Welche Erfahrung braucht man als Programmierer?

Kenne einen studierten Maschinenbauer, der hat heute seine eigene Softwarefirma. Und die hat er sich nicht gekauft, sondern erarbeitet.
Nur mal so als Motivationsanreiz.

Ich habe zig Stellenanzeigen gesehen, in denen auch Quereinsteiger gesucht wurden.
Falls Du Bock darauf hast, mit Programmieren Geld zu verdienen, dann fang einfach damit an: Dies ist der perfekte Zeitpunkt dafür.
Falls Du noch nicht viel Erfahrung hast, mach erst ein Praktikum - wenn Du es gut anstellst, folgt gleich darauf der Vertrag.
 
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Ich kann die Aussage, dass Unternehmen keine Autodidakten einstellen ebenfalls nicht unterschreiben. Gerade in Sachen Web-Entwicklung zählen das vorhandene Portfolio und der Eindruck im Einstellungstest fast so viel wie die Ausbildung. Aber der Aussage in Post #19 kann ich auch nur zustimmen.
 
markusgo1967 schrieb:
Klar, G-Red
der TE lässt sein Betätigungsfeld offen.
Wenn er Spaß dran hat, soll er es versuchen Fuß zufassen. Nur nicht aufhören sein Können auch auf Papier bestätigen zu lassen.
Wie gesagt, ich hatte bereits von einem "Papiertieger" von meiner Frau erzählt bekommen und einen anderen, mit einem Uni Abschluß und einem Gehalt von 65K im Jahr in "Aktion" gesehen bzw. nix davon gesehen. Wie ein Kollege dazu sagte "ein originaller nixkönner" :).
 
Ich weiss nicht wie das in Deutschland ist, aber bei uns in der Schweiz ist das Papier sehr relevant wenn es um den Lohn geht. Soll heissen, du kriegst vielleicht auch ohne ein Papier einen Job, aber mit Papier kriegst du für die selbe Arbeit 30% mehr...
längerfristig lohnt sich das bei uns. Idealerweise suchst man sich einen Job in einem Team wo du als "Junior" anfangen & von den anderen lernen kannst und nebenbei an einer FH oder ähnlich ein Papier machst.

Nach meiner Interpretation sind die meisten Softwareentwickler nicht gerade herausragend. Mit Interesse, Motivation kannst du es also vergleichsweise weit bringen. Auch wenn die anderen 5 Jahre vor dir ein Studium abgeschlossen haben ;-)
 
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G-Red schrieb:
und ob der HR Mensch ein alter "Bock" ist der nur auf Papier schaut und sich den Rest spart :).

Klar. HR sollte nicht darüber entscheiden, ob ein Bewerber fachlich geeignet ist. Papiere sind mir zum Beispiel größtenteils egal.
Ausnahme: Extrem viele Fehltage auf dem Abschlußzeugnis usw.

Um mal wieder den Bogen zum Posting vom TE zu schlagen:
Bewirb' Dich einfach und versuche Dich so gut wie möglich zu verkaufen.
Wenn Du Absagen bekommst, dann frag' nach warum. Aus den Antworten kannst Du lernen und es bei der nächsten Bewerbung besser machen ;)
 
Leute, programmieren ist aber nur ein Bruchteil von einer Aufgabe. Wer nur programmiert, hat heute verloren. Es spielt nicht die Programmiersprache eine Rolle, oder wie gut man sie beherrscht. Wichtig ist, daß man die Aufgabenstellung mit den gegebenen Mitteln lösen kann. Dazu muß man wissen, was man benötigt, um ein Problem aus der realen Welt in die digitale Welt zu hieven.

Ich bin bestimmt kein guter Programmierer, hab in vielen Sprachen entwickelt, und doch oft Lob für meine Programme bekommen. Warum? Weil ich zugehört habe, KISS-Prinzip für den Anwender eingesetzt habe, und mir immer (!) den gesamten Hintergrund eines Problems angeschaut habe und mir habe ausführlich erklären lassen. Klar, ein reiner Programmierer fängt oft sofort an zu coden, und das Ergebnis paßt dann selten zum geforderten Problem.

