Wehrdienst/Zivildienst Pflicht zurück?

Ford_Prefekt schrieb:
Mannausbildung nennen das "meine" Flüchtlinge in der Nachschau.
In den USA gibt es ganze Bootcamps für "schwierige" Jugendliche, aber sowas willst du doch kaum von der Bunderwehr erwarten oder? Wir haben hier nicht einmal mehr ein Militärgericht und Soldat ist Abseits von Einsätzen mehr ein 8/5 Job als ein andauernder Drill.

Was die Bunderwehr definitiv nicht kann, ist eine verkappte Erziehung gerade zu biegen, wir haben hier schlichtweg keine "Drill Sergeants", jetzt mal von Spezialkräften abgesehen. Dort fliegst du allerdings raus, wenn du der Belastung nicht gewachsen bist und fertig.

Was deine Aussage zu Demokratie angeht, da ist eine Armee der völliger Gegenentwurf dazu, nicht ohne Grund werden weltweit immer wieder Regierungen durch einen Militärputsch gestürzt. Auch ein "Staatsbürger" wird man hierzulande kaum, weil hier alles was "Stolz" und "Vaterland" angeht noch immer sehr genau beobachtet wird.

Wie ich bereits sagte, "früher" war es eine völlig andere Geschichte und in manchen Ländern mag es noch an früher erinnern, aber wir leben in einer völlig anderen Zeit. Damals wurde rigoros in einem bestimmten Alter eingezogen, die Soldaten für Monate oder gar ein Jahr "wegesperrt", und für jedes kleine Vergehen mit Disziplinarstrafen bestraft. Herein kamen Jungs, heraus Männer, dann hat man geheiratet und ist in den Krieg gezogen, aber das ist "seeeeehr" lange her.
 
xexex schrieb:
Wir haben hier nicht einmal mehr ein Militärgericht
Begehen Soldatinnen oder Soldaten eine Straftat, unterliegen sie wie alle anderen Bürger der ordentlichen, zivilen Strafgerichtsbarkeit.

Die Bundeswehr unterhält jedoch sogenannte Truppendienstgerichte.

Diese sind keine Strafgerichte, sondern reine Dienst- und Disziplargerichte. Sie entscheiden über schwerwiegende Dienstpflichtverletzungen und Wehrbeschwerden.

Es existieren bundesweit zwei Instanzen: das Truppendienstgericht Nord in Münster und das Truppendienstgericht Süd in München.

Für Straftaten von Soldatinnen und Soldaten im Auslandseinsatz gibt es einen festen Gerichtsstand.

Zuständig sind hierfür zentral die Staatsanwaltschaft und das Amts- sowie Landgericht Kempten im Allgäu. Aber auch das Gericht in Kempten ist kein Militärgericht, sondern ein ganz normales, ordentliches ziviles Gericht.

https://www.bundeswehr.de/de/meldun...irkungen-urteile-soldatinnen-soldaten-5757094
 
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Ford_Prefekt schrieb:
Ich akzeptiere deine Meinung aber als Praxismensch sage ich dir halt dass das Quatsch ist was du da sagst
"Praxismensch" heißt, du befürwortest körperliche Züchtigung (also Körperverletzung) oder legst gar selbst Hand an? Oder hast du vielleicht Quellen, die deine Anekdoten und Behauptungen untermauern? Hast du eine pädagogische Ausbildung, die dir sagt, dass es "auf die Fresse", Männerausbildung und Männerbünde braucht?

Ich glaube, du bist in dieser Hinsicht einfach ein weiteres Opfer des Patriarchats.

Für mich ist die Diskussion hiermit vorbei. Viel zu OT und zudem durcheinander, wirr und schwammig.
 
