News Rechenzentren in Deutschland: Ausgebremst durch Strommangel, Energiepreise und komplexe Regulierung

Syrato schrieb:

Kernenergie ist erstens die sicherste, zweitens die sauberste, drittens die effizienteste und viertens die technologisch fortschrittlichste Form der Energieerzeugung. Außerdem verbraucht sie mit Abstand am wenigsten Ressourcen und Land.
Solar und Wind sind Zufallsproduzenten, die keine gesicherte oder regelbare Leistung ersetzen können. Stromspeicher in der benötigten Größenordnung, um die Einspeisung von Solar- und Windstrom zu glätten, existieren nicht und können derzeit auch nicht gebaut werden. Um Solar und Wind zu brauchbaren Energiequellen zu machen, wären in Deutschland Stromspeicher im Volumen von mindestens 20 TWh erforderlich. Der Bau so großer Stromspeicher ist Stand heutiger Technik absolut unmöglich. Aktuell haben wir in Deutschland insgesamt Speicherkapazitäten von 0,04 TWh, also mindestens 500 Mal zu wenig. Daher ist ein Ausbau der Kernenergie die einzige Chance auf einen Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe in diesem Jahrhundert.
Der IPCC schrieb in seinem Special Report „Global Warming of 1.5°C“, dass sich der globale Output der Kernenergie bis zum Jahr 2050 mindestens versechsfachen muss, wenn eine Chance auf Erreichung der beschlossenen Klimaschutzziele bestehen soll.
Kerntechnik ist heute längst Niedrigrisikotechnik. Vom Schaden und den Auswirkungen her ist ein GAU in einem modernen Kernkraftwerk ein mittelgroßer bis großer Industrieunfall, wie er alle paar Monate irgendwo auf der Welt passiert. Dass sich viele Leute vor der Explosion eines KKWs fürchten, während sie keine Angst vor der Explosion einer Chemiefabrik, einer Ölraffinerie oder einer Gaspipeline, dem Bruch eines Staudamms oder dem Einsturz eines Minenschachts haben, liegt einfach nur an Fehlinformationen, irrationalen Ängsten, medialer Panikmache und überkommenen Vorstellungen. Bei den letzten beiden Kernschmelzen (in Harrisburg und Fukushima) ist jeweils kein einziger Mensch durch Strahlung gestorben.
Auf einer Liste mit den größten gesundheitlichen und ökologischen Gefahren der Welt würde Atommüll höchstwahrscheinlich noch nicht mal unter den Top 100 landen. Durch Atommüll ist noch nie ein Mensch zu Schaden gekommen. Atommüll ist auch nicht gefährlicher als gewöhnlicher Giftmüll, von dem Deutschland jedes Jahr Hunderttausende Tonnen produziert. Würde man die Kosten der Müllentsorgung auf den Strompreis aufschlagen, ergäben sich vernachlässigbar kleine Mehrkosten von 0,1 bis höchstens 0,2 Cent pro kWh. Tatsächlich wurde das in Deutschland auch bereits gemacht. Bis 2022 haben die KKW-Betreiber nämlich 23,5 Milliarden Euro für die Atommüllentsorgung an den Bund überwiesen.
Die Energiedichte von Uran ist so enorm hoch, dass man sie sich kaum vorstellen kann: etwa 2 Millionen Mal höher als die von Kohle und 1 Million Mal höher als die von Öl. Dementsprechend winzig sind die Probleme mit Bergbau und anfallendem Müll. Wenn der gesamte Energiebedarf eines Menschenlebens durch Kernenergie abgedeckt wird, fällt dabei eine Menge Atommüll an, die in eine Coladose passt.
Deshalb braucht man im Prinzip auch kein Endlager. Die Behälter halten locker ein paar Jahrhunderte. Darin lässt man den Atommüll einfach stehen, bis es genug schnelle Brutreaktoren gibt, die ihn als Brennstoff weiterverwenden können, bis Fortschritte in der Wiederaufbereitungstechnik einen geschlossenen Recycling-Zyklus ermöglichen oder bis seine Strahlung auf ein Niveau abgeklungen ist, bei dem keine Gesundheitsgefahren mehr drohen. Das ist bereits nach einigen Jahrhunderten der Fall.
Während jedes Jahr 7 Millionen Menschen durch Luftverschmutzung zu Tode kommen, hat Atommüll noch nie einer Fliege etwas zuleide getan.
Bisher ist jedes Mal und überall, wo ein Kernkraftwerk vom Netz gegangen ist, der Verbrauch fossiler Brennstoffe scharf angestiegen. Solar und Wind konnten nie mehr als einen kleinen Bruchteil der entstandenen Lücke auffangen. Die renommierten Klimawissenschaftler Pushker A. Kharecha und James E. Hansen kommen in einer Studie zu dem Schluss, dass Kernenergie durch ihren Beitrag zur Vermeidung von Luftverschmutzung bislang bereits 1,8 Millionen Menschen das Leben gerettet hat. Die Verbrennung von Kohle und Biomasse tötet JEDEN TAG mehr Menschen als alle Nuklearunfälle der Geschichte (inkl. Tschernobyl) insgesamt zusammen.

