Parteiische Boulevardmedien ohne journalistische Sorgfaltspflicht - insb. BILD - wo ist die Grenze?

DerOlf schrieb:
Wir werden in den nächsten Tagen wohl sehen, was BILD davon hält und mit welchen Lügen die nächste Schmutzkampagne gegen das Bürgergeld dann befeuert wird.

Gute Idee. Ich glaube, ich muss, auch gegen meine innere Vernunft, mir das Blatt dann mal wieder besorgen. Oder, einfach am Kiosk durchblättern, das geht in der Regel auch recht schnell, steht ja eh nicht viel drin. Und der Gabriele ist es eh wurscht. :D
 
DerOlf schrieb:
Vollzeitarbeit zum Mindestlohn bei Alleinstehenden gut €500,- mehr im Säckll bedeutet
Also ~3€ die Stunde netto?
Weiß ehrlich gesagt auch nicht ob ich dafür aufstehen würde wenn ich keine Perspektive auf Verbesserung hätte.
 
Schredderr schrieb:
Also ~3€ die Stunde netto?
Da kannste mal sehen, wie mies der Mindestlohn eigentlich ist.

Du würdest zum Mindestlohn also nicht arbeiten gehen ... das zeigt doch eindrüclich, dass der rauf muss.

Mal andersrum gefragt: Wenn dir jetzt jemand einen Job anbietet, für den du bei gleicher Abeitsleistung 3,- netto mehr bekommst, würdest du das Angebot ablehnen?
Wenn mir jemand sagt "bei mir kriegst du 15,- die Stunde für die gleiche Arbeit" dann frage ich nur noch, wann ich anfangen soll.
Den ideellen Wert von Arbeit muss ich da nichtmal einrechnen ... weil ich arbeite (und damit unbedeutend mehr verdiene, als Bürgergeld), habe ich nichts mehr mit dem Jobcenter zu tun ... und das ist mit Geld mMn nicht aufzuwiegen.
 
Ich sehe immer noch das Problem mit der Befristung. Viele schlecht bezahlte Arbeitsverhältnisse sind in der Regel auch noch zeitlich befristet. Ob das unbedingt zur Motivation beiträgt (auch wenn der Lohn etwas über ALG-II lieg), wage ich zu bezweifeln. Glaube mir, mein Neffe hangelt sich von einem befristeten Job zum nächsten. Meistens dann, wenn die Firma, für die er gerade tätig ist, den Vertrag mit einem Kunden nicht verlängert bekommt. Mein Neffe ist jetzt 23 und hat in den letzten 4 Jahren, glaube ich, schon viermal den Arbeitgeber gewechselt. Zum Glück hat er zumindest einen Führerschein, sonst wäre das wohl nicht so einfach für ihn gelaufen. Und auf Basis solcher Unsicherheit soll man eine Zukunft planen und sogar eine Familie gründen?

Edit: Irgendwie jetzt der falsche Thread. Uuups.
 
DerOlf schrieb:
Da kannste mal sehen, wie mies der Mindestlohn eigentlich ist.
Im Verhältnis zum Bürgergeld auf jeden Fall. Ansonsten kann ich das nicht wirklich beurteilen, da ich davon nicht betroffen bin und mich damit ehrlich gesagt auch nie auseinander gesetzt habe.

DerOlf schrieb:
Du würdest zum Mindestlohn also nicht arbeiten gehen ... das zeigt doch eindrüclich, dass der rauf muss.
Wenn es eine Alternative gibt, bei der ich "nur" 500€ weniger habe und dafür nicht 160h im Monat arbeiten muss? Vermutlich ja.

DerOlf schrieb:
Wenn dir jetzt jemand einen Job anbietet, für den du bei gleicher Abeitsleistung 3,- netto mehr bekommst, würdest du das Angebot ablehnen?
Der Vergleich passt nicht ganz. Es geht ja nicht darum für die gleiche Arbeit 3€ mehr zu bekommen, sondern darum überhaupt arbeiten zu gehen für 3€/h.
Aber um die Frage zu beantworten: Ja, habe auch schon Angebote mit mehr abgelehnt, weil ich keine Lust auf 60h/Woche mit 7 Tage rumreisen habe.
Bei genau gleicher Leistung spielen halt die weiteren Umstände auch eine Rolle.

