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Parteiische Boulevardmedien ohne journalistische Sorgfaltspflicht - insb. BILD - wo ist die Grenze?
Dann wird die "Welt" dem Springer-Verlag wohl später als Ersatz für das andere Blatt herhalten (müssen). Aber auch um dieses Blatt mache ich seit Jahren einen großen Bogen. Eigentlich lese ich sowieso überhaupt keine Zeitungen mehr, vielleicht mal, wenn ich bei meiner Ärztin bin, um die Wartezeit zu überbrücken. Bei meinem Bruder blättere ich am Wochenende mal in der SZ. Schon deutlich besser. Eigentlich die einzige Zeitung, der ich noch halbwegs vertraue. Sachlich und kompetent in meinen Augen.
Der Beitrag stammt aus dem thread "Weltanschauungen....", aber ich antworte mal hier, da er m. E. hier besser passt...
Wenn Du sofort bemerkt hast, dass da was nicht stimmen kann, dann frage ich mich wie das wochenlang im offiziellen Wahlprogramm stehen kann. So ein Wahlprogramm wird doch nicht über Nacht von einem Praktikanten überarbeitet und ins Netz gestellt.
Laut Angaben der SPD passierte der Fehler bei der Übertragung eines früheren Positionspapiers. D. h. die Übertragung muss am Anfang des Prozesses zur Erstellung des Wahlprogramms passiert sein.
Das Papier geht mehrmals als überarbeitete Versionen durch die Gremien und wird dann als finale Beschlussvorlage abgesegnet. D. h. diese veröffentliche Version muss vom Vorstand abgesegnet worden sein. Entweder haben die Verantwortlichen den Text nicht gelesen, flüchtig überflogen oder fanden in so passend.
Alles andere ergibt m. E. keinen Sinn. Das ein "einfacher" Mitarbeiter in der finalen freigegeben Version aus "Jahren" einfach "Monate" macht ist doch absurd.
Und wenn so ein Papier nach all den Prüfungen und der finalen Freigabe wochenlang im Netz steht, dann muss ein lesender Dritter davon ausgehen, dass das was da steht auch stimmt und so gemeint ist.
Es ist aber schon ein Unterschied, ob mit ‚Wir‘ gemeint ist, ‚wir Regierenden‘, oder die BILD von sich behauptet für alle deutschen Bürger zu sprechen.
Ich halte es wie gesagt grundsätzlich für fragwürdig, wenn mit "wir" andere Leute eingeschlossen werden und dann "Feststellungen" mit in ihrem Namen gemacht werden, obwohl diese nicht gefargt wurden oder das ganz anders sehen und auch nicht möchten.
Ich finde an deinen Beispielen eher das "müssen" problematisch. Ein "sollten" wäre mMn besser.
Ungefähr wie in "Wir sollten nicht von einer Brücke springen".
Ausserdem werden diese Aussagen oft als Konditionalsätze formuiliert. "Wenn wir gegen den Klimawandel vorgehen wollen, dann sollten wir öfter aufs Auto verzichten, den ÖPNV stärken und unsere Kohlekraftwerke abschalten".
Und das ist eine ganz andere Qualität als das "Wir" in "Wir sind Papst", "Wir sind Weltmeister", "Wir können nicht mehr" oder in "haben wir das Siegen verlernt?" (Alles BILD-Schlagzeilen).
Gerade die Schlagzeile "Wir können nicht mehr" wirkte auf der Titelseite wie eine Feststellung, die man soch teilen müsse, wenn man zum "Wir" gehört ... dabei war das (wie so oft) nur ein aus dem Kontext gerissener Textfetzen. Die wörtlich zitierte Aussage eines interviewten Päärchens, die das sicherlich nicht auf "Wir alle" bezog, sondern eher auf ihre ganz individuelle Situation.
In den Artikeln haben die Schlagzeilen fast immer eine komplett andere Bedeutung, als wenn sie isoliert auf der Titelseite stehen.
Die Reichweite der BILD Titelseite kann man mMn auch nicht an Verkaufszahlen ablesen ... denn um den Kram zu lesen, muss man ja nur ein mal in die Ablage schauen .... an jeder Zeitungsablage und den ganzen Tag lang immer wieder.
Die Werbetreibenden werden wissen, was das bedeutet ... das ist wie ein allgegenwärtiges Werbebanner ... welches auch bei denen seine Wirkung oft nicht verfehlt, welche es eigentlich ignorieren.
Deswegen wird die Schlagzeile oft auch so groß gedruckt, dass man sie schon von der anderen Straßenseite aus lesen kann.
