Qualität des WAN-Kabels wichtig?

@new Account() und @Mr. Robot
Beiträge #3 und #8 erklären für Laien alle wichtigen Argumente, die im Sinne der Wechselstromtechnik gegen Schirmung bei DSL Signalen sprechen.
Grundlagen der Physik zu vermitteln sprengt glaube ich den Rahmen dieses Threads. Die müsst ihr Euch schon aus den Links hier erarbeiten.
Ethernet arbeitet in weit höheren Frequenzbereichen. Und selbst dort wird die Schirmung primär benötigt um Übersprechen zwischen den Adernpaaren zu reduzieren und die Störaussendung zu mindern. Beides ist für DSL Signale nicht notwendig.
Für ein DSL Signal ist der Wechselstromwiderstand die wichtigere Eigenschaft und die ist bei CAT Leitungen anders als bei den üblicherweise eingesetzten Telefonleitungen und somit eine Fehlanpassung.
 
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Tolle Telekom-Experten hier...^^
"Qualität des WAN-Kabels wichtig?" Ja. Besonders für VDSL.
Aber nicht für 6m allein verlegt.

Das Problem ist das "übersprechen".

https://www.startpage.com/do/dsearch?query=telefonkabel&cat=web&pl=opensearch&language=deutsch
Telefonkabel
https://de.wikipedia.org/wiki/Telefonkabel

Übersprechen
https://de.wikipedia.org/wiki/Nebensprechen

Telefonkabel J-Y(St)Y Telefonleitung 2x2x0,6
https://www.kabelscheune.de/J-Y-ST-Y-Telefonkabel/Telefonkabel-J-Y-St-Y-Telefonleitung-2x2x0-6.html
"Abschirmung: kunststoffkaschierte Aluminiumfolie"
Man sieht deutlich die äußere Schirmung.

Die alten Anschlussleitungen haben Probleme mit dem Übersprechen und der Kunde mit seiner Verbindung.

Die Deutsche Telekom ist eine Aktiengesellschaft. ;)
https://www.finanzen.net/aktien/Deutsche_Telekom-Aktie

https://www.sueddeutsche.de/wirtsch...der-die-t-aktie-unters-volk-brachte-1.3225696

https://vimeo.com/248127127

https://www.faz.net/aktuell/gesells...uer-t-aktie-war-groesster-fehler-1409500.html
 
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Klassikfan schrieb:
Das Kabel ist im Gegensatz zum Serienkabel ein Flachkabel - aber ob geschirmt oder nicht, weiß ich nicht.

Schädlich für das DSL Signal könnte höchstens sein, dass die Adern im Flachbandkabel nicht verdrillt sind.

Im Endeffekt würde ich einfach das Kabel anschließen und gucken wie sich die Leistungsdaten verändern bzw. ob diese schlechter werden.
Ergänzung ()

TecFan schrieb:
Telefonkabel J-Y(St)Y Telefonleitung 2x2x0,6
Wobei j-y(St)y aufgrund der Impedanz nicht optimal für DSL ist, im Gegensatz zu J-2Y(St)Y.
Leider ist das bei den meisten Elektrikern nicht bekannt, sodass sehr häufig J-Y(St)Y als Telefonkabel verlegt wird.
 
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Netzwerkverlegelkabel ist für VDSL, VVDSL und SVVDSL nur geringfügig schlechter als das ideale J-2Y(St)Y
http://bedienungsanleitung.elektronotdienst-nuernberg.de/impedanz.html
Das liegt aber primär an der nahezu ähnlichen Impedanz.
Allerdings sind beide Leitungen wegen dem massiven Kupferkern nicht als lose Wurfleitung zu gebrauchen weil sie früher oder später brechen würden wenn man da zuviel dran rüttelt.

Grundsätzlich gilt: Selbst das besch*ssenste Kabel macht bei wenigen Metern kaum Probleme. Wenn man aber anfängt Kacke zu stapeln dann erreicht man damit auch einen mächtig großen Haufen.

Anyway, du hast zwei verschiedene TAE Kabel da, teste einfach und vergleiche die Sync Werte.
 
Mr. Robot schrieb:
Aber ihr argumentiert ja, dass eine schlechtere Qualität besser(!) sei als eine hohe Qualität. Das ist doch absurd.
nein, das ist nicht absurd!
ich komme doch nochmal auf den Autovergleich zurück.
du hast einen Feldweg mit 30cm tiefen Schlammlöchern. Dazu einen ollen Lada Niva und einen tiefer gelegten Porsche 911 zur Auswahl. Natürlich ist der Porsche das qualitativ bessere Auto aber für diesen Anwendungsfall schlicht ungeeignet.

es gab hier dieselbe Diskussion schon mehrfach wegen Ethernetkabeln. Da nehmen auch einige Experten geschirmte Patch Kabel (also durchgehender Schirm vom (hoffentlich) geerdeten Patchfeld im Keller bis zu allen Clients im Haus) und dann wundern sie sich, dass sie sich Brummschleifen zwischen den Geräten mit Antennen-Anschluss oder anderen Erdungspunkten einfangen. Die haben dann Störungen WEIL sie "bessere" statt einfache aber selbst für Gigabit völlig ausreichende USTP Cat5 Kabel genommen haben.