https://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/es3051197
https://pubs.giss.nasa.gov/.../2013_Kharecha_kh05000e.pdf
https://www.giss.nasa.gov/research/briefs/kharecha_02/
 
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Naja es gibt doch niemand - egal ob Wirtschaft Gewerkschaft Politik etc - mehr der ernsthaft glaubt Deutschland kann energieintensive Industrie halten und (AI-) Datcenter sind energieintensive Industrie auf Supersteroiden.

Das ist einfach komplett absurd die Diskussion sich das schönzureden.

Die Schweiz wird kein Paradies für Korallen Südseetaucher und D kein sinnvoller Standort für (AI-) Datcenter die über "Hobbygrösse" hinausgehen. Das wird da immer ganz hinten auf der Liste im Vergleich zu anderen sein.

Man muss eben auch mal akzeptieren, dass andere "Lichtjahre" in etwas besser sind, statt in dem sinnlosen Versuch mizuhalten Ressourcen zu verschwenden.

Es wird sicher viele Mietdienste global im Bereich (AI-) Datacenter geben auf die man zugreifen kann auch aus Deutschland heraus.
 
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Sorry, @No Cars Go, das ist wirklich das absurdeste Statement seit langem.
Kernenergie ist toll, komplett daneben
 
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No Cars Go schrieb:
Wenn der gesamte Energiebedarf eines Menschenlebens durch Kernenergie abgedeckt wird, fällt dabei eine Menge Atommüll an, die in eine Coladose passt.
Deshalb braucht man im Prinzip auch kein Endlager. Die Behälter halten locker ein paar Jahrhunderte. Darin lässt man den Atommüll einfach stehen, bis es genug schnelle Brutreaktoren gibt, die ihn als Brennstoff weiterverwenden können, bis Fortschritte in der Wiederaufbereitungstechnik einen geschlossenen Recycling-Zyklus ermöglichen oder bis seine Strahlung auf ein Niveau abgeklungen ist, bei dem keine Gesundheitsgefahren mehr drohen. Das ist bereits nach einigen Jahrhunderten der Fall.
Dann ab mit dir nach Asse oder Biblis das muss ja dann für dich das beste Naherholungsgebiet sein, was es nur geben kann.
Sorry aber wie durch kann man sein?
 
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Die Entwicklung von Rechenzentren in Deutschland wird tatsächlich durch Strommangel und hohe Energiepreise behindert. Es ist auch ein Problem, dass die Regulierung so komplex ist, das bremst viele Projekte aus. Es fehlt an einer klaren Strategie, um den Energiebedarf zu decken und gleichzeitig die Umwelt zu schützen.
 
No Cars Go schrieb:
Kernenergie ist erstens die sicherste, zweitens die sauberste, drittens die effizienteste und viertens die technologisch fortschrittlichste Form der Energieerzeugung.
1. Durch welche rosa Brille siehst Tschernobyl und Fukushima?

2. Du denkst, dass Kernenergie sauberer als Energie aus Solar, Wind, Wasser, Geothermie und Biomasse ist?
Also ich möchte kein Endlager, die auf 100K bis 1 Million Jahre ausgelegt sein sollen, in meiner Region!

Frisch entladene Brennelemente emittieren eine extrem hohe Dosis an Gammastrahlung und Neutronenstrahlung.
  • Die tödliche Dosis: Die Strahlendosis direkt an einem ungeschirmten, frisch entnommenen Brennelement liegt bei mehreren 100 Sievert (Sv) pro Stunde.
  • Zum Vergleich: Eine Dosis von 5 bis 6 Sievert gilt für einen Menschen als 100 % tödlich, wenn sie innerhalb kurzer Zeit aufgenommen wird. Man müsste also nur wenige Minuten daneben stehen, um keine Überlebenschance mehr zu haben.