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@Reglohln
Ich geb hier nur meine Meinung und Erfahrungen aus dem Leben wieder. Wenn man auch mal vor die Tür geht, dann weiß man, dass das Leben nicht nur in Studien und Büchern vorkommt und auch so gar nicht wirklich vollumfänglich abgebildet werden kann.
Der Konsens in der Wissenschaft ist ja auch grundsätzlich die Welt von gestern, bzw wie bei allem herrscht bei aktuellen Entwicklungen erstmal Ratlosigkeit und eine Verweigerungshalterung gegenüber neueren Ansätzen. Wobei die Wissenschaft natürlich schon anerkennt oder vielmehr feststellt, dass die omnipräsenten Macht-, Täter- oder Privilegienmodelle ihre Grenzen haben und durch ihre emotionale Kälte ggü. jungen Kerls Feindseligkeit und Ablehnung sähen. Was widerrum genau das ist was der Sozialwissenschaftler eigentlich nicht will. Der will nicht alles und jeden wegedrücken mit - "du bist Opfer des Patriarchats" - sondern verstehen.

Wie gesagt ich bin ja auch nur ein dämlicher Laie und will doch auch nur was an die Hand bekommen, was auch in der Praxis funktioniert und angenommen wird. Es ist ja nicht so als würde ich mich in dieses Thema rein begeben, weil ich so unglaublich Bock drauf hab den Alpha Pimmel zu spielen sondern weil die ganzen überforderten und machtlosen Sülztanten immer nach uns Kerlen fragen und ein immenser Bedarf da ist.
Aber es ist natürlich auch schön, die Tage wurde eine Omi beerdigt die früher einige bei sich aufgenommen hatte und es war schön zu sehen wie sich die Kerls entwickelt haben und die Dankbarkeit die einem natürlich entgegengebracht wird.

@xexex
'Demokratie angeht, da ist eine Armee der völliger Gegenentwurf dazu.'

Boah krass ich hatte da eigentlich immer eine gegenteilige Vorstellung von. Stichwort Staatsbürger in Uniform, gerade wegen unserer Geschichte muss doch der Soldat zum mündigen Demokraten ausgebildet werden - und umgekehrt!Aber ich verstehe natürlich was du meinst, die Lehren aus der Geschichte sind für uns vor allem immer schuldbehaftet aber fast nie Verantwortung.
Nach all den Jahren der Verweigerungshaltung seh ich folgendes: Findest du nicht dass wir in diese Rolle (von außen) im Moment reingedrückt werden. Ist ja auch irgendwo logisch gerade wir sollten das Schild und notfalls das Schwert der Demokratie, Freiheit usw. sein.
 
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Ford_Prefekt schrieb:
Grundsätzlich finde ich sollten dass die Frauen beantworten, im Hinblick auf die demografische Lage wäre es aber wohl besser die Frauen nicht zu verpflichten.
Wenn man das durchschnittliche Alter der Frauen beim ersten Kind nimmt, verstehe ich diese Aussage nicht.
Ford_Prefekt schrieb:
bzw wie bei allem herrscht bei aktuellen Entwicklungen erstmal Ratlosigkeit und eine Verweigerungshalterung gegenüber neueren Ansätzen.
Deine oben beschrieben Ansätze klingen iwie wie aus dem preußischen Militär und klingen nicht nach neuen Ansätzen.
Ford_Prefekt schrieb:
und durch ihre emotionale Kälte ggü. jungen Kerls Feindseligkeit und Ablehnung sähen.
Das klingt wie die übliche redpill bubble.
 
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Ford_Prefekt schrieb:
gerade wegen unserer Geschichte muss doch der Soldat zum mündigen Demokraten ausgebildet werden
Demokrat - Freier Zugang zum Wissen, Meinungsaustausch, Wahlrecht.
Soldat - Nur so viel Wissen wie für die Aufgabe benötigt wird, Gehorsam, klare Befehlsstruktur.

Eine Armee, bei der man erst einmal abstimmt, wie der Graben aussehen soll den man ausheben möchte, oder wer heute die Leitung der Truppe übernimmt? Demokratie ist die langsamste, komplizierteste und ineffektivste Art zu regieren, weshalb du davon keine Spur beim Militär entdecken wirst.
 
