Unterschied Consumer <-> Server SSDs

Avenger84

Lt. Commander
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Hallo, ich bin auf die Enterprise bzw. Server SSDs von Samsung gestoßen.

Weiß Jemand wo der große Unterschied liegt ?

Es gibt diese genauso wie die Consumer SSDs mit TLC oder MLC.

Der Controller nennt sich anders (MJX <-> Phoenix).
Haltbarkeit (laut Datenblatt) sind gleich.
Die 860 Pro ist jedoch schneller.

Preislich finde ich die PM983 MZ1LB1T9HALS-00007 ganz interessant. 1.9TB für 365€. siehe

Kann mir kaum vorstellen dass eine 860 Pro im 24/7 Betrieb versagen sollte. Aber irgendwas muss ja anders sein.
 
Die PM983 ist eine OEM-SSD.
Für diese bekommst Du als Endkunde KEINE Firmwareupdates.

Sie geht z.B. an Serverhersteller, wird dort direkt verbaut und auch vom Serverhersteller mit Updates versorgt.

Du vergleichst übrigens eine M.2 NVMe SSD (Dein Link) mit einer normalen Sata-SSD (860 Pro).
Wenn der Vergleich korrekt sein müsste, müsstest Du die 970 Pro/Evo als Vergleichswert nehmen.
Und die hat ebenfalls den Phoenix-Controller.
Die PM983 hat aber entgegen der 970 Evo/Pro KEINEN Ram-Cache!

Die PM983 hat eine TBW von 1.366 PetaByte die 970 Evo 1.2 PetaByte
(die Angaben bei CSV-direkt mit TBW: 2.733PB sind falsch! hier der Link direkt zum Hersteller)

Die IOPS-Anzahl beim 4K Schreiben ist bei der PM983 mit 38K unterirdisch, da sind viele Sata-SSDs schneller.
(siehe oben, kein Ram-Cache)
Eine 970 Evo hat z.B. 480k IOPS eine 860 Evo kommt auf über 80k IOPS

Ausserdem sei Vorsichtig:
Es ist bei CSV-direkt ein Bild einer M.2 SSD der Größe 2280/22100 beigefügt.
Hier steht aber als Formfaktor: NF1!
Der ist breiter, passt nicht auf normale Consumer-Boards (30 anstelle 22mm Breite).
https://www.heise.de/preisvergleich...80gb-mz1lb960hajq-00007-a1870474.html?hloc=de

Mein Ratschlag: Hände weg, lieber eine 970 Evo kaufen (falls M.2 NVMe gewünscht ist) oder bei Sata auf Samsung 860 Evo/Pro bzw. Crucial MX500 wechseln.
 
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Avenger84 schrieb:
Haltbarkeit (laut Datenblatt) sind gleich.
Nicht so.

Die Haltbarkeit (TBW) ist bei Server-SSDs allgemein höher, je nach Anwendungszweck enorm höher.

Die PM983 die du verlinkt hast, hat eine TBW von 2.7 PB - eine gleich große 970 Evo, auch von Samsung, hat mit 1.2 PB nur die Hälfte.
Aber insgesamt... das ist noch garnichts. Alles nur Pillepalle.

Schau dir im Vergleich mal die Intel SSD DC P3700 2TB an - mit 36.2 PB TBW ist das eine von den Server-SSDs die für wirklich schreib-intensive Aufgaben gedacht ist, z.B. als Write-Cache in einer großen Datenfarm. Diese Art von SSDs ist dann auf mehrere Jahre Betrieb mit einer Vielzahl Drive Writes (die SSD komplett voll beschreiben) täglich ausgelegt.
 
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@Rickmer :
Nach welchen Angaben gehst Du? CSV-Direkt schreibt 2.7PB, Geizhals gibt 1.36PB an.
Und wenn man auf die Samsung Seite geht, bekommt man für die PM983 mit 960GB eine DWPD von 1.3(3yrs) angezeigt.
Drive writes per day: 960GB*1,3DWPD*365Tage*3Jahre/1024(auf TB)/1024 (auf PB)=1,3032 PB
Wenn mann GB auf TB auf PB mit Faktor 1000 anstelle des Hexadezimalen Faktors 1024 nimmt, kommt man auf 1,36656 PB (wie bei Geizhalz).
 
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vielen Dank, hat mir sehr geholfen.
ich schwanke zwischen der 970 Evo+ 2TB und der 860Pro 2TB.
An die TBW werde ich niemals kommen.

Gibt es bekannte mehr-Ausfälle im Bezug Evo(TLC) <-> Pro(MLC) ?
 
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Avenger84 schrieb:
Haltbarkeit (laut Datenblatt) sind gleich.
Nein, wie Rickmer schon schreib. Vielleicht ist die MTBF gleich, aber die ist keine Angabe zur Haltbarkeit, sondern wie es bei Geizhals steht: "Zuverlässigkeitsprognose 2 Mio. Stunden (MTBF)"

Die MTBF/MTTF ist eine statistische Ausfallwahrscheinlichkeit während der vom Hersteller geplanten Lebensdauer des Produktes bei Einhaltung der Einsatzbedingungen ist, abzüglich der Anfangsphase in der die Ausfallraten alle technischen Produkte immer besonders hoch sind.

