Merz und sein Politikstil: Änderung Grundgesetz + Sondervermögen

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Die Produktionskosten in D sind halt viel zu hoch Energie und die Lohnnebenkosten - siehe die sehr sehr hohen Lohnstückkosten im weltweiten Vergleich.


BYD baut Werke in Spanien Ungarn etc - da rechnet sich wohl die Produktion schon.

Man muss das ja auch mal so sehen immerhin Deutschland war über ein halbes Jahrhundert(!) beim Automobilbau ganz vorne dabei, das war eine extrem lange Zeit jetzt sind halt andere dran - China wird vielleicht in 70-100 Jahren durch Indien dann wieder abgelöst - die Welt bleibt halt nicht stehen.

Akkuchemie und Akkus kommen aus China das halt das was beim E-Auto der grosse Kostenblock ist - für das restliche Aussenrum ist D einfach zu teuer. Und das kann doch die Autoindustrie nicht ändern - die Autohersteller können selber keine Akkuchemieindustrie aufbauen - das ist viel zu komplex.

Man kann auch nicht erwarten irgendein Web Entwickler in D solle halt mal OpenAI Konkurrenz machen - das geht halt nicht.
 
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HtOW schrieb:
Nein ist es nicht! Aber wenn die Kunden die Produkte nicht kaufen wollen brsuch ich den Markt nicht zu entwickeln. Wir haben ja nicht mehr die Verdrossenheit wie 2015.
Der Wille zum Kauf eines Elektroautos ist beim Kunden längst da, vor Allem bei jüngeren Menschen. Nur müssen der Preis und die Infrastruktur dafür stimmen. Das sollten Staat und Automobilkonzerne bis zum Verbrennerverbot wohl hinbekommen. Den chinesischen Markt haben unsere Autobauer ja längst verpennt, vielleicht schaffen sie es ja in Deutschland noch die Kurve zu bekommen.

Auch wenn Subventionen für Verbrenner und Falschinformationen gegen die e-Mobilität wirken, hat der Markt doch längst entschieden, ebenso bei erneuerbaren Energien, der Markt wächst exponentiell.
 
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Ich muss zugeben, mir ist in der Zwischenzeit egal, ob das Verbrenner aus Gesetzlich geregelt ist, oder nicht. Das ist eine der wenigen Bereiche, wo ich wirklich glaube "der Markt regelt das schon", und zwar in eine (nach meiner Meinung nach) positive Richtung, also E-Mobilität. Zwar nicht in die ideale Lösung, da trotzdem noch zu viele Autos auf den Straßen, aber immerhin positiver.

Ich bin immer noch sehr Optimistisch: "Die deutsche Autoindustrie wird ja nicht den selben Fehler wie Kodak machen." (zu meiner Überraschung, wie ich gerade sehe. Die gibt es wirklich immer noch).
 
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s0undjan schrieb:
Der Wille zum Kauf eines Elektroautos ist beim Kunden längst da, vor Allem bei jüngeren Menschen.

Ist halt faktisch einfach falsch…
Ja der Anteil der Zulassungen der Bed steigt liegt aber selbst nach 15 Jahren nur bei mickrigen 20%. Damit lassen sich keine Unternehmen wie es hier gibt führen. Selbst wenn man von ner exponentiellen Steigerung ausgeht ist man frühestens in 10 Jahren soweit, aber halt mit ner Wertschöpfung die großteils im Ausland liegt.
Aber ist nen anderes Problem, hier gehts um den Absatz.

Dass Eigenheimbesitzer mit PV Anlage E Auto fahren ist logisch, preiswerter kann man nicht mobil sein.
 