Alphanerd schrieb:
Wenn man das durchschnittliche Alter der Frauen beim ersten Kind nimmt, verstehe ich diese Aussage nicht.
Dieses Alter ist ja schon ziemlich hoch. Wenn man da noch ein Jahr Wehrdienst hinzufügt könnte es noch schwieriger werden. Vielen Frauen läuft die Zeit ja davon, es gibt so viel zu schaffen und es dauert so lange bis man bereit oder in der Lage ist eine Familie zu gründen.
Aber wie gesagt ich bin da zwiegespalten, es gibt gute Argumente auf beiden Seiten denke ich. Vielleicht wäre das ein gut investiertes Jahr.

Alphanerd schrieb:
Das klingt wie die übliche redpill bubble.
Ich mache mich damit sicher nicht gemein aber ich wie auch die Forschung sehen, dass es diese Bewegungen gibt und man kann das nicht alles nur mit Hass und Dummheit erklären - was das Thema übrigens nur weiter verschärft.
Oder anders gesagt wenn man die jungen Männer nicht abholt dann braucht man sich nicht wundern wenn irgendwelche Verführer es mit einfachen Botschaften tun.

@xexex
Natürlich herrscht strikte Hierarchie und quasi Diktatur innerhalb der Streitkräfte aber der Zweck der Streitkräfte ist ja genau das zu verhindern im zivilen Leben.
Man unterwirft sich aus praktischen Gründen einer partiellen Diktatur um aus Überzeugung Demokratie zu verteidigen. So mein Verständnis.
 
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Ford_Prefekt schrieb:
Ich mache mich damit sicher nicht gemein aber ich wie auch die Forschung sehen, dass es diese Bewegungen gibt und man kann das nicht alles nur mit Hass und Dummheit erklären - was das Thema übrigens nur weiter verschärft.
Ich denke, dass liegt in einer allgemeinen Orientierungslosigkeit (wie es viele Generationen vorher erfahren haben) kombiniert mit der sehr berechtigten Angst der eigenen wirtschaftlichen Zukunft. Da kommen dann jene Kinderfänger ins Spiel, die du hier ansprichst:
Ford_Prefekt schrieb:
Oder anders gesagt wenn man die jungen Männer nicht abholt dann braucht man sich nicht wundern wenn irgendwelche Verführer es mit einfachen Botschaften tun

Wichtig wäre es den Kindern eine ökonomische und ökologische (eine für Menschen weiterhin bewohnbare Erde wäre cool) Zukunft zu bieten
 
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Ford_Prefekt schrieb:
aber ich wie auch die Forschung sehen
Klingt spannend ... hast du mal ein bisschen was zum Nachlesen?
Ford_Prefekt schrieb:
man kann das nicht alles nur mit Hass und Dummheit erklären
Natürlich nicht ... die Forschung (und ich) machen dafür eher etwas verantwortlich, was du weiter oben selbst ansprichst.
Orientierungslosigkeit und Misstrauen/Verweigerunghaltung gegenüber neuen Ansätzen.
Da liegt es nahe, zu alten Mustern zurück zu wollen ... denn die waren ja wenigstens klar und stabil (zumindest im meist romantisierenden Rückblick).

Wer das einzig auf Hass und Dummheit zurückführen möchte, ist selbst nicht die hellste Kerze auf dem Kuchen.
 
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Ford_Prefekt schrieb:
wenn man die jungen Männer nicht abholt dann braucht man sich nicht wundern wenn irgendwelche Verführer es mit einfachen Botschaften tun.
Also machen wir es wie die Amis? Ziehen die Leute mit diversen Versprechungen in die Armee ein und zünden schwachsinnige Kriege an, damit diese Maßnahme einen Sinn ergibt?

Das was du kritisierst ist nun mal ein Nebeneffekt von Demokratie, Wohlstand und Freiheit, und der Grund wieso jedes Reich in der Vergangenheit irgendwann unterging. Vereinfacht ausgedrückt geht es uns schlichtweg zu gut.