Gibt der Hersteller z.B. 2 Millionen Stunden MTBF/MTTF an und
  • Hat man 2 Millionen der Geräte in einem System, kann man jede Stunde einen Fehler / Ausfall erwarten.
  • Hat man nur 2000 Geräte, so wird etwa alle 1000 Stunden eine Fehler auftreten, also so alle 43 Tage.
  • Hat man nur eines, wär ein Fehler nach spätestens 2 Millionen Stunden oder 228 Jahren zu erwarten, nur ist dann die Lebensdauer schon lange überschritten und damit ist die MTBF/MTTF bei so wenigen Geräten nicht aussagekräftig und mithin irrelevant.

Man kann die MTBF also nicht in eine Lebenserwartung umdeuten und ein kleines Beispiel zeigt warum dies so ist: Ein durchschnittlicher Mitteleuropäer von 46 Jahren mit einem BMI von 27, Nichtraucher und mäßiger Konsument von Alkohol hat eine statistische Sterberate von 1,8 Todesfällen pro 1000 solcher Personen. Damit rechnen die Versicherungen und daraus ergibt sich eine MTTF von 1000(Personen) * 365 (Tage/Jahr) * 24 (Stunden/Tag) / 1,8 (Personen, die Ausfälle pro Jahr) = 4,867 Millionen Stunden, was 555 Jahren entspricht.

So alt wird aber offensichtlich keiner, die Versicherer rechnen mit 81 Jahren Lebenserwartung, also nur etwa 0,71 Millionen Stunden.
Wishbringer schrieb:
Hier steht aber als Formfaktor: NF1!
Der ist breiter, passt nicht auf normale Consumer-Boards (30 anstelle 22mm Breite).
Nicht nur das, die NF1 SSDs brauchen auch 12V Spannungsversorgung:
M.2 Slots bieten aber nur 3,3V, eine NF1 SSD wie die PM983 kann also in einem M.2 Slot gar nicht funktionieren, selbst wenn sie da mechanisch reinpassen sollte und umgekehrt sollte man niemals eine M.2 SSD in eine NF1 Slot packen.
Wishbringer schrieb:
Hände weg, lieber eine 970 Evo kaufen (falls M.2 NVMe gewünscht ist)
Dem kann man sich nur anschließen.
Rickmer schrieb:
Die Haltbarkeit (TBW) ist bei Server-SSDs allgemein höher, je nach Anwendungszweck enorm höher.
Eben, wobei die TBW nur eine zusätzliche Einschränkung der Garantie ist und bei den Consumer SSDs oft künstlich gering angegeben wird. Auch Enterprise SSDs können bei weniger anspruchsvollen Workloads als denen auf deren Basis die TDP/DWPD angegeben ist, deutlich mehr Daten schreiben. Für die PM983 gibt Samsung die DWPD auf Basis der in der JESD218 beschriebenen Workloads an:

Avenger84 schrieb:
Gibt es bekannte mehr-Ausfälle im Bezug Evo(TLC) <-> Pro(MLC) ?
Nein, denn es geht nicht nur Dir so:
Avenger84 schrieb:
An die TBW werde ich niemals kommen.
Das schaffen Heimanwender auch nicht, die wenigsten kommen auf mehr als 10TB pro Jahr und die SSDs werden vorher ersetzt weil sie zu klein geworden sind oder was anderes kaputtgegangen ist.
 
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Enterprise SSDs sind nicht wie Comsumer SSDs auf Spitzenwerte sondern auf Konsistenz ausgelegt.
Die Relevanten Werte sind zumidnest bei den Server-SSDs immer zusammen mit dem QoS Wert aus dem Datenblatt zu betrachten.

Das ist quasi wie die 1% Frametimes beim Gaming.
Bei einer Server SSD greifen ja viele Prozesse ausgelöst durch viele verschiedene Programme auf die SSD zu.
In so einem Fall es es eben wichtig dass die Server SATA-SSD ihre maximalen 70.000 IOPS halten kann statt wie eine Consumer SSD 90.000 IOPS zu drücken und in so einem Szenario dann einzubrechen,

Die PM983 ist 110mm lang statt den üblichen 80mm, das liegt daran dass sie noch eine lower loss protection hat, i.d.R. in Form von Stützkondensatoren damit im Fall der Fälle keine Daten verloren gehen oder korrupt werden.

PM983 und 860 Pro zu vergleichen ist aber schon schwer, da es grundverschiedende SSDs sind.
Eine PM983 müsstest du eher mit einer 970 Evo vergleichen und eine 860 Pro mit einer SM883.
 
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Für den Typ "Server" wo sie rein soll, läuft nur ein einziges Programm drauf, was von 3-4 Clienten benutzt wird.
Dafür sollten dann die Consumer SSDs reichen denke ich.

