Mal an die "Ich fahre meinen Verbrenner 25 Jahre Fraktion" ein oder zwei Fragen, weil es mich wirklich interessiert:
Es wird ja ständig erzählt, dass es kostengünstiger ist, seinen Verbrenner zu Tode zu fahren. Vielleicht ist das sogar so, aber ist es auch sinnvoll, wenn man alle Kosten mit einrechnet. Ich nehme ein Beispiel aus meinem eigenen Leben, weil ich mir nicht anmaße, dass Maß aller Dinge zu sein. Bei anderen mag das anders sein (nicht die Anmaßung, sondern die Lebensrealität).
Ich hatte meinen 2019er 1,5 Liter Superb bis September 2025. Dann wurden mir einige Dinge zu nervig. Erste größere Reparaturen im vierstelligen Bereich, jährliche Ölwechsel (bei Skoda über 200€), Inspektionen zwischen 300 und 500€ on top. Dazu der Zeitverlust (vergessen viele) für Terminplanung, einen Tag kein Auto etc. Außerdem die Zukunftsaussicht, dass die Problem eher mehr als weniger werden, also mehr Geld und mehr Zeit.
Deswegen: Umstieg in einen Neuwagen, dazu noch BEV. Neues Auto mit fünf Jahren Garantie, dazu entfallen Wartungen und Inspektionen, die verbrennertypisch sind: Ölwechsel, Zündkerzen, Getriebe, Bremsenverschleiß etc. pp.
TÜV erst nach drei Jahren. Weniger Verschleißteile, die kaputt gehen.
Außerdem THG Quote (2026: 311€ bei mir), 4000€ E Förderung war zwar bei Bestellung kein Thema, aber die nehme ich mit.
BEV sind leise und haben keine lokale Emission, ich wohne in Berlin, wenn alle BEV fahren würden, wäre das himmlisch. Deutlich geringer Tank/Ladekosten zu meinem Verbrenner, Stadtverbrauch 10 Liter (x 2€) zu aktuell 15-18kwh (x 0,29-0,49€).
Und ich wette, dass der durchschnittliche Fahrer nicht 4 Liter Diesel verbraucht und 1000km am Tag fährt, sondern eher 8+ Liter (weil die meisten Kurzstrecke fahren) und unter 20km/Tag.
Zusätzlich bieten Neuwagen natürlich Annehmlichkeiten, die ein 20 Jahrer alter Wagen eher nicht hat. Massage, adaptives Fahrwerk, digitale Services, mehr Airbags, Autopiloten, höhere passive Sicherheit, Einfahrt in Umweltzonen.
Man kann natürlich weiterhin darauf beharren, dass man sein Auto 25 Jahre fährt, aber nur weil man das kann, muss man es ja nicht auch machen. Durchschnittliche Haltedauer ist übrigens 10 Jahre aktuell.
Mag ja sein, dass auf einzelne Personen der Durchschnitt nicht zutrifft, aber die Realität (Haltedauer, tägliche Distanz, Ladedauer, Lademöglichkeiten, Reparaturkosten, Wartungs- und Inspektionsintervalle-/Kosten etc. pp) spricht halt nicht dafür, dass das "1000km am Tag, 2 Minuten tanken" Argument allgemein gültig ist und deshalb bin ich immer wieder überrascht, dass immer die gleichen Argumente kommen.