Obwohl ich zu den etwas älteren Semestern der hiesigen User gehöre, kann ich euch im Hinblick auf euren Frust sowie euren Ärger verstehen. Sicherlich ist eine, sich scheinbar ausweitende Zensur alles andere als eine postivie Botschaft.
Man kann sein Augenmerk sicherlich von einer Partei abwenden, wenn einem das entsprechende "Wahlprogramm" persönlich nicht zusagt. Aber sollte man hinsichtlich der wohl wichtigeren Probleme in Deutschland nicht auch den Rest des Wahlprogramms berücksichtigen?
Wie sieht es mit der Abschaffung von 1€-Jobs aus, die wohl wirklich zahlreiche feste Arbeitsplätze wegnehmen?
Wie wäre es mit der Einführung eines Mindestlohns für Nicht-Fachkräfte, was wiederum beinhalten würde, dass wirkliche Fachleute ebenfalls mehr Geld bekommen?
Wie wäre es mit der Abschaffung der mittlerweile weitverbreiteten Zeitarbeitsbuden, die man seit einigen Jahren sicherlich nicht mehr als "Sprungbrett" ins Berufsleben bezeichnen kann, zumal sie nahezu eigenständige Firmen geworden sind?
Was ist aus den Sprüchen von vor einigen Jahren noch geworden: "Spritpreise rauf auf 5 DM" "...und es reicht, wenn der Deutsche nur alle 5 Jahre in Urlaub fährt"?
Wie wäre es, wenn dem kleinen Arbeiter mal wieder das zukommen gelassen würde, was ihm zusteht, anstatt sich die Bonzen von Jahr zu Jahr immer weiter die Taschen vollstopfen?
Ich meine,... Sicherlich kann man sich über die jeweiligen Absichten der Union aufregen; ja, auch mich nervt diese "unbedachte" Zensurabsicht allmählich. Aber glaubt ihr wirklich, dass eine anderweitige Partei, insbesondere gerade diese, die seit gerade mal gut ein paar Tagen bestehen, alles vollkommen anders machen würden? Glaubt ihr nicht auch, dass sich eine solche Partei, sofern sie sich im Bundestag etabliert hat, nicht auch nur die Taschen vollmachen möchte?
Wir Wähler sind im Bezug auf unsere Stimme sicherlich auf das beschränkt, was uns das jeweilige Wahlprogramm der einzelnen Parteien glauben schenken möchte - die Realität der Umsetzung sieht, wie bereits angemerkt, dabei meist ganz anders aus. Ich bin mir mittlerweile nicht mehr wirklich sicher, ob es Sinn macht, wählen zu gehen oder es bleiben zu lassen. Sicherlich verschenkt man mit einer Enthaltung seine Stimme einer Partei, die man grundsätzlich wohl nicht in die engere Wahl einbezogen hätte, aber das Wort "Wahlbetrug" geht uns Deutschen seit einiger Zeit auch schon nicht mehr aus dem Kopf - wenn auch hinter vorgehaltener Hand.
Ich möchte hiermit nun keine unnötige Diskussion lostreten, aber ich denke, dass wir, abgesehen von der hier besprochenen Zensur (etc.), durchaus auch andere, vielleicht gewichtigere Probleme in Deutschland haben, mit denen sich vielleicht nicht jeder aktiv auseinandersetzen muss.
Zu berücksichtigen... Über 13,9% der Deutschen leben bereits unterhalb der Armutsgrenze!
Oder in eurem eigenen Sinne... Wie wäre es mit der Abschaffung der Studiengebühren, dafür aber eine befristete Studienzeit (reguläre Studienzeit + max. 1 Jahr / Zusatzqualifizierung)? <-- Mal als Beispiel zu betrachten!
Und ich habe hier auch noch niemanden gesehen, der sich über die Idee aufregt, dass Zigaretten aus dem Automaten in Kürze 5€ kosten könnten - so wenige Raucher unter euch, oder stopft ihr alle?
Nichts für ungut, aber man sollte durchaus auch die anderen herrschenden Probleme in Deutschland berücksichtigen und nicht immer nur diese, die die eigene Person betreffen. Nicht als Vorwurf aufzufassen!