Welche Erfahrung braucht man als Programmierer?

Wow, ich kann gar nicht glauben, wie schnell die Zeit vergangen ist.....

1)
Ich habe mich in den letzten Wochen ziemlich reingehängt, und endlich was geschaffen, was man präsentieren kann. Der Grund warum ich das euch zeigen möchte ist eigentlich ganz einfach. Bitte schreibt kurz eure Gedanken zu dem Portfolio in den Kommentaren.

Was hat euch gefallen?
Was würdet ihr besser machen?
Kann es für eine Bewerbung verwendet werden oder brauch ich dazu komplexere bzw größere Projekte?

Portfolio:
Portfolio

2)
Ich würde von mir nun selbst behaupten, dass ich die Grundlagen von HTML, CSS, und JS verstanden habe, desweiteren bin ich schon auf das erste Framework wie Jquery gestoßen. Meine Frage wäre nun wie gehe ich vor?

Soll ich mich intensive mit Frameworks wie Angular oder React beschäftigen? (wird in vielen Bewerbungen gefordert bzw erwünscht)

Soll ich bei JS bleiben und mich intensiv mit Algorithmen beschäftigen und meine Kenntnisse vertiefen?


Abschließend möchte ich noch sagen, dass mich eure Erfahrungen jetzt schon viel weiter geholfen haben und ich freue mich auf weiter Vorschläge :)

Flo
 
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Hi,
sorry, dass ich das so hart sagen muss, aber wenn Du Dich bei mir bewerben würdest, dann würde ich Dich wohl nicht zum Gespräch einladen. Aber ich will Dir auch gerne sagen, warum.

Die Struktur von Deinem Portfolio ist ok. Kann man so machen.

About:
"Mein Name ist Mein Name" - Ich würde schon gerne deinen richtigen Namen erfahren und evtl. einen ersten Eindruck bekommen wollen, wie Du aussiehst. Ferner läuft der Text rechts am Rand der Infobox genau an den Rand. Hier würde ich ein Padding (CSS) erwarten.
Bei Deinen Kompetenzen würde ich erwarten, dass Du Dich selbst ein wenig einschätzt. Stell' Dir eine Skala von 1-10 vor. Wie gut kannst Du da z.B. Java (ebenso bei den anderen Themen)

Produkttabelle:
Formularfelder laufen aus der Box heraus, das sieht schon mal nicht gut aus. Wenn Du sagst, du kannst CSS, dann solltest Du sowas in meinen Augen vermeiden.

Jquerry:
Wenn Du Dich mit deinen Kompetenzen bewirbst, dann achte bitte darauf, dass Du sie richtig benennst. In dem Fall "jQuery".

Für mich wären die Punkte schon Grund genug aufzuhören und evtl. einen anderen Kandidaten einzuladen.

Aber, ich finde das gut, dass Du das hier zur Debatte stellst und fragst, wie dein Portfolio ankommt.
Mehr Ästhetik, korrekte Schreibweisen und eine konkretere Einschätzung deiner Fähigkeiten würden schon einmal mehr Wirkung zeigen. Just my 2 cents
 
Das ist echt schwierig...

