Sinnvolle Geldanlagen für die Zukunft?

Sebbo-

Lt. Commander
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Mich würde mal interessieren, mit welchen Möglichkeiten ihr euer Geld spart/anlegt.

Ich bin letztes Jahr mit meinem Studium fertig geworden und habe angefangen zu arbeiten. Im Monat bleibt eigentlich immer noch gut Geld übrig.

Aktuell lege ich das übrig gebliebene Geld jeden Monat auf mein Tagesgeldkonto mit 2,75 % Zinsen.

Aber welche guten Möglichkeiten gibt es noch, sein Geld (auch langfristig) gut anzulegen, insbesondere im Hinblick auf das Alter (Rente).

Die Riester-Rente wird ja von vielen kritisiert, da man diese später versteuern muss.

Habt ihr gute Tipps mit relativ geringem Risiko?
 
Kritik hin oder her, aber Riester sichert dir später einen guten Teil des Lebensabend. Und das Risiko ist gering.

Aktien haben auf lange Sicht bisher immer gewonnen, aber man sollte seine Strategie genau planen, nicht bei jedem Crash abspringen und sein Portfolio weit streuen und in Jahrzehnten denken. Da gibt es 2 Möglichkeiten: sein Geld einem Fond anvertrauen oder sich selber eine gesunde Mischung aus Aktien zusammenstellen und diese kaufen.

Ansonsten wirst du zu diesen Fragen mehr Antworten bekommen als dir lieb sein kann, insb. von denen, die dir Geldanlagen verkaufen wollen.

Solange du dir unsicher bist folgender Tipp: schaue in aller Ruhe, lerne, rechne, prüfe deine Risikobereitschaft in Bezug auf die Finanzprodukte und lasse dei nGeld erst mal liegen. Schließe vielleicht eine private Rentenversicherung ab oder kaufe ein Haus mit Grundstück. Egal was du tust, alles kann richtig oder falsch sein. Das schöne ist, auf lange Sicht ist es meist richtig, es ist dann nur die Frage, ob eine andere Entscheidung nicht noch besser gewesen wäre. Die Jagt nach dem Besten macht dich aber am Ende unglücklich.
 
Wäre es denn ganz verkehrt das Geld einfach weiterhin auf einem (oder mehreren) Tagesgeldkonten einzuzahlen?

So ist das Geld immerhin jederzeit verfügbar und so ganz schlecht sind die Zinssätze ja auch nicht.

Die vermögenswirksamen Leistungen vom Arbeitgeber investiere ich in einen Aktienfond. Ist zwar ganz nett die Kursschwankungen zu beobachten, aber mein "eigenes" Geld würde ich da glaube ich nicht investieren, dafür bin ich zu risikounfreundlich.

Wo liegen denn die Vor- und Nachteile von Riester-Rente gegenüber privater Rentenversicherung?
 
Riester wird vom Staat gefördert, die private Rentenversicherung eher nicht.

Und natürlich spricht nichts dagegen, dein Geld auf den Tagesgeldkonten zu lassen. Du musst dir nur bewußt sein, dass die Zinsen auch einfach wieder gesenkt werden können und nicht unbedingt nur steigen müssen.

Einsparpotential bietet sich bei Aktiensfonds übrigens auch beim Ausgabeaufschlag und den Depotführungskosten. Das sind reine Renditefresser, die du dir mit ein bisschen Recherchen sparen kannst.
 
Auch über eine betriebliche Altersvorsorge kann man sich ja mal Gedanken machen und mit dem Arbeitgeber drüber sprechen ;) Hat auch klare steuerliche Vorteile.
 
Kommt auf die Form der betrieblichen Altersvorsorge an. Drum prüfe wer sich ewig bindet.
 
Sollte in Form einer Direktversicherung laufen und ganz wichtig auch eine Dynamik enthalten.
 
Unser Betriebsrat ist da momentan mit der Geschäftsführung in Verhandlungen bezüglich einer betrieblichen Altersvorsorge. Details weiß ich da aber leider (noch) nicht.

Ein Bekannter hat kürzlich mal erwähnt, dass man verhindern kann, dass auf die Riester-Rente später Steuern gezahlt werden müssen, wenn man die ganze Geschichte vorher irgendwie kündigt/auflöst?! Weiß da jemand was zu?
 
