SSD bootet nicht mehr

Die TBW Angaben gab es damals gar nicht, die wurden später eingeführt um die Garantie künstlich zu beschränken, da Enterprisenutzer sich Consumer SSD gekauft haben und diese eben auch kaputtgeschrieben bekommen und auf Garantie getauscht haben. Dem hat man damit einen Riegel vorgeschoben:
Das gesamte Schreibvolumen ist auch egal, es geht um die P/E Zyklen, die sind relevant und da haben die NANDs ordentlicher SSDs in allen Tests viel mehr P/E Zyklen geschafft als spezifiziert waren, so war eine Crucial m4 erst bei über 36.000 P/E Zyklen hin und eine 840 Pro 128GB nach über 18.000 (die Seite ist leider nicht mehr im Netz).

Hier findest Du beide Beispiele mit Entwicklung der S.M.A.R.T. Werte der 840 Pro und dem Screenshot von CDI für die m4 mit 36477 P/E Zyklen. Deswegen lege ich bei der Auswahl von SSDs auch Wert auf ordentliche S.M.A.R.T. Werte und nicht so verlogenen wie sie z.B. auch Plextor hat, bei denen einzig der Rohwert der nicht korrigierbaren Fehler (0xBB) und der Aktuelle Wert des Verfügbaren Reservespeichers wirklich etwas über den Zustand der SSDs auszusagen und der Rest immer wunderbar ist. Sowas ist aber bei den SSD Anbietern ohne eigenen NAND Fertigung leider die Regel und nicht Ausnahme, bei denen mit eigenen NAND Fertigung sind solche Beispiele hingegen nicht in Erinnerung.
 
Holt schrieb:
Das gesamte Schreibvolumen ist auch egal, es geht um die P/E Zyklen, die sind relevant und da haben die NANDs ordentlicher SSDs in allen Tests viel mehr P/E Zyklen geschafft als spezifiziert waren, so war eine Crucial m4 erst bei über 36.000 P/E Zyklen hin und eine 840 Pro 128GB nach über 18.000 (die Seite ist leider nicht mehr im Netz).

It´s all about the NAND. Ja, die Werte die bei Dauerschreibtests geben oft sehr guten Einblick in die Leistungsfähigkeit der SSD Technologie, ich meine es gab auch irgendwo einen Dauerschreibtest der Samsung PRO Serie, der bei über 9 PetaByte bei einer 256GB SSD lag.

https://www.heise.de/newsticker/mel...-beendet-Exitus-bei-9-1-Petabyte-3755009.html

Und immer noch glauben Menschen an den schnellen SSD Tod, falls man da die Indizierung und SWAP Datei drauf lässt ;)

Allerdings sollte man doch eine Auge auf den MWI haben und die vom Hersteller spezifizierten P/E Zyklen als Maß nehmen, da alles was darüber hinaus geht halt dann der Data-Retention geschuldet ist, die je nach NAND Qualität entsprechend abnimmt.
 
juenger schrieb:
Allerdings sollte man doch eine Auge auf den MWI haben und die vom Hersteller spezifizierten P/E Zyklen als Maß nehmen,
Die vom Hersteller angegebenen TBW sind Schall und Rauch, die sind ja kein garantierter Wert, denn wenn die Garantie über die Zeit abgelaufen ist und die SSD ausfällt bevor die TBW erreicht sind, so schaut man trotzdem in die Röhre. Die MWI zu beobachten macht hingegen schon Sinn, aber man muss dann auch sicher sein können das die Qualität der NANDs stimmt und der MWI auch vernünftige Werte anzeigt.
juenger schrieb:
alles was darüber hinaus geht halt dann der Data-Retention geschuldet ist
Nicht unbedingt, die TBW wird ja meist künstlich gering angegeben, gerade bei SSDs deren Performance auch bei stärkerer Belastung so gut ist, dass sie sich von daher für den Unternehmenseinsatz eigenen würde. Die DRT ist zwar in der JESD218 bis zum Erreichen der TBW für Client SSDs mit 12 Monate bei 30°C Lagertemperatur spezifiziert, aber diese Spezifikation ist aus der Zeit bevor die Hersteller diese künstlich geringen TBW Angaben gemacht haben, die bezieht sich eher aus das Erreichen der spezifizierten P/E Zyklen als wirklich auf die TBW.

Die DRT kann bei so intensiver Nutzung also egal sein, die gilt nur, wenn die SSDs stromlos gelagert wird. Aber wird jemand der so viele Daten auf seine SSD schreibt das er wirklich die TBW oder gar die spezifizierten P/E Zyklen verbraucht hat, bevor er die Platte als zu klein oder zu lahm ausrangiert, diese dann mal eben ein Jahr unbenutzt liegen lassen? Mit wichtigen Daten darauf von denen es kein Backup gibt? Wohl kaum, die wird dann wohl so lange genutzt wie die fehlerfrei läuft, also die entsprechenden Werte im Rahmen sind und die Anwendungen auch keine Fehler ausgeben und dann ersetzt, wenn man sie eben nicht sowieso bei Erreichen der TBW, dem Verbrauch der Spezifizierten P/E Zyklen oder nach X Jahren z.B. aufgrund von firmeneigenen Vorgaben sowieso tauschen muss.
 