Warum sollte ein ungeschirmtes Kabel besser für DSL geeignet sein als ein geschirmtes?
wurde schon genannt
Ergänzung ()

TecFan schrieb:
Tolle Telekom-Experten hier...^^
"Qualität des WAN-Kabels wichtig?" Ja. Besonders für VDSL.
Aber nicht für 6m allein verlegt.

Das Problem ist das "übersprechen".
sollte das jetzt ein Brüllwitz sein?!?
Übersprechen bei einer Verlängerungsleitung die nur ein Signal überträgt, ich lache mich gerade schlapp...
 
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Der Schirm ist nicht per se falsch.
Der darf auch drum herum sein, aber wenn schon Netzwerkkabel als Telekfonkabel zweckentfremdet werden dann, sollte man wenigstens wissen was man da tut, weil:
der Schirm erhöht wegen höherer Leitungskapazität die Dämpfung und senkt die Impedanz, kann Erdschleifen/Brummschleifen und Spannungsverschleppung verursachen.
Cat Kabel liegt eh schon knapp am unteren Ende der idealen Impedanz für VDSL, deswegen sollte man vermeiden die Impedanz weiter zu senken, ganz abgesehen von den anderen Störeinflüssen.
Mehr Details dazu siehe oben geposteten Link in #27, da kommt das Zitat auch her.
 
Sooo..... Wechsel des Anbieters vollzogen!

Ich hab den Tag genutzt, um mal zu testen, wie sich das DSL-Kabel auf die in der Fritzbox angezeigte Datenrate auswirkt.

1. Serienmäßiges DSL-Kabel (3m) - 104MBit/s Down, 39 Up
2. Zugekauftes TAE/DSL-Kabel (6m) - 98MBit/s Down, 37 Up
3. TAE-Adapter + Cat5e-Kabel (7,5m) - 109MBit/s Down, 39 Up
4. TAE-Adapter + Cat7-Kabel (7,5m) - 109MBit/s Down, 39 Up

Es ist nicht viel, aber das TAE-Kabel verliert im Praxistest gegen die LAN-Kabel...

Ach ja... "WAN"-Kabel im Titel war natürlich der falsche Begriff, da kein externes Modem verwendet wird.
 
Mr. Robot schrieb:
Ethernet ist recht robust. Ob man da Cat 5, 6, oder 7 nimmt, macht kaum einen Unterschied.

Kommt drauf an, welche Geschwindigkeit du übertragen möchtest, wie lange die Kabel sind und wie viele du parallel in einem Schacht verlegst. Bei Cat5 hast du recht schnell mit Übersprechen Probleme.
 
supastar schrieb:
Bei Cat5 hast du recht schnell mit Übersprechen Probleme.
Wer hat dir denn das geflüstert? Weit mehr als die Hälfte aller Ethernet-Installation weltweit basieren auf CAT5 UTP. Da liegen zum Teil hunderte Kabel zusammen auf einer Pritsche und übertragen GbE. Muss ja an ein Wunder grenzen, dass sowas funktioniert...
Ergänzung ()

new Account() schrieb:
sagt auch, dass man problemlos Kabel mit (guter) Schirmung verwenden kann,
Solange man weiß, wie mit der Schirmung umgegangen werden muss.
 
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bender_ schrieb:
Solange man weiß, wie mit der Schirmung umgegangen werden muss.
Wie kann man denn falsch mit der Schirmung eines geschirmten CAT5 Kabels umgehen?
Ergänzung ()

Mickey Mouse schrieb:
- die Kapazität und damit die Dämpfung steigt
- es führt gerade bei mehreren Ader-Paaren dazu, dass die beiden Adern doch nicht 100% identische physikalische Eigenschaften haben (z.B. Kapazität gegen Erde weil eine Ader im Schnitt dichter am Schirm liegt als die andere) und das ist dann gleich wieder kontraproduktiv
Und vor allem wie geht man richtig mit der Schirmung eines geschirmten Cat5-Kabels um, um diese angeblichen Nachteile aufzuwiegen?
Ergänzung ()

Mickey Mouse schrieb:
Es gibt auch einige Berichte von "selbsternannten Experten", die sich geschirmtes Kabel im Haus verlegt haben und jetzt ist DSL langsamer als vorher, selber schuld...
Oder wie gehe ich richtig damit um, sodass ich danach nicht ein langsameres DSL habe?
 
bender_ schrieb:
Wer hat dir denn das geflüstert?
Ergänzung ()

Erfahrungen.
Schon mehrfach mitgemacht, einfach alle Cat5-Kabel durch Cat6 ersetzt und die Probleme waren weg.