Da es eigentlich Offtopic ist nur eine abschließende Bemerkung: Von mir aus kann der Mindestlohn rauf, habe ich nichts dagegen, oder Bürgergeld runter, rauf. Ist mir in meiner aktuellen Situation egal, sollen andere entscheiden. Ich wollte nur anmerken, dass ich die 500€ Unterschied für zu gering halte um dafür 160h arbeiten zu gehen (es sei denn daraus entwickelt sich eine Perspektive um längerfristig mehr zu verdienen).
 
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Das ist doch eine völlig verschobene Sicht von Arbeit und Sozialstaat. Es geht NICHT "lohnt es sich für 3€ mehr zu Arbeiten, würdet ihr das machen?"

Wie kommt man bitte auf dieses Anspruchsdenken für Menschen, die SOZIALLEISTUNGEN empfangen und problemlos arbeiten gehen könnten. Die Frage ist, warum sollte die Gesellschaft Menschen durchfüttern, die Problemlos für 3€ mehr Arbeit finden würden? Wieso?

Diese Sozialleistungen müssen von hart arbeitenden Menschen gezahlt werden, die auch jeden Tag für den Mindestlohn aufstehen.

Zum Glück ist dies den meisten Menschen bekannt, sie teilen meine Einstellung und rennen als Wähler in Scharen zur CDU und AfD.
 
Erkekjetter schrieb:
PS: Damit möchte ich natürlich trotz allem nicht, dass die jeweilig persönliche VErantwortung der MEnschen nicht primär und zu allererst bei Ihnen selber liegt. Am Ende entscheidet jeder für sich, wo sein kreuz hinkommt. Aber Medien wie Bild und Menschen wie Döpfner, Merz und Co sind willigfährige Helfer der AfD und rechtem Radikalismus in ihrer völligen Verkennung der Konsequenzen ihres Handelns zum persönlichen Machterhalt.

PPS: Quelle zu den PArteipräferenz bei Menschen mit gefestigt rechtsradikalen Weltbild ist die aktuelle "Mitte-Studie" der Freidrich-Ebert-Stiftung. ALlerdings kommen auch andere Studien zu dem Thema zu vergleichbaren Ergebnissen.
Du solltest dann aber auch so handeln, wie du es von anderen Teilnehmern forderst und den genauen Part der Quelle verlinken.
Und ich meine den exakten Teil, wo das eindeutig draus hervorgeht. Wenn dir jemand sagt, du sollst das selber recherchieren, kommt ja auch regelmäßig, dass das dem obliegt, der die entsprechende Behauptung aufstellt.
Ich gehe davon aus, dass du diese Studie meinst:
https://www.fes.de/referat-demokrat...ion/gegen-rechtsextremismus/mitte-studie-2023
Dass allerdings jemand, der sich rechts oder rechts außen sieht, nicht SPD, Linke oder Grüne wählt, dürfte jetzt keine Überraschung sein. Ich kann hier jetzt auch unterstellen, dass du nur versuchst, alle zu diskreditieren, die nicht deine politische Meinung vertreten.

Jetzt sind die BILD, die ja rasant schrumpft, und deiner Meinung nach ausgewählte Politiker, dafür verantwortlich, dass mehr Menschen in Deutschland die AfD wählen bzw. ihr aktuell zumindest ein Umfragehoch bescheren.
Dass die ganze aktuelle Regierung in Sachen Kommunikation und politischem "Handwerk" besser werden muss, ist unstrittig, denke ich.
Wir haben aktuell ja auch mehr oder weniger eine Dauerkrise. Corona, Krieg, explodierende Energiepreise, hohe Inflation, unkontrollierte Migration... Wenn sich die Menschen da nicht mehr abgeholt oder ernstgenommen fühlen, wandern mehr an den politischen Rand, der oft einfache Lösungen verspricht.
Dazu gibt es ja auch genug Studien, die genau das belegen.

