Was ist eigentlich mit den Küchenpreisen los?

Marmic(on)

Cadet 2nd Year
Registriert
Dez. 2025
Beiträge
27
Ich steh zwar selbst gerade nicht vor einem Küchenkauf, aber im Umfeld kriege ich das in letzter Zeit öfter mit und wundere mich ehrlich gesagt ein bisschen, was da so aufgerufen wird. Mein Bruder hat sich 'ne recht einfache Eckküche einbauen lassen, so um die 3 Meter. Nichts Besonderes, eher Standard, funktional halt. Trotzdem waren am Ende knapp 7.000 € fällig und das war schon das günstigste, was er direkt bekommen hat.

Bei meiner Mutter war’s dann nochmal eine andere Hausnummer: ungefähr 22.000 € für eine 4m + 2m Küche mit versenktem Kühlschrank und Ofen im "Wandschrank". Sieht okay aus, klar, aber jetzt auch nichts, wo man sagt „Luxusküche“ oder so.

Und dann hört man von anderen auch schon mal 30.000 € oder 35.000 €, teilweise für ganz normale Einbauküchen in Neubauten oder bei Sanierungen. Da fragt man sich schon, in welcher Welt wir da leben. Ein paar Schränke aus Spanplatte, bisschen Arbeitsplatte, Standardgeräte und das kostet dann am Ende fast wie ein Neuwagen.

Richtig bitter wird’s dann, wenn man z. B. in eine Genossenschaftswohnung oder bei der SAGA einzieht und eben keine Küche drin ist. Dann stehst du vor der Entscheidung: jetzt 10–20k in eine Küche stecken, die man vielleicht nach ein paar Jahren wieder abbaut, weil man umzieht und dann erstmal schauen darf, wie man sie überhaupt wieder los wird.

Ich hab das Gefühl, Küchen sind inzwischen so ein Lifestyle-Produkt geworden, wo die Preise einfach komplett absurd sind. Oder täusche ich mich da und das war früher auch schon so?
 
Nein, ist die Entwicklung. Habe früher™ immer so mit 1000€/m gerechnet. Mit Geräten. Kannste heute vergessen.

"Früher" war so 2014 rum. Bin froh, dass wir uns damals ziemlich ordentlich ausstatten konnten. Sieht noch aus wie neu und die Geräte funktionieren auch alle noch.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: cyberpirate und Marmic(on)
Qualität, vor allem bei Küchen, hat einfach ihren Preis, das war früher auch schon so.
Vor allem wenn man Wert auf schöne Oberflächen, Auszüge, Softclose, Griffe etc. legt.
Dann die Stirnseiten nicht einfach nur frei lassen, sondern schön mit Deckseiten verkleiden etc. da kommt halt bissel was zusammen.
Aber günstige Küchen gibt es nach wie vor, kommt halt drauf an wie lange man die nutzen möchte, ist es ein Eigenheim, plant man längerfristig in der Mietwohnung zu bleiben usw.
Aber klar, so wie alles andere auch, haben halt auch Küchen in den letzten Jahren eine gewisse Preissteigerung erfahren.
 
Ich finde nicht das es teurer geworden ist.

Bekannte von uns haben mal 30.000 DM bezahlt für ihre Küche. Wir damals 4000 DM. Der Preisbereich war schon immer Riesig.

Meine aktuelle Küche ist z.B. von IKEA und 20 Jahre alt. Auch schon mit Softclose bei Türen und Schubladen. Fronten hatte ich nach 10 Jahren günstig erneut (Kann man bei IKEA ja nachkaufen)

Was ich so bei Freunden gehört habe, zwischen 3 - 5.000 (IKEA), 6 - 8.000 (Möbelhaus), 10 - 20.000 (Küchenstudio) alles dabei.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: TomH22 und Col. Jessep
Es wird immer Möbelfabriken geben. Von daher auch immer bezahlbare Küchen.
Natürlich steigen auch irgendwie die Preise. Wie überall. Löhne, Material....
Aber inzwischen gibt es immer mehr, die sich von Handwerkern bedienen lassen.
Also den entsprechenden Background haben und das auch tatsächlich ausgeben wollen.
 