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HtOW schrieb:
Selbst wenn man von ner exponentiellen Steigerung ausgeht ist man frühestens in 10 Jahren soweit, aber halt mit ner Wertschöpfung die großteils im Ausland liegt.
Gerade im Ausland verlieren unsere Unternehmen Marktanteile, weil sie nicht mit der Zeit gehen und sie vor Allem in China den Anschluss verlieren.
 
s0undjan schrieb:
Kann deine verlinkte Studie auch hier nochmal zitieren, 70% der Kunden wollen kein E Auto.
Zumal man da immer Betrachten muss, welche Zielgruppe auch tatsächlich Neuwägen kaufen kann. Und das sind Autovermietungen, Gewerbe und Wohlhabende. Der Durchschnitts 20-40 Jährige kauft Jahreswägen und ist damit für die Hersteller eh nich nicht interessant. Klingt zwar schön „60% wollen E Auto, aber wenn davon nur einstellige Prozentzahlen überhaupt Autos neu kaufen halt ne haltlose Aussage :D

s0undjan schrieb:
Gerade im Ausland verlieren unsere Unternehmen Marktanteile
Zu 100%. Die Toleranz zu Unternehmen hat nur der Deutsche Michel, andere Menschen lassen sich zum Glück nicht einfach so abziehen.
Mal schauen ob die Unternehmen jetzt nich ne Wende schaffen.
 
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Es macht einfach keinen wirtschaftlichen Sinn Autos noch in D zu fertigen wenn das Herzstück (Akkuchemie, Zellen, etc) in China gebaut wird - da macht es mehr Sinn wenn die dt Hersteller in China Fabriken bauen um vor Ort dann ihr Wissen bei Fertigung und Co zu nutzen - und ob ein BMW Mercedes Porsche in Deutschland China Ungarn oder sonstwo gebaut wird ist doch den Kunden egal - die Marke hat den Wert.

Dass IT und AI in/aus Europa international eher unwichtig ist liegt ja auch nicht daran dass alle ITler in Europa komplett unfähig und faul sind sondern dass einfach die Rahmenbedingungen halt nicht so passen für ein "OpenAI" und Co.

Heute ist halt die Welt superglobal und informiert, wer zu teuer ist und nicht eine spürbare Mehrqualität für den Aufpreis liefert ist halt raus.

BYD bringt sehr wahrscheinlich zeitnah (2030 Massenfertigung, 2027 Serienproduktion) Solid State Akkus zum Preis nach eigenen Angaben aktueller Akkus - das könnte sicher dem E-Auto Markt noch Schwung geben, da fertigen die doch dann vermutlich auch in Europa - also zollfrei (bisher knapp 30% Zoll!)
 
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Uzer1510 schrieb:
Es macht einfach keinen wirtschaftlichen Sinn Autos noch in D zu fertigen wenn das Herzstück (Akkuchemie, Zellen, etc) in China gebaut wird - da macht es mehr Sinn wenn die dt Hersteller in China Fabriken bauen um vor Ort dann ihr Wissen bei Fertigung und Co zu nutzen - und ob ein BMW Mercedes Porsche in Deutschland China Ungarn oder sonstwo gebaut wird ist doch den Kunden egal - die Marke hat den Wert.
Vor einigen Jahren (ich könnte aber jetzt nicht eindeutig beziffern, wie viele. Etwa vor 10 Jahren), hätte ich dies als Nachvollziehbares Vorgehen angesehen. Heute würde ich mich schon dafür aussprechen, dass einige Technologien auch mindestens innerhalb der EU Grenzen produziert werden.
 
s0undjan schrieb:
Gerade im Ausland verlieren unsere Unternehmen Marktanteile, weil sie nicht mit der Zeit gehen und sie vor Allem in China den Anschluss verlieren.
Das hat nichts mit „mit der Zeit gehen“ zu tun: China ist kein freier Markt und auch keine Marktwirtschaft, sondern eine staatlich gelenkte Volkswirtschaft, die, anders als im Sozialismus, zur Ressourcenallokation marktwirtschaftliche Konzepte nutzt, um den gesamtwirtschaftlichen Alltag bewältigen zu können. Jedoch kann die KP zu jedem Zeitpunkt vollumfänglich eingreifen ohne rechtliche Beschränkungen.

Der Zugang zum chinesischen Markt wurde für die deutsche Autoindustrie von China bewusst gesteuert. Es gab und gibt dort kein rein deutsches Unternehmen, vielmehr wird alles in Joint Ventures abgewickelt. Der Deal ist simpel: langfristiger Abfluss von Know-how gegen kurzfristige und mittelfristige Gewinne in einem Markt mit potenziell mehr als einer Milliarde Konsumenten.