Nur muss man sich dann Fragen, sind die Alternativen besser? Das wäre dann in etwa sowas, was man hierzulande vor knapp 100 Jahren versuchte, war auch nicht gut.

Bevor ich zu weit von dem Threadthema abdrifte, der Mensch braucht Ziele, sonst wandert er nur orientierungslos umher. Wir müssen nicht mehr jagen um nicht zu verhungern, wir müssen nicht noch mehr Menschen auf die Welt bringen, die uns im Alter durchziehen. Was wir aber ebenfalls nicht müssen, ist Millionen von Menschen zu Soldaten auszubilden, die sich dann irgendwann mit anderen in sinnlose Kriege verstricken.

Die Bundeswehr ist jedenfalls kein Auffangbecken für eine degenerierende Gesellschaft und es ist nicht ihre Aufgabe Probleme dieser zu richten. Wohlstand und Frieden entsprechen leider nicht der menschlicher Natur, es ist noch viel zu viel Tier im Mensch.
 
Ford_Prefekt schrieb:
Man unterwirft sich aus praktischen Gründen einer partiellen Diktatur um aus Überzeugung Demokratie zu verteidigen. So mein Verständnis.
Ich sehe es eher so, dass man sich dem nationalen Staatsinteresse unterwirft.

Die Bundeswehr ist aus ihrer Sicht nicht dafür da, um den Charakter von Menschen zu formen, sondern eben das reine Staatsinteresse zu vertreten.

Und bezüglich der Überzeugung die Demokratie zu verteidigen: Seltsamerweise geht es dabei immer um den Begriff der Verteidigung. Das ist ja auch nicht verwunderlich. Wer würde schon davon sprechen, dass es (auch) um den Angriff geht. Russland nennt es "Spezialoperation", die USA haben sich gegen den Irak "verteidigt", Israel "verteidigt" sich seit Jahren auch ganz ganz viel.

Nur um mal ein paar Staaten zu nennen. Zwei davon werden von unserem Staat ganz klar als Demokratien bezeichnet. Teilweise partizipiert der deutsche Staat daran.

Ansonsten zum Thema: Für den Zweck sehe ich eher eine klassische Berufsausbildung oder ein FSJ. Vorausgegangen natürlich die Erziehung.
 
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Alphanerd schrieb:
Wichtig wäre es den Kindern eine ökonomische und ökologische (eine für Menschen weiterhin bewohnbare Erde wäre cool) Zukunft zu bieten
Das ist ja völlig klar aber die Frage ist ja wie? Und was ist mit dem sozialen Leben?

Will sagen, ein Wehrdienst der aus den Jungs früh im Leben Männer macht, ist alles aber sicherlich nicht hinderlich um das zu erreichen.

Bei vielen in meiner Generation, (~Ende der Wehrpflicht) ist es so, dass die Eltern nicht dazu fähig waren die Jungs auf das Leben vorzubereiten. Oft waren sie zu alt, oder ungebildet, sind in einer anderen Welt aufgewachsen. Das gilt auch für die Lehrer die dann schön ihr theoretisches, damals modernes Wissen weitergeben und selbst in einer anderen Welt aufgewachsen sind und sich selbst außerhalb der Bildungsinstitution auch anders verhalten.
Bei mir war davon alles der Fall, ich bin der festen Überzeugung dass junge Männer, gestandene Männer die auch nicht soo viel älter sind als Vorbilder brauchen. Natürlich stand jetzt, auch eine Frau könnte das leisten wenn sie entsprechend ausgebildet ist aber ich sehe es halt fast nie in der Praxis. Eigene Erfahrungen die weitergegeben werden, werden auch mit Sicherheit leichter angenommen als theoretisches Wissen von irgendeinem anderen.

@DerOlf
Naja was heißt denn neue Ansätze, die Ansätze sind doch mittlerweile steinalt, nur hat man sie halt immer weiter auf die Spitze getrieben und erweitert, manche würden sagen man hat sich verrannt.