Zum Thema Medien und nicht immer die (ganze) Wahrheit sagen, gab es kürzlich in der FAZ einen Beitrag:
https://www.faz.net/aktuell/wissen/...tig-affaere-um-waldbrand-studie-19183010.html
Der Artikel ist aber hinter der Paywall, fürchte ich.
Es geht dabei um diesen Artikel:
https://www.thefp.com/p/i-overhyped-climate-change-to-get-published

Zusammengefasst: Ein Klimawissenschaftler, dessen Beitrag zum Thema Klimawandel und dem Risiko extremer Waldbrände in Kalifornien im Magazin "Nature" veröffentlicht wurde, gesteht, dass er für die Veröffentlichung wichtige Teile seiner Arbeit auslassen musste und der Fokus ausschließlich auf den Klimawandel gelenkt werden soll.
Das ist laut seinen Aussagen in den Medien und auch in Fachbeiträgen keine Ausnahme, sondern die Regel.
Vor allem bemängelt er, dass einerseits Lösungen durch Technologie und Anpassung oft nicht berücksichtigt werden und andere schädliche Faktoren (in diesem Fall, dass über 80% der Waldbrände durch zündelnde Menschen verursacht werden oder dass schlechte Bewirtschaftung der Wälder ein viel größeres Problem ist) ausgeblendet oder heruntergespielt werden.

Das ist jetzt auch keine riesige Überraschung, denn erstens verkaufen sich schlechte Nachrichten besser und zweitens lässt sich eine Agenda (Senkung von Emissionen) so natürlich besser begründen.
Ich persönlich sehe es wie die genannte Person und wünsche mir bei dem Thema immer eine transparente und vollumfängliche Betrachtung der Dinge.

Das heißt NICHT, dass der Klimawandel und die Folgen geleugnet werden. Es geht hier um die häufige Art der Berichterstattung, die oft genug leider in Dystopie oder Worst-Case-Szenarien ausartet.
Außerdem erwarte ich, dass man alle Fakten auf den Tisch legt, auch wenn das möglicherweise heißen kann, dass der Klimawandel nicht oder nicht ausschließlich für alle Probleme verantwortlich ist.
Meiner Meinung nach wird es auch essentiell sein, Lösungen für eine Anpassung zu finden bzw. über bereits bestehende Lösungen zu informieren.
Mindestens 1,5° bzw. eher 2° Erwärmung werden sich nicht mehr aufhalten lassen. Da braucht es für die daraus resultierenden Folgen auch Lösungen.
 
@audiogenießer
Weil Menschen in der Regel noch etwas sehr Wichtiges besitzen: Würde. Für mich sind diese schlecht bezahlten Arbeitsverhältnisse nur eine moderne Form der Sklaverei. Und jeder, der darüber anders denkt, gehört für mich mit zu deren Haltern. Ich komme langsam wieder mächtig auf die Palme.
 
audiogenießer schrieb:
Die Frage ist, warum sollte die Gesellschaft Menschen durchfüttern, die Problemlos für 3€ mehr Arbeit finden würden?
Du würdest dir also für 3€/h deinen Rücken 40h/Woche in irgendeinem versifften Lager in Hintertupfingen kaputt machen?
Wenn man einen bequemen Job hat gehen solche Sprüche natürlich immer leicht von der Hand.
 
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@audiogenießer: Und wieviele sind das wirklich die sich "durchfuettern" lassen?
Die Bild schlachtet Einzelfaelle gnadenlos aus. Und das immer und immer wieder. Bestes Beispiel ist da ja Arno Duebel, dessen Fall immer wieder breitgetreten wurde.

Und irgendwann sind in den Augen der Bevoelkerung alle Buergergeldbezieher Schmarotzer, waehrend die wirkliche Missbrauchsquote ziemlich klein bleibt. Vor ein paar Jahren habe ich mal was von 2 bis 3% gehoert, dazu finde ich aber leider keine Quelle.
 
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@Discovery_1

Man kann mit 13,30€/h durchaus in Würde leben.

Schredderr schrieb:
Du würdest dir also für 3€/h deinen Rücken 40h/Woche in irgendeinem versifften Lager in Hintertupfingen kaputt machen?
Nochmal, es geht um 3€/h über der Sozialhilfe hinaus. Das man wohl in nahezu allen Ländern dieser Erde für seinen Lebensunterhalt aufkommen muss, wenn man arbeiten kann ist eben Standard. Anders geht es nicht. Oder fändest du es legitim, wenn ich auf einmal keine Lust mehr auf meine Kollegen haben und deshalb bitte von der Allgemeinheit meinen Lohn subventioniert haben möchte?
 