Ähnlich wie bei der Akkuzellenproduktion, der Raffinierung seltener Erden und nun der Autoindustrie beginnt China an einem kritischen Punkt mit massiven Subventionen, Marktbeschränkungen und politischem Druck, einen Sektor zu übernehmen. Dagegen können die Konzerne selbst nicht viel ausrichten, oft sind sie an der Situation sogar mitverantwortlich bzw. an der Geschwindigkeit des Geschehens.

Hier geht es nicht um mangelnde Innovationsfähigkeit, sondern um knallharte Geopolitik, bei der sich der Gegenspieler anschickt, zur mächtigsten Nation der Welt zu werden, und internationale Regeln nach Belieben auslegt, ein Hegemon eben.
 
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Uzer1510 schrieb:
Naja der Boom in Asien ist aber haupstächlich ein NEV Boom in denen PlugIns nicht unwichtig sind.

In Asien zählen ja PlugIns etc auch meist zu Elektroautos nicht nur BEVs.
Asien ist erstens sehr viel größer, als Europa, und zweitens ist es in großen Flächen nicht ansatzweise so dicht besiedelt.
Fahr mal durch Deutschland, und zähle die ganzen Kilometer, auf denen du keine Häuser siehst.
Meine letzte Zählung (schon 25 Jahre her) erhgab 0 ... ich bin von Bielefeld nach Frankfurt a.M. gefahren - quer durch, also weder über Kassel, noch über den Pott. Überall konnte man von der Bundesstraße aus einzelne Häuser, Dörfer und Kleinstädte sehen. Man hat in Deutschland eigentlich nur in Großstädten manchmal das Gefühl, die Zivilisation irgendwie verlassen zu haben.
In China sieht das anders aus. Da gibt es halt riesige Städte ... aber teilweise sehr weite Distanzen bis zum nächsten Ort. Natürlich ist da ein Verbrenner praktisch ... und wenn HEV wie BEV gefördert wird, greift der Chinese halt lieber zu HEV.

In Deutschland funktioniert dieses Konzept aufgrund der Zersiedelung nicht ... hier kann es theoretisch flächendeckend alle 5km eine Ladesäule geben, weil es eh überall Häuser gibt, die ohnehin Strom und Internet brauchen. Hier ist der HEV im Grunde nicht nötig.
Die Infrastruktur ist schon da und muss nur erneuert bzw. ausgebaut werden.
In vielen Regionen Chinas gibt es noch nichtmal ein dichtes Straßen- oder stabiles Stromnetz ... obwohl die echt tierisch ausbauen. Da macht der HEV Sinn ... weil's ein Verbrenner ist, den man in der Nähe von Ladesäulen elektrisch betreiben kann (wenn man es denn macht). Für den man aber auf jeden Fall auch Treibstoff am gut ausgebauten Tankstellennetz bekommt ... das gibts auch in China.
Auch Range-Extender nutzen diesen Vorteil.

Eigentlich wollen wir doch aber weg von fossilen Brennstoffen?
 
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HtOW schrieb:
Dass Eigenheimbesitzer mit PV Anlage E Auto fahren ist logisch, preiswerter kann man nicht mobil sein.
Ich weiß ja nicht.
Meine Mobilität (ÖPNV) kostet mich aktuell knapp 25 EUR im Monat (2/3 zahlt der AG).
Ist BEV fahren mit eigener PV günstiger?
 
Der letzte THREAD zur E-Auto Diskussion hat man doch erst vor vier Wochen geschlossen, weil er sich nur im Kreis drehte. Warum soll es hier anders weitergehen?
 
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Theoretisch könnten amazon OpenAI Microsoft Oracle NVidia auch in Deutschland ihren Unternehmenssitz haben und da Werke bauen und forschen und produzieren :D

Wer kündigt denn deshalb heute einen gut bezahlten Job in Deutschland weil diese Unterhmen die theoretisch mehr bezahlen würden theoretisch in Deutschland sein könnten? Sie sind es in der Realität aber nicht - und das Laden ist aktuell wenn man nicht daheim oder auf der Arbeit Laden kann halt in der Realität relativ unbequem.