Ich kenne niemanden der in so richtig alte 50er Jahre Rollenbilder zurück will. Dass sowas überhaupt aufkommt und Anklang findet liegt an unseren Versäumnissen moderne Männlichkeit zu definieren, vorzuleben und attraktiv zu machen.
Von Erfolg würde ich aber gar nicht reden wollen, das findet im Internet statt und man kann sich herrlich darüber empören und das Thema wird viel größer gemacht als es ist. Aber klar wenn das so weitergeht dann wird das immer mehr werden.
Ergänzung ()

xexex schrieb:
, der Mensch braucht Ziele, sonst wandert er nur orientierungslos umher. Was wir aber ebenfalls nicht müssen, ist Millionen von Menschen zu Soldaten auszubilden.
@Skaiy 'Die Bundeswehr ist aus ihrer Sicht nicht dafür da, um den Charakter von Menschen zu formen, sondern eben das reine Staatsinteresse zu vertreten.'

Warum sollte nicht staatsinteresse sein den Charakter von Menschen zu formen? Warum sollte es nicht auch ein persönliches Ziel sein ein wehrhafter Demokrat zu sein?
Die jungen Kerls suchen ja auch nach Identität und nach Dingen auf die sie Stolz sein und für das sie sich einsetzen können/dürfen.

Klar es geht auch um Angriff nur muss der halt gerechtfertigt sein. Oder bist du nicht froh dass die Alliierten hier einmarschiert sind? Könnten wir das? Nein könnten wir nicht und eigentlich sollte unsere Geschichte uns genau dazu verantworten.
Israel und die USA haben sicherlich ein paar Teilaspekte, die ich erstrebenswert finde aber es gibt ja auch viel schönere Beispiele wie z.b Finnland. Friedlich, extrem wehrhaft und gleichzeitig überhaupt nicht militaristisch.

xexex schrieb:
Wohlstand und Frieden entsprechen leider nicht der menschlicher Natur, es ist noch viel zu viel Tier im Mensch.
Doch natürlich finde ich schon aber man darf halt auch nicht die anderen Seiten die wir haben kleinreden oder verunmöglichen/einsperren.
 
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Skaiy schrieb:
Und bezüglich der Überzeugung die Demokratie zu verteidigen: Seltsamerweise geht es dabei immer um den Begriff der Verteidigung. Das ist ja auch nicht verwunderlich. Wer würde schon davon sprechen, dass es (auch) um den Angriff geht.
Das ist aber mal eine extrem steile These, denn wir diskutieren hier ja um die Wehrpflicht in D, wo meines Wissens nach die Vorbereitung oder Durchführung eines Angriffskrieges unter Strafe steht. Nach deiner These sollte also Staatsverteidigung ohne eine Armee durchgeführt werden, da eine Armee ja deiner These nach immer zu Angriffskriegen führen wird. Mir fehlen leider die Vorstellungsmöglichkeiten, wie z.B. die Ukraine den Russen wieder aus ~30% ihres Staatsgebietes verdrängt hätte, ohne eine Armee. Mit Blumen bewerfen? Durch Drohtänze vertreiben? Mit SingSang zurückdrängen? Ah, ich weiß, mit Menschenketten aufhalten....

Ok, eine Berufsarmee scheint da aber auch nicht die Lösung zu sein, denn soweit mir bekannt, haben die USA z.B. gar keine Wehrpflicht. Also führen auch Berufsarmeen Angriffskriege durch, ist also auch keine Lösung.

Fazit: Nach deiner These führt eine Armee im Land immer zu Angriffskriegen. Also wieder die Frage, wie verteidigen wir nach deiner These Europa?
 
Samurai76 schrieb:
Das ist aber mal eine extrem steile These
Welche These liest du heraus? Aus der eigenen Sicht geht es IMMER um Verteidigung. Die Vergangenheit und die Gegenwart zeigen regelmäßig, dass es auch um Angriff gehen kann, siehe meine Beispiele, obwohl es offiziell heißt, dass man sich ja nur verteidigt.

