Computerfuchs schrieb:
Die überwiegende Mehrheit der jungen Menschen hat Boomern als Eltern.
Wenn Du mit jungen Menschen Gen Z meinst, dann sin deren Eltern meist eher Gen X (1965-1979). Die Kinder von Boomern sind heute meist in den 30ern.
Aber gerade Messenger gehören zu den Dingen in der digitalen Welt, die sich mittlerweile in fast allen Altersgruppen durchgesetzt haben. Selbst meine schon über 80-jährigen Eltern nutzen sie.
Menschen mit höherer Sensibilität für Datenschutz kenne ich in allen Altersgruppen.
Der Mehrheit der Leute ist auch die Allmacht und den damit verbundenen Risiken der US Techkonzerne durchaus bewusst, d.h. nur noch lange nicht, dass man auf die Dienste verzichtet. Aber ich glaube, dass es schon ein Wechselpotenzial gibt, wenn die alternativen Angebote einen ähnlichen Nutzen haben.
Threema hat in meinem Umfeld niemals eine „kritische“ Masse erreicht, um es überhaupt nur als Zweitmessenger einzusetzen, und es scheint einigen anderen hier ähnlich zu gehen.
Bei Signal hat es wesentlich besser geklappt. Wir haben auf Anregung einer meiner Schwägerinnen (die nicht gerade IT affin ist, aber im Gegenteil eher IT kritisch) nach WhatsApp Alternativen geschaut, und sind bei Signal gelandet. Die ganze Famile (15 Personen von den Großeltern zu den Enkeln, Alter zur Zeit 15-84) nutzt für die Familienkommunikation mittlerweile Signal. Außerhalb der Familie sieht es aber in der Regel bescheiden aus. Gerade die jungen (15-27) nutzen nach eigener Aussage Signal nur für die Familie, sonst WhatsApp, Telegram, usw.)
Ich selber habe mittlerweile noch andere Kontakte in Signal, sodass 90% meines Nachrichtenvolumens zwar Signal ist, aber mit 10% meiner regelmäßigen Kontakte.
Vor allem die üblichen Gruppenchats (Sport, Vereine, Kollegen) sind eigentlich immer WhatsApp, weil es der kleinste gemeinsame Nenner ist.
Ich finde das Konzept „Stiftung“ bei Signal eigentlich die beste Lösung für so einen Dienst, wenn die Stiftung noch außerhalb der USA liegen würde, und die Server nicht bei US Hyperscalern, wäre es natürlich noch besser.
Wilfriede schrieb:
Heute muss ich aber auch sagen. Bei unseren Chats ist der „Datenschutz“ echt egal
Bezüglich Chat Inhalten ist aber auch WhatsApp eigentlich kein Problem, denn es ist Ende-zu-Ende verschlüsselt. Problem ist eher der Umgang mit Metadaten und die ständigen Begehrlichkeiten von Meta, WhatsApp zu monetarisieren.
Hinzu kommt bei allen US Diensten mittlerweile das Erpressungspotenzial durch die Trump-Regierung.