Flure schrieb:
Was hat euch gefallen?
Dass der Code sehr einfach verständlich ist - womöglich zu einfach. Aber das liegt wohl auch ganz stark daran, dass deine Projekte trivial sind. Das könnten Hausaufgaben aus dem Informatikunterricht in der Schule sein.
Flure schrieb:
Was würdet ihr besser machen?
Code auf Englisch schreiben. Niemand (außer in der Schule, und 70-jährige Informatikdozenten) schreibt Code auf Deutsch.
Frameworks benutzten. Nicht für alles und überall, aber man sollte doch zeigen was man beherrscht.
Plain JS schreibt eigentlich niemand mehr freiwillig. Und jQuery ist auch eher was für Legacy Anwendungen. Wird in manchen Projekten sicherlich noch verwendet, aber so nach und nach versucht jeder davon loszukommen.
Versuch's mal mit Angular, React oder Vue.
Benutz einen richtigen Editor. Die Formatierung ist etwas gewöhnungsbedürftig, nicht gravierend schlimm, aber seltsam.
Schreib jQuery richtig.
Bring ein paar Design Patterns ein. (z.B. https://de.wikipedia.org/wiki/Entwurfsmuster_(Buch) )
Unit Tests wären vielleicht an 1-2 kritischen Stellen schön zu sehen. Einfach nur damit man irgendwo mal das Wort "Jasmine" liest. (oder ein äquivalentes Tool mit ähnlich großer Verbreitung)
Flure schrieb:
Kann es für eine Bewerbung verwendet werden oder brauch ich dazu komplexere bzw größere Projekte?
Wenn du dich bei mir damit bewerben würdest, würde ich kurz lachen, und wahrscheinlich nicht mal auf deine E-Mail antworten. Wie oben bereits gesagt: Das ist (wortwörtlich) Kinderkram. Aber ich mache (zum Glück vieler ;) ) kein Personalmanagement :D
Wenn dein Portfolio tatsächlich deine Skills widerspiegeln sollte, dann könntest du dich für 'nen Schnupperkurs oder ein unbezahltes Praktikum bewerben.

Flure schrieb:
Ich würde von mir nun selbst behaupten, dass ich die Grundlagen von HTML, CSS, und JS verstanden habe
Das sehe ich auch so. Aber mit Grundlagen lässt sich nicht (im großen Stil) produktiv arbeiten.

Flure schrieb:
Soll ich mich intensive mit Frameworks wie Angular oder React beschäftigen? (wird in vielen Bewerbungen gefordert bzw erwünscht)
Unbedingt.

Flure schrieb:
Soll ich bei JS bleiben und mich intensiv mit Algorithmen beschäftigen und meine Kenntnisse vertiefen?
Was für Algorithmen? Man sollte wissen mit welchem Algorithmus man seine aktuelle Aufgabe am Besten lösen kann. Danach reicht für gewöhnlich Google, um dich zur Lösung zu führen. Dasselbe gilt für die Wahl der richtigen Datenstrukturen.
Aber komplexe Algorithmen selber schreiben musst du nicht können - außer es ist der extrem unwahrscheinliche Fall, dass es deinen gesuchten Algorithmus tatsächlich noch nicht gibt.
Ich persönlich schau mir aber trotzdem immer wieder gern mal die Implementierungen von anderen Leuten an. Ab und zu findet man geniale Sachen. Und manchmal auch ziemlich abschreckenden Code, sodass man lieber noch mal woanders nach einer Lösung schaut.
 
Zuletzt bearbeitet:
Um Deine folgende Frage nochmal aufzugreifen.
Kann es für eine Bewerbung verwendet werden oder brauch ich dazu komplexere bzw größere Projekte?

Das ist abhängig davon, was die Firma sucht, wo Du Dich bewirbst.
Aber im Allgemeinen kann man wohl sagen, dass es viel wichtiger ist, wie Du versuchst die Aufgabe zu lösen.
Das muss man im Einzelfall entscheiden. Geht es um ein internes Tool, was nur von einer Abteilung genutzt wird, dann würde ich eher einen pragmatischen Ansatz verfolgen.
Geht es um ein Feature, dass 90% der Kunden nutzt, dann sollte es schon ausgereifter sein.

Wichtig ist, dass Du erkennst, was gefordert wird (also das Ziel) und den bestmöglichen Weg vorschlägst und die richtigen Leute mit ins Boot holst.
 
funkmasterflow schrieb:
Hi,
sorry, dass ich das so hart sagen muss, aber wenn Du Dich bei mir bewerben würdest, dann würde ich Dich wohl nicht zum Gespräch einladen. Aber ich will Dir auch gerne sagen, warum.

Die Struktur von Deinem Portfolio ist ok. Kann man so machen.

About:
"Mein Name ist Mein Name" - Ich würde schon gerne deinen richtigen Namen erfahren und evtl. einen ersten Eindruck bekommen wollen, wie Du aussiehst. Ferner läuft der Text rechts am Rand der Infobox genau an den Rand. Hier würde ich ein Padding (CSS) erwarten.
Bei Deinen Kompetenzen würde ich erwarten, dass Du Dich selbst ein wenig einschätzt. Stell' Dir eine Skala von 1-10 vor. Wie gut kannst Du da z.B. Java (ebenso bei den anderen Themen)

Produkttabelle:
Formularfelder laufen aus der Box heraus, das sieht schon mal nicht gut aus. Wenn Du sagst, du kannst CSS, dann solltest Du sowas in meinen Augen vermeiden.