Samurai76 schrieb:
denn wir diskutieren hier ja um die Wehrpflicht in D, wo meines Wissens nach die Vorbereitung oder Durchführung eines Angriffskrieges unter Strafe steht.
Das ist meiner Meinung nach naiv. Ich kenne die Regelungen in Russland, Israel oder den USA nicht. Sind dort (völkerrechtswidrige) Angriffskriege nicht auch verboten und stehen unter Strafe?

Samurai76 schrieb:
Nach deiner These sollte also Staatsverteidigung ohne eine Armee durchgeführt werden, da eine Armee ja deiner These nach immer zu Angriffskriegen führen wird.
Ich habe nicht geschrieben, dass eine Armee IMMER zu Angriffskriegen führt, sondern habe die faktische Diskrepanz aufgezeigt, dass es laut dem eigenen Staat IMMER um Verteidigung geht. Auch bei faktischen Angriffskriegen.

Samurai76 schrieb:
Fazit: Nach deiner These führt eine Armee im Land immer zu Angriffskriegen.
Nein, du hast einfach in meinem Beitrag etwas hineininterpretieren, was ich nicht geschrieben habe.

Der Kern meiner Aussage ist die Kritik daran, wenn man immer so schön vom Verteidigen der Demokratie spricht und damit nur Gutes verbindet. Hier sollte man meiner Meinung nach mehr Bewusstsein dafür schaffen, vor allem, wenn die eigene Machtstellung in der Welt durch immer mehr Aufrüstung steigt.

Zudem geht es auch immer Hand in Hand mit der regelmäßig wechselnden Regierung in einem Staat.

Das beweist die gesamte Vergangenheit der Menschheit. Und leider auch die aktuelle Gegenwart.
 
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Ford_Prefekt schrieb:
Männlichkeit zu definieren
Etwas zu definieren, was sich in ständigen gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen weiterentwickelt, halte ich für wenig sinnvoll. Aber das führt hier zu weit vom Thema weg.
Ford_Prefekt schrieb:
Natürlich stand jetzt, auch eine Frau könnte das leisten ...
Bei Männern? Das glaube ich kaum.

Ich habe mich viel mit Geschlechterforschung befasst, und weiß daher, dass eine geschlechtshomogene Gruppe ganz andere soziale Prozesse ermöglicht, als eine geschlechtsgemischte.
Sobald das andere Geschlecht in die Interaktion eintritt, verändert sich die Interaktion ganz allgemein ... andere Themen werden anders diskutiert ... nur weil ein Mann bzw. eine Frau dabei ist.
Das habe ich auch selbst tausendfach erlebt ... es ist beinahe brachial, wie sich plötzlich fast alles verändert. Grade im Alter zwischen 15 und 30.

Ein Vorbild für moderne Männlichkeit/Weiblichkeit werden sich die jungen Menschen eher im eigenen biologischen Geschlecht suchen.

Falls jemand das als Plaoyer für geschlechtsgetrennte Schulen verstehen möchte ... es geht hier um private und teilweise intime Kommunikation, die in der Schule eh nicht so viel zu suchen hat.
Das trennen die Kids von ganz alleine (die Grüppchen auf einem Schulhof sind oft geschlechtshomogen ... und das zieht sich lange durch die Bildungslaufbahn ganz genau so durch).

Bedenklich auch: Lehrer, Ausbilder, Vorgesetzte etc. werden im allgemeinen ebenfalls als Fremdkörper wahrgenommen. Auch die verändern durch ihr Auftreten alles.


Staaten die den Charakter ihrer Bürger formen wollten (und das auch getan haben), gab es früher zu hauf. Das wird im allgemeinen als Charakteristikum von Diktaturen betrachtet. Auch die Nazis haben das ziemlich erfolgreich durchgezogen.