IsotopHalbwertszeit (T_{1/2})Typ
Jod-1318 TageMedizinischer Abfall
Tritium12,3 JahreLeichtes Spaltprodukt
Strontium-9028,8 JahreHochradioaktiver Abfall
Caesium-13730,2 JahreHochradioaktiver Abfall
Plutonium-23924.110 JahreBrennelemente / Waffen
Jod-12915,7 Mio. JahreSehr langlebiges Spaltprodukt

3. Windkraft (7-10 CO2 g/kWh, Offshore noch besser als Onshore, kostet nach der Inbetriebnahme, so gut wie kein CO2!
Dann kommen AKWs (12 g/kWh) (ohne den Auf- und Abbau und ohne Endlager), dann Wasser (24 g/kWh) (wegen des Damms) und dann Solar (50 g/kWh) (Strommix im Herstellungsland).
Solar und Wind hingegen nach der Montage so gut wie emissionslos!

4. Der Kernfusionsreaktor würde dir da 100% widersprechen! Und es gibt noch neuere Geothermie Möglichkeiten.

Du kannst natürlich weiter neue AKWs fordern, aber so gut wie niemand möchte ein AKW und/oder Atommüllendlager im eigenen Einzugsgebiet!
Dass die deutsche Entscheidung, HEUTE! JETZT! AKWs abschalten, nicht sehr klug war... versteht sich von selbst, aber neue AKWs oder Gaskraftwerke sind keine gute Idee!
 
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No Cars Go schrieb:
Kernenergie ist erstens die sicherste, zweitens die sauberste, drittens die effizienteste und viertens die technologisch fortschrittlichste....
Punkt 1: Nein
Punkt 2: Nein
Punkt 3: Nein
Punkt 4: Nein

Hier werden die Folgekosten und langfristigen Auswirkungen einfach unter den Teppich gekehrt und nicht berücksichtig oder, mild gesagt, beschönt.

Zum radioaktiven Abfall:
Das sind (wenn wir von deiner Coladose mit 330ml pro Menschenleben ausgehen), bei aktuell 8,5 Mrd Menschen ca. 2.805.000 m3 an radioaktivem Müll, die da in 70-80 Jahren anfallen und dann über mehrere 100.000 Jahre SICHER verwahrt werden müssen. Und das betrifft nur alle aktuell (!) lebenden Menschen. Zukünfitg geborene Menschen, die ebenfalls diesen radioaktiven Müll dann indirekt produzieren, sind da noch garnicht berücksichtig und müssten dann, aufgrund der langen Halbwertszeit quasi alle 70-80 Jahre zum bestehenden Müll addiert werden. Wie kann man sowas gut finden?!?

Edit: Bei einer extrem optimistischen Rechnung mit einer Lagerzeit von ca. 100.000 Jahren und gleichbleibender Bevölkerung und Geburtenrate, kämen wir auf eine potentielle maximale Menge an radioaltivem Müll von ca. 3.506.250.000 m3. Viel Spaß bei der Lagerung und den Folgekosten.
 
Also für die Rechenzentren soll der Strompreis sinken, aber für die Bürger passiert ewig nix
 
Ich denke auch, AKWs sind von gestern, da werden wahrscheinlich auch die SMRs (die es noch gar nicht gibt) nichts ändern.
Kernfusion finde ich cool, aber das dauert noch, unklar ob das kommt und wann.
 
Simanova schrieb:
Was ist aus den Konzepten geworden die Rechnenzentren direkt im Meer an der Künste zu versenken?
Haben einige ja schon weiter oben geschrieben: Nichts. Wobei mir da jetzt auch nur Microsoft einfällt, die das Projekt vorletztes Jahr wieder beendet haben (https://www.computerbase.de/news/pc...ll-keine-server-mehr-im-meer-versenken.88674/).
Chaosbreed schrieb:
die wollen alle nach Frankfurt, wegen des Internetknoten DE-CIX
Ich habe vor einigen Jahren mal gelesen, dass das vor allem die Banken/Trader wollen, da für ihren Hochgeschwindigkeitshandel jede Millisekunde zählt. Ansonsten fallen mir auch wenig Gründe ein, warum die Rechenzentren nun unbedingt in Frankfurt/Main stehen müssen.
 