Daher, ein guter Programmierer ist selten gefragt. Der ist dann wichtig, Algorithmen und Programme auf Performance und Effizienz zu trimmen. Es sind Menschen gefragt, die gut reale Anforderung menschen- und sachgerecht umsetzen können!
 
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Meiner Erfahrung nach ist der Einstieg für in eine Software-Firma für jemanden mit null Berufserfahrung und entsprechend geringen Ansprüchen mittlerweile extrem leicht geworden. Bei uns wird schon seit einiger Zeit auch ganz aktiv nach Studienabbrechern gesucht. Die mit Masterabschluss versuchen ihr Glück eh bei Siemens und BMW in München, ein mittelständiges Unternehmen auf dem Land wird es gar nicht schaffen sich für so jemanden schmackhaft zu machen. Wer also nicht gerade 60.000€ als Einstiegsgehalt erwartet und sich nach 2 Monaten Probearbeit nicht mehr wie der letzte Depp anstellt, wird auch meist behalten. Grundlegende Erfahrungen mit C/++/#/Java, SQL, HTML und js sind ausreichend, der Rest ist dann eh learning by doing und um Fortschritt zu Erkennen hat der Arbeitgeber bis zu 6 Monate Zeit.
Die Zeiten, in denen sich Softwarefirmen aussuchen, wen sie einstellen sind einfach vorbei und es wird nicht besser (nur für die Bewerber natürlich)
 
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BLJ schrieb:
Soll heissen, du kriegst vielleicht auch ohne ein Papier einen Job, aber mit Papier kriegst du für die selbe Arbeit 30% mehr...
Ist in DE nicht anders. Aber wenn ich den allgemeinen Thenor auffase, dann ging es um eine grundsätzliche Einstellung als Fachfremder. Wenns dann um gehalt geht, dann ist natürlich das Pappier ausschlaggebend, da kommt man leider nicht drum herum. Wesshalb auch der derzeitige Boom zum Studium zu beobachten ist.
 
Darrel schrieb:
Gerade in Sachen Web-Entwicklung zählen das vorhandene Portfolio und der Eindruck im Einstellungstest fast so viel wie die Ausbildung.
Fast? Fast. "Fast". :D Das kommt natürlich stark auf's Unternehmen an. In meinem Bekanntenkreis sind da einige Firmen dabei, die so verzweifelt nach Software Entwicklern suchen, dass die sich wochen- oder monatsweise irgendwelche Inder oder Ost Europäer vermitteln lassen, die dann irgendwie Remote zu den Projekten beitragen.
Sprachbarriere, Stundenlange Einweisung, Installation der nötigen Tools für die Entwicklung, etc. pp. Und sie tun es trotzdem, weil sie keine deutschen Entwickler kriegen. Scheinbar lohnt es sich trotzdem irgendwie für die Unternehmen, sonst würden die das ja nicht machen - vermute ich :confused_alt:
 
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@benneq

Ja, mit sowas habe ich dauernd zu tun, und da kommt meistens nur Müll raus.
Precide schrieb:
Meiner Erfahrung nach ist der Einstieg für in eine Software-Firma für jemanden mit null Berufserfahrung und entsprechend geringen Ansprüchen mittlerweile extrem leicht geworden.
Da ich mittlerweile hier auch Bewerbungsgespräche führe und in vielen Unternehmen tätig bin, kann ich überhaupt nicht Deine Behauptung bestätigen. Wer braucht solche Leute? Keiner! So was einzustellen halte ich aus diversen Gründen unverantwortlich.

Wer heute kommerziell programmieren will, braucht sehr wohl eine fundierte IT-Ausbildung.
 