Wenn man die Zeitung mit den großen vier Buchstaben aufschlägt, können fast alle Menschen im Fußballstadion die Schlagzeilen noch lesen.
Das scheint ja ach das Ziel von diesem Blatt zu sein. Mit der Aktion nur eines Lesers, so viele Menschen wie möglich mit den Schlagzeilen erreichen. Das ist eine super Strategie, die seit Jahrzehnten auch bestens funktioniert.
Das Papier geht mehrmals als überarbeitete Versionen durch die Gremien und wird dann als finale Beschlussvorlage abgesegnet. D. h. diese veröffentliche Version muss vom Vorstand abgesegnet worden sein. Entweder haben die Verantwortlichen den Text nicht gelesen, flüchtig überflogen oder fanden in so passend.
Ich antworte mal indirekt!
Wenn du gestern die Nachrichten verfolgt hast, hast du sicher die neuste Schlamperei der Bundeswehr mitbekommen.
Die haben zur Digitalisierung der/aller Fahrzeuge für eine halbe Milliarde € Hardware bestellt, ohne zu überprüfen, ob das Zeugs überhaupt in die zig verschiedenen Fahrzeugtypen rein passt. Was natürlich nicht der Fall ist.
Mit gesundem Menschenverstand sagt sich eben jeder, das hätte doch mal in den........ vielen.....Monaten....mal.....irgendwem......auffallen.........müssen......!?
Ich habe keine Ahnung, ob ich es wirklich verstehe. Aber eine Lehre kann ich daraus ziehen.
"Wenn etwas richtig gemacht werden soll, dann macht man es selbst" und "wer sich auf andere verlässt, der ist verlassen".
Solche Dinger entstehen dadurch, das "jemand" es hätte bemerken müssen, und sich deswegen "alle" keine großen Sorgen machen. Irgendwo in der Hierarchie wird dann garnicht mehr reingeschaut, weil das Papier mit groben Schnitzern ja den weg bis dahin nicht hätte schaffen dürfen.
Hätte, Hätte, Fahrradkette.
Und nein ... es bemerkt eben nicht "jeder", und das bedeutet im logischen Umkehrschluss, dass man es am ende eben doch nochmal selbst kontrollieren muss ... SPÄTESTENS bevor man das an die Presse gibt.
BILD-Nrrativ #1 ... das "Wir" adressieren.
Das scheint mir mit dafür verantwortlich, dass sich damals die Anhänger von PEGIDA (und ihren Kopien) und heute die Anhänger von AfD und Teilen der Union als "Mehrheit" sehen konnten.
"Wir sind am Limit" ... mich kann die BILD damit nicht meinen, denn ich bin noch nicht am Limit..
Die meisten Leser hier wissen gar nicht um welche Inhalte es überhaupt geht, denn User Cyberdunk hatte nur die Schlagzeile zitiert und damit versucht, Stimmung gegen die Bild-Zeitung zu machen.
Das du - derOlf - noch nicht am Limit bist, glaube ich dir aufs erste Wort.
Du warst aber gar nicht gemeint.
Das "Wir" zielte auf bestimmte Personengruppen ab, und nicht auf das ganze Volk.
Wenn du gestern die Nachrichten verfolgt hast, hast du sicher die neuste Schlamperei der Bundeswehr mitbekommen.
Die haben zur Digitalisierung der/aller Fahrzeuge für eine halbe Milliarde € Hardware bestellt, ohne zu überprüfen, ob das Zeugs überhaupt in die zig verschiedenen Fahrzeugtypen rein passt. Was natürlich nicht der Fall ist.
Mit gesundem Menschenverstand sagt sich eben jeder, das hätte doch mal in den........ vielen.....Monaten....mal.....irgendwem......auffallen.........müssen......!?[...]
Es ging aber nicht um die Fragestellung darum ob viele Leute etwas übersehen können sondern darum, ob ein externer Leser darauf vertrauen darf, dass so etwas wie ein offzielles Wahlprogramm, welches von einem Gremium wie Vortand oder Delegiertenversammlung beschlossen wurde und bereits wochenlang im Internet steht, richtig ist und alles so gemeint ist, wie es eben drinsteht.
Dass Dir der Unterschied "Monate <> Jahre" sofort aufgefallen ist und zahlreichen Journalisten (nicht nur BILD, auch FAZ und Hessenschau) nicht, erschließt sich mir nicht.
Jedenfalls haben weder BILD, FAZ, Hessenschau und andere am 19.09.23 wissentlich und vorsätzlich eine Falschmeldung verbreitet. Denn jeder dürfte zu diesem Zeitpunkt und vor der "Richtigstellung der SPD" auf die Richtigkeit des Inhalts vertrauen.
