studieren oder Zertifizierungen machen?

Black Lion

Lt. Junior Grade
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Hi, ich brauch ma euren Rat,

also kurz zu meiner Person: ich bin 24, habe 2008 meinen Abschluss als Fachinformatiker/Systemintegration gemacht und habe in dem Betrieb dann noch gut 1 1/2 Jahre gearbeitet. Hauptsächlich Client- bzw. Anwenderbetreuung. Zur Zeit bin ich arbeitssuchend und stehe son bissl am "Scheideweg".

Ich habe mich die letzten Monate und auch schon, als sich die drohende Erwerbslosigkeit langsam abezeichnete, viel beworben und auch einige Vorstellungsgespräche gehabt, handfestes ist dabei bisher leider nich rausgekommen.

Da ich einfach keine Lust mehr habe, gezwungenermaßen Däumchen zu drehen frage ich mich, wie es nun weitergehen soll. Ich sehe da im Moment drei Möglichkeiten:

1. weiter bewerben und beten, dass dies doch noch zum Erfolg führt.

2. Zertifizierungen absolvieren (sollte ja über die Bundesagentur möglich sein), mir würde da zunächst sowas wie MCITP Windows Server 2008 Administrator vorschweben.

Ich denke, dass eine solche Qualifikation schon signifikant bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt bietet.

3. Bachelor-Studium im Informatikbereich. Das würde sicher auch die Tür zu vielen Stellenangeboten aufstoßen, ist aber nicht ganz ohne (vor allem da ich mit Mathe ein wenig auf Kriegsfuß stehe, was ja nunmal aber auch dazugehört). Hinzu kommt der finanzielle Aspekt, mit Bafög wird die Sache reichlich knapp :-/

Daher wollte ich auch zunächst erstmal eine Zertifizierung machen (MCTS Windows 7), da ich wie gesagt in der Clientbetreuung die meiste Erfahrung habe und das auch nicht zu lange dauert. Dadurch kann ich sehen, wie so eine Zertifizierung vonstatten geht und ob weitere sinnvoll sind.

Bis dahin wüßte ich auch, ob ich ggf. an der FH, an der ich mich beworben habe, angenommen werde und ob das finanziell zu stemmen ist (Stichwort Bafög-Antrag). Falls nicht, würde ich den Weg der Zertifizierungen fortsetzen.

Nun ist die Frage, was sinnvoller ist, Studium oder die Certs. Ich selber strebe jetzt keine "höhere" Anstellung à la Consultant o.ä. an. Ein "normaler" Systemadmin/-betreuer, oder wie immer man es nennen mag, würde mir genügen, aber auch dafür werden die Anforderungen ja nicht geringer.

Danke im Voraus :-)
 
H

Henkelskover

Gast
Weiterbildungen, wie hier die Zertifizierungen, sind immer gut. ABer wie schauts aus, kannst du nicht "nebenbei" machen?

Ich habe auch erste eine Ausbildung absolviert und bin jetzt in einem Bachelor-Studium. Klar es ist hart, vor allem auch die Umstellung wieder richtig zu lerne, aber es wird sich lohnen!

Zu Bafög kann ich dir nichts sagen, da ich ein BA (Duales) Studium mache...

Vllt wäre es auch das beste für dich, dich in diese Richtung BA-Studium zu bewerben.
Hier: http://jobs.trovit.de/jobs/ba-fachinformatiker-systemintegration-ausbildung
 

Fu Manchu

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Studieren!

Zertis haben eine befristete Gültigkeit, ein Studium hält das ganze Leben und befähigt dich auch bessere Positionen einzunehmen. Zertis nützen nur was für Adminjobs, Netzwerker und Strippenzieher oder Hotlinemitarbeiter und nach 2 bis 3 Jahren musst du die Prüfung wiederholen oder dich auf neue Betriebssysteme umstellen.
 

Wishezz

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nimm mit was du bekommen kannst.
ich bin selbst FISI und obwohl ich Arbeit hab will ich, wenn das Geld stimmt und die Karre abbezahlt ist nen Studium nebenbei machen zum Bachelor.
Und da du offensichtlich schon sofort anfangen kannst (finanziell) dann mach ;)
 

nospherato

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hm also ich kann dir sagen, dass du im info studium wenig mit deinem jetzigen wissen anfangen kannst...
auch wenn (seid mir nicht böse) ein bachelor studium ein schlechter scherz ist, im vergleich zu einem vordiplom..

ich würde dir empfehlen, mach dein mcitp und schau evtl. das du neben deinem beruf deine qualifikationen erhöhst (es gibt die möglichkeit dich bei der ihk weiter zu bilden mit projekten usw.
--> du hast deinen bachelor/master von der stufe her)

die mcts prüfungen sind auch nicht so schwer normal.. die win7 habe ich nicht gemacht, sondern damals die vista noch.. sehr easy.. wobei dir 1 prüfung eher wenig bringt. du solltest mindestens den kleinen mcitp in betracht ziehen.
 

