Oh ja, an meine Rechnungswesen-Prüfungen erinnere ich mich auch noch mit Grausen, da ich auch noch Personalwirtschaft studiert habe. Allerdings bezog sich meine Frage eher darauf, was Du letztendlich mit dem Politikstudium anfangen willst. Du solltest schon ein klar abgegrenztes Berufsbild haben, damit Du mit dem Politikstudium auch etwas anfangen kannst. Bei BWL ist das leichter, solche Gestalten werden immer irgendwo gesucht.
Aber zurück zum Politikstudium. Mainz ist eine gute Wahl, mit Größen wie Falter und Roller hast Du da eine sehr fundierte Ausbildung.
Grundsätzlich unterteilt sich das Studium in verschiedene Fachbereiche von denen die üblichen sind:
- Politische Theorie
Hier lernt man etwas darüber, wie Politikwissenschaft überhaupt funktioniert, über die verschiedenen Staatsformen, die antiken Demokratietheorien der griechischen Stadtstaaten und ähnliches.
- Politisches System der BRD
Wie der Name schon verrät, beschäftigt man sich hier mit dem politischen System Deutschlands. Wie ist das politische System aufgebaut, wie werden Gesetze geschaffen, was machen die einzelnen Kammern usw.
- Internationale Beziehungen
Hier geht es um internationale Organisationen, nicht-staatliche Akteure, Weltordnungen usw., also unter anderem um die UN, die Europäische Union u.ä.
- Analyse und Vergleich
In diesem Lehrbereich werden einem die einzelnen Methoden näher gebracht, die es einem ermöglichen, politische Systeme miteinander zu vergleichen. Mit Hilfe dieser Vorgehensweise beschäftigt man sich mit Themen wie dem Unterschied bzw. den Vor- und Nachteilen von Präsidentialismus und Parlamentarismus, dem Mehrheits- versus dem Verhältniswahlrecht und ähnlichen Themen.
In Mainz gibt es noch einen weiteren Fachbereich, der von Prof. Kunz geleitet wird:
- Wirtschaft und Gesellschaft
Frag mich nicht, dieser Bereich ist mir völlig schleierhaft...
Absolut essenziell sind die Metawissenschaften, die einem wissenschaftliches Arbeiten überhaupt erst ermöglichen und das Verständnis wissenschaftlicher Texte verbessern:
- Statistik und Methoden
Hier wird Dir Mathematik im weitesten Sinne wieder begegnen. Ein Forschungsprozess besteht heutzutage auch meist aus einer empirischen Analyse, die man mit Mikro- oder Makrodaten durchführt. Mit Hilfe von statistischen Berechnungen und unter Verwendung von Programmen wie SPSS, STATA o.ä. möchte man so Zusammenhänge rechnerisch aufzeigen und Hypothesen damit untermauern oder verwerfen (z.B.). Mit "Methoden" wird Dir beigebracht, wie man überhaupt forscht, also ein Problem wissenschaftlich angeht.
Aber lass Dich von der Statistik nicht erschrecken, so wild wie im BWL-Studium ist das Rechnen nun auch wieder nicht. Für ein Politikstudium muss man vor allem Zusammenhänge begreifen können und wollen, komplex denken, gerne lesen und keine Abneigung gegen empirische Methoden haben.