Man kann den Vertrag a) auflösen oder b) ruhen lassen. Im ersten Fall musst du die erhaltenen Zulagen und die erhaltenen Steuervorteile komplett zurückzahlen, außerdem verlangen viele Gesellschaften Gebühren für das auflösen des Riestervertrages. --> Stichwort "schädliche Verwendung"

Beim zweiten Fall zahlst du lediglich keine Beiträge mehr ein, alles was bisher an Steuervorteilen und Zulagen vom Staat eingezahlt wurde, bleibt bestehen. Es ist mir kein Fall bekannt, in dem bei einer frühzeitigen Kündigung des Riestervertrages irgendwelche Steuervorteile entstanden werden.
 
Ganz wichtig beim Thema Vorsorge, nicht einmal sich mit dem Thema beschäftigen und dann ruhen lassen sondern mindestens einmal im Jahr schauen, obs alles noch passt.

Meine Strategie derzeit:
-> ein Monatslohnt aufm Tagesgeldkonto
-> der Monatsüberschuss geht in verschiedenen Aktien, wobei ich zur Zeit alle 30 Tage verkaufen und wieder kaufen kann ... die Volatilität machts möglich
-> betriebliche Altersvorsorge ...
-> Riester Rente (wobei ich hier nicht die vollen 4% des Bruttolohns anspare, bringt aber dennoch anteilig staatliche Zulagen)
-> VL in einen Fonds

Der Mix machts. Wenn der DAX sich wieder langweilig zwischen 7.000 und 8.000 Punkten eingependelt hat, dann werd ich diese Position ebenfalls überdenken müssen und mich nach Alternativen umschauen. Man hat also immer Spaß beim Thema Geld.
 
@Killy
Meine Strategie derzeit:
-> ein Monatslohnt aufm Tagesgeldkonto
Ich empfehle drei Monatsgehälter
-> der Monatsüberschuss geht in verschiedenen Aktien, wobei ich zur Zeit alle 30 Tage verkaufen und wieder kaufen kann ... die Volatilität machts möglich 30 Tage Haltezeit für Aktien? Shortest du oder handelst du mit Knock-outs? Darf ich erfahren, wie "hoch" dieser Monatsüberschuss ist, der in Aktien fließt?
 
Eigene Altersvorsorge = wichtig und gut.

Ich persönlich sehe im Moment gar keine Möglichkeit, sein Geld in Finanztiteln langfristig (rd. 40 Jahre in die Zukunft) sicher und ertragreich anzulegen.
Deswegen meide ich solche Anlagen und investiere größere Beträge nur noch in Sachwerte (Edelmetalle, Immobilien). Aktien von Sustanzstarken Firmen (Versorger, Medizin) würden auch noch gehen.

Von Riester/Rürup & Co. halte ich nichts. Für die lumpige Direktförderung von 154 Euro/Erwachsener 4% vom eigenen Einkommen für das Finanzamt sichtbar, aber selber unantastbar anzusparen, ist in meinen Augen eine pure Dummheit. Die Musterberechnungen von seriösen Prüfern haben ergeben, dass Du schon mind. 90 Jahre alt werden musst, um dabei überhaupt auf eine positive Rendite zu kommen.

Die Stabilität der guten alten DM wird der Euro nicht haben.
In vielen Euro-Mitgliedsländern kannst Du heute schon keine alten Landeswährungen mehr in Euro eintauschen!
Die anderen Länder sind es auch gewohnt, alle XX Jahre eine neue Landeswährung zu bekommen und dabei ein paar Nullen zu streichen. Leidtragende dabei waren historisch immer die reinen Geldsparer, warum sollte es zukünftig anders sein? Es wäre das erste mal, dass ein Papiergeldsystem einen Zeitraum von rd. 1950 -2050 = 100 Jahre unbeschadet überstehen würde. Die aktuelle Schuldenkrise, wie seit 2008 von der EZB mit noch mehr "gedrucktem" (=nicht werthaltigem) Geld zu bekämpfen, bestärkt mich in meiner negativen Aussicht.
Es ist dabei nicht so, dass es keine konstruktiven Lösungen für diese Finanzkrise gibt. Aber wer ehrlich daran glaubt, dass die deutsche/europäische Schuldenbremse eingehalten wird, der kann meines Erachtens auch noch guten Gewissens an den Weihnachtsmann & Co. glauben.Der Euro-Stabilitätspakt hatte z. Bsp. ja nicht einmal 5 Jahre bestand. Da fast alle großen Währungen die selben Probleme haben, wird ein Ausweichen auf andere Währungen nicht viel nützen.