audiogenießer schrieb:
würdet ihr das machen?
Viele der "hart" arbeitenden Menschen tun das nicht ausschließlich des Geldes wegen sondern auch wegen der vielen anderen gesellschaftlichen, sozialen oder zukunftsabsichernden Merkmale.
audiogenießer schrieb:
Wie kommt man bitte auf dieses Anspruchsdenken für Menschen, die SOZIALLEISTUNGEN empfangen und problemlos arbeiten gehen könnten. Die Frage ist, warum sollte die Gesellschaft Menschen durchfüttern, die Problemlos für 3€ mehr Arbeit finden würden? Wieso?
Du stellst extrem vereinfachte Fragen / Behauptungen zu einem sehr komplexen und in der Regel differenziert zu betrachtenden Thema voller Einzelfälle. Passend zum anderen Thema erkenne ich hier den typischen Bild Leser....
audiogenießer schrieb:
Zum Glück ist dies den meisten Menschen bekannt, sie teilen meine Einstellung und rennen als Wähler in Scharen zur CDU und AfD.
Witzigerweise sind es ja gerade die (potentiellen) Sozialhilfeempfänger die zur Afd rennen und damit, im Falle einer Regierungsbeteiligung der Afd, sich selbst ins Knie ****. Bekannt ist denen jedenfalls nicht das Wahlprogramm der Afd.... Die CDU würde übrigens nichts anders machen, wenn sie Teil der Regierung wäre.
 
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@audiogenießer
Du kennst das Käseblatt ja sehr gut, wie es aussieht. Wird in diesem Blatt eigentlich genauso regelmäßig Jagd auf die vielen Steuerhinterzieher/innen gemacht? Die richten in Deutschland nämlich wirklich großen finanziellen Schaden an, Jahr für Jahr.
 
Aber das sind ja auch Leistungsträger und High-Performer, die haben für Steuern einfach keine Zeit!

scnr
 
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@OdinHades
Ich liege hier auf dem Boden, super Kommentar. :daumen:
Aber es ist wirklich so, dass gewisse Medien nur selten gern darüber berichten. Wieso nur?
 
@Thane
Der FAZ Artikel schließt mit folgendem Absatz:
.......Was allerdings nicht heißt, dass die Wissenschaftsmagazine bewusst eine Balance zwischen den guten und schlechten Klimawandelnachrichten gesucht hätten. Wie auch? Würde eine langjährige Statistik der Klimawandelstudien aufgestellt, würde man erstens sehr schnell „Moden“ in der Themenwahl feststellen – was allerdings auch keineswegs nur das Klimathema betrifft. Wissenschaft, vor allem Wissenschaftsförderung, folgte immer schon solchen Moden. Und zweitens wären in der Statistik ganz sicher auch die Kassandrarufer in der großen Überzahl. Aber woran mag das liegen? Am aufgeklärten Katastrophismus, der sich unter Experten breitmacht, oder nicht doch daran, dass uns deren Klimaprognosen als beklemmende Wirklichkeit immer wieder einholen – in diesem Jahr mehr denn je?
 
Thane schrieb:
Zusammengefasst: Ein Klimawissenschaftler, dessen Beitrag zum Thema Klimawandel und dem Risiko extremer Waldbrände in Kalifornien im Magazin "Nature" veröffentlicht wurde, gesteht, dass er für die Veröffentlichung wichtige Teile seiner Arbeit auslassen musste und der Fokus ausschließlich auf den Klimawandel gelenkt werden soll.
Das ist laut seinen Aussagen in den Medien und auch in Fachbeiträgen keine Ausnahme, sondern die Regel.
Vor allem bemängelt er, dass einerseits Lösungen durch Technologie und Anpassung oft nicht berücksichtigt werden und andere schädliche Faktoren (in diesem Fall, dass über 80% der Waldbrände durch zündelnde Menschen verursacht werden oder dass schlechte Bewirtschaftung der Wälder ein viel größeres Problem ist) ausgeblendet oder heruntergespielt werden.
Andere Zusammenfassung:
The study, led by US scientist Dr Patrick Brown and published in Nature last week, found that rising global temperatures are increasing the risk of “extreme daily wildfire growth” in California.

However, a mere six days later, Brown penned an article online claiming that the research was only published because he “stuck to a narrative I knew the editors would like” regarding the impacts of climate change.

Right-leaning media in the UK and US amplified his claims that he omitted other key contributors to wildfire risk because it would “dilute” the story that journals “wanted to tell”.