Wenn BYD mit seinem Feststoffakku kommt das könnte ein echter Gamechanger werden - die sind schon wohl auf der Strasse in China damit. Ich denke man kann inzwischen China in immer mehr Bereichen vertrauen, dass sie technologisch einfach in einer anderen Liga spielen.

BYD ist damit sicher Jahre oder Jahrzehnte schneller als dass Deutschland sein Ladenetz entsprechend ausbaut.
 
Hole den Thread noch mal hervor auf Grund der Wahlen in BaWü.
Ist jetzt nicht unmittelbar der Kontext mit dem Stil von Merz und der Bundesregierung aber eine Wahl in einem bedeutenden Bundesland hat auch nach einem Jahr noch Auswirkungen auf Berlin oder als Stimmungstest gerade dann.

Die Hochrechnungen sind noch mit Vorsicht zu genießen, daher die Einschätzung noch leicht ergebnisoffen.
Die vorliegenden Zahlen lassen sich am besten mit 'erstens kommt es anders und zweitens als man denkt' umschreiben.
Insbesondere die Union ist relativ böse auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Vor wenigen Wochen schon mal den Sekt kalt gestellt da lt. Umfragen eh alles klar war. Blieb eigentlich nur die Frage offen wie weit man vor den Grünen landet. Als sich dann kurz vor den Wahlen eine Trendwende abzeichnete war es zu spät um den Wahlkampf noch mal anders zu gestalten. Da relativ klar war, dass man wohl wieder mit den Grünen koalieren muß hat man sie (wie umgekehrt auch) mit Samt Handschuhen im Wahlkampf angefasst und sich einzig drauf verlassen, dass das schlechte Image der Bundes-Grünen völlig ausreicht sie im Ländle endlich auch abhängen zu können. Bei der Personalie sind sie wieder genauso dusselig vorgegangen wie schon 2x vorher und haben einen farblosen Kandidaten gegen ein schwäbisches Schlachtross antreten lassen das jeder kennt.
Die wenig überzeugende Performance der Bundesregierung dürfte ihr Übriges beigetragen haben, da konnte so viel Bundes- und Landesprominenz auftreten wie sie wollten.

Aller Voraussicht nach wird also 'der Cem' Nachfolger von Kretschmann. Im Gegensatz zur Union haben sie wohl alles richtig gemacht. Einen populären Kandidaten der vorsichtshalber seine Partei so wenig wie möglich erwähnt hat und Verzicht auf allzu viel Unterstützung aus Berlin.
Auch wenn sowohl Kretschmann als auch Özdemir vor allem um ihrer selbst gewählt wurden, ist es doch immer noch interessant zu sehen wie tief die Realo-Grünen im badisch/schwäbischen Bürgertum verankert sind.

Die SPD! Wer nach dem Ergebnis den Schuss noch nicht gehört hat, dem ist nicht zu helfen. Ebenso wie die FDP sind sie im Musterländle mittlerweile fast schon überflüssig. Die Linke muss erkennen, dass die Bäume nicht überall in den Himmel wachsen, schon gar nicht wo es den Leuten alles in allem ganz gut geht.

Bliebe noch die drittstärkste Partei. Gegen eine gut funktionierende Koalition in einem wohlhabenden Bundesland ist eben auch mit Populismus schwer anstinken. Dennoch (leider) sehr gutes Ergebnis.
 
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@mo schrieb:
Ist jetzt nicht unmittelbar der Kontext mit dem Stil von Merz
Passt schon.

Der Politikstil von Merz dürfte IMO auch schon den einen, oder die andere davon abgehalten haben, bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg, sein Kreuz bei der CDU zu machen, weil sie die CDU und damit Merz auf Bundesebene nicht unterstützen wollten. Politologen wie z. B. Albrecht von Lucke werteten das Ergebnis dieser Landtagswahl als persönlichen Rückschlag für Merz, dessen Kurs und Stil in der Endphase des Wahlkampfs eher mobilisierend für die politische Konkurrenz wirkten. Analysen der NZZ bescheinigen, dass die Wahl die Schwächen seines Führungsstils offenlegte. So höre ich es momentan auch von Freunden und Verwandten im Hinblick auf die kommende Landtagswahl in RLP.
 