Jquerry:
Wenn Du Dich mit deinen Kompetenzen bewirbst, dann achte bitte darauf, dass Du sie richtig benennst. In dem Fall "jQuery".

Für mich wären die Punkte schon Grund genug aufzuhören und evtl. einen anderen Kandidaten einzuladen.

Aber, ich finde das gut, dass Du das hier zur Debatte stellst und fragst, wie dein Portfolio ankommt.
Mehr Ästhetik, korrekte Schreibweisen und eine konkretere Einschätzung deiner Fähigkeiten würden schon einmal mehr Wirkung zeigen. Just my 2 cents


Danke an euch zwei für das schnelle und ehrliche Feedback jetzt kann ich absolut einschätzen wo ich stehe. Zu meiner Biographie wollte ich nur ergänzen, dass im Original natürlich mein vollständiger Name steht und ich auf Grund von Anonymität diesen hier im Forum zensiert habe.

Ich werde mich jetzt intensiv mit Frameworks beschäftigen und melde mich wieder sobald ich etwas zum zeigen habe.
Flo
 
@benneq
Plain JS schreibt eigentlich niemand mehr freiwillig.
Je nach Projekt schreibt man das schon so. Für irgendeine Popel-Landingpage würde ich jetzt nicht unbedingt auf Teufel komm raus, Vue, React oder Angular nutzen.

Das könnten Hausaufgaben aus dem Informatikunterricht in der Schule sein.
Für einen Werksstudenten oder Junior Developer fände ich das gar nicht so schlimm. Der kann auch gerne im Betrieb Frameworks lernen.
Und ganz ehrlich. Wenn der (angehende) Entwickler VanillaJS versteht, dann fällt es ihm auch leichter Frameworks zu verstehen.
 
funkmasterflow schrieb:
Je nach Projekt schreibt man das schon so. Für irgendeine Popel-Landingpage würde ich jetzt nicht unbedingt auf Teufel komm raus, Vue, React oder Angular nutzen.
Selbst dafür würde ich mir innerhalb von 5 Minuten ein Angular oder React Build aufsetzen, einfach nur damit ich TypeScript nutzen kann, und mich nicht mit Browser-Inkompatibilitäten rumschlagen muss.
Oder anders gesagt: Ich wäre speziell in CSS dafür nicht ausreichend bewandert, um sowas fehlerfrei für alle Browser der letzten 10 Jahre umzusetzen. Und weil ich das weiß, greife ich lieber zu Bootstrap oder irgendeinem anderen Material Design Framework. Das lässt sich immer noch recht flexibel anpassen, aber gleichzeitig muss ich mir halt keine Gedanken mehr um den potenziellen Recruiter machen mit seinem Internet Explorer.
Kommt natürlich auch darauf an, was man darstellen will. Als hipper krasser CSS Künstler, würde man das natürlich alles von Hand schreiben. Aber das sind dann für gewöhnlich keine Seiten mit einer einfachen Menüleiste und 'ner Background Animation, sondern eher ein krasses Feuerwerk.

funkmasterflow schrieb:
Für einen Werksstudenten oder Junior Developer fände ich das gar nicht so schlimm. Der kann auch gerne im Betrieb Frameworks lernen.
Und ganz ehrlich. Wenn der (angehende) Entwickler VanillaJS versteht, dann fällt es ihm auch leichter Frameworks zu verstehen.
Das stimmt natürlich. Aber gleichzeitig fehlen ganz viele andere entscheidende Dinge: Die Sprache und das Verständnis. Ich kann niemanden an ein Projekt setzen, der nicht weiß was ein Build System ist, was Tests sind, was Klassen, Objekte und Module sind, oder Dependency Injection, etc. pp. Oder auch die grundlegenden Design Pattern wie Factory oder Singleton.