However, other scientists were quick to point out that the study’s reviewers had indeed recommended that these other factors were considered.

In addition, Brown and his co-authors themselves had argued in their response to the peer reviewers that including the other factors was “very difficult” and that was “precisely why” they had chosen to focus on “the much cleaner but more narrow question of what the influence of warming alone”.

In a statement, Nature’s editor-in-chief Dr Magdalena Skipper accused Brown of “poor research practices” that were “not in line with the standards we set for our journal”.

One study co-author told Carbon Brief that Brown’s comments “took me by surprise” and that “I don’t think he has much evidence to support his strong claims that editors and reviewers are biased”.
Noch kürzer:
Brown censored himself rather than being told his paper would not be published if he broadened his research
https://www.carbonbrief.org/factche...of-journal-bias-by-author-of-wildfires-study/
 
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Thane schrieb:
Zusammengefasst: Ein Klimawissenschaftler, dessen Beitrag zum Thema Klimawandel und dem Risiko extremer Waldbrände in Kalifornien im Magazin "Nature" veröffentlicht wurde, gesteht, dass er für die Veröffentlichung wichtige Teile seiner Arbeit auslassen musste und der Fokus ausschließlich auf den Klimawandel gelenkt werden soll.
Ich erlaube mir @KitKat::new() an dieser Stelle noch um eine Stimme zu ergänzen. Denn Prof. Stefan Rahmstorf hat dies ebenfalls mit den folgenden Worten kommentiert:
Unglaublich naiv, lieber @DLF, ein erfundenes Narrativ zur Diskreditierung der Klimaforschung zu verbreiten. Es gab längst klare Fact Checks dazu, zB hier: https://carbonbrief.org/factcheck-scientists-pour-cold-water-on-claims-of-journal-bias-by-author-of-wildfires-study/…Studienautor Brown (vom fragwürdigen Breakthrough Think Tank) wurde im Review durch die Fachzeitschrift Nature explizit aufgefordert, weitere Einflussfaktoren außer Klimawandel in die Studie aufzunehmen und hat es selbst abgelehnt - um dann später behaupten zu können, das sei von Nature nicht erwünscht gewesen. Letzteres hat er frei erfunden, damit hat er Politik gemacht, ohne Wissen seiner Koautoren der Studie, und rechte Medien haben das erwartungsgemäß gerne aufgenommen. Immerhin passt euer Titel des Beitrags: die ganze Fake Story von Brown ist ein irreführendes Narrativ. Der Beitrag behauptet auch, es hätte “diesen IPCC-Bericht gegeben, der mit falschen Daten gerechnet hat” - auch das stimmt nicht. Damals stand eine falsche Zahl auf S. 493 von Band 2, was politisch zu einer absurden Mediendiskussion aufgebauscht wurde. Breakthrough ist ein privat finanzierter Think Tank mit dem Programm: wir sind ja auch für Klimaschutz aber er darf die Wirtschaft nicht stören. Erneuerbare und CO2-Preis schlecht, Atomkraft, Fracking-Gas, Geoengineering und Anpassung gut. https://sourcewatch.org/index.php/Breakthrough_Institute…
https://twitter.com/rahmstorf/status/1704909685961171098

In dem Zusammenhang ist wichtig, dass Nature so ziemlich das renommiertes Wissenschaftsmagazin in dem Bereich ist. Dort zu publizieren hat entsprechendes Gewicht in der Wissenschaft. Dementsprechend ist der peer-review besonders sorgfältig damit das auch so bleibt.
 
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Ein gewisser Streit in der Wissenschaft gehört dazu, dass so schnell die "Kollegen vom Fach" sich gegenseitig diskreditieren wollen, ist ungewöhnlich. Und soooo schlecht kann dieser Brown nicht sein, letztendlich hat sein Artikel es geschafft und ist weiterhin verfügbar.

Hier ist ein Beispiel wie unterschiedlich sog. "Kippunkte" bewertet werden:
https://www.tagesschau.de/wissen/klima/klima-studie-kipppunkte-erde-100.html
Die einen sagen:
"Sieben der acht Grenzen seien bereits überschritten"
Die anderen sagen:
"dass diese Grenzen nicht wirklich von der Wissenschaft definiert werden, sondern stattdessen von der Wissenschaft beeinflusst sind"

Wem soll man dann glauben?
 
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