Meiner Meinung nach hat der Staat lediglich dafür zu sorgen, dass sich Individualität und Identität FREI entfalten können ... ohne dass irgendwer schiebt und zwisckt, damit es in die von ihm definierte "richtige Richtung" geht.
Der Staat hat seine Bürger vor solchen Eingriffen zu schützen ... und sie nicht aus Staatsraison selbst vorzunehmen.

Militär ist der Regierung und den Parlamenten unterworfen. Also auch einer Regierung, die damit Angriffskriege führen oder das eigene Volk unterdrücken möchte.
 
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DerOlf schrieb:
Bei Männern? Das glaube ich kaum.
...
Etwas zu definieren, was sich in ständigen gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen weiterentwickelt, halte ich für wenig sinnvoll.
Ich hätte da zumindest mal ein "vermutlich" reinsetzen sollen. Vater des Gedanken war aber ohnehin nicht Überzeugung wie denke ich auch der Rest des Text vermittelt, sondern die Angst dass ansonsten dann gleich wieder die Nazi Patriarchat Keule kommt, weil man der totalen Gleichmacherei nicht das Wort redet.
Ich stimme dir da komplett zu.

Ob das so im Wandel ist? Schon aber definiert wird es dann durch die, die es leben und weitergeben. Wir brauchen ja keine zehn männlichkeits Gebote haha. Ich habe ja auch kein Patentrezept aber irgendwo muss es halt mal vermittelt werden. Du hast jetzt getrennte Schulen angesprochen, vielleicht könnte man getrennte Fächer einführen.

DerOlf schrieb:
Staaten die den Charakter ihrer Bürger formen wollten ... gab es früher zu hauf. Charakteristikum von Diktaturen ...
ohne dass irgendwer schiebt und zwisckt, damit es in die von ihm definierte "richtige Richtung" geht.
Charakterbildung ist auch ein bisschen viel gesagt. Wertvermittlung durch den Staat ist unvermeidlich und legitim; sie bleibt es aber nur wenn sie offen, pluralistisch und diskussionsfähig bleibt.
Grundsätzlich stehe ich hinter hinter deinem libertären Ansatz aber ich würde gerne u.a. dieses libertäre Denken autoritär vermitteln haha.
Problematisch wird es, wenn staatliche Bildung einseitig, dogmatisch oder repressiv wird — etwa wenn kritische Diskussionen unterdrückt, abweichende Sichtweisen stigmatisiert oder echte Propaganda betrieben wird.
Kann jetzt jeder selbst beurteilen wie viel davon hier in Deutschland vorliegt und was ein eingeimpfter Liberalismus davon verhindert hätte.
 
DerOlf schrieb:
Klingt spannend ... hast du mal ein bisschen was zum Nachlesen?
"Männlickeit in der Krise" u.ä. sind doch Titel von Artikeln die du bestimmt schon gelesen hast, wenn du dich mit Geschlechterforschung befasst hast. Klar idR wird immer nur kräftig auf das Individium draufgehauen oder die Ursachen dem Patriachat oder den Männerbewegungen zugeschrieben aber das Jungs und Männer Probleme haben ist denke ich unbestritten (Suizidraten, Bildungsnachteile,...). Das sich dann Gegenmilieus bilden wenn man keine Maßnahmen trifft und immer nur draufhaut ist ja nur logisch, sie sind nicht Ursache, sondern Folge. Es ist völlig normal, dass sich dann auch radikale Kräfte bilden, das kennt man auch aus fast allen Gegenöffentlichkeiten, wie bspw. der Bürgerrechtsbewegung (Malcolm X).

