Buttkiss schrieb:
Aber trotzdem gibt es dort beides.
Also den offiziellen Zahlen der BW und der Regierung nach (die kleine Anfrage an den Bundestag mit den konkreten Zahlen dazu wurde verlinkt) ist das in der BW ein äußerst einseitig Thema. Von Rechtsextremismus.
2024 sind 20.290 Soldaten neu hinzugekommen. 2023 waren es 18.810 Soldaten, von denen bis zum Folgejahr bereits 5100 wieder gegangen sind. 4900 auf eigenen Wunsch hin und 200 wurden entlassen.
Da sind in Relation jährlich über 250 Meldungen von rechtsextremen Fällen mit über 60 daraus resultierenden Entlassungen nun wahrlich kein Pappenstiel.
Hier nochmal Daten und Fakten zu diesem Thema von der Bundeswehr selber:
https://www.bmvg.de/de/aktuelles/extremismusbericht-bundeswehr-2024-5958142
75% aller Fälle aus der Extremismusabwehr des MAD 2024 gehen aufs Konto der Rechtsextremen. 75%! 875 Fälle, 216 davon 2024 neu! Und Linksextremismus? 28 fälle gesamt, 11 neue. Die Zahlen bei Rechtsextremismus steigen deutlich (216 neue Fälle im Vergleich zu 178 neuen 2023), die bei Linksextremismus fallen (11 neue Fälle 2024 zu 15 neuen 2023).
Und hier versuchen wirklich Menschen einem weiß zu machen, beides sei das selbe Problem in Quantität und Qualität....
Das die BW bemüht ist, sich gegen Extremismus in ihren Reihen zur Wehr zu setzen, ist ja unbestritten. Bei derartig deutlichen Zahlen muss die Frage jedoch gestattet sein, ob hinreichend dagegen etwas getan wird, insbesondere bei der Prävention. Ist ja schön und gut, wenn man reagiert, wenn was gemeldet wird. Nur wie wahrscheinlich ist es, das etwas gemeldet wird, wenn extremistische Haltungen derart einseitig vertreten sind? Die Wahrscheinlichkeit, dass rechtsextremes Verhalten gar nicht erst gemeldet wird, ist erheblich höher, da gleichgesinnte erheblich wahrscheinlicher sind. Auch wird, das spiegelte die Gesellschaft genauso wieder, rechtsextremes Verhalten eher toleriert als extremistische Haltungen anderer Herkunft.
Etwas verstörend angesichts der Darstellung darüber finde ich diesen Satz: "Die Gründe für die meist gestiegenen Zahlen sind laut dem Bericht vielschichtig und komplex."
Zugenommen hat, bezogen auf neue Fälle, ausschließlich der Bereich Rechtsextremismus. Okay, 1 zusätzlicher Fall neu mehr noch beim Thema Islamismus. Alle anderen Bereiche sind bezogen auf neue Fälle gesunken. Wo also sind die meisten Zahlen gestiegen? Dieser Satz impliziert, dass allgemein mehr Fälle aufgetreten sind, über die meisten Bereiche hinweg. Das ist schlichtweg nicht wahr, das betrifft eigentlich nur eben Rechtsextremismus und sonst keinen Bereich. Dabei sind schon Reichsbürgerfälle einzeln aufgezählt. Ist ja nicht so, dass Reichsbürgertum und Rechtsextremismus weitgehend Hand in Hand gehen... Schon das stößt mir wieder sauer auf. Permanent wird versucht zu verschleiern, dass das eigentlich und zunehmende Problem Rechtsextremismus ist.