News Pläne zur Alterskontrolle in der EU: Analyse sieht VPNs als Problem bei Durchsetzung

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S.Evans schrieb:
Was viele vergessen ist, dass das Internet automatisch ab 18 ist.
Vertrag bei Telekom oder Vodafone? Musste 18 für sein
Du musst 18 für den Vertragsabschluss sein, das ist soweit richtig. Falsch ist, dass das Netz automatisch ab 18 ist.

Beispiele: McDonald's, Supermarkt, Bücherei. Da kann jeder 10 jährige alleine hin und sich in das Netz einwählen.
S.Evans schrieb:
Wenn man irgendwo ansetzen will, dann bei der Medienkompetenz der Eltern, die für diese Altersgruppe erschreckend niedrig ist.
Welche Altersgruppe? Du hast 16 jährige Eltern und Familien, wo ein Elternteil auch 60 sein kann.
 
Manchmal so glaube ich besser es kommt ein Computerführerschein den man
bei der VHS macht und beim Landratsamt bekommt!!!! :stacheln:
 
Child schrieb:
Ob im Zuge der Alterskontrolle auch die Identität festgestellt wird bzw. werden kann, ist in erster Linie vom genutzten Verfahren abhängig. Es ist möglich eine Alterskontrolle auch ohne "Identitätskontrolle" durchzuführen.
Mit dieser Behauptung wäre ich vorsichtig! Es stimmt zwar, dass man mittels kryptographischer bzw. Zero-Knowledge-Verfahren die Identität innerhalb des eigentlichen Prozesses verschleiern könnte, aber trotzdem benötigst du irgendeine Art von Initialem Identitätsnachweis.

Das Ganze hat einen ganz großen Haken:
Entweder du machst ein solches System möglichst sicher vor unbefugtem Zugriff, durch entsprechend hohe Eingangshürden, dann verlierst du Teile deiner Anonymität. Oder du machst das System möglichst anonym, dann wird es auf der anderen Seite entsprechend einfach sein, es zu umgehen und somit nutzlos (und würde daher weitere unnötige Bürokratie schaffen).

Meiner Meinung nach ist das reiner Populismus, der hier wieder betrieben wird. Eine ernsthafte Eintrittsbarriere hätte so dermaßen weitreichende Konsequenzen und brächte entsprechend große Einschränkungen mit sich, dass auch der letzte Zensursula-Befürworter durchdrehen würde.
 
Also die Lösung ist einfach: VPN verbieten. Dann können Firmen zwar auch nicht mehr Remote arbeiten, aber hey, die Kinder müssen "geschützt" werden. Eltern die Kontrolle über die Mediennutzung ihrer Kinder zu überlassen ist halt nicht mehr zeitgerecht im "Neuland Internet".

Jetzt kann man schon mal das "Verbotssrad" neu beschriften, "VPN" ist ja jetzt gestrichen. Da könnte man was neues auf das freiwerdende Feld schreiben. Wie wäre es mit "Videokillerspiele"? Hatten wir schon länger nicht mehr... Tempolimit ist natürlich tabu, denn E-Autos werden das sowieso von sich aus regeln, still und heimlich wird das dann auf 100 reduziert, keiner bekommt es mit.
 
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Es geht nicht um Kinderschutz, sondern darum, dass die EU-Kommission kontrollieren kann, was du wann im Internet schreibst. Das war immer der Hintergrund von diesen bescheuerten Altersgrenzen.
China ist ein Witz dagegen, wie die EU den Informationsraum kontrollieren will.
 
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BmwM3Michi schrieb:
Warum verlangt man den Altersnachweis nicht auch von Nutzern aus nicht-EU-Ländern?
Weil die EU Rechtsbeziehungen außerhalb des Rechtsraumes der EU nicht regeln darf. Ein zweiter Grund dürfte sein, daß die EU vermutlich auch verhindern will, daß z.B. Menschen aus Staaten die das Thema Menschenrechte anders sehen als wir, sich bei einem Zugriff auf eine Website auf einem Server innerhalb der EU erstmal identifizieren müssen. Das könnte diese Menschen nämlich gefährden.

@kachiri
Eine Halterhaftung gibt es tatsächlich. Geregelt ist diese in §31 Abs. 2.
Allerdings stellt dieser Absatz klar, daß die Mitwirkung des Halters (bzw. wie du es ausgedrückt hast, sein Fehlverhalten) Bedingung für die Haftung ist. Aber juristisch gesehen finden wir hier die Grundlage für die sogenannte Halterhaftung.

Diese Halterhaftung ist auch der Grund dafür warum es sich bei Regelverstößen nicht empfiehlt immer nur zu sagen, daß man das Fahrzeug verliehen hat und nicht sagen könne wer der Fahrer war. Unter Umständen kann nämlich dann dem Halter des Fahrzeuges auferlegt werden ein Fahrtenbuch zu führen. Ohne die Halterhaftung gäbe es dieses "Risiko" gar nicht.
 