VanillaJS kann auch zu einem riesigen Problem werden. Welche Funktionen darf ich benutzen? Gibt's Polyfills? Oder nutzen wir lodash o.Ä.? Setz sojemanden mal an eine Angular App mit TypeScript, Decorators, Generics und Generator Functions. Oder meinetwegen auch React mit JSX.
Wenn man grundsätzlich Ahnung von der Materie hat, dann ist das natürlich recht einfach zu verstehen. Aber sein Portfolio sieht für mich halt überhaupt nicht danach aus. Ich würde nicht mal davon ausgehen, dass bekannt ist, was Closures oder Promises sind. Kann man natürlich schnell lernen, aber eigentlich sind's doch auch JS Basics.
Dazu dann noch das Missachten von JS Coding Conventions. Großgeschriebene Property Names, mal Single Quote, mal Double Quote Strings. Umlaute und Sonderzeichen im Code. Wohl dem, der ESLint bzw. TSLint nutzt.
Keine sinnvolle Fehler- / Ausnahme-Behandlung.

Deswegen hatte ich den Part "Was würdet ihr besser machen" so ausführlich gestaltet. Denn für mich sieht sein Portfolio danach aus, als wenn er sich aus 2-3 HTML / CSS / JS Tutorials was zusammenkopiert hat. Ich sage ja nicht mal, dass er nicht versteht, was der Code macht oder ihn nicht selbst geschrieben hat. Aber es sieht halt wirklich nach dem "Hello World" der Webentwicklung aus. Und auf Basis eines "Hello World"s würde ich keinen Werksstudenten einstellen. Für so jemanden müsste man dann eine vollwertige Arbeitskraft hernehmen, die dann nur noch halbtags arbeitet (falls überhaupt) und den Rest der Zeit Babysitter spielt. Oder alternativ sitzt der Werkstudent einfach rum, kassiert seine Kohle und schaut sich Katzenbilder im Internet an. Das kann auch nicht Sinn der Sache sein.

Er hatte ja auch explizit erwähnt, dass diverse Stellen Angular oder React voraussetzen. Daher gehe ich hier mal nicht von einem Praktikum aus, sondern von einer halbwegs soliden Festanstellung. Und das ist damit definitiv nicht möglich - egal wie man's dreht und wendet.

EDIT: Alle Werksstudenten, die ich bisher kennengelernt habe (und ich war selbst auch mal einer), hatten zumindest schon reichlich Erfahrung in Programmierung und Datenstrukturen im Generellen, Design Patterns und co. Das sind halt die Nachwirkungen von 2-3 Semestern Uni.
Vielleicht sollte ich meine Anforderungen stark vereinfacht so formulieren: Wenn jemand bestehenden Code aus dem aktuellen Projekt lesen und verstehen kann, würde ich ihn einstellen. Natürlich nicht den schlimmsten und fiesesten Code, aber eben schon was mit ein wenig Anspruch.
 
Zuletzt bearbeitet:
Flure schrieb:
Hallo liebe Community,

Ich möchte vorab meine Situation erklären. Ich bin 23 Jahre alt und gelernter Maschinenbautechniker. Zum Programmieren bin ich durch Freunde gekommen und habe seit ein ein paar Monaten kontinuierlich mein Wissen erweitert. Hauptsächlich habe Übungen aus dem Internet erledigt und gegebenenfalls meine eigenen Projekte umgesetzt .

BSP: Schere, Stein Papier, Calculator, Webseite die Daten abfrägt...... (HTML, CSS , JS)

Jetzt stellt sich mir die Frage, ob ich mit meinen derzeitigen Wissen eine Chance als Programmierer in einem Unternehmen habe? Oder ob mir dazu einfach noch die nötige Programmiererfahrung fehlt?

Mir ist durchaus Bewusst, dass es nicht so einfach zum Beurteilen ist, aber dennoch würde ich gerne eure Meinung dazu hören.

Liebe Grüße
Flo

Ich sags mal so: ein studierter Informatiker frisch von der Uni, der hat vielleicht mal Softwarearchitektur und C und Java in Grundzügen gehabt, bissl Datenbanken und sonst ganz viel Zeug was er nie wieder braucht(weiß ich weil ich studiert habe ;)). Wenn du den jetzt ins Unternehmen bringst muss er die Kentnisse zum Einarbeiten nutzen und sich den Rest draufziehen, genau wie du.

