Studium nach Studium?

lalas schrieb:
... Wenn man also den Bafög-Höchstsatz nimmt (zu meiner Zeit EUR ~650,-) so kann man davon nur eben so über die Runden kommen.....

Bafög Höchstsatz zu bekommen heißt nicht sich darauf auszuruhen, man muss trotzdem noch nebenher arbeiten. :rolleyes:
Und nur so über die Runden zu kommen ist als Student doch ok, was willst du denn sonst? Luxus während der Ausbildung? Auch hier gilt das mit den Lehrjahren und den Herrenjahren.

lalas schrieb:
...Die Folge waren am Ende des Studiums eine Verlängerung von etwa 3 Semester wegen dem blöden Nebenjob....

Das ist doch kein Beimbruch, du hast trotzdem studieren können und es abgeschlossen. Die Regelzeit einzuhalten wäre schön, ist aber keine zwingende Voraussetzung.

Und klar ist es empfehlenswert ohne Nebenjob ein Studium zu bestreiten. Aber wenn man alles machen würde was empfehlenswert ist ... ;)

Das einzig empfehlenswerte ist es ein Studium zu bestreiten; es ist nicht empfehlenswert sich über die Umstände wie Bafög oder Nebenjob zu beklagen, weil es das Normale ist und IMO auch so ok ist. Wir können doch nicht auf die schielen die es ohne schaffen, sondern müssen unser eigenes Leben eigenverantwortlich leben.
 
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lalas Punkt ist nicht unwichtig finde ich.
Bin auch erst mit 28 mitm Studium durch gewesen weil ich nebenbei viel arbeiten musste.
Meine Freundin is mit 27 fertig aber hat über 15k schulden für Studienkredite.. bei mir ist es deutlich weniger aber dafür habe ich wegen der Jobs länger gebraucht.

Klar, wenn ich mein Gehalt jetzt mit ausgebildeten aus meinem Abijahrgang vergleiche siehts toll aus und die wären evtl neidisch. Dass die aber schon seit locker 4 Jahren an einem Eigenheim abzahlen während wir auch mit 30 noch nicht Studiums-Schuldenfrei sein werden sieht dabei keiner...
Studenten verdienen eben erst VIEL später, haben oft schulden und verdienen auch nicht pauschal übermäßig viel mehr. Nicht jeder ist danach topbezahlte Fachkraft oder Manager. Leute mit einer Ausbildung sehen nur ein unerreichbares Einstiegsgehalt bei Studenten aber vergessen, dass sie mit Berufserfahrung nun (zu recht) ähnlich viel verdienen. Die wenigsten Studenten können schon wirklich anerkannte Beufserfahrung während des Studiums sammeln die sich auch in einem höheren Gehalt niederschlägt.

Es gab neulich in einer der größeren Zeitschriften (spiegel? zeit? focus?) eine gegenüberstellung vieler Berufe bezüglich des Gehalts wo all diese Faktoren vernünftig berücksichtigt wurden und es gab nur wenige Studiengänge wo beim Renteneintrittsalter wirklich mehr Netto verdient wurde als mit ner Ausbildung zB als FachInfo, Buchhalter oder Finanzamts-Beamter.

Ich will jetz nich rumweinen, denn meine Studiumszeit war ne tolle Sache für sich (statt 40h Woche) und jetzt als fertiger Informatiker hab ich auch leicht reden aber ich kann gut verstehen dass schlecht verdienenden Akademiker (klick) im nachhinein nur mittelmäßig zufrieden sind.

Ich würde diese Entscheidungen vor allem nicht nur aufs Geld reduzieren. Mit einem Studium ist man bei der Berufs und Arbeitgeber wahl einfach flexibler. Dh nach einer Ausbildung mit Anfang 20 beginnt man einen Beruf den man bis 67 ausübt - als Student hat man bis Ende 20 zwar extrem wenig Geld aber ein nettes Leben und später vielleicht auch nicht viel mehr Geld aber dafür mehr Möglichkeiten sich beruflich zu verändern.
 
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FredSpyker schrieb:
Ich weiß, ist mir durchaus bekannt, ein paar Stunden in der Woche ;-) Um sich die alltäglichen oder notwendigen Dinge kaufen zu können, leben kann man davon sicher nicht, geschweige denn eine Wohnung/Auto etc. davon bezahlen! ;-)
Ging eigentlich recht gut. Habe wärend des Semesters auf 400€ Basis gearbeitet und in den Semesterferien Vollzeit. Damit hatte ich genug Geld um ziemlich komfortabel zu leben. Natürlich ohne Auto und gewohnt habe ich im Studentenwohnheim.