Ein gutes Buch was stark in die Richtung geht ist Richard v. Reeves, (wiki) u.a. empfohlen von Obama.
Kurzer Abriss, kopiert aus einer amazon rezension:
Die wesentliche Aussage von Reeves ist: Die gesellschaftlichen Bemühungen um die Gleichberechtigung und bessere Bildung von Frauen sind sehr gut und auch sehr erfolgreich. Was dabei aber vergessen wurde ist, dass ganz ohne Zweifel auch Jungen in der Schule und Männer später im Berufsleben eine Förderung brauchen, wenn auch ganz anders als Mädchen und Frauen. Durch die Veränderung des Geschlechterverhältnisses erleiden Jungen bereits in ihrer Kindheit einen Rollenverlust, weil ihr unter anderem hormonell bedingtes aggressiveres Verhalten als jenes von Mädchen gesellschaftlich wesentlich kritischer beurteilt wird. Jungen haben in ihrer Entwicklung im Lebensalter von ca. 5 bis 20 Jahren einen biologisch bedingten Rückstand gegenüber Mädchen in der Fähigkeit zur sozialen Anpassung, den sie meist erst im Erwachsenenalter wieder aufholen. Dann aber ist das Frustkonto oft bereits voll. Die Folge: Schlechtere Noten, schlechtere Berufschancen, höheres Drop-out-Risiko, höhere Suizid-, Drogensucht- und Kriminalitätsneigung.
 
Ford_Prefekt schrieb:
"Männlickeit in der Krise" u.ä. sind doch Titel von Artikeln die du bestimmt schon gelesen hast, wenn du dich mit Geschlechterforschung befasst hast.
Ich habe haufenweise Artikel gelesen, die so oder ähnlich hätten überschrieben werden können.
Ich habe im Studium sogar einige Semesterarbeiten über Rollenbilder und ihre Fortschreibung verfasst.
Und gerade weil das so viele Artikel waren, bin ich mir unsicher, auf welche du dich da bezogen hast.

Nun bin ich ja einigermaßen im Bilde.

Das Thema geht allerdings viel zu weit weg vom Fokus auf Bundeswehr und Wehrdienst/-pflicht und reicht sehr weit in das Thema Individualisierung und Identitätsbildung hinein.
Nur so viel: Ich bin im Bezug auf die Gründe für das "volle Frustkonto" leicht anderer Meinung, als Richard v. Reeves bzw. die verlinkte Rezension seines Buches.

PS:
Wenn du sowas diskutieren möchtest, dann lieber per PN.
 
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Skaiy schrieb:
Die Bundeswehr ist aus ihrer Sicht nicht dafür da, um den Charakter von Menschen zu formen, sondern eben das reine Staatsinteresse zu vertreten.

dafür ist die Bundeswehr sehrwohl da. Man muss den jungs und Mädels alles beibringen, selbst wie man Leiberl faltet, sich die Fingernägel schneidet oder sich anständig rasiert. Dazu habe ich eine Doku gesehen, die die Perspektive der aktuellen Generation einnimmt.


Der Reporter macht keinen Hehl daraus, der Bundeswehr abgeneigt zu sein. Dennoch sieht man die strahlenden Augen der Jungs und Mädels.
 
Rote Rose schrieb:
dafür ist die Bundeswehr sehrwohl da.
Aus der Sicht der Bundeswehr, respektive des Staates, sehe ich es nicht so.

Wichtig ist die Vermittlung von kriegerischen/zivilen Fähigkeiten im Einsatz, dazu gehört beispielsweise das strikte Befolgen von Befehlen. Wenn überhaupt dient aus deren Sicht eine "Charakterformung" dem Staatsinteresse in Verteidigung und Angriff.

Aus der Sicht der Wehrpflichtigen kann es individuell eine Charakterformung sein. Hier gab es ja schon genug Stimmen, bei denen es etwas gebracht hat oder eben nicht.
Ergänzung ()

Rote Rose schrieb:
Dennoch sieht man die strahlenden Augen der Jungs und Mädels.
Die Spitze kann ich mir an der Stelle nicht verkneifen: Das Strahlen in den Augen wird in der Regel spätestens im kriegerischen Einsatz vergehen.

Der Satz hatte so etwas Romantisches an sich aus meiner Sicht.
 
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