Holt schrieb:
Die vom Hersteller angegebenen TBW sind Schall und Rauch, die sind ja kein garantierter Wert, denn wenn die Garantie über die Zeit abgelaufen ist und die SSD ausfällt bevor die TBW erreicht sind, so schaut man trotzdem in die Röhre.
Naja, Schall und Rauch nun nicht gerade, die TBW Angabe sind Garantie einschränkende Angaben und da sollte man doch auf etwas höheren Wert achten. Und das man nach Ablauf der Garantie ohnehin keinen Anspruch mehr hat, sollte doch jedem klar sein, allerdings dimensionieren nicht alle die SSD Wahl nur nach der Garantiezeit.

Nicht unbedingt, die TBW wird ja meist künstlich gering angegeben, gerade bei SSDs deren Performance auch bei stärkerer Belastung so gut ist, dass sie sich von daher für den Unternehmenseinsatz eigenen würde.
Das sollte man in jedem Einzelfall prüfen, ob die geringere TBW Angabe nur vorhanden ist um Enterprise Anwender davon abzuhalten, oder ob der Hersteller eine sehr geringe TBW Leistung angibt, weil die SSD eben so schlechte NAND hat.

Ich bin schon echt gespannt, wann die ersten Dauerschreib Tests von QLC Flash verfügbar sind, und in welchen Bereichen die liegen, denn wenn man sich die oben erwähnten extrem Test der m4 usw. ansieht, hat sich das ganz schön weiterentwickelt.
 
juenger schrieb:
ie TBW Angabe sind Garantie einschränkende Angaben und da sollte man doch auf etwas höheren Wert achten.
Als Heimanwender nicht, denn als Heimanwender innerhalb der Garantiezeit sowieso nur einen Bruchteil der angegebenen TBW erreichen. Teilweise werden diese Angaben auch nur Werbung missbraucht und dann kauft man am Ende die schlechtere SSD, nur weil deren Hersteller eben mehr TBW angibt.
 
Holt schrieb:
Als Heimanwender nicht, denn als Heimanwender innerhalb der Garantiezeit sowieso nur einen Bruchteil der angegebenen TBW erreichen.

Klar, aber irgendwie verstehe ich nicht, warum Du dich immer auf die Garantiezeit kaprizierst?

Es geht doch nicht darum, daß die SSD gerade so die Garantiezeit überlebt, sondern imho darum, ein möglichst haltbares Produkt zu einem guten und angemessenen Preis zu kaufen. Nur weil eine SSD keine Garantie mehr hat, bedeutet doch nicht auch gleich diese entsorgen zu müssen.

https://www.sueddeutsche.de/wissen/...berg-an-elektromuell-waechst-rasant-1.3789993
https://futurezone.at/digital-life/...stoert-und-was-man-dagegen-tun-kann/400332525

Soweit man beim Kauf auf Qualität achtet, kann man eine ältere SSD ob nun auch noch mit 64 oder 128GB doch immer noch irgendwo sinnvoll verwenden, ob man die nun jemanden schenkt der nur hin und wieder surft, oder als Systemdrive in ein NAS einbaut oder auch als mobilen USB-Speicher weiterverwendet.

Eine meiner ersten SSDs mit 64GB läuft in einem kleinen Server, eine 128GB hat ein Bekannter in seinem Laptop im Einsatz und ist hochzufrieden damit. Und die laufen alle noch, obwohl die Garantie schon lange abgelaufen ist.
 
juenger schrieb:
Klar, aber irgendwie verstehe ich nicht, warum Du dich immer auf die Garantiezeit kaprizierst?
Weil die TBW Angaben bei den Consumer SSDs nur dazu da sind die TBW zusätzlich einzuschränken, die Garantie endet eben wenn die Zeit abgelaufen oder die TBW erreicht wurden, die SSD kann (und wird zumindest im Fall einer ordentlichen SSD) aber natürlich viel länger halten und viel mehr TBW aushalten.
juenger schrieb:
Nur weil eine SSD keine Garantie mehr hat, bedeutet doch nicht auch gleich diese entsorgen zu müssen.
Eben und damit man möglichst wenig Elektroschrott produziert, kaufe und empfehle ich ja auch nur SSDs von NAND Herstellern oder deren Tochterfirmen mit einem DRAM Cache. Da stimmt die Qualität der NANDs, der Support der Hersteller ist besser (auch bzgl. FW Updates), nach meiner Erfahrung zeigen deren S.M.A.R.T. Werte den Zustand ehrlicher an und im Alltag ist von den DRAM less SSDs nicht viel zu erwarten ist. (Nur die Intel Optane SSDs sind mit ihrem schnelle 3D XPoint als Medium eine Ausnahme und auch ohne DRAM Cache schnell, aber die spielen auch preislich in einer anderen Liga.)
 
Zurück
Oben