Conqi schrieb:
Was ich meine ist, dass das technisch nicht wirklich unterscheidbar ist, ob ich mich gerade zu meiner Firma im Ausland verbinde oder einem ShadyVPN.com Server.
Leider ist das nicht ganz richtig. Mit Deep Packet Inspection (DPI) ist schon einiges möglich (Protokoll-Analyse von Signaturen, Analyse von TLS-/Handshake-Fingerprints, IP-Reputation, Traffic-Analyse, Zertifikatsmuster und Kombination aus diesen wären denkbar). Klar haben auch solche Analysen ihre Grenzen, aber dadurch lässt sich schon so einiges herausfinden.

Whitelist-/Blacklist-Regeln wären hier also durchaus aus der Sicht eines autoritären Systems, mit entsprechender Infrastruktur, denkbar.
 
Haxor schrieb:
Whitelist-/Blacklist-Regeln wären hier also durchaus aus der Sicht eines autoritären Systems, mit entsprechender Infrastruktur, denkbar.
Ich denke, daß gerade China uns zeigt, daß auch diese Ansätze ihre Grenzen haben. Wer meine Post-History kennt weiß, daß ich nun wirklich nicht zu den "China-Fressern" gehöre, aber egal wie man es dreht, China ist nun einmal ein grundsätzlich autoritär regiertes Land und es gibt einen Grund warum die "Great Firewall" berühmt berüchtigt ist.

Aber wenn selbst China es nicht schafft das Ding wirklich dicht zu kriegen, dann zeigt uns das, daß die Aufgabe wohl grundsätzlich nicht lösbar ist. Es sei denn wir wollen wirklich Verhältnisse wie in Nord-Korea, aber so wie es aussieht halten selbst die lupenreinen Demokraten in der KPCh nichts davon.
 
k0ntr schrieb:
wie peinlich ist das bitte
Gar nicht peinlich für D oder die EU. Steam hält sich da nur an die schon seit Ewigkeiten geforderte Alterskontrolle und sie haben keine andere Möglichkeit, wenn der SW-Anbieter keine Einschätzung vornehmen lässt, landet die SW bei Valve aktuell auf dem Index (EU weit).
 
HOT schrieb:
Es geht nicht um Kinderschutz, sondern darum, dass die EU-Kommission kontrollieren kann, was du wann im Internet schreibst. Das war immer der Hintergrund von diesen bescheuerten Altersgrenzen.
Ähm nein, das Alter ist für deinen genannten Grund überhaupt nicht relevant.
 
Termy schrieb:
Wer dem Wissenschaftlichen Dienst da wohl diesen hirnverbrannten Standpunkt verordnet hat? Normalerweise kommt von diesem ja eigentlich nicht so ein Stuss.

Es ist einfach nur noch zum heulen, wie man die EU immer dummdreister zu China 2.0 umbauen will...
das ist es. irgendwann werden auch erwachsene wie kinder behandelt, im namen der sicherheit.
 
Euphoria schrieb:
Bin Jahrgang 89, also war ich Teenager als Internet wirklich an Verbreitung gewann.
An Medienkompetenz mangelt es halt in allen Altersgruppen.

Mir ging es vor Allem darum, dass wir es auch trotz der Killerspiele, Pornoseiten und sonstigem Kram auch komplett ohne Überwachung und unglaublicher Kontrollen "normal" geworden sind.

Du darfst aber halt auch nicht vergessen, dass das Web damals ein anderes war. Es gab kein Social Media (Bzw. nur die Anfänge), keine massive Monetarisierung von allem und vor allem wollte nicht jeder deine Daten haben.

Das ist schon eine ganz andere digitale Landschaft heutzutage als früher. Und heutige junge Menschen werden direkt in diesen Dschungel geworfen.

Aber wie gesagt: Medienkompetenz sollte aus meiner Sicht für alles gelten, egal um welches Medium es sich letztlich handelt. Kritisches Denken ist ein Soft-Skill, der leider viel zu wenig gefördert wird.
 
Termy schrieb:
Wer dem Wissenschaftlichen Dienst da wohl diesen hirnverbrannten Standpunkt verordnet hat? Normalerweise kommt von diesem ja eigentlich nicht so ein Stuss.
Was soll an diesem Standpunkt eigendlich "hirnverbrannt" sein?
Der gesunde Menschenverstand sagt es einem eigendlich doch schon - wenn man weiss was ein VPN ist und wie es funktioniert - dass ein VPN dafuer geeignet ist solche Sperren zu umgehen.
Das ist nicht viel dran zu ruetteln.
Warum malen wohl so viele hier im Thread grade den Teufel an die Wand und befuerchten ein Verbot oder eine Regulierung von VPNs?

Serana schrieb:
Aber wenn selbst China es nicht schafft das Ding wirklich dicht zu kriegen, dann zeigt uns das, daß die Aufgabe wohl grundsätzlich nicht lösbar ist.
100%tig zumachen kannste es nicht. Das ist natuerlich vollkommen unrealistisch. Dafuer muesste man sich vom Internet komplett abklemmen. Dass das dann ganz andere Probleme mit sich bringt hat Afghanistan gemerkt, wo die vollstaendige Internetsperre nach nichtmal einer Woche gelockert wurde.
Was der aktuelle Stand im Iran ist weiss ich nicht.