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PHuV schrieb:
..und mir immer (!) den gesamten Hintergrund eines Problems angeschaut habe und mir habe ausführlich erklären lassen.
Ich hätte dich gerne dabei, als ich in einem Unternehmen war, wo ich mich mit Automation eines 1000 Zeilen langen SQL-Scripts befasst habe, den ein Consultant, extra so entwarf, damit er das ding per Hand monatlich startet und dafür Kohle kassiert. Jedenfalls meinte der Chefe zu mir, ich soll das Ding nehmen und dir nix mir nix mal Automatisieren. Als ich das ganze anfing zu Analysieren um zu verstehen was da überhaupt passiert, kam der Chefe und sagte "nimm doch da Zeug und übernimm das so, hauptsache es läuft automatisch, macht logs und ist nachvollziehbar wo, wann, was geschieht". Wohlbemerkt der Mann war/ist ein Jahrelanger Programmierer mit Ausbildung (soll jetzt aber keine Abwertung sein).

Jedenfalls hatte man wohl gehofft, ein Student kommt und macht für kleines Geld eine Arbeit und zwar schnell schnell. Am Ende hatte ich dann doch das ganze Aanlysiert, auch wenn dieses "Ungehorsam" dem Chefe nicht gefiel und mir die Aussagen wie "Wir lösen hier die Sachen nicht immer auf Akademische Art und weise" bescherte :).
 
PHuV schrieb:
Da ich mittlerweile hier auch Bewerbungsgespräche führe und in vielen Unternehmen tätig bin, kann ich überhaupt nicht Deine Behauptung bestätigen. Wer braucht solche Leute? Keiner! So was einzustellen halte ich aus diversen Gründen unverantwortlich.

Allein aus ethischen Gründen würde ich für solche abgehoben Firmen schon nicht arbeiten wollen. Wir geben solchen Leute eben eine Chance. 20-jährige mit 5 Jahren Berufserfahrung wachsen nicht auf Bäumen.
 
G-Red schrieb:
Hast du probiert dich des Spasses halber in dem Bereich zu bewerben? Wenn du in einem Ballungsgebiet lebst, wirdst du sicherlich mindestens zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, vorausgesetzt du machst deine Bewerbung gescheid und beschreibst was du bereits kannst.
Ich wohne sehr ländlich und habe zudem glücklicherweise einen Job, den ich weder wechseln möchte noch muss. Von daher habe ich das noch nie gemacht.
Was mich zu meinem Post bewogen hat, war die Erfahrung der ersten Jahre, dass sich mit jedem gelösten Problem fünf neue auftaten, an denen ich mir dann wieder die Zähne ausbeißen musste. Und auch wenn mir das inzwischen nicht mehr so häufig begegnet, weiß ich jetzt besser als je, wie viel mir noch dazu fehlt, ein guter Programmierer zu sein.
Allerdings bin ich auch ein ziemlicher Perfektionist und würde mich nie einem Arbeitgeber anbieten, wenn ich nicht sicher wäre, mein Metier zu beherrschen. Das mag nicht immer die zielführendste Einstellung sein …

Gruß Jens
 
Flure schrieb:
Danke für eure schnellen Antworten.
Ich sehe momentan die Webentwicklung als Eintrittskarte in die Programmierung um Fuß zufassen. Ich habe mich mit weiteren Programmiersprachen noch eher weniger beschäftigt.

Wenn wirklich ein Studium gefordert wird fände ich das sehr Schade. Können die Studenten wirklich so viel mehr? oder geht es da rein um ein Platt Papier?
Hallo,
programmieren ist primär eine Sache der Erfahrung. Softwareentwicklung ist aber wesentlich mehr als "nur" Programmieren. Da geht es auch z.B. darum wie man "gut" programmiert (defensive Programmierung), wie man eine Software von der Architektur her aufbaut, ...