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Froki schrieb:
Passt schon.

Der Politikstil von Merz dürfte IMO auch schon den einen, oder die andere davon abgehalten haben, bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg, sein Kreuz bei der CDU zu machen, weil sie die CDU und damit Merz auf Bundesebene nicht unterstützen wollten. Politologen wie z. B. Albrecht von Lucke werteten das Ergebnis dieser Landtagswahl als persönlichen Rückschlag für Merz, dessen Kurs und Stil in der Endphase des Wahlkampfs eher mobilisierend für die politische Konkurrenz wirkten. Analysen der NZZ bescheinigen, dass die Wahl die Schwächen seines Führungsstils offenlegte.
Ich wäre da vorsichtig mit der Schuldzuweisung.
Wenn man das Wahlergebnis auf einen Grund reduzieren will/muss kommt man zwangsläufig zu dem Ergebnis, dass die Grünen einfach den besseren Kandidaten hatten. Wenn die NZZ schreibt, dass sich die Führungsschwäche von Merz in BaWü ausgewirkt hätte halte ich das für Unfug. Ein 'starker' Merz hätte den Nagel nicht stärker und Özdemir nicht unattraktiver gemacht.
Die Union hat ja nicht schlecht abgeschnitten, nur eben nicht so gut wie erhofft und am Ende war es das halbe Prozentchen was dazu gefehlt hat. Eine grundlegend andere Politik hätte es deswegen aber eh nicht gegeben da der Koalitionspartner ja zwangsläufig der gleiche ist.
Ich sehe das Problem von Merz eher darin, dass er in den Koalitionsfragen böse rumeiert. Nachdem er sich in Berlin mit der SPD zusammen getan hat und die Parteifreunde in Hessen zur gleichen Koalition genötigt hat, muss er nun spätestens nach BaWü halt zugestehen, dass es sich mit den Grünen ggf. stressfreier regieren lässt als mit einer SPD die sich nach wie vor für den politischen Nabel der deutschen Welt hält. Und vor allem schadet es ihr nicht, wie die Koalitionen in den schwarz/grünen Bundesländern bestätigen. Offensichtlich anders sieht das eigentlich nur Söder und Merz verheddert sich in dem Interessenkonflikt.
BaWü ist eben ein Sonderfall, da die Grünen dort mittlerweile zur Volkspartei geworden sind in (fast) allen Milieus. Mit Spitzenwerten z.B. in Freiburg mit 48 %.
In Rh.-Pfalz sieht das aber schon wieder ganz anders aus.......

Froki schrieb:
So höre ich es momentan auch von Freunden und Verwandten im Hinblick auf die kommende Landtagswahl in RLP.
Hier kommt die Union halt aus der Opposition und tritt gegen einen nicht unpopulären SPD MP an. Die beiden letzten MP-Kandidaten der Union waren ja eher Hardliner und sie scheiterten (Frau Glöckner ist immerhin weich gefallen). Jetzt haben sie einen 'Softie' aufgestellt der auf allzu viel Angriff verzichtet aber trotzdem nicht chancenlos ist. Große Plakatierung mit ihm haben sie aber im Endspurt durch eine 'Rot-Rot-Grün verhindern' Plakatierung ersetzt. Denn wenn die Linke einzieht gäbe es womöglich eine Alternative zur derzeit alternativlos erscheinenden 'großen Koalition', egal unter welcher Führung.

Herr Merz hat diese Woche immerhin zum ersten mal die Samthandschuhe im Umgang mit Trump und seinem Iran Krieg ausgezogen, sich klar dagegen positioniert und klargestellt, es gibt keine militärische Teilnahme, auch nicht beim Schutz der Straße von Hormus. Stattdessen konzentriert man sich auf die nahe liegende Bedrohung durch Russland und den Ukraine Krieg.
Diese 'Demonstration der Entschlossenheit' kommt bestimmt nicht schlecht an, aber den rheinhessischen Winzern und Pfälzer Kartoffelbauern ist es vermutlich erst mal egal wenn man von den Energiepreisen absieht.
 
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Die Zweckentfremdung des Sondervermögens könnte der CDU (und SPD) aber noch böse auf die Füße fallen...
 