Sprich wenn dich jemand anstellt und du kannst coden ist an sich alles in Butter, du musst dann halt die Einarbeitungszeit nutzen und dich da mit der jeweiligen Programmiersprache, Frameworks usw auseinandersetzen, aber selbst die drei Monate reichen im Normalfall nicht dass du alles kannst was nötig ist(und ein Arbeitgeber weiß das auch).


Mach dir einfach keinen Kopf und bewirb dich, die anderen kochen alle auch nur mit Wasser! Der Witz ist es gibt so viele Sprachen, Frameworks und Schlagmichtot dass selbst ein gelernter Anwendungsentwickler ins Unternehmen kommt und erstmal alles lernen muss, genau wie du auch. Der hat dann vielleicht ein paar Erfahrungen mehr und kann schon eine von 8 Anforderungen aber der Rest ist immer die Idiotentour von Null an. Das wissen auch beide Seiten, wenn du da im Vorstellungsgespräch sitzt sagst du einfach 'kenne ich noch nicht, kann ich lernen!' und fertig. Da kannst du zwölf Sprachen und 8 Frameworks kennen, die Firma nutzt unter Garantie die dreizehnte Sprache und noch ein neuntes Framework ;)
 
Schöne Webseite.
Sagt allerdings nichts über deine Entwickler Fähigkeiten aus sind, kein Nachweis noch sonst etwas.

Mein Tipp: Sattele am Besten eine IT Ausbildung drauf. Das sollte dich max 1-2 Jahre kosten.
Dann hast du genügend Fundament und Nachweis, dass sich genügend Interessenten zeigen selbst ohne Webseite.
Falls dir das alles zu lange dauert könntest du auch kommerzielle Zertifikate machen. Die gehen schneller kosten dich aber richtig Kohle im Bereich mehrere TEUR.
 
mambokurt schrieb:
Der Witz ist es gibt so viele Sprachen, Frameworks und Schlagmichtot dass selbst ein gelernter Anwendungsentwickler ins Unternehmen kommt und erstmal alles lernen muss
Deswegen lernt man im Studium auch nicht Frameworks oder Programmiersprachen sondern alles drum herum wie zum Beispiel Softwarequalität, Patterns, Recherche, Architektur und so weiter. Eine Programmiersprache ist ein Werkzeug wie ein Hammer: Kleinkinder können auch hämmern.
 
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Teiby, du sprichst mir aus der Seele! In der IT gilt es, am Ball zu bleiben. Das Geschäft ist schnelllebig. Meiner persönlichen Erfahrung nach zeigt sich genau hier der Unterschied zwischen Akademikern / erfahrenen Fachkräften und Leuten, die quer einsteigen oder "nur" eine Ausbildung ohne Weiterbildung genossen haben. Refactoring ist ein heikles Thema, auch wird lieber mieser Legacy Code mitgenommen, wenig Änderung an Prozessen und neuen Tools/Sprachen werden gemieden.

@Flure: Genau hier möchte ich dich ausdrücklich für deinen gewählten Weg loben! Wenn du diesen weitergehst, wirst du schnell lernen. Gerade zu Beginn ist die Lernkurve steil. Einfach machen, die eigenen Projekte werden auch größer und komplexer. Früher oder später kommt dann die Einsicht in Softwarequalität, Tests, Software Patterns. Martin Fowler etc. . Zu Java und Tests könnte ich die die zwei, drei Klassiker an Fachbüchern nennen - wenn du diese liest und immer noch Lust hast: Bingo!

Aber du zielst auf Frontend-Entwickler ab, nicht Backend. Dann gibt es noch den Full-Stack-Developer. Oder den (in-house) Consultant. Für Frontend-Entwickler finden sich bereits sehr gute Hinweise in diesem Thread.
 
Selbstverständlich gibt es Menschen die etwas beherrschen ohne einen formalen Abschluss dafür zu haben und erfolgreich am Markt ihre Dienste verkaufen. Das stelle ich nicht Abrede.