Termy schrieb:
Es ist ja nun auch maximal hirnverbrannt, Rechenzentren ausgerechnet in ein Ballungsgebiet zu pflanzen, anstatt diese z.b. im dünner besiedelten, dafür aber mit ungleich mehr erneuerbarer Energie gesegneten, Norden anzusiedeln... :freak:
Die Ausrede mit der Abwärme lasse ich da auch nicht so ohne weiteres gelten - zum einen findet man ja sonst auch für alles Schlupflöcher, zum andern muss diese Wärmenutzung ja (Spekulation, lasse mich gerne belehren) nicht zwingend für Fernwärme genutzt werden.

Davon abgesehen ist es vielleicht gar nicht so verkehrt, etwas verhaltener auszubauen, anstatt voll auf der Hypewelle mitzuschwimmen und dann, wenn sich das Ganze normalisiert (was sich ja so langsam endlich beginnt, anzudeuten), mit massiven Überkapazitäten dazustehen ;)
naja, das passiert nicht ohne grund. auf der hanauer ist der größte internetzknoten weltweit. somit is klar, warum sich da alle ansiedeln.

das problem ist abwr ein anderes. die bauen alle das selbe beschissene design, zur shareholder value optimierung.. ROI 5 jahre..
entsprechend sind die verträge dumm aufgebaut. es geht nicht um effizienzen oder einaparungen. es geht nur darum schnelles geld zu machen. fläche verdient kaum noch geld. die nummer drum herum macht das. und die preiserosionen der letzten jahre hat die branche massiv unter druck gesetzt.

wenn man sich mal anscgau, wiw andere stådte das gelöst haben, muss man einfach sagen, die kriwgen alle den hals net voll.

und das iat auch das problem. ea ginge schon. die technik wäre da, das wissen wie es ginge auch. aber, dann müsste man sich ja auf einmal mit den problemen auseinander setzen.. und das ist wie bei der it. korrekturachleifen kosten geld, und das schmälert den gewinn..
 
drago-museweni schrieb:
Dann müssen die Firmen für ihre Rechenzentren halt einfach eigene BHKWs bauen, Geld wird ja genug erwirtschaftet mit den Rechenzentren dann sollte auch das Geld dafür da sein.
...
Im Artikel steht, das ein dafür geplantes Gaskraftwerk abgelehnt wird.
garfield121 schrieb:
...
Wind plus Solar plus Speicher plus Rechenzentrum auf der grünen Wiese ...
Ist doch alles erlaubt, warum nur will keiner...

Syrato schrieb:
Auf jedes Dach PV Anlagen! Es geht, wenn man möchte, aber der Wille fehlt.
..
Die Nachfrage ist per Gesetz seit Jahrzehnten bei unendlich, warum fehlt wohl der Wille?
Katzenjoghurt schrieb:
...
Wie viele schon meinten: Raus aufs Land. Ran an die Erneuerbaren.
Marode Ost-Kommunen freuen sich über Steuereinnahmen.
...
Meinst du du bist der erste der darauf kommt? Oder haben vielleicht Leute darüber nachgedacht, ob es sinnvoll ist ihr Geld für so etwas auszugeben.

duskstalker schrieb:
...

billiger Strom wäre möglich, wenn wir die Netze hätten, wenn wir die erneuerbaren von den 2000ern an Konsequent ausgebaut hätten und nicht zu blöd für netzdienliche Stromspeicher und Zähler wären.

...
Böse, dunkle Kräfte haben es verhindert. Oder per Gesetzt ist die EE Nachfrage schon bei unendlich mit Vergütungsgarantie. Irgendwie scheinen die Leute mit Geld das dafür ausgegeben werden soll anders zu rechnen, so das selbst das nicht reicht.

TeeKayEV schrieb:
Wenn Strom in Deutschland Mangelware ist, wieso sollte der Preis dann laut Artikel sinken? Für bestmögliche Ressourcenallokation ist der Preis marktwirtschaftlich zu bilden und wird sich auf einem höheren Niveau einpendeln. Dann wird auch die Bereitstellung zusätzlicher Erzeugungs- und Transportkapazitäten beschleunigt.
Weil Unlogik ein fester Bestandteil in dieser Diskussion ist.
Der-Orden-Xar schrieb:
...
Gestern 28ct/kWh für private Neukunden. Und das ist schon extrem hoch für die letzte Zeit, danke Trump.
...
Sicher nicht. Gesamtjahreskosten durch den Jahresverbrauch, alles andere hat das Niveau von Handyvertragsverkäufern.