PRV Joker

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Grade wenn du mit Mathe auf dem Kriegsfuss stehst (geht mir genau so), würde ich von einem IT Studium eher abraten. Denn dort sind, wenn ich mich nicht irre, die ersten 2 Semester Mathe auf Stufe Hardcore.
Ich habe mich aus diesem Grund damals gegen ein Studium entschieden.
Und da du auch keinen höher gestellten Job anstrebst, sollten die richtigen Fortbildungen ausreichend sein.
 

nospherato

Commodore
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also beim diplom waren es sogar die ersten 4 semester

zudem: bei den meisten firmen brauchst du in den it berufen kein studium mehr für führungspositionen (mittelstand! nicht firmen ala ms oder co;) ) sondern berufserfahrung usw.
 

SheepShaver

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@PRV Joker
Das ist auch wieder zu pauschal. Ich stehe selbst mit Mathe auf Kriegsfuss und habe trotzdem das Informatikstudium gepackt. Zugegeben, mann muss sich die ersten 2 Semester reinhängen (d.h. nicht erst eine Woche vor Prüfungen anfangen), aber es ist durchaus machbar und sollte keinesfalls KO-Kriterium sein. Mir haben auch viele Leute von Info abgeraten wegen dem hohen Matheanteil und ich bin heilfroh darüber, dass ich auf diese Leute nicht gehört hab.
Das Studium eröffnet einem sehr viel mehr Möglichkeiten als eine Ausbildung und wird mehr und mehr Vorraussetzung um im Berufsleben irgendwas zu erreichen (bevor jetzt wieder jemand kommt, ja es gibt Ausnahmen und Ausnahmen bestätigen die Regel ;)).
 
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haunt

Lieutenant
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Ich hab die Erfahrungen gemacht, dass der Bachelor Studiengang mal voll für die Füße ist ;)

Allerdings hab ich den halt auch und jetzt noch ein paar Zertifizierungen und jetzt schreib ich eh immer nur noch "Studium der Informatik" im Lebenslauf und nicht was für einen.

Kräht kein Hahn nach.

Vielleicht ist beides gut und oder dann den Master ;)
 

Black Lion

Lt. Junior Grade
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naja, also dass mir meine bisherigen Kenntnisse gar nichts nutzen kann man auch nicht sagen. Ich streben wenn dann ein Studium in Angewandter Informatik an, das beinhaltet neben Mathe und BWL-Kram erstmal hauptsächlich Info-Grundlagen, Programmierung, Datenbanken.

Und die letzteren Sachen gabs halt auch schon in der Ausbildung, natürlich nicht auf dem Niveau, aber ich weiß da in etwa, was mich erwartet. Die Frage wäre halt, wenn man sich voll reinkniet, ob man dann nicht auch den Matheanteil in nem Bachelor-Studium meistern kann.

Also meint ihr, wenn ich mich fürs Studium entscheide, wäre ein einziges Zertifikat zu machen eher sinnlos? Für den MCITP würde es bis Studienbeginn zeitlich nicht mehr ganz reichen.

Ich hab die Erfahrungen gemacht, dass der Bachelor Studiengang mal voll für die Füße ist ;)

Allerdings hab ich den halt auch und jetzt noch ein paar Zertifizierungen und jetzt schreib ich eh immer nur noch "Studium der Informatik" im Lebenslauf und nicht was für einen.

Kräht kein Hahn nach.

Vielleicht ist beides gut und oder dann den Master ;)
echt? kann man das so drastisch sagen? Was hat dich zu dieser Erkenntnis gebracht? Ich meine, ich lese in recht vielen Stellenanzeigen, dass ein Fachhochschulstudium Voraussetzung ist.
 
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[sauba]

Commander
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Erstmal möchte ich wissen, wieso der Bachelor Studiengang ein "Witz" sein soll. Leute die das behaupten haben - in der Regel - nie auf Bachelor studiert. Ich bin vom Maschinenbau-Diplom auf Maschinenbau-Bachelor im dritten Semester gewechselt, und das BachelorStudium ist einen Zacken härter als das Diplom.

Ich würde dir auch zum Studium raten. Aus finanzieller Sicht könnte ein duales Studium interessant sein, aufgrund der monatliche. Bezahlung.

Gruß,
[sauba]
 

nospherato

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ich habe auf diplom studiert und habe von paar kumpels jetzt die bachelor klausuren gesehen. und was sich da zeigt ist einfach, das vielen, was vorher detailiert behandelt worden ist, nun einfach stur abgearbeitet wird und das sehr oberflächlich.

ich wohne seit jahren mit genug studenten zusammen und kann dir versichern, dass alle die momentan auf bachelor studieren bei mir wesentlich mehr freizeit haben und auch wesentlich einfacher durchs studium kommen...schon alleine wenn man die durchfallquoten anschaut, sind diese teilweise um 25% runter gegangen (und nein das liegt sicherlich nicht an klügeren studenten).

ich will hier sicherilch niemand schlecht machen! bachelor ist sicherlich ein guter einstieg, allerdings sollte man das ganze halt nicht mal annähernd mit master oder diplom verwechseln, denn hier liegen welchen dazwischen.

