Man muss das gesamte Thema sehr differenziert betrachten. Natürlich mag es niemand, wenn einem MS oder Google ins Schlafzimmer schauen kann. Aber dieser angebliche Blick ins Schlafzimmer ist nicht so detailliert, wie es viele vielleicht meinen. Es ist mehr ein Blick aus der Metaebene. Geh in Google Maps, suche deine Adresse und jetzt zoome heraus auf die Weltkarte. Sieht man dein Haus noch, es ist noch da und man kann es finden, aber der Detailblick fehlt. Genau so ist das auch mit den Dateien, die gesammelt werden. Niemand bei MS wird dann hergehen und explizit deine Daten auswerten, außer du heißt Justine Bieber, bedrohst die Welt oder erfindest die Zeitmaschine. Im Ernst: keine Sau interessiert sich explizit für dich außer einigen Bots, die für dich Werbung definieren und verschicken. So etwas geschieht tatsächlich automatisch, und zwar für Millionen User.
Ich möchte das Thema nicht verharmlosen, natürlich kann man damit Missbrauch betreiben, man muss die Dienste eben ganz bewusst nutzen und verstehen was dahintersteckt. Es ist nun mal so, dass man sich heutzutage nicht komplett davon lossagen kann. Geh doch mal ins Bürgeramt und frage nach. Die sind berechtigt deine Daten den Deutschen Parteien weiterzugeben, solange du nicht dagegen widersprichst. Und was machen die Parteien mit deinen Daten? Genau! Die landen dann wieder bei einer Werbeagentur und schlussendlich auch irgendwo bei den großen Werbebetreibern wie Google und Co.
Also was sollte man tun? Man muss man einen gesunden Mittelweg finden. Ich z.B. nutze privat und beruflich MS-Dienste, daher bekommt MS meine Daten, aber das mache ich eben ganz bewusst und kümmere mich auch regelmäßig um meine über mich gespeicherten Daten. Das kann man in seinem Konto tun.
Warum mache ich das? Ich benötige nun mal Teams, Office365 etc. daher komme ich nicht drumherum. Allerdings gebe ich meine "Nutzdaten" sonst keinem anderen Anbieter. Facebook, Youtube, Google, Twitter etc. bekommen von mir gerade mal Fake-Daten mit einer Mail Adresse, die ich auch mal wegschmeißen kann, da ich diese Dienste nur privat in meiner Freizeit nutze und nicht beruflich oder sonst irgendwie ernsthaft darauf angewiesen bin.
Jeder muss für sich seine Art der "Datensicherheit" definieren und diese auch leben. Es bringt nichts, wenn dir hier 20 Leute sagen "ein MS Account ist gefährlich", aber dabei bräuchtest du den vielleicht unbedingt. Es bringt aber auch nichts, wenn man blind alle seine Daten überall verteilt und auch alle Dienste miteinander verknüpft, ohne sich darüber im Klaren zu sein, was man da gerade tut.
Also: Fragen, informieren, selbst entscheiden, eigenen Weg finden und immer kritisch bleiben.