Veitograf schrieb:
so viele widersprüche in so wenigen sätzen, dass ist schon beeindruckend.

zum thema: es wurde ja jahrelang vieles blockiert, was den ausbau der erneuerbaren vorangetrieben hätte. da muss man sich dann auch nicht wundern.
Was denn? Die unendliche Nachfrage und Garantievergütung kann es nicht gewesen sein.
Syrato schrieb:
Fraunhofer Institut 2024/2025
Bitte achte doch den Umstand, das das hier ein Techforum ist und keine Plauderrunde des Strickkurses.
Studien als Beleg zu nehmen, ohne reingesehen oder sie verstanden zu haben, ist eine Frechheit.
Ich finde so etwas unmöglich.

Du hast weder verstanden was Gestehungskosten sind, noch ist dir z.B. aufgefallen, das CO2-Zertfikate da mit eingerechnet werden oder den Teil mit den abnehmenden Volllaststunden mitbekommen. Es steht sogar drin, warum das Blödsinn ist.
Das Niveau finde ich eine Frechheit, vereinfacht:

A kostet 0,5 €, B 1€. Wir schlagen auf A nun 1€ Steuern, seht her B ist billiger. Lasst uns als Staat alles mit B produzieren. -> Warum nur ist unser Strompreis hoch, da ist bestimmt Gruppe X dran Schuld, weil die nicht mitmachen wollten was wir tolles gemacht haben.
Tsu schrieb:
...Der Strompreis wird hierzulande durch Vergütungsvorgaben wie das Merit-Order Modell getrieben: Der teuerste Anbieter, der die Nachfrage noch bedienen mag, setzt auch das Entgelt für alle günstigeren (die so belohnt werden).

Das ist (noch?) politisch gewollt statt Alternativen umzusetzen. Denkbar ist, nach Merit-Order alle bis ausschließlich zum teuersten zu beauftragen und den teuersten gesondert zu vergüten. Das würde es unattraktiver machen an ineffizienten Kraftwerken festzuhalten (um für eigene günstige unlauter mehr zu bekommen)....
Einfach nur nein. Warum hält sich das.
 
Da hier ja Frankfurt mehrfach erwähnt wurde ein paar Anmerkungen (zu meiner Heimatstadt).

Die Konzentration an Datacentern hier ist zwar faktisch, sie ist aber gänzlich ohne Zutun der Politik entstanden. So langsam kommt das Problem aber auch in der Lokalpolitik und bei den Bürgern an.
Man könnte ja meinen die Dinger in ihrer gnadenlosen Hässlichkeit würden die Stadt verschandeln. Tun sie aber nicht, sie stehen meist in Gewerbegebieten.
Aber, in einer Stadt wie Frankfurt, die traditionell über zu wenige Flächen verfügt, treten Betreiber der riesigen Gebäude immer mehr in Konkurrenz zu anderen, die dort Wohnungen, Bildungs-, Kultur- oder Sportstätten bauen oder andere Unternehmen ansiedeln wollen – aber wegen der finanziellen Übermacht der Betreiber der Rechenzentren nicht zum Zuge kommen. Eine Studie hat ergeben, dass Betreiber der Rechenzentren für Baugrundstücke häufig das Dreieinhalb- bis Sechseinhalbfache bieten.
Ausweichen auf die Peripherie kann aber so enden wie im südlich gelegenen Groß-Gerau, wo der amerikanische Betreiber Vantage Data Centers zweieinhalb Milliarden Euro in den Bau eines Datacenters mit 160 Megawatt Datenleistung investieren wollte. Zu groß waren bei den Stadtverordneten der Kreisstadt die Bedenken mit Blick auf Abwärme, Standort und andere Risiken des vorgesehenen Gebäudes. Abgeschmettert!
Und das ist exemplarisch.
Innerstädtisch hat die alte Koalition noch schnell beschlossen, den Neubau auf Gewerbegebiete zu reduzieren wo schon Datacenter existieren. Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt aber, die die Interessen von rund 100.000 Unternehmen vertritt, plädiert dafür, Datacenter nicht nur als Gewerbe zu betrachten, sondern als Teil der kritischen Infrastruktur. Und fordert deshalb, die aus ihrer Sicht zu restriktiven Vorgaben für die Ansiedlung und für den Neubau in Frankfurt abzuschaffen. D.h. man will die Vorreiterrolle hier unbedingt behalten als Signalwirkung für die ganze wirtschaftsstarke Region.
Hier noch eine Grafik wie sich die Rechenzentren in Deutschland aktuell verteilen:
(Quelle FAZ)


