLT-Port hängen sollen. Wenn sich nun im Bauverlauf bei zwei bis drei Kunden im PDP die WE-Anzahl gegenüber der Planung ändert, kann mitunter der ganze Spleißplan des PDP überarbeitet werden.
 
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GIubschi schrieb:
Das Splitterkonzept ist darauf ausgelegt, dass es keine freien Splitterausgänge im HÜP gibt.
Interessant und erstmal nachvollziehbar, erhöht halt nur den Aufwand bei der Planung und Doku.
GIubschi schrieb:
Es gibt im PDP (NVt) 1:4 und 1:32 Splitter, in den HÜPs gibt es 1:8 und 1:32... Wie gesplittet wird, hängt von der WE-Anzahl der einzelnen HÜP ab.
Klingt so erstmal ähnlich Telekom, nur mit vertauschten 1:4 & 1:8.
GIubschi schrieb:
9 WE --> 1. - 8. WE wie 8 WE; die 9.WE 1:32 im PDP (2 HA-Fasern in Benutzung)
Das wiederum ist dann eher beknackt. Klar, mit 1:8 im HÜP ist der Verschnitt hier enorm, andererseits hat man sich dieses Ei mit der Wahl von 1:8 halt auch selbst gelegt.
GIubschi schrieb:
Es gibt zusätzlich die Vorgabe, dass alle Kunden am HÜP, die gleich gesplittet sind (beispielweise alle, die 1:32 im PDP gesplittet sind), auch am gleichen OLT-Port hängen sollen. Wenn sich nun im Bauverlauf bei zwei bis drei Kunden im PDP die WE-Anzahl gegenüber der Planung ändert, kann mitunter der ganze Spleißplan des PDP überarbeitet werden.
Da war ja eine Telekom in den FTTH-Anfangszeiten tiefenentspannt :D

Welche Faseranzahl verlegt OXG denn in die Häuser? Und wie wird das Netz vom OXG-MFG bis zum NVt/PDP gebaut? Klassisches Hauptkabel mit Muffen und Abzweigen?
 
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OXG verlegt bei 1-2 WE 4Fs, ansonsten immer 12Fs.

Die PDP bekommen alle ihr eigenes Kabel aus dem versorgenden MFG. Muffen sind in den HK und VzK nicht vorgesehen, sondern nur in der übergeordneten Ringstruktur, in der die MFGs angebunden sind.
 
@GIubschi

Setzt OXG auf Verschweisste oder Pigtail Splitter ?
Kommen nur Nokia oder auch anderen OLT Vendor zum Einsatz ? Vorallem wäre interessant ob man auch das Harmonics FTTH System einsetzt.
 
@Holzkopf
Die erste Frage verstehe ich nicht...
Falls Du wissen möchtest, ob die Splitter bereits mit Steckern vorkonfektioniert sind, nein sind sie nicht.
Es kommen sowohl Splitterkassetten als auch PLC-Splitter zum Einsatz. Aber in allen Fällen müssen Pigtails angespleißt werden.

Die zweite Frage kann ich nicht beantworten. Ich bin im rein passiven Netzbereich zu Hause.
 
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Holzkopf schrieb:
Kommen nur Nokia oder auch anderen OLT Vendor zum Einsatz ?
Was ich bisher sehen konnte wird XG(S)-PON Hardware von Nokia und Altice Labs eingesetzt.
 
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