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Um mich auch auf die Landtagswahl in BW zu beziehen.

Noch Anfang des Jahres hätte hier wohl kaum jemand darauf gewettet, dass Cem Özdemir das noch schafft. Und da muss man wirklich Özdemir einzeln erwähnen, denn wenn man so die Meinungen was Kompetenten der Parteien betrifft und was die Motivation der Wähler war, die Grünen zu wählen, war es sein Sieg. Nicht der Landesgrünen und noch weniger der Bundesgrünen.

Und trotz der Aufholjagd der Grünen und dass sie Sieger wurden, muss man der CDU eingestehen, ihre Prozente in den Umfragen blieben stabil und sie waren nun sogar leicht besser, als die optimiertest Umfrage. Und doch muss man auch sagen, die CDU blieb nicht wegen Manuel Hagel, sondern trotz Manuel Hagel stabil. Er betrieb wirklich kein guten Wahlkampf. Besonders in Interviews und dem Triell wirkte er unbeholfen.
Ich würde dem "Skandal" mit den Rehaugen auch jetzt nicht so viel Gewicht zuschreiben. Vielleicht machten diese die 0,5 %, weshalb die Grünen nun doch noch ganz knapp schafften, aber nicht die 6 %, 7 %, 8 %, welche die Grünen innerhalb von knapp 2 Wochen noch geholt haben. Außerdem verlor die CDU innerhalb von dem Zeitraum keine Prozentpunkte in den Umfragen. Ich fand auch seltsam, wie die CDU gegen die Grünen antrat, und zwar, als würden sie gegen die Bundes-Grünen antreten. Dabei sollte jedem in BW klar sein, dass das Verhältnis zwischen BW-Grüne und Bundes-Grüne mindestens dem von CDU und CSU entspricht. die BW-Grünen wirken der Merkel-CDU näher, als der gegenwertigen Bundes-Grünen.

Dann noch zu den weiteren Parteien. Die AfD war der größte Konkurrent der anderen beiden Großen Parteien in BW und profitierten erneut stark von Nichtwählern, und bewegten sich Prozentual gleich zu den anderen Landtags AfD der Westländern. Was mir beim Wahlkampf auch auffiel, die AfD arbeitete auf Plakaten wenig mit Gesichter, und mehr mit Sprüchen. Dabei fand ich zwei Auffällig. Einmal "Es sind zu viele", was wohl die Flüchtlingsthematik aufgriff und der zweite (und ich muss gestehen, origineller) "Dein Auto würde uns wählen". Das war ein starker Kontrast, zum personalisierten Wahlkampf der Grünen mit Cem Özdemir.

BSW ist wie im Rest vom Westen kein Thema mehr. SPD, FDP und Linke waren wiederum eher leise vertreten und wurden letzten im Wahlkampf zwischen Grüne und CDU im wahrsten Sinne des Wortes zerrieben. Dabei lagen die drei seit 10 Monaten bei allen Umfragen, bis zur letzten, bei über 5 %. Und mit zerrieben meine ich, dass wohl potenzielle Wähler der beiden Parteien letztlich sich dann doch für die CDU (Vorrangig von der FDP) und Grüne (SPD, Linke) entschieden, wahrscheinlich mit der Absicht, den Spitzenkandidat der jeweils anderen Partei zu verhindern. Und dies machten sie wohl in dem bewussten Wissen, dass die beiden Parteien trotzdem eine Koalition miteinander eingehen würden und dadurch stärker sein werden, wie die Jahre zuvor.

Nach der Wahl merkte man auch, wie angepisst die CDU war, so knapp verloren zu haben, obwohl der Sieg so sicher war, und es eigentlich als Unmöglich galt, dass die Grüne das noch reisen.

Welche Erkenntnisse kann man jetzt aus der Wahl gewinnen. Ich würde sagen, als erstes. Der CDU sterben die Wähler weg. Das hört man schon seit einigen Jahren, aber wenn man die Zahlen anschaut, war die CDU nur bei den Wähler über 70 stärker, als die Grünen. Zwar deutlich, aber halt nur da.