Arbeitskosten sind gestiegen und bei Küchenmöbeln geht schon günstig. Kann man das ewig nutzen? Naja.

2017 habe ich auch eine Küchegebraucht weil ich in eine Wohnung gezogen bin ohne Einbauküche. Mein Anspruch war: Umzugstaugliche Küche.
Die Küchenmöbel waren nur auf das Nötigste reduziert, nämlich auf die Spüle, zwei Schubladen, vier Schranktüren - keine Schränke zum Aufhängen. Herd/Backofen ist freistehend und da habe ich nicht den Einfachsten genommen, Kühlschrank war das Billigste vom Billigsten und natürlich auch freisthend. Kein Geschirrspüler.
Inkl. Elektrogeräten ca 1400€. Der Kühlschrank wurde kürzlich ersetzt, weil seit ca. Monaten grenzwertig verlässlich.

Wobei selbst die teuren Küchen nur mit Wasser kochen....ja die schöneren Griffe und Obrfächen lässt man sich was kosten aber da drunter sind trotzdem nur billige Spannplatten.
 
Marmic(on) schrieb:
Richtig bitter wird’s dann, wenn man z. B. in eine Genossenschaftswohnung oder bei der SAGA einzieht und eben keine Küche drin ist.
Weil Du die SAGA nennst, Du lebst in Hamburg? Herd und Spüle sind in der Regel drin, wenn nicht sogar eine ältere Komplettküche. Ich bin mal in eine SAGA-Wohnung eingezogen und habe einfach ein paar Regale dazugestellt und abgewartet, wie lange ich bleiben werde.

Das Problem ist aus meiner Sicht eher, dass Vermieter es nicht mehr nötig haben, die Wohnungen vor der Übergabe ein wenig zu renovieren. Meine Baugenossenschaft hat bis vor einigen Jahren bei einem MIeterwechsel sogar schicke Küchen mit allem drum und dran einbauen lassen. Da hatte ich noch Glück. Mittlerweile ist der Wohnungsmarkt in den großen Städten dermaßen überhitzt, dass die Vermieter nur noch das Allernötigste machen und trotzdem Hunderte von Bewerbungen haben.

Die Preise für Küchen sind in meiner Wahrnehmung nur moderat gestiegen. Das Problem ist eher, dass Wohnen allgemein in den Metropolen ungemein kostspielig geworden ist. Wenn dann noch die Kosten für eine schöne Einbauküche obendrauf kommen, muss man schon gut Geld in der Hinterhand haben.
 
Shader schrieb:
kochen....ja die schöneren Griffe und Obrfächen lässt man sich was kosten aber da drunter sind trotzdem nur billige Spannplatten
An der Spanplatte kannst du nicht viel sparen- oder teurer machen.
Korrekt, die Spanplatten haben die letzten 40 Jahre echt nachgelassen. Bei der Beschichtung der Arbeitsplatten vor allem. Wenn du eine anständige Küche baust und die Korpen mit HPL belegt sind, dann kostest die Bearbeitung so richtig. Jetzt könnte man noch eine HDF Tipla verarbeiten - aber für Küchen Korpen? Sowas nimmt man für lackierte Möbel.
In den 90ern habe ich selber vom Mobau noch Küchenarbeitsplatten mit 1,2 mm Dekor bekommen. Die hatten tatsächlich eine einigermaßen Temperatur und Schnittfestigkeit.
Die gibt es meines Wissens nicht mehr im Handel.
Meine Küchen sind idR auch Gebraucht - dann neue Geräte, Beschläge und Arbeitsplatten (Holz geölt)