Aber bevor ich noch mehr abschweife - Hände weg von langfristigen reinen Finanzanlagen (kapitalisierten Rentenversprechungen)!
 
Habe dazu kürzlich einen guten Spruch gehört:

"Wer sein Vermögen mehren will, der fokussiert, wer sein Vermögen bewahren will, der diversifiziert."

Im ersten Fall kannst Du es ja mal mit griechischen Staatsanleihen versuchen, hohes Risiko, hoche Chancen.

Und im Ernst: Deine Frage ist eine der am häufigsten falsch beantworteten Fragen weltweit überhaupt. Keine Sau weiss heutzutage, wie man sein Geld am besten investiert. Wer weiss schon, wie es mit den Themen
- Euro
- EU
- Griechenland, Spanien, Portugal, Italien
- Deutschland
- China
- Israel vs. Iran und Co.

weitergeht...

Und leider sind wir (Bürger) alle nicht mehr autark.
Ich glaube fast, dass der beste Tipp ist, alles zu verkonsumieren und dann, wenn es eng wird, bei anderen zu schmarotzen. (Nicht dass ich das gut fände, aber unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten...)

Geldanlage ist heutzutage eine reine Machtfrage. Wer Macht hat, wird es immer schaffen, diese auf Kosten des Schwächeren zu mehren (oder es gibt Krieg, Aufstand etc.). Im Zweifel bist aber Du der Schwächere im Vergleich zu:
- Schweizer Rohstoffmonopolisten
- Absolutistischen Regimen
- Ölscheichs
- Hedgefonds
- Musikindustrie
etc. pp.

Dass Du schwächer bist, sieht man schon an dem Gap zwischen "offizieller" und tatsächlicher Inflation.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hatte heute nochmal mit dem Bekannten über Riester-Rente gesprochen.

Er meinte man kann der Versteuerung entgehen, indem man vor dem Eintreten der Rente einen großen Teil des Geldes entnimmt und darauf dann keine Steuern zahlen muss.
 
Meide bitte zukünftig diesen Bekannten in Bezug auf Ratschläge zur Riester-Rente und wohl auch zu finanziellen Dingen generell. Wer so einen Unsinn erzählt, hat keine Ahnung von der Materie!
 
mschrak schrieb:
Im ersten Fall kannst Du es ja mal mit griechischen Staatsanleihen versuchen, hohes Risiko, hoche Chancen.
Da setzt man einfach sein komplettes Geld bei Roulett auf eine Farbe als auf Griechenland, da liegen deine Chancen höher es zu vermehren.
Wenn man sieht was für einen Schuldenschnitt (70% und das wird bei weitem nicht reichen) Griechenland braucht, dann gehe ich auch davon aus, dass die auch neue Staatsanleihen früher oder später zusammen stauchen werden. Nicht umsonst will kein großer mehr in Griechenland investieren.
Wenn du was machen kannst, kannst du auf den € Austritt Griechenlands wetten.
Ist wahrscheinlicher, als dass du in X Jahren dein Geld wieder siehst (mit Gewinn erst recht).

Wenn man sein Geld mit Aktien etc. vermehren will, kann man das, nur sollte man immer informiert sein, da diese schnell steigen aber auch sehr schnell fallen können. Ist wie mit dem Glücksspiel.
 
Einsparpotential bietet sich bei Aktiensfonds übrigens auch beim Ausgabeaufschlag und den Depotführungskosten. Das sind reine Renditefresser, die du dir mit ein bisschen Recherchen sparen kannst.
Kann das jemand etwas näher erläutern?

Habe ein Depot bei Union Investment (wg. meinen VL die in einen Fonds gehen). Wenn ich das richtig sehe, kann ich dort aber nur in Fonds anlegen und keine bestimmten Aktien kaufen.
 
Die 2,75% auf Tagesgeld bekommst du ja wohl nur für ein paar Monate als typisches Lockangebot...danach erheblich weniger, das reicht dann bestenfalls zum Inflationsausgleich, wenn überhaupt. Als "Geldanlage" kann man das nicht bezeichnen, schon gar nicht "für die Zukunft".
 
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