Slainer schrieb:
Weshalb CO:E33 das eindeutig "bessere" Rollenspiel ggü KCD2 ist, liegt doch auf der Hand:
Die Mannigfaltigkeit der Möglichkeiten, wie man die Charaktere, deren Skills, deren Waffen, (und Pictos) kombinieren kann ist ungleich Höher und tiefer als es KCD2 je sein könnte.
Dazu müsste man aber einheitlich definieren, was ein Rollenspiel ist und was die wichtigsten Mechaniken sind. Wenn Du viel Spaß an Skilltrees, Builds und Angriffstaktiken in der Gruppe hast, dann wird E33 das bessere Rollenspiel für Dich sein.
Für mich ist das nicht so interessant, ein Grund, warum ich bisher auch noch nie Soulstitel gespielt habe. Wenn, dann mag ich solche Mechaniken eher in rundenbasierten Kämpfen wie in X-Com, wo Deckung und Taktik im Feld eine wichtige Rolle spielen.
Für mich ist in Rollenspielen wie KCD u.a. der hohe Freiheitsgrad und die Immersion wichtig. Ich kann die als Spieler voll in die Rolle "Heinrich" schlüpfen und das Spiel aus meiner Perspektive spielen. Ich folge dann oft nicht nur den Quests und Aufgaben, sondern denke mir selbst Aufgaben aus.
Wenn eine schwierige Aufgabe oder Kampf ansteht, bereitet mein Heinrich am Abend alles vor, repariert die Rüstung, schärft die Waffen, wäscht alles, geht noch mal in die Stadt für ein paar Besorgungen und bringt das Pferd in die Stallung zum striegeln, kehrt noch mal ein und isst sich ordentlich satt, bereitet Tränke vor und geht dann früh ins Bett. Dann stellt er die Ausrüstung für den Tag zusammen und nimmt natürlich nur mit, was er auch wirklich benötigt. Wenn klar ist, wo es am nächsten Tag hin geht, kundschaftet er natürlich vorher alles mal aus. Das kann eine gute Stunde dauern, bis die Wälder rund um die einzunehmende Festung und das Gelände erkundet wurde.
Klar, das mache ich nicht 100% konsequent von Anfang bis Ende, aber immer wieder, wenn ich Lust habe.
Es gibt aber auch noch andere Mechaniken, die ich unter Rollenspiel subsumiere. Die Entscheidungsbäume inkl. der tragenden Konsequenzen. Die Mass Effekt Reihe steht da bei mir ganz oben in der Liste, aber auch Fallout (vor allem die ersten Teile) hatten viele Entscheidungsmöglichkeiten und Freiheitsgrade, wie man das angeht. Wenn mich ein Rollenspiel so richtig packt, dann spiele ich später z.B. gerne auch den "Barden", der mit Eloquenz und Überzeugungskraft, gespickt mit Schlitzohrigkeit ohne Blutvergießen ans Ziel kommt. Geht das in Claire Obscure, nur Redekunst nicht kämpfen überhaupt?