Ich verstehe was Du meinst. Verstehst Du was ich meine?
Aber das ist ohnehin eine sinnlose Diskussion. Der "Fehler" wurde von der SPD ja erklärt, auch wenn ich persönlich aus bereits oben genannten Gründe dies mehr für eine Schutzbehauptung halte und sowieso ein Wahlrecht für Nicht-EU-Ausländer ablehne (egal ob nach 5min oder 100 Jahre Aufenthalt).
Im Artikel kam das wir immer nur im Bezug auf Einzelschiksale zum Einsatz. Es waren Aussagen, die sich direkt auf die spezielle Position einzelner Familien bezog.
Auf welche "Personengruppen" bezog sich das denn deiner Meinung nach?
Ein Teil der Kritik, die hier an BILD geäussert wird, bezieht sich darauf, dass die meisten Menschen die BILD zwar nicht kaufen, die Sclkagzeile des Tages aber kennen.
Die Titelseite hat eine viel größere Reichweite, als der Rest der Zeitung und sie haben nochmal einen geriongeren Wahrhneitsgehalt, als die zugehörigen Artikel.
Ich schaue mir das Käseblatt in jeder Schicht mal an und ich lese dann auch die Artikel.
Im Grunde habe ich die BILD ja sogar in Schutz genommen, als ich schrieb, dass in den Artikeln dann vieles klargestellt wird.
An den Manipüulationsversuchen auf der Titelseite ändert das aber leider nichts, denn die treffen eben auch die nicht-Leser. Ein bisschen von dem Gift nimmt eigentlich jeder mit, der es sieht.
Es sind ja meist auch nur ein paar Worte.
In der letzten Woche gab es im Internet Häme und Spott gegen einen AfD Politiker, auf den mutmaßlich ein Anschlag verübt würde. Als wäre dieses Verhalten nicht schon eklig genug, hat die Presse diesen Spott überwiegend nichteinmal gerügt.
Jetzt kommt der Hammer: es gab den Einstich tatsächlich!
Vergleicht man nunmal beispielsweise die beiden Artikel
Fällt sofort auf, das ZDF beschreibt alles völlig emotionslos und kalt. Den Anschlag solle es Chrupalla zu Folge gegeben haben. Ähm bitte? Den Anschlag gab es entweder oder nicht und das wird entweder bewiesen oder widerlegt durch Beweise und Indizien. Während die Bild die selben Informationen darüber berichtet und Chrupalla zu Wort kommen lässt. Außerdem erfährt man als Leser weitere Hintergrundinformationen über den Einstich, die Untersuchungen und Ergebnisse.
Insgesamt ist der Bild hier ein sehr guter Beitrag gelungen, der die Faktenlage beschreibt, das Opfer zu Wort kommen lässt und auf emotionale Effekthascherei verzichtet. Und dann gibt es da den Artikel vom ZDF, was hier als Qualitätsmedium wahrgenommen wird.
Selbst bei der bild steht als letzter Absatz, dass es für die anschlagsthese keinerlei neuen Indizien gäbe… keine toxikologischen Beweise wurden gefunden. Aber Herr Chrupalla spricht von Quecksilber (wäre 100% nachweisbar) und Nowitschok (dann wäre er 100% schlimmer betroffen). Und dafür bietet die Bild unter einer reißerischen Überschrift eine Bühne. Denn welche Wende gibts? In Sachen Anschalgsthese jedenfalls keine.
Btw. Neutrale und sachliche Berichterstattung ist kalt. Weil ohne Emotionen…
Bitte bitte erspare uns deine wilde propagandistische Lobhudelei der Bild. Auch hier macht sie, entgegen deiner aussage, keinen guten Journalismus. Ganz im Gegenteil.
Genau so soll es doch sein. Die gesicherten Fakten wiedergeben und nichts weiter. Keine reißerische Überschrift und die Aussagen von Chrupalla und Weidel sind auch drin.
Im Blut wurde nichts gefunden und er kommt jetzt mit nachweisbaren Giften bzw. Nowitschock was ihn bei direkter Injektion etwas mehr aus den Socken gehauen hätte.
Die durchschnittliche letale Dosis vom Nowitschok liegt bei rund 1 mg. Und das schon bei nur Hautkontakt. Injiziert also vermutlich noch mal erheblich weniger.
Er würde dann definitiv nicht irgendwelche Statements abgeben.
Chrupalla sollte sich weniger solcher Phantasien hingeben, denn sein gefeiertes Russland ist der Ursprung von dem Zeug.