@Topic
Ich habe auch zwei Studiengänge hinter mir: einmal BWL und dann Informatik. Bin dadurch zwar erst mit 30 wirklich voll ins Berufsleben eingestiegen, aber dadurch, dass ich wärend meines Zweitstudiums bereits in der Softwareentwicklung gearbeitet habe, relativiert sich das. Im CV kann man das durchaus als Berufserfahrung angeben.
 
lalas schrieb:
Ich habe ebenfalls studiert. Habe den Höchstsatz Bafög bekommen und bin nebenbei 20 Stunden pro Woche arbeiten gegangen.
Die Folge waren am Ende des Studiums eine Verlängerung von etwa 3 Semester wegen dem blöden Nebenjob.
Ich konnte pro Semester 2-3 Fächer nicht belegen weil die Vorlesungen zu meiner Arbeitszeit stattfanden.
Dazu Bafög-Schulden von mehreren Tausend Euro, welche glücklichweise nicht auf einen Schlag zurückgezahlt werden müssen.

Alles in Allem kann ich nur jedem empfehlen, nach Möglichkeit ohne Nebenjob zu studieren damit man einfach schneller fertig wird und somit früher Geld verdient und weniger Bafög in Anspruch nehmen muss.

Du hättest dir nur einen Nebenjob mit anderen Arbeitszeiten suchen müssen, fertig!
20 Stunden die Woche? Die schaffe ich manchmal in 2 Tagen! Da widerspreche ich dir nicht wenn du empfiehlst nicht Nebenbei arbeiten zu gehen, wer will das nicht :D
Nur klappt das leider sehr selten, und das ist auch gut so, denn wie will man denn mit 30 Jahren erfolgreich in die Arbeitswelt entlassen werden, ohne vorher wichtige Erfahrungen in Nebenjobs gemacht zu haben!?? Das ist wie mit einem Langzeitarbeitslosen, der kommt nach 5-10 Jahre Arbeitslosiglkeit auch nie wieder richtig in das Berufsleben zurück, wie denn auch?
 
Ihr solltet nicht so optimistisch sein;

Man findet nicht "einfach so" einen Studenten-Job wo die Arbeitszeiten passen. Meine Vorlesungszeiten waren verteilt im Zeitraum 8:00 bis 17:00.
Natürlich nicht jeden Tag, aber mein Arbeitgeber wollte auch eine halbwegs zuverlässige Aussage, wie ich denn nun arbeiten könnte.

Meine Arbeitszeit war dann an 5 Tagen pro Woche von 16:00-20:00. In den Semesterferien habe ich Überstunden gemacht um bei den Klausurvorbereitungen z.B. nicht/wenig arbeiten zu müssen.
Bedeutete die komplette Woche eine Tag von 08:00-20:00. Erst Vorlesungen, dann in die U-Bahn und zur Arbeit.
Ich war dann gegen 21:00 zuhause. An Lernen war da selten zu denken, dass habe ich komprimiert am Wochenende nachgeholt. Auch das kann nicht jeder, bei mir klappte es glücklichweise ganz gut.

Natürlich gibt es in Städten wie Berlin, Hamburg, etc. ein großes Angebot an Studentenjobs. Aber dort gibt es auch eine entsprechende Anzahl Bewerber auf diese Stellen.
Und es gibt nichts schlimmeres als ein Studium zu beginnen und dann Zeitdruck zu haben einen job zu finden, weil es sonst finanziell eng wird.
Sehr belastend wenn man die Wochen zählt bis das Ersparte aufgebraucht ist. Ich hatte Glück und habe 2 Monate vorher einen job gefunden. Als Informatik-Student gab es viele Stellen zum bewerben.
Ich will mir nicht ausmalen welche Chancen ein Student der Religionswissenschaften o.ä. hat. Da bleiben nur die Stellen bei Burger King und Co....
 
@Fred Spyker

Niemand hat dich gezwungen mit 15 zu arbeiten. Wenn du dich dafür entschieden hast, ist das deine Sache. Du kannst mir nicht erzählen, dass man sich in DE ein Studium nicht leisten kann. Es gibt kaum ein Land, indem ein vergleichbares Studium billiger wäre als hier. Es gibt BAföG. Es gibt Nebenjobs. HIWI Stellen. Stipendien für Härtefälle. Und wer immernoch Geld braucht, nimmt eben einen Studienkredit auf. Die bekommt man heute relativ problemlos, zu extrem niedrigen Rückzahl-Zinsen und der Beginn der Rückzahlung ist oft erst nach 7 Jahren. 3 Jahre Bachelor-Studium, und 4 Jahre Job -> das Geld zum zurückzahlen sollte locker monatlich aufbringbar sein. Auch wenn du den Master machst.

Wer behauptet, er könne sich in D ein Studium nicht leisten, hat sich schlichtweg nicht gut genug informiert.

Dann startet man eben mit 10-15 Riesen Schulden im Job. Wen interessierts, man ist dann in der Regel erst mitte Zwanzig wenn man anfängt zu arbeitne. Die Schulden hat man dann locker nach 4-5 Jahren zurückgezahlt, wenn man nicht gerade etwas völlig realitätsfremdes studiert hat.

Bafög höchstsatz (625 EUR) + Kindergeld (154 EUR) + HIWI Job (20h/Monat, kann jeder student locker zeitlich unterbringen, 220€). Macht insgesamt knapp 1000€. Wer damit monatlich als Student nicht hinkommt, macht tierisch was falsch. Und hier sind noch nicht einmal richtige Nebenjobs, Stipendien, oder die möglichkeit eines Studienkredits miteinbezogen.