@threadersteller
einzelne zertifikate bringen dir nur etwas, wenn du wirklich nur diese für ein aktuelle projekt benötigst, ansonsten finde ich, ist ein einzelnes zertifikat eher nutzlos...
wenn dann wie gesagt kleines mcitp.. sind glaube auch nur 3 oder 4 prüfungen. (großes sind ja 5)
aber unterschätz die nicht.. die 2008 prüfungen sind teilweise nicht ohne;)
 

[sauba]

Commander
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@ nospherato:

Also schaut man sich die offiziellen Durchfallzahlen an, ist das Gegenteil der Fall, gleiches gilt auch für Abbruchgründe und wenn man sich die zu leistende Wochenarbeitszeit ansieht. Weniger anerkannt ist Bachelor in der Tat, leichter wohl kaum. Jedoch neigen die Menschen in dieser Beziehung zu einer sehr emotionalen Diskussionsweise.

Um nicht zu sehr OT zu geraten:

Also bei der Einstellung wird sicher danach geschaut, ob du den Studiengang an Uni oder FH belegt hast, und mit welchem Abschluss. Nach 10 Jahren im Betrieb, so ist auch meine Erfahrung von dem was ich höre, ist es wirklich egal. Da zählt dann deine Leistung.

Gruß,
[sauba]
 

amdandre

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...ich wohne seit jahren mit genug studenten zusammen und kann dir versichern, dass alle die momentan auf bachelor studieren bei mir wesentlich mehr freizeit haben und auch wesentlich einfacher durchs studium kommen...schon alleine wenn man die durchfallquoten anschaut, sind diese teilweise um 25% runter gegangen (und nein das liegt sicherlich nicht an klügeren studenten)....

Hier ist eine Pauschalisierung aber einfach nicht zulässig! Das ist von Hochschule zu Hoschschule total verschieden.
Bei uns wurde z.B. der Diplomstudiengang nach der Umstellung auf Bachelor zu 95% in den Bachelorstudiengang gepackt. Was man aus Umfangsgründen nicht mehr als Pflichtfach anbieten konnte, wurde als Wahlfach angeboten und stand somit immernoch jedem zur Verfügung. Die Arbeitsbelastung ist dadurch gestiegen, man bekommt aber die selbe Menge Stoff vermittelt wie vorher und die Prüfungen haben sich auch nicht geändert.

Zum Thema, die technischen Informatiker haben mit uns die ersten drei Semester Mathematik und wir hatten im 3. Semester mit den Info-Erstsemestern zusammen Programmierung. Bin zwar Energietechniker, habe aber trotzdem einen Hang zur Programmierung. Auch meine Bachelorarbeit dreht sich momentan darum.
Ich denke eine Informatikstudium kann nicht schaden. Die Idee mit der BA ist denke ich nicht verkehrt, schau dich um, such dir die richtige (!) Hochschule aus, damit du nicht so einen Studiengang erwischt, die es offensichtlich bei [sauba] gibt ;-)
 
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Black Lion

Lt. Junior Grade
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BA is schon wieder sone Sache, da muss man sich bewerben und dann auch erstmal genommen werden. Da dürfte die Konkurrenz noch ne Ecke schärfer sein. Und man hat natürlich in gewisser Weise ne Doppelbelastung. Dafür hätte man weniger "monetäre Schwierigkeiten" ;-)

Aber ich denke, ins. is ne "normale" Fh eher was für mich.
 

haunt

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@subba:
Bachelor ist in der Hinsicht ein Witz als das der Abschluß einer ist. Ich hab selber auf Bachelor studiert und danach keine Lust mehr aufs Studium gehabt ( 54 Klausuren in 6 Semestern! )

@Black Lion:
Wenn Du Lust hast zu studieren, dann mach das weil:
a) geile Zeit
b) bringt es Dir was bei deinen Anstellungen

Allerdings solltest Du eventuell gleich den Master mitnehmen. In der Zeit vielleicht irgendwo direkt im Betrieb als Studentische Aushilfe. Da kann man auch nett verdienen :-)

Wenn Du aber lieber arbeiten willst, bringt Dir eine Zertifizierung auch etwas. In meinem Bereich zum Beispiel wiegt die Zertifizierung fast alles auf. ( SAP )
Ohne die Technical Consulting Certi, darfste ( theoretisch ) gar nicht ans System.

Aber in meiner Firma sind viele ohne Studium die sehr gute Arbeit bei gutem Gehalt machen....

Kommt halt immer drauf an, wo Du hinwillst. Wo willst Du denn hin?
 

Black Lion

Lt. Junior Grade
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tja, das is heutzutage schwer zu beantworten. Ich stelle eben fest, dass n FH-Abschluss bei vielen Stellen nötig ist. Außerdem wurde ja schon richtig bemerkt, den Abschluss hat man dann fürs Leben (dass man sich nicht drauf ausruhen kann is auch logisch).

Was du allerdings mit "geiler Zeit" meinst, is mit nich ganz klar. Ich dachte, n Studium wäre in erster Linie ne große Plackerei und mit Entbehrugen verbunden, inwieweit kann man da Spaß haben? (mir ist schon klar, dass einem das Studium an sich Spaß machen muss, aber letztlich isses ja nun doch ne ziemliche Arbeit)
 
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