Screenshot_20260326_201034_Via.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
No Cars Go schrieb:
Kernenergie ist erstens die sicherste, zweitens die sauberste, drittens die effizienteste und viertens die technologisch fortschrittlichste Form der Energieerzeugung. Außerdem verbraucht sie mit Abstand am wenigsten Ressourcen und Land.
Sicherste? Nein Laut our wolrd in Data kommt Kernenergie auf 0,03 Todesfälle/TWh und PV auf 0,02.
Sauberste? Bezweifle ich beim Uranabbau
Effizienteste? Definiere Effizienz in diesem Kontext
Technologisch fortschrittlichste? Mag man anzweifeln. PV klingt moderner
Landverbrauch ist recht uninteressant, wenn man mal durchrechnet, wie wenig 100% EE wirklich braucht.
No Cars Go schrieb:
Stromspeicher in der benötigten Größenordnung, um die Einspeisung von Solar- und Windstrom zu glätten, existieren nicht und können derzeit auch nicht gebaut werden
Gewagte Behauptung.
No Cars Go schrieb:
Um Solar und Wind zu brauchbaren Energiequellen zu machen, wären in Deutschland Stromspeicher im Volumen von mindestens 20 TWh erforderlich.
Wir haben über 250 TWh an Gasspeicherkapazität. Wenn man nun noch bedenkt, dass private Haushalte mehr Gas brauchen als die Industrie, sollte klar sein: Elektrifizieren was geht und dann die Kavernen nutzen.
No Cars Go schrieb:
Daher ist ein Ausbau der Kernenergie die einzige Chance auf einen Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe in diesem Jahrhundert.
Einfach nur nein. Zu teuer, dauert zu lange.
EE haben den Punkt erreicht, indem sie die ökonomisch sinnvollste Option sind. Frag mal die iea.
No Cars Go schrieb:
Der IPCC schrieb in seinem Special Report „Global Warming of 1.5°C“, dass sich der globale Output der Kernenergie bis zum Jahr 2050 mindestens versechsfachen muss, wenn eine Chance auf Erreichung der beschlossenen Klimaschutzziele bestehen soll.
2018. Alleine letztes Jahr sind Akkus um 45% günstiger geworden. Das Geld für die Kernenergie sollte man lieber in EE stecken.
No Cars Go schrieb:
Die Energiedichte von Uran ist so enorm hoch, dass man sie sich kaum vorstellen kann: etwa 2 Millionen Mal höher als die von Kohle und 1 Million Mal höher als die von Öl.
Bezweifle ich. Meinst du wirklich Uran? Oder U-235? Und wie sieht es mit der Stromerzeugung daraus aus?
No Cars Go schrieb:
Wenn der gesamte Energiebedarf eines Menschenlebens durch Kernenergie abgedeckt wird, fällt dabei eine Menge Atommüll an, die in eine Coladose passt.
Rechne mal vor.
No Cars Go schrieb:
die ihn als Brennstoff weiterverwenden können, bis Fortschritte in der Wiederaufbereitungstechnik einen geschlossenen Recycling-Zyklus ermöglichen
Jaja, immer dieses Wunschdenken. An ausreichend Speicher glaubst du nicht, aber an wunderreaktoren



Hovac schrieb:
Sicher nicht. Gesamtjahreskosten durch den Jahresverbrauch, alles andere hat das Niveau von Handyvertragsverkäufern.
Sicher doch.
Siehe Zeit mit Daten von Verivox. Annahme 4 MWh/a, mindestens 12 Monate Preisgarantie, Grundpreis eingerechnet.
https://www.zeit.de/wirtschaft/energiemonitor-strompreis-gaspreis-erneuerbare-energien-ausbau

Hovac schrieb:
Einfach nur nein. Warum hält sich das.
Vielleicht weil Spanien das so macht?
 
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Ranayna schrieb:
@lynx007 Was soll diese rumgepoltere denn?
Es hat einen einfachen Grund warum aus den Unterwasser Rechenzentren nix geworden ist, genauso wie aus Rechenzentren im Orbit oder auf dem Mond nix wird: Es ist schlicht und ergreifend zu teuer.


Flusskuehlwassser ist unguenstig, denn zu warmes Wasser ist alles andere als gut fuer unsere eh schon angeschlagenen Fluesse.
Da sind - vom Stromverbrauch abgesehen - geschlossene Kuehlsysteme wesentlich sinnvoller.
Wenn dann die entstehende Waerme in ein Nahwaermenetz eingespeist werden kann, ist der erhoehte Stromverbrauch aber auch schon wieder mehr als sinnvoll eingesetzt.