Alleine schon wegen der Garantie von 5 Jahren, die es bei den OEM Server Varianten nicht gibt.
 
Naja wenn du die Enterprise SSD bei einem offiziellen Distributor kaufst (was als Firmenkunde kein Problem ist) dann hast du dort auch die volle Garantie.

Das was die meisten Leute zuhause haben und Server nennen läuft auch mit einer normalen Consumer SSD absolut problemlos, ja.
 
h00bi schrieb:
In so einem Fall es es eben wichtig dass die Server SATA-SSD ihre maximalen 70.000 IOPS halten kann statt wie eine Consumer SSD 90.000 IOPS zu drücken und in so einem Szenario dann einzubrechen,
Die IOPS Schreibend sind bei Enterprise SSDs in aller Regel im Worst Case (dauerbeschreiben über den vollen Adressraum) angegeben, während bei Consumer SSDs die Bestwerte (leere SSDs mit wenigen GB über einen kleinen Adressraum) angegeben werden. Unter den gleichen Bedingungen der Consumer SSDs schaffen auch die Enterprise SSDs noch mehr IOPS, die Consumer SSDs schaffen aber unter den Bedingungen für Enterprise SSDs oft nur noch ein paar Tausend IOPS, der der beworben Werte von vielen Zehntausend IOPS.
h00bi schrieb:
Eine PM983 müsstest du eher mit einer 970 Evo vergleichen
Wobei die PM983 aber eben meine NF1 SSD ist und keine M.2 SSD wie die 970 Evo.
 
Das es eine M.2 Version gibt, scheint nicht zu stimmen, denn auch wenn Samsung auf seiner Seite selbst M.2 angibt, so sind die Modelle dann eben bei den Händlern selbst wie hier als M.3/NF1 bezeichnet. Außerdem gibt es eine 2.5" Ausführung. Ob es die wirklich als M.2 gibt, oder Samsung seinen selbst kreierten M.3/NF1 Formfaktor nicht korrekt angibt, kann ich also nicht beurteilen, aber wenn man hier die PM983 auswählt erscheinen unten MZ1LB1T9HALS, MZ1LB3T8HMLA und MZ1LB960HAJQ als angebliche M.2, sowie MZQLB1T9HAJR, MZQLB3T8HALS, MZQLB7T6HMLA und MZQLB960HAJR als 2.5" Ausführungen mit den jeweils unterschiedlichen Kapazitäten, aber einen 3. Formfaktor sehe ich da nicht, wohl aber einen Product Brief für die PM983 NF1 und da steht auch drin, dass sie 12V und maximaöl 11,5W braucht, also mehr als ein M.2 Slot auf Dauer liefern muss.

Es wurde im ersten Post explizit diese erwähnt:
Avenger84 schrieb:
PM983 MZ1LB1T9HALS-00007
Die ist laut Geizhals "Formfaktor: NF1" und wenn der Server keinen NF1 Slot hat, dann kann er sie nicht in dem Server betreiben. Wenn Du irgendwo eine PM983 als M.2 findest, verlinke das Angebot doch bitte.
 
Zitat: " NF1, auch als M.3 oder eher unspezifisch als „Next Generation Small Form Factor“ bezeichnet, ist ein Formfaktor für steckplatinenbasierte SSDs.
Der Formfaktor ist auch als M.3 bekannt, da er bis auf die Platinenbreite im Wesentlichen dem M.2-Standard entspricht. Hersteller Samsung benennt seine Produkte dieser Bauform mit dem Kürzel NF1. NGSFF-Karten und -SDDs sind abwärtskompatibel zu M.2 und lassen sich problemlos in entsprechenden Slots betreiben. "

https://www.storage-insider.de/was-sind-nf1-m3-und-ngsff-a-736403/
 
BassCatBall schrieb:
da er bis auf die Platinenbreite im Wesentlichen dem M.2-Standard entspricht.
Da hat aber jemand den noch viel westenlicheren Unterschied, nämlich 12V statt 3,3V Spannungsversorgung, mal eben glatt unterschlagen! Ob die Slots auch 3,3V anbieten können, weiß ich nicht da ich noch keine Spezifikationen zu einem Board mit so einen Slot gelesen habe, aber zumindest die PM983 läuft mit ihren 12V Spannungsversorgung ganz sicher nicht in einem M.2 Slot mit seinen nur 3,3V. Aber es steht eben viel Mist im Internet und man sollte wirklich nicht alles ungeprüft glauben!
 
MZ1LB1T9HALS kann nicht die NF1 sein, da gehts erst bei 3,84TB los. Außerdem war MZ1 schon immer das Präfix für M.2 22110.
Geizhals taugt bei Enterprise Hardware nichts, die übernehmen einfach die Daten die der erste Händler bereit stellt.

MZ4LB3T8HMLA-0000x -> NF1
MZQLB3T8HALS-0000x - > U.2
MZ1LB3T8HMLA-0000x -> M.2
 
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