PS: Interessantes Topic
Ich persönlich mag Möbel und Küchen die durchaus Jahrzehnte halten oder erhalten werden. Die dürfen auch gerne gelebt haben.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Shader
Wenn du nicht ganz ungeschickt bist kann ich auch nur zu Ikea raten. Hab für die Küche irgendwas um die 1200€ bezahlt. Ohne E Geräte.
Poco wollte damals mindestens 7500€ haben (U Form mit 2 Eckschränken).
Die Küche hat einen Umzug durchgemacht und steht immer noch Top da.
Ich denke es ist wie mit allem im Leben, es gibt überall oben kein Ende. Es gibt Fahrräder für 10.000€, Autos haben fast kein Ende, Lautsprecher Hifi auch. Ob es einem dann am Ende Wert ist, muss jeder für sich entscheiden.
 
xeroftw schrieb:
Hab für die Küche irgendwas um die 1200€ bezahlt. Ohne E Geräte.
Auch die Zeiten sind lange vorbei.

xeroftw schrieb:
Poco wollte damals mindestens 7500€ haben (U Form mit 2 Eckschränken).
Für dieselbe Küche, die bei IKEA dann nur 1200€ gekostet hat? Das klingt nun wirklich unrealistisch.
 
Die selbe Anordnung.
Also U Form, 2 Eckschränke. So unrealistisch wie das klingt, war eben die Aussage von dem Küchenplaner vor Ort. Pro Eckschrank weils angeblich Sonderanfertigungen sind 1500€ pauschal. War keine Nobilia Küche, aber in ähnlichem Preisbereich.
Ich hab die Küche mal so pi mal auge wieder aufgestellt, aktuell liegt das Ding bei 1800€ ohne E Geräte. Die nach dem Umzug gekauften Schränke nicht mit gerechnet und den voreingestellten Fronten, Griffen und Arbeitsplatten.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: cartridge_case
Ist doch mitn Bad genauso.

Früher haben se ein das ganze Bad für 5000Euro gemacht, stande noch groß immer in der Zeitung.
Vor 2 Jahre es Bad gemacht 25K WTF....und dann noch überall mist gemacht...
Und das OHNE Waschbecken, da hatten wir noch eins was mal gekauft wurde und haben das eingebaut...

Das ist jedenfalls nicht mehr normal.

De Küche bleibt bis se ganz auseinanderfällt....
 
Was auch immer da los war 😅
Früher haben se ein das ganze Bad für 5000Euro gemacht, stande noch groß immer in der Zeitung.
Vor 2 Jahre es Bad gemacht 25K
Ich glaube du könntest heute immer noch ein einfaches Bad für 5000€ kriegen (Okay vielleicht eher 10). Nur die Leute wollen ja immer noch extras. Keine Fugen, riesen Fliesen, ebenerdig, LED Beleuchtung, Klo mit Popo Dusche und beheizbarem Rand, am besten noch selbstreinigend usw.
Zieh mal den Auto vergleich ran. Früher wars gefühlt nen Auto mit Lenkrad und Servolenkung. Heute muss es das Safety Paket +++, das Sound System, das Navi, die Massagesitze usw sein. Und das sind eben nur die Wunsch extras und nicht die Sicherheitspflichtigen extras.
 
xeroftw schrieb:
...Klo mit Popo Dusche und beheizbarem Rand...
Ich oute mich mal als Oldtimer, aber ich hasse beheizte Klobrillen und rege mich jedesmal auf, wenn ich das in Hotels nicht ausschalten kann. Ich würde ja einfach den Stecker ziehen, aber dann funktioniert die Spülung (mangels mechanischer Hebel) nicht mehr...
 
Wir haben in der Ferienwohnung eine die kam nur 1499€ mit Geräten. Klar die schmeißen wir nach ~10 Jahren wieeer raus.
Aber selbst aufbauen wirkt Wunder beim preis. ;p
 
Axxid schrieb:
Ich oute mich mal als Oldtimer,
Dann bin ich auch ein Oldtimer, aber beheizbare Klobrillen hab ich auch nicht. Wobei man ja bei guten Klos eh ne Fernbedinung hat, wo man alles nach belieben steuern kann.
TeaShirt schrieb:
Aber selbst aufbauen wirkt Wunder beim preis. ;p
Die Philosophie fahre ich schon seit Jahren, sei es Umzug, Streichen ect 😅
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: TeaShirt
Zurück
Oben