Vor allem die Punkte 2 und 3 werden auch in einem Studium vermittelt. Das sind durchause Punkte, die dir Studenten vorraus haben werden.

greetz
hroessler
 
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@G-Red

Ja, das ist immer wieder ein Klassiker, welches uns schon in den 80er im Informatik-Studium angekündigt wurde: Übernahme von Code, der "sehr wichtig" für das Unternehmen ist, aber es gibt keine Dokumentation, keine Person, die noch das wissen hat etc. etc.
Precide schrieb:
Allein aus ethischen Gründen würde ich für solche abgehoben Firmen schon nicht arbeiten wollen. Wir geben solchen Leute eben eine Chance. 20-jährige mit 5 Jahren Berufserfahrung wachsen nicht auf Bäumen.
Was hat das mit abgehoben zu tun? :confused_alt: Sorry, was willst Du mit Leuten, die nicht wissen, die nicht wissen, wie Sortieralgorithmen funktionieren, was ein Gruppenwechsel ist? Oder wie unterschiedliche Programmiersprachen arbeiten? Es spricht nichts dagegen, Leute auszubilden und an das Thema heranzuführen. Das ist aber was ganz anderes, als Laien direkt produktiv einzusetzen.
 
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PHuV schrieb:
Ja, das ist immer wieder ein Klassiker, welches uns schon in den 80er im Informatik-Studium angekündigt wurde: Übernahme von Code, der "sehr wichtig" für das Unternehmen ist, aber es gibt keine Dokumentation, keine Person, die noch das wissen hat etc. etc.
Die Situation war da noch "lustiger". Der Ersteentwickler war noch im Unternehmen, war aber nicht gewillt die Informationen heraus zu geben, weil mit dem Oberboss befreundet und daher "Thief in Law" so zu sagen. Alle habens gewußt nur ich bin wohl einfach der Prügelknabe gewesen, weil sich keiner getraut hat und ich war der unwissende.
 
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markusgo1967 schrieb:
Hi Flo,
die Zeiten das Firmen Autodidakten einstellen sind vorbei.
Abschluß eines Studiums oder Zertifikate einer bekannten Softwareschmiede sind heutzutage, so meine ich, Vorraussetzung.

Das sehe ich komplett anders. Wichtig ist eine interessante und ehrliche Bewerbung die sich von der Masse unterscheidet.

Meistens kommen dann Interviews via Telefon, ein Vorstellungsgespräch und evtl. ein Probearbeitstag.
Solltest Du diese Schritte meistern, steht Deinem Lebensabschnitt nichts mehr im Wege.

Meiner Meinung nach sind die Zeiten vorbei, wo man strikt nach Abschlüssen und Noten kategorisiert wird. Studenten mit Abschluss und Guten Noten gibt es wie Sand am Meer.

Menschen die offen und ehrlich sind, sich engagieren und vollgas geben wollen eher nicht. Soziale Kompetenzen Team/Stress & Konfliktfähigkeit sind mindestens so wichtig wie die reinen Hard-Skills.
 
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Ich kann zwar nicht wirklich was zum Thema beitragen, aber finde das ist eine sehr interessante Unterhaltung hier. Grundsätzlich ist sicher zu bestätigen, Motivation und Einsatz und der Wille hart zu arbeiten, sind mehr Wert als ein Stück Papier, vor allem auf lange Sicht. Nur Mut!
 
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Ob mans als Quereinsteiger leicht hat ist eine Frage der Branche, des Ortes wo du die Firma sitzt usw.
Ich glaube nicht dass es da eine fixe Antwort gibt.
Ich hab schon mittelständische Unternehmen gesehen die haben alles eingestellt als Programmierer was nicht bei 3 auf den Bäumen war, die saßen halt im Dunstkreis der großen Städte und haben niemanden gefunden weil es in der Stadt bessere Angebote gab.
Ich würde grundsätzlich aber empfehlen deine bisherige Ausbildung nicht komplett zu vergessen und ggf eher mehr Wert auf die Klassiker zu legen als den Fokus auf Webdesign. Den eins darfst du nie unterschätzen, Fach-knowhow im Bereich der Branche bringt ggf weit mehr, ohne entsprechende Ahnung von der Domäne ist gutes Software Design nur schwer möglich.

Eine mögliche andere Route wäre daher auch über die Testschiene und Testautomatisierung.
 
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