Selbst gecrimptes Netzwerkkabel funktioniert nicht

Beim crimpen wird ein Metallkontakt zwischen die Litzen des Patchkabels gepresst.
Das kann bei starren Adern nicht funktionieren.


Hierfür gibt's sogenannte feldkonfektionierbare Stecker, die das per Mini-Schneidklemme lösen.
Ist aber Pfusch, lieber ein Keystone drauf, sonst brechen die Adern irgendwann.
 
burkm schrieb:
PS.: Noch ein Hinweis: Wird beidseitig mit Stecker gecrimpt, dann ist die Aderbelegung egal, sie muss nur auf beiden Seiten identisch sein.
Ist so nicht ganz korrekt, man sollte die Paarverseilung schon nicht aufbrechen, sonst kommt es definitiv zu Problemen. Man hat sich schon was bei den Standards gedacht.
 
Doch, bei bei beidseitigem "gleichen" Auflegen der Adern ist zumindest von der technischen Seite die Farbkodierung der Einzeladern egal, so lange gleichartig aufgelegt wird. Die Paarverseilung wird übrigens bei den beiden gängigen Auflegeschemata 568A und 568B immer "aufgebrochen" :-), weil grün-weiße und blau-weiße Ader immer bewusst abweichend von der Paar-Verseilung verlegt werden...

Zum Thema "Crimpen von Verlegekabeln": Sicher funktioniert das Vercrimpen von Kabeln mit Massiv-Leitern relativ problemlos, wenn man die richtigen Modularstecker für Verlegekabel verwendet, weil deren Crimpkamm in das massive Kupfermaterial hinein gepresst wird, während er bei den flexiblen Patch-Kabeln meist zwischen den Leitungsdrähtchen einer Ader landet, und dann (hoffentlich) einen einwandfreien Kontakt zur jeweiligen Ader besitzt. Andersartige Aussagen / Darstellungen sind einfach technisch "substanzlos" :-).

Das Crimpen von Verlegekabel ist solange problemlos zu handhaben, solange das Verlegekabel nur stationär oder quasi-stationär genutzt wird. Es sollte deshalb natürlich nur selten bewegt werden (Massivleitungen !) und ist eher wie z.B. ein NYM-Kabel in der Stromversorgung zu sehen. Es soll ja auch im täglichen Einsatz kein Patchkabel ersetzen sondern nur dessen Anschluss als RJ45 bzw. GG45 Schnittstelle bieten, ohne ein Patsch-Panel oder eine Netzwerksteckdose erforderlich zu machen.

Wie schon geschrieben, wiederholen die Meisten - aus was für Gründen :-) auch immer - Ihre unbegründeten Aussagen dahingehend, obwohl schon lange nicht mehr zutreffend ;)
 
burkm schrieb:
Doch, bei bei beidseitigem "gleichen" Auflegen der Adern ist zumindest von der technischen Seite die Farbkodierung der Einzeladern egal, so lange gleichartig aufgelegt wird.
Nein, ist es nicht, oder höchstens bei ganz kurzen Entfernungen oder geringen Geschwindigkeiten. Ein simples Testgerät wird zwar korrekte Belegung anzeigen, aber eine stabile Verbindung wird nicht möglich sein.
burkm schrieb:
Die Paarverseilung wird übrigens bei den beiden gängigen Auflegeschemata 568A und 568B immer "aufgebrochen" :-), weil grün-weiße und blau-weiße Ader immer bewusst abweichend von der Paar-Verseilung verlegt werden...
Die paarweise Verseilung wird natürlich nicht aufgehoben, da die Signale passend eingespeist werden, 3-6 ist elektrisch ein Paar, sowie 4-5.

burkm schrieb:
Wie schon geschrieben, wiederholen die Meisten - aus was für Gründen :-) auch immer - Ihre unbegründeten Aussagen dahingehend, obwohl schon lange nicht mehr zutreffend
Selbstverständlich sind die Aussagen weiterhin zutreffend. Nur weil es ein paar Speziallösungen gibt, bedeutet das nicht, dass man jeden beliebigen RJ45-Stecker auf Verlegekabel crimpen und dabei eine zuverlässige Verbindung erwarten kann.
 
Komisch, dass meine entsprechenden vorangegangenen Posts anscheinend nicht od. nur "unvollkommen" gelesen bzw. verstanden wurden, da viele "neue" Behauptungen dazu schon vorher beantwortet wurden. Na, denn...

Anm.: Auf YouTube findet man z.B. ein Video (von Ligawo
), wo das Crimpen eines Netzwerksteckers auf ein CAT7 Verlegekabel im Detail erklärt wird, man muss nur die richtigen Crimp-Stecker und eine passende RJ45 Crimp-Zange dafür benutzen. Sicherlich gibt es dazu auch noch mehr...
Die Zange sollte aus Sicherheitsgründen möglichst eine Zwangsverriegelung haben, um eine vollständige Verpressung sicherzustellen und auch die Zugentlastung crimpen können, deswegen ist das dort benutzte Werkzeug für diesen Zweck eventuell nicht ganz "optimal" ...

Also: Nur Mut, wenn es von der Anwendung her passen sollte...
 
Zuletzt bearbeitet:
Das crimpen auf Verlegekabel hat einen entscheidenden Nachteil.
Der wird klar, wenn man sich diese Grafik anschaut. Die abgebildeten Metallteile sind je ein einzelner Kontakt aus einem RJ45 Stecker.
1648026975258.png


In der Mitte ist das klassische Patchkabel mit Litzendraht (stranded).
Der Kontakt wird beim klassischen crimpen wie ein Keil zwischen die Äderchen des Litzendrahts getrieben und stellt so den Kontakt her. Für Verlegekabel geht das nicht, weil man den Keil nicht in ein starres Stück Kupfer quetschen kann.


Links und rechts sieht man die Variante für starre Adern (soild). Hierbei werden 2 Kontakte an der Ader vorbei geschoben, dabei wird die Isolierung seitlich abgeschert. Die Ader wird mittig eingeklemmt.

Das bringt jedoch den Nachteil mit sich, dass alle 8 dieser Kontakte sauber in die Isolierung eintauchen und an der Ader (in unterschiedlicher AWG) exakt so nach außen abgelenkt werden müssen, dass die Isolierung abgeschert wird, aber die Kontakte durchs pressen nicht in die falsche Richtung verbiegen.
Die Chance auf unsaubere Kontakte ist hier ziemlich groß. Die Anfälligkeit gegen Zug ist schlecht, eine sauber verpresste Zugentlastung ist enorm wichtig.

In Anbetracht der Tatsache, dass crimpen selbst bei Patchkabel mit Litzendraht bereits großes Fehlerpotential birgt (insbesondere für Laien), ist das crimpen von Verlegekabel wirklich nur in absoluten Ausnahmen zu empfehlen, nämlich dann wenn so wenig Platz ist, dass weder ein Keystonemodul noch ein feldkonfektionierbarer Stecker Platz haben und notgedrungen eine kleinstmögliche Steckverbindung zwingend erforderlich ist.

Die Paarverseilung wird übrigens bei den beiden gängigen Auflegeschemata 568A und 568B immer "aufgebrochen" :-)
nur auf wenigen mm/cm im Stecker. Auf der gesamten Kabelstrecke bleibt die Paarverseilung erhalten. Und das ist auch extrem wichtig.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Merle, Incanus, Twostone und eine weitere Person
Zurück
Oben