Just my 2 cents als Student. Niemand muss in D aus finanziellen Gründen auf das Studium verzichten.


PS: Man braucht noch nichtmal einen richtigen Nebenjob. Viele Studenten machen auf einfach HIWI Jobs, mit 20h / MONAT (nicht woche!!). Das sind dann etwa 3 Tage im Monat, an denen man mal was arbeitet. Kriegen sogar die BWL Studenten der Uni Mannheim hin, die nun wirklich ein vollgeklatschtes Programm haben.
 
lalas schrieb:
.... Meine Vorlesungszeiten waren verteilt im Zeitraum 8:00 bis 17:00.... aber mein Arbeitgeber wollte auch eine halbwegs zuverlässige Aussage, wie ich denn nun arbeiten könnte.....

Es gab doch bestimmt feste Zeiten verteilt über die Woche, so das man planen konnte um zuverlässig zu arbeiten. Oder wurden die Vorlesungen spontan jede Woche neu verteilt?
 
Nein das wahr natürlich pro Semester fest, aber es gab dann Beispielsweise Wochen die etwa so aussahen:

Montags 08:00-14:00 Vorlesungen
Dienstag 08:00-10:00 und 14:00-17:00
Mittwoch 10:00-12:00 und 15:00-17:00
Donnerstag 15:00-17:00
Freitags 08:00-12:00 alle 2 Wochen dann aber 12:00-14:00

Es war also durchaus üblich das es Gruppenaufteilungen gab mit wöchentlich wechselender Einteilung und (das war das schlimmste) Vorlesung morgens, dann 2 Stunden Pause und anschliessend weitere Vorlesung.
In den 2 Stunden konnte man nicht wirklich was machen. Ich bin nicht der Typ gewesen, der sich 2 Stunden in die Mensa setzt und was lernen kann.

Ein Plan wie er oben beispielhaft steht, führt dazu das ich eben nicht die ganze Woche zu den gleichen Zeiten arbeiten kann, ausser ich belege nicht die Fächer welche aus den Kernzeiten abweichen.
In meinem Fall habe ich die Fächer welche erst nach 14.00 Vorlesungsbeginn hatten einfach mal nicht belegt.
Das waren dann in den Semester jeweils 2-3 Fächer. Und dann musste man hoffen, das im Folgesemster die Vorlesungszeiten für die nicht-belegten Fächer besser liegen.

Aber das obige sollen keine Hindernisse für ein Studium sein. Es ist ein Problem der Hochschulverwaltung/-politik, welches jeder Student hat.
Wenn ich aber mein Studium (worauf sich all meine Konzentration richten sollte) noch durch Rahmenbedingungen erschwert wird _und_ ich noch nebenbei arbeiten muss, dann ist das für manchen sher belastend.
Wenn man also einen starken finanziellen Hintergrund hat, kann man diese ganzen Problem viel gelassener angehen.

Letzendlich kann man doch sagen, dass es eine Unmenge an Faktoren gibt, die ein Studium verhindern.
Armut, soziales Umfeld, Bildung sind alles Faktoren die ein Studium nicht begünstigen. Und das ist ein Fakt den jede Studie so auch bestätigen wird.
 
lalas schrieb:
...Letzendlich kann man doch sagen, dass es eine Unmenge an Faktoren gibt, die ein Studium verhindern.
Armut, soziales Umfeld, Bildung sind alles Faktoren die ein Studium nicht begünstigen. Und das ist ein Fakt den jede Studie so auch bestätigen wird.

Nein, es gibt IMO nur die eigene Einstellung und den eigenen Missmut der verhindert das man studiert.

Armut - dafür gibt es Bafög, Jobs und Studentenkredite
Soziales Umfeld - kann man verlassen, das wechselt eh komplett während des Studiums
Bildung - klar, man sollte die Schule abgeschlossen haben, aber ein Studium ist auch ohne Abi möglich

Alles Faktoren die man ändern und beeinflussen kann, man sollte nur seinen Arsch erheben!

lalas schrieb:
Ihr solltet nicht so optimistisch sein....

Genau das sollte man immer sein. Du bist zu pessimistisch. Es gibt wohl nur wenige Länder in denen man leichter ein Studium bestreiten kann, keine/kaum Gebühren, staatliche Unterstützung oder private Kredite und die Möglichkeit auch nebenberuflich zu studieren.

Du solltest deine Energie nicht mit Ausreden verbrauchen, sondern mit der Suche nach Möglichkeiten. Keine Probleme wälzen, in Lösungen denken ;)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Du bist noch jung also kannst du ruhig was Neues ausprobieren.. Ich persönlich hab auch zwei verschiedene Sachen studiert ( Publizistik und Slawistik). Mit Slawistik hab ich im Moment nichts zu tun aber immerhin hab ich zumindest eine Alternative..
 
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