Spinnen wir mal ein moegliches Szenario durch:
Wenn es wirklich irgendwann mal Verbote oder Regularien gibt, werden das erste Ziel die "low hanging Fruits" sein. Die leichten Ziele zuerst. Die Kunden von NordVPN und Co, die sich das angeschafft haben weil es ueberall beworben wird. Damit duerfte ein grosser Teil der Internetnutzer schon erledigt sein.

Dann wird ein Umgehen, oder der Versuch der Umgehung, der Sperren unter irgendeine Art von Sanktion gestellt. Vor Sanktionen vielleicht auch erstmal einiges FUD streuen, Sanktionen dann in der zweiten Stufe. Dass erledigt dann die "Feiglinge" und spaeter die, die sich nicht ausreichend verschleiern koennen.
Die Zahl die dann noch uebrigbleibt, die duerfte ziemlich klein sein. Und einen gewissen Anteil "Rebellen" hast du immer, und die sind in der Regel auch kein Problem.
 
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kachiri schrieb:
Seit wann gibt es eine Halterhaftung?
Ergibt sich z.B. aus § 7 StVG

Als Halter eines KFZ hast du auch gewisse Pflichten. Wenn du z.B. dein Auto irgendwo unbeaufsichtigt, unabgeschlossen und mit steckendem Zündschlüssel stehen lässt und deswegen was passiert (weil beispielsweise der 14-jährige Nachbarsjunge damit in das nächste Auto donnert) kannst du ggf. zur (Mit-)Verantwortung gezogen werden.
 
Serana schrieb:
Aber wenn selbst China es nicht schafft das Ding wirklich dicht zu kriegen, dann zeigt uns das, daß die Aufgabe wohl grundsätzlich nicht lösbar ist.
Ich habe nichts anderes behauptet; steht sogar oberhalb meines von dir zitierten Beitrags, dass das seine Grenzen hat. Es ist meines Erachtens aber auch überhaupt nicht notwendig, dass das zu 100% funktioniert. Um eine weitreichende Nutzungsbeschränkung zu ermöglichen, reicht es schon, wenn die große Mehrheit davon betroffen ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Samurai76 schrieb:
MeinAusweis-App. App antwortet mit Ja oder Nein. Keine Identitätsübermittlung.

Ja ok, aber die MeinAusweis-App selbst kann doch theoretisch meine Zieladresse tracken und so alles sammeln?
 
Relict schrieb:
die (...)App selbst kann doch (...) meine Zieladresse tracken und so alles sammeln?
Klar. Könnte sie. Aber irgendwem musst du vertrauen, ansonsten bleibt dir zukünftig wohl nur, auf einen anderen Planeten umzusiedeln.

PS: Dein Telko-Anbieter kann das auch. Und früher gab es so etwas wie Telefonbücher, da standen neben Namen sogar Telefonnummern und teilweise ganze Adressen, OMG, wie haben wir das blos damals alle überlebt...
 
Serana schrieb:
Das wird meiner Ansicht nach aber so nicht passieren. Die Argumentation wird sein, daß es letztendlich eine Stelle geben muß an der die tatsächliche Identität überprüft wird. Ansonsten könnte es nämlich sein (und aus UK gibt es Hinweise, daß genau das schon passiert), daß z.B. Eltern den eigenen Kindern ihre Identität zur Verfügung stellen. D.h., daß es für den abfragenden Server dann so aussieht, daß nicht die Minderjährigen sondern deren Eltern auf den Dienst zugreifen.

Und wenn meine Ansicht, daß es hier in Wirklichkeit nicht um Kinderschutz sondern um Identität geht, zutreffend ist, wird man genau dieses Argument, daß angebliche und tatsächliche Person nicht zusammen passen könnten, nutzen um hier eben eine "große Lösung" selbstverständlich für den Kinder- und Jugendschutz durchzusetzen.

Wie so etwas aussehen könnte sehen wir im Moment z.B. in den USA. Dort gibt es auf Bundesebene einen Gesetzesentwurf namens "Parents Decide Act" der das Thema Altersüberprüfung und im Zusammenhang damit auch Identitätsfeststellung auf OS-Ebene verankern würde. Das bedeutet nicht, daß das Gesetz so durchkommt, aber das Thema ist da und ich glaube nicht, daß es einfach wieder verschwinden wird.
Also wenn Eltern ihren Kindern ihre Ausweis geben und den PIN - um für Ihre Eltern die Altergrenze zu umgehen ist das ein Berewich in den Das Gesetz eh nicht abzielt. Die "Mitwirkung" der Eltern ist bei Jugendschutz voraussetzung. Das funktioniert aber eh nix dagegen - wenn Erwachsene den Kindern helfen kommen die Kinder überall hin wo die Erwachsnen auch hinkommen.
 
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