Dazu kommt, der CDU fehlt es irgendwie an guten Kandidaten. Ich glaube, Merkel war die letzte, welche noch einen Beitrag dazu hatte, dass die CDU gewählt und gut abschnitt. Seit dem gewinnt die CDU eher nicht "wegen dem Kandidat", sondern "trotz".

Dann bin ich gespannt, was das für die Grünen bedeuten wird. Die BW-Grünen haben unteranderem wohl auch dadurch gewonnen, indem sie die Bundes-Grüne geradezu verleugnet haben. Allgemein wirken die Grünen heute weit Realo und Konservativer, wie noch vor einigen Jahren und die BW-Legte da nochmals eine gute Schippe drauf. Trotzdem haben die Grüne wohl noch immer eine Stabile Basis, und das in BW kann wohl auch nur da so passieren. Die BW-Grünen werden aber wohl auch in Zukunft eine Anomalie bleiben, solange sie damit Wahlen gewinnen können. Außerdem war der Wahlkampf unglaublich Personenbezogen und wohl auch so offensichtlich ausschlaggebend.

Dann die SPD. Das Ergebnis war wirklich ein Tiefschlag, aber gerade für ein Westland liegt das auch daran, dass die Grünen ihnen die Wähler streitig machen. Trotzdem ist das Problem der SPD, dass sie nicht mehr als die "Arbeiterpartei" wahrgenommen wird. Diese ist nun die AfD und dies obwohl diese Partei gegen das Interesse dieser Wählergruppe machen würde. Liegt das aber wirklich daran, dass die SPD in der Wahrnehmung Politik für Arbeitslose macht? Sollte die Politik der SPD sein "Wenn du Arbeiter und dein Geld verdienst, tun wir alles für dich. Aber sobald du nicht arbeitest, Wähl die Linke, oder verrecke"?

Die FDP. Ich bin kein Freund davon zu sagen, dass nun eine so langlebige Partei wohl endgültig tot ist, aber viel Leben ist da auch nicht mehr drinnen. Ich glaube auch, ein Fehler der FDP ist, dass sie versuchen, Marktliberal zu sein, und damit eher dem Programm der AfD nachlaufen. Aber warum die Kopie wählen? Ich weiß aber nicht, ob die FDP mehr Erfolg hätte, wenn sie mehr Sozialliberal wäre. Dieses Flügel gab es ja bei der FDP ja auch mal wirklich. Nur wird dieser Teil auch schon von den Linken und Grünen und wenn man will, der SPD besetzt. Ich habe auch mal vor knapp 2 Jahren, als in Bayern Wahlen waren, darauf spekuliert, dass die FDP von den Freien Wähler abgelöst werden. Aber scheint nicht so, dass dies im großen Style passieren wird.

Die Linke: Wie ich schon anmerkte, glaube ich, sie schafften es nicht, da deren potenzielle Wähler letztlich doch Cem gewählt haben. Man muss jetzt mal schauen, wie es in Rheinland-Pfalz ausgehen wird. Es würde mich aber nicht wundern, wenn sie es da ebenfalls nur knapp nicht schaffen, da deren potenzielle Wähler dann der SPD die Stimmen geben. Nicht ganz unmöglich, aber wenn nicht so wie in BW.

Die aktuelle Politik der AfD scheint es wohl zu sein, die CDU in Bedrängnis zu bringen. Und die CDU hilft ihnen dabei. Die CDU kann keine Koalition mit der AfD eingehen, nur sind die alternative keine Wunschkandidaten. FDP wird es möglichweise in Zukunft nicht mehr geben und wären nicht mal dann in einer dreier Koalition vorhanden. Von den Linken lassen sie sich gerne nur den Arsch retten, schließen diese aber auch total aus. Gegen die Grüne wird gern geschossen, aber wenn man sie brauchen würde, könnten diese sich dann auch entsprechend teuer bezahlen. Somit bleibt am Schluss nur noch die SPD, welcher es aber im Durschnitt eher schadet, immer und immer wieder eine Koalition mit der CDU einzugehen. Und so macht die AfD der CDU immer ein Angebot, welche dieses abweisen muss und lieber eine Koalition mit Parteien eingeht, welche sie gar nicht leiden kann.
 
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