News Trump-Administration: KI-Firmen wie OpenAI, Google und Co. sollen für Energiekosten zahlen

@heroesgaming
Die EE-Loobby ist in den USA deutlich kleiner und finanziell schlechter aufgestellt als die Ölindustrie. Politik wird dort ausschließlich mit Geld gemacht. Mit Verstand hat das (leider) nichts zu tun.

Kapitalismus ist dort nicht nur das Wirtschaftssystem, es ist gleichzeitig auch Kultur.
Du hast ein Hobby, z. B. Stricken? "Du könntest Socken/Schale/etc. stricken und die verkaufen."
Du hast einen Rasenmäher? "Du könntest bei den Nachbarn gegen einen Obolus mähen."
Du hast (für US-Verhältnisse) ein kleines Auto? "Du bist arm."
Und das geht da nur so.
Ehrlich gesagt, verstehe ich nicht, wie die das da drüben aushalten. Da bekommt man doch in kürzester Zeit einen Koller.
 
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Krik schrieb:
Da bekommt man doch in kürzester Zeit einen Koller.
Nicht zwangsläufig. Kann ja auch nochmal extra motivieren, etwas aus sich zu machen, um dann ein größeres Auto in der Garage zu haben. :) Es ist schon vorteilhaft Menschen um sich zu haben, die selber auch was erreichen wollen. Das strahlt auf einen ab.
 
Krik schrieb:
Da ist wohl was dran. Ich kannte zu Abiturszeiten einen jungen Amerikaner, der zwar mit seinen Eltern nach Deutschland gekommen war, um hier zu leben, und auch ganz klar nicht besonders gut situiert, viel Geld also nicht notwendiger gewöhnt war.
Trotzdem (oder gerade deshalb?) konnte man mit ihm kein Gespräch führen, ohne dass er einem vortrug, wie es sein Lebensziel sei, reich zu sein, und welche Pläne er habe, um dieses Ziel zu verwirklichen. Es gab praktisch kein anderes Thema und er konnte generelles Desinteresse an geldbezogenen Konversationen genauso wenig verstehen wie den Unwillen der Deutschen, offen ihr Einkommen und ihre finanzielle Situation zu diskutieren. War damals schade, er war nicht wirklich ein unangenehmer Kerl, aber in seinem Horizont aufgrund dieser Versessenheit schon ziemlich eingeschränkt.

Nunja, jedenfalls hast du sicherlich recht. Macht die Entscheidung aber eben nicht weniger schizophren, denn den finanziellen Interessen der meisten Branchen und der Amerikaner im Allgemeinen läuft es ja dennoch zuwider, Energie sehenden Auges auf diese Weise zu verteuern. Dass KI-Unternehmen die Energieversorgung ihrer Rechenzentren in ihre Investitionen einschließen sollen, könnte zwar dennoch eine sinnvolle Maßnahme sein, im Prinzip könnte man das ja als Beteiligung dieser Unternehmen an der Versorgung der Allgemeinheit aus deren massivem Kapitalstock ausgestalten. So formuliert klingt das ja fast schon nach einer anti-amerikanisch sozialistischen Maßnahme.

Nichtsdestoweniger laufen sich beide Bestrebungen (Verhinderung des Ausbaus der Erneuerbaren auf der einen, eigene KI-Kraftwerke auf der anderen Seite) halt zuwider und sind gesamtstrategisch eine Farce. Und starke Öl-Lobby hin oder her, Biden war seinerzeit nicht derart kurzsichtig.
 
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Kuristina schrieb:
Es ist schon vorteilhaft Menschen um sich zu haben, die selber auch was erreichen wollen. Das strahlt auf einen ab.
Grundsätzlich nicht verkehrt, allerdings sieht es in den USA so aus.

Total Debt: $18.8 trillion in Q4 2025, with a $740 billion increase over the year.

70% davon sind mortgage, die CC Schulden liegen bei 1,13 Billionen, bei knapp 25% durchschnittlichem Zinssatz.
 
@Alphanerd Ich hab ja nicht gesagt, dass man über den eigenen Verhältnissen leben soll. Aber man kann versuchen, diese Verhältnisse zu verbessern, um sich mehr leisten zu können, ohne Schulden zu machen. Ich halte auch hierzulande nichts von Ratenkäufen. Ich kann mir etwas leisten, oder ich kann es nicht.
 