Ah, die Maer vom Atomstrom, der alles gut macht. Die Meiler waren schon vor der entgueltigen Abschaltung durch den unsaeglichen Ausstieg vom Ausstieg im Ueberbetrieb. Um die Betriebserlaubnisse wesentlich zu verlaengern waeren massive Investitionen noetig gewesen. Das haben die Energieversorger schon geschickt eingefaedelt dann auch noch einen Ausgleich fuer den Austieg vom Ausstieg vom Ausstieg zu bekommen.


Der DE-CIX ist ueber mehrere Standorte in Deutschland verteilt.
aber nirgendwo hat man alle carrier so nah beinander.. man kommt an alles ran, und kann es schneller verschicken. klar gehen viele auch aufs feld, aber dann nur für einen limitierten usecase..
klar will man die ki an diese stelle packen. die hyperscaler sind ja nicht ohne grund schon hier. fun fact ist aber, da alle das selbe 6by9 und mit der selben bearingload bauen, ist aber alleine deswegen schon in vielen buden ein ende abzusehen. einfach weil man nicht für die zukunft gebaut hat. billig halt. im endeffekt bauen und planen drei firmen hier alles in ffm. das gleiche design, der selbe rotz.
genau dadurch wird ffm auch seinen rang verlieren. einfach, weil man die falschen anreize, und auf gier gesetzt hat.
aber neue knoten aufzubauen dauert jahre. und so lange das hier so attraktiv ist, wird das auch so weiter gehen. und was den faserbau angeht stellen wir uns selten dumm an..
aktuell rechnen sich alle mit ökostrom grün, und wenn nach dem PUE geschaut wird, wird einfach die it leistung nach oben gedreht. somit sind dann alle schnell unter 1,4. das is aber insgesamt reines greenwashing was da gemacht wird.

die könnten alle unendlich viel einsparen, wenn denn der wille da wäre. die letzten 10 jahre sind hier mehr als 400MW gebaut worden. die hälfte davon verpufft aber in sinnfreiem marketing.. also isses net so, das es hier keinen strom gab. man geht nur schlecht damit um..

aber nun ja..
 
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lynx007 schrieb:
Naja. Elektroniker =! Elektriker richtig?!
"Naja"... Ist genauso wenig ein Argument wie "Aber". Das Berufsbild des Elektrikers gibt es seit 2008 nicht mehr und wurde durch das des Elektronikers abgelöst. Das Berufsbild des Elektronikers ist deutlich umfangreicher, weshalb hier fachlich auch eine Trennung erfolgen muss ohne die alte Ausbildung - die ohnehin durch regelmäßige Fortbildung auf gleiches Niveau gezogen werden sollte - abzuwerten.
lynx007 schrieb:
Hier im KOntext von Angebot und Nachfrage. Und wen es geziehlt um günstigen beziehbaren Strom in ausreichender Menge geht, der steht in Europa eben nicht überall zur verfügung.

Sprich der Stumpfsinn entssteht durch fehlinterpretation der Begriffe! Weil wirtschaftlich haben wir kein flächendeckendes Überangebot an konstanter bezahlbare elektrischer Energie! Und damit ist aus dieser Perspektive, aus der wirtschaftszone Europa, auch nicht falsch.
Der Stumpfsinn ist keine Fehlinterpretation. Der Stumpfsinn ist realer Irrsinn, so wie die Geschichte des Umbaus von zentralisiertem zu dezentralisierter Energieerzeugung. Wir hatten noch nie eine zentralisierte Energieerzeugung. Das ist nur eines dieser Buzzwords um für oder gegen den Ausbau der Netze zu sein.
Es ist auch wenig Hirnschmalz nötig um zu wissen, dass günstig produzierte Energie jedweder Art flächendeckend nicht zur Verfügung steht. Das war noch nie so - auch im hoch gelobten China nicht. Ist wie bei der Fernwärme, wer am weitesten im Stich vom Blockheizkraftwerk entfernt ist, zahlt am meisten für den schlechtesten Wirkungsgrad.

