Korrekt. Eigentlich sollte eine Willenserklärung des Kunden, egal ob bei Eigenkündigung oder Kündigung durch neuen Anbieter, zeitnah bestätigt werden. Ein wenig sind die Kunden aber nicht ganz unschuldig an der Situation, da es sich in einigen Bereiche etabliert hat, nur zu kündigen, um ein Angebot der KRG zu erhalten. Aber dafür würden besagte 1-2 Tage locker reichen - erreicht man den Kunden nicht, hat er daran auch kein Interesse.
Man probiert es halt. Ende 2025 gab es für die Telekom ein
Abmahnung, da Mobilfunkkunden bei der Kündigung Angst gemacht wurde. Das gleiche gab es auch fürs Festnetz, aber dort habe ich keine Berichterstattung zu gesehen.
Wurde beim Kündigungsformular fürs Festnetz aber inzwischen ebenfalls entfernt.
Kunden mit wenig Ahnung kann man dadurch schon verunsichern. Vor allem heißt Kündigung ja nicht, dass das zuhause offline gesetzt werden soll. Sondern dass man entweder den Anbieter oder sogar die Zugangstechnik wechselt. Der versierte Kunde kann die Punkte aber entkräften:
-
Unterbrechungen beim Streamen und Surfen: Sofern die Leitung in Ordnung ist, gibt es normal keine Unterbrechungen. Vielmehr ist das Surferlebnis bei einem Anbieter mit offenem Peering sogar besser.
-
Keine Sicherheit für Homeoffice und Videocalls: Warum sollte das woanders weniger gut funktionieren?
-
Ihr Router und Mesh-WLAN müssen zurückgeschickt werden: Richtig, aber der Weg zur Packstation ist kein großer Aufwand. Und offline gehen muss man nicht, da man sich zuerst neue Hardware besorgt, bevor man die alte zurückschickt.
-
Verlust Ihrer E-Mail-Adresse @t-online.de: Nope. Die lässt sich nach Vertragsende in Freemail umwandeln.
-
Kein 24/7-Support mehr von der Telekom: Richtig. Aber das ist klar, wenn ich kein Kunde mehr dort bin. Bei Problemen wende ich mich dann an den neuen Anbieter.
-
Kein Zugriff mehr auf Magenta Moments: Den Punkt gebe ich. Allerdings sind viele der Vorteile und Aktionen auch verfügbar, wenn man nur Kunde mit einer Prepaidkarte ist.
Ich gehe fest davon aus, dass einige Kündigungen und Wechsel automatisch entfallen würden, wenn die Telekom das Peeringproblem im Griff hätte. Es gibt mit Sicherheit viele Kunden, die gern bereit sind, ein paar EUR mehr zu zahlen, wenn dafür alles reibungslos funktioniert. Und als Netzbetreiber (sowohl Mobil wie Festnetz) ist die Telekom ja super, nur derzeit leider nicht als Internetprovider.
Interessant dazu folgender Abschnitt aus dem heutigen
teltarif-Artikel:
„Unser Anspruch ist es, dass jede Kundin und jeder Kunde immer das beste Netzerlebnis hat“, betont der neue CTO der Telekom Deutschland, Alexander Jenbar, der damit erstmalig vor die Presse trat. „Die Qualität darf dabei kein Bauchgefühl sein. Wir lassen uns messen und setzen zukünftig noch mehr auf klare Fakten und Indizes. Die geben uns ein ehrliches Bild. Und sie zeigen uns sofort, wo wir Dinge noch besser machen müssen.“
Wenn das Netzerlebnis der Kunden das wichtigste ist, würde man auf Peeringpartner zugehen und eine Lösung finden, ggf. auch, indem man die Preisvorstellungen für Interconnections auf marktübliche Werte reduziert. Aber vermutlich würden dann andere Abteilungen ein Veto einlegen, da man den Aktionären verpflichtet ist.