Seitdem eindeutige Empfehlung:
Gigabit -> min. Cat 6.
10 GBit -> min. Cat 6a
Zumal die Preisunterschiede nicht mehr der Rede wert sind (außer vielleicht in der Apotheke (Mediamarkt).
 
jetzt werden wieder Äpfel mit Birnen verglichen und daraus die völlig falschen Schlussfolgerungen gezogen!

es ist etwas VÖLLIG ANDERES ob wir von der strukturierten Gebäude Verkabelung einer professionellen Firma mit hunderten von Kabeln in einer Wanne oder von der "frei fliegenden" Verlängerung eines EINZELNEN differentiellen DSL Signals reden.

bei der TAE Dose "aus der das DSL Signal kommt" gibt es ja noch nichtmal eine Erde/Masse. Ich weiß es jetzt nichtmal aus dem Kopf aber soweit ich das in Erinnerung habe hat die DSL Buchse in der Fritzbox nichtmal einen "Metall Kragen"?!? D.h. der Schirm des Kabels hängt völlig frei in der Luft...

Bei Ethernet sieht das schon ganz anders aus, da sollte die Dose geerdet sein und dann handelt man sich mit geschirmten Patch Kabeln halt schnell Ärger ein. Ein Sat-Receiver an der geerdeten Antenne, dessen Masse hängt per HDMI am TV, darüber geht es zum AVR an die Stereo Anlage, der PC verbindet die "Ethernet Masse" mit der Erde der Steckdose an der er hängt und schon hat man mit geschirmten Kabeln das perfekte Chaos weil man drei "verschiedene Erden" (Antenne, Patchfeld, Steckdose) zusammen gedrahtet hat.

da niemand weiß was für Geräte die Leute ans Ethernet hängen, sind bei uns in der Firma geschirmte Patch-Kabel strengstens verboten.
 
new Account() schrieb:
Wie kann man denn falsch mit der Schirmung eines geschirmten CAT5 Kabels umgehen?
Korrekt ist nur sie beidseitig definiert aufzulegen. Geht an einer TAE Dose halt nicht. Einseitig auflegen bei schlechter Potentialanbindung oder gar nicht auflegen führt zu erhöhter Leitungskapazität wie bereits mehrfach erklärt. Dazu kommen die von @Mickey Mouse erwähnten Masseschleifen, die schwierig in den Griff zu kriegen sind.
@supastar Für neue Installationen nimmt man CAT7. Mir ist keine CAT5 Bestandsinstallation bekannt, bei der unter GbE Übersprechen zu Problemen führt. Es sind eher Schaltnetzteile oder andere elektrischen HF Dreckschleudern die dort zu Problemen führen. Kein Grund hier CAT5 Bestandsinstallationen pauschal als untauglich hinzustellen.
 
Ich sprach hier auch nicht von pauschal und vor allem auch von alten (meist ungeschrimten Cat5-Patchkabeln und nicht Verlegekabeln.
Das sich keiner mehr Cat5 Kabel verlegt, davon gehe ich mal aus, unter Cat7 besser Cat7a fängt hier hoffentlich niemand mehr mit an. Und Patchkabel eben ebenfalls nicht unter Cat6.
 
supastar schrieb:
Und Patchkabel eben ebenfalls nicht unter Cat6.
Braucht man nur bei 10GBASE-T. Sonst haben CAT5 UTP Patchkabel, die man in der Regel kaum länger als 10m benötigt nur Vorteile. Dünner, flexibler, keine Masseschleifen. Deshalb widerspreche ich deiner Pauschalempfehlung, die weder der Standard fordert noch im privaten Umfeld wirklich Sinn ergibt.
Funktionieren wird's trotzdem.
 
Mr egal, was du empfiehlst, ich weiß, dass ich nichts anderes empfehlen werde aus eigener Erfahrung.
Und wenn du nie Probleme hast, ist schön für dich, hilft aber Leuten nicht weiter, die vielleicht deswegen doch Probleme haben können.

Fakt ist, es kann zu Kommunikationsproblemen mit mehreren Cat5-Patchkabeln kommen.
Und ja, das tritt aus eigener Erfahrung nicht nur theoretisch auf.
Betrifft natürlich nur selten Privatinstallationen, kann aber in einem Kabelkanal dort evtl. auch vorkommen.

Von Masseschleifen habe ich tatsächlich keine Ahnung, gibt auch andere Möglichkeiten, Sound zu übertragen als über Netzwerkkabel.

Und da Cat6-Patchkabel im Grunde preisgleich mit Cat5 sind, sehe ich auch wenig Grund, Cat5-Kabel zu kaufen.

Von Cat7-Rohkabel mit RJ45-Steckern rate ich auch von ab, das ist sinnfrei.
 
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