lynx007 schrieb:
Die Hintergründe vielfälltig, das ändert aber nichts am Strommangel, aus der Perspektive des Abnehmers, des Investors! Der Begriff ist also da nicht Falsch.
Die Hintergründe für die Probleme in der Energieerzeugung und Übertragung sind durchaus vielfältig. Der Strommangel existiert faktisch dennoch nicht, es besteht nur ein Mangel an Transportkapazität und Planbarkeit. Insbesondere letzteres mit immer größer werdenden, nicht zu kalkulierenden Lastgängen belasten die Netze enorm und sind kein Problem der Angebotseite, sondern eine Verursachung der Konsumenten die die Schuld auf die Netzbetreiber abwälzen und dann über hohe Kosten jammern weil sie ihre Anlagen die letzten 30 Jahre weder effizienter, noch moderner Gestaltet haben und die Netzbetreiber das kompensieren sollen/müssen um ihrer hoheitlichen Aufgabe nach zu kommen. Dass die Kosten dann weiter gereicht werden - wer hätte das gedacht. Insb. große Grüße an die Chemieindustrie die hier sehr sehr viel verschlafen hat und ähnlich der Autoindustrie mit Jobabbau gedroht hat, wenn die Politik mal die Daumenschrauben fester drehen wollte. Kumuliert Milliarden an Dividende und Bonuszahlungen ging aber... Mein Arbeitgeber - ebenfalls Chem. Industrie - hat da genauso viel versäumt und beklagt sich jetzt über 12ct Brutto Strompreis. Den hätte es vor zehn Jahren schon geben dürfen. Dann hätte man vielleicht vor zehn Jahren schon die Prozesse unter die Lupe genommen und gemerkt, dass mit nur marginalen, organisatorischen Optimierungen eine Einsparung von 12-25% drin gewesen wären, je nach Prozess. Beim Heizdiesel und Gas das selbes Spiel. Bei einem anderen chemischen Unternehmen kam 2022 interessanter weiße die Erkenntnis nach genau so einer Begutachtung, dass die Gaszuleitung nicht 20% Sicherheitsreserve hat, sondern 30% Überdimensioniert war/ist weil man unnötig Energie zum offenen Fenster raus geblasen hat. Solche Kalkulationen der Unternehmen gehen alle zu Lasten der Netzinfrastruktur und am Ende des Steuerzahlers, der das Quer finanziert.


lynx007 schrieb:
Jetzt kann man das alles so vereinfachen, kleingeistig Kleinreden, damit doch kein Mangel vorherscht. "An der Nordsee gibt es keinen Strommangel...! :freak: , Kaftwerk xyz läuft nur auf 30%" . Ändert nichts daran das es diesesn systematischen Mangel ind Deutschland, Europa gibt, das Strom eben nicht billig und unbegrenzt zur verfügung steht.

Der erste Punkt zeugt nur von Unwissen über Stromerzeugung, Transformation und Transport. Aber dafür muss man wohl auch beim Netzbetreiber arbeiten oder zumindest sehr dicht an der Thematik sein um das wirklich zu verstehen. Einen Systematischen Mangel haben wir in Deutschland dennoch genauso wenig wie eine hohe Blackoutgefahr durch Wind- und PV-Anlagen. Anderswo in Europa sieht das konsequenterweise ganz anders aus, wer hätte es gedacht. Das ungarische und slowakische Niederspannungsnetz zum Beispiel pfeift aus dem letzten Loch, genauso wie die Mittelspannungsebene in Spanien. Man kann an Deutschland ja viel schlecht reden, aber die vier Übertragungsnetzbetreiber, insb. die TransnetBW und Amperion haben hier sehr, sehr viel richtig gemacht die letzten Jahre, auch dank guter Kontakte zu Bevölkerung und Politik, während Tennet politisch mehrfach sabotiert wurde, insbesondere von Bayern hinsichtlich des zu völliger Irrationalität diskutierten Südlinks. Das fällt jetzt eben auf die Füße derer, die den Grund für den Netzausbau nur an Polemik und nicht an der Realität fest machten und auf Wählerstimmen hofften. Insb. Herrn Aiwanger und Söder ist hier für vieles zu Danken, was zum Nachteil derer Industrieunternehmen ist.

No Cars Go schrieb:
Kernenergie ist erstens die sicherste, zweitens die sauberste, drittens die effizienteste und viertens die technologisch fortschrittlichste Form der Energieerzeugung. Außerdem verbraucht sie mit Abstand am wenigsten Ressourcen und Land.
🤦🤦🤦🤦
Dein ganzer Beitrag ist fachlich und inhaltlich für den digitalen Papierkorb.
 
Deutschland und der Regelwahn - das man hier keine Babys verhaftet weil sie gegen irgendwelche Regeln verstossen haben ist echt alles. ^^ Wahnsinn ...
 
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