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karamba schrieb:
...
Und eines ist irgendwie klar. Wenn haufenweise neue Stromfresser Strom wollen, dann ist es für die Preise nicht so gut, wenn man solche Bauprojekte ausbremst. Aber ist halt doof, wenn man dann von seinem schwachsinnigen Feldzug gegen die Erneuerbaren abrücken muss. Wäre ja ein weiteres Eingeständnis von Unfähigkeit.
Ein großes Problem ist die Unterstellung der eigenen Meinung als die Absicht eines anderen. Das ist leider der Standard in der Debatte, da man so die eigene Ideologie stärkt. Wenn man ausrechnet das etwas einen negativen Effekt hat, dann kann man dagegen sein ohne grundsätzlich eine ganze Technik abzulehnen. Es ist kein Feldzug, wenn man theoretisch und dann bestätigt in der Realität erkennt, das etwas nicht funktioniert. Ich sehe es immer noch als Geboten, erkannte Fehler zu beheben. Den Fehler nicht zu verstehen und das Handeln des anderen dann als schwachsinnigen Feldzug zu beschreiben lässt einen in der Sackgasse stecken.
 
Farrinah schrieb:
Sieht man ja in Deutschland wie Günstig unsere Energiepreise geworden sind nach dem Ausbau der Erneuerbaren Energien.
Ideologie trifft Realität.
Das wäre ein Argument, wenn die Energiepreise sämtliche Gestehungskosten und Folgekosten enthielten. Da das aber nicht der Fall ist - und das ist er nirgendwo - spiegeln Energiepreise eben nicht die Realität wieder. Die Energiepreise sind ein rein künstliches Produkt aus realen Kosten, Subventionen und weitgehend ignorierten Folgekosten.
Und nein, das ist keine Ideologie, sondern differenziert betrachtete Realität. Ideologie ist, wenn man sich die Welt so zurecht legt, wie es einem halt gefällt und dabei die Hälfte ausblendet.
Ergänzung ()

DarkSoul schrieb:
Komisch, und ich hätte schwören können, dass in Deutschland das eine der Megagründe für die hohen Stromkosten ist... naja, wenn Realtität auf Theorie trifft, tun sich halt manchmal Abgründe auf.
Wer sagt, dass die Stromkosten hoch sind? Sind sie im Vergleich zu anderen Ländern vielleicht. Warum sind sie in anderen Ländern günstiger? Weil er durch Subventionen und ignorierte Folgekosten künstlich niedrig gehalten wird.
Schon lustig, wenn man sich als Realitätchecker sieht, dabei aber Subventionen und Folgen des Klimawandels, Atomkraftrückbau, Atomenlagerung, Gesundheitskosten, etc. pp. ausblendet. Für mich ist diese Scheuklappensichtweise eher Ideologie.
Ergänzung ()

Hovac schrieb:
Du siehst doch welche Erzeugung die Konzerne real wählen, der Markt regelt es also bestens. Oder willst du den Konzernen etwa vorwerfen nicht rechnen zu können.
Wenn die Konzerne die Folgekosten solidarisieren können, stimmt die Kalkulation halt nicht.
Ergänzung ()

Hovac schrieb:
Ein großes Problem ist die Unterstellung der eigenen Meinung als die Absicht eines anderen. Das ist leider der Standard in der Debatte, da man so die eigene Ideologie stärkt. Wenn man ausrechnet das etwas einen negativen Effekt hat, dann kann man dagegen sein ohne grundsätzlich eine ganze Technik abzulehnen. Es ist kein Feldzug, wenn man theoretisch und dann bestätigt in der Realität erkennt, das etwas nicht funktioniert. Ich sehe es immer noch als Geboten, erkannte Fehler zu beheben. Den Fehler nicht zu verstehen und das Handeln des anderen dann als schwachsinnigen Feldzug zu beschreiben lässt einen in der Sackgasse stecken.
Wovon faselst du? Es ist irgendwie klar, dass die Nachfrage nach Energie steigt, aber aus ideologischen Gründen fast fertige(!) Erneuerbare Anlagen blockiert werden, dass das einen negativen Effekt auf den Preis hat. Und das man das Leuten wie Trump erklären muss, die ansonsten freie Märkte feiern, das ist die Ironie dabei.
 
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