Was den freien Markt und seine Gesetze angeht sollte jedem klar sein, dass im Zweifel bei Einstellung der fachlich näheren Ausbildung der Vorzug gegeben wird.
Vielleicht wird es mit diesem Beispiel klarer, warum ich zur IT Ausbildung rate: Zwei Kandidaten bewerben sich als Elektroinstallateur auf dieselbe Stelle. Einer hat eine solche Ausbildung erfolgreich absolviert, der andere ist gelernter Mechaniker.. Er hat aber schon bei sich zu Hause und bei Freunden die Elektroinstallation durchgeführt.
Es ist nicht schwer zu erraten, dass der zweite es ungleich schwerer auf dem Arbeitsmarkt haben wird.
 
Aus dem selben Grund wird ein medzinischer Betrieb aber auch niemanden als Chirurgen anstellen der zwar nicht studiert aber "privat schon ein bissl was gemacht hat" :D
Bei solchen Fachkräften würde ich da eine Trennlinie ziehen. Ich habe selbst schon Mitarbeiter eingestellt und habe mich an persönlichen Eigenschaften orientiert. Das hat zum größten Teil damit zu tun, dass die Mitarbeiter hinsichtlich ihrer Arbeitsmoral in unser Unternehmen passen müssen. Wenn man mit unkonventionellen Lösungen bekannt und erfolgreich ist dann fängt man mit Leuten, die in starren Strukturen und steilen Hierarchien "verbogen" und im Kontext einer Ausbildung eingeimpft bekommen haben "was man wie tut und was wie nicht" wenig an.
 
Seht es doch mal so: In Deutschland zählt der Abschluss und im Amiland ist learning-on-the-job sehr weit verbreitet (anlernen / sogar die Regel, für die die nicht studiert haben?).
 
floq0r schrieb:
Das mag nach weitläufiger Meinung die Regel sein, dafür gibt es aber gute Ausnahmen ;)
Selten! Ich kann Dir zig Gegenbeispiele sagen, wo man sofort erkennt, ob eine Person in der IT oder Programmierung ausgebildet ist oder nur Quereinsteiger. Das merkt man sofort bei gewissen Themen, wenn wichtiges Grundlagenwissen fehlt. Bei einer Ausbildung lernst Du zwar vieles theoretisch und näherst Dich eher akademisch ran. Sobald Du aber im Berufsleben damit konfrontiert wirst, nützt Dir dies sehr wohl, weil Du weißt, womit Du umgehst. Wenn Du dagegen Dir autodidaktisch Wissen aneignest, läßt Du - aus Unkenntnis und Zeitgründen - vieles weg oder bekommst es nicht mit. Sprich, Du magst dann auf einer Programmiersprache der Held sein, aber wehe, wechsle mal die Programmiersprache, und Du weißt nicht, was Referenzparameter, dann hast Du ein Problem. Auch das ganze organisatorische drumrum lernt man eben in der Ausbildung entsprechend, als Quereinsteiger eben nicht. Klar kann man einiges im Beruf nachholen durch Training-on-the-job. Aber sind wir doch mal ehrlich, wer hat den dann im Berufsleben nochmal Zeit, entsprechende Grundlagen nachzuholen.
 
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PHuV schrieb:
Selten! Ich kann Dir zig Gegenbeispiele sagen, wo man sofort erkennt, ob eine Person in der IT oder Programmierung ausgebildet ist oder nur Quereinsteiger. Das merkt man sofort bei gewissen Themen, wenn wichtiges Grundlagenwissen fehlt. Bei einer Ausbildung lernst Du zwar vieles theoretisch und näherst Dich eher akademisch ran. Sobald Du aber im Berufsleben damit konfrontiert wirst, nützt Dir dies sehr wohl, weil Du weißt, womit Du umgehst. Wenn Du dagegen Dir autodidaktisch Wissen aneignest, läßt Du - aus Unkenntnis und Zeitgründen - vieles weg oder bekommst es nicht mit. Sprich, Du magst dann auf einer Programmiersprache der Held sein, aber wehe, wechsle mal die Programmiersprache, und Du weißt nicht, was Referenzparameter, dann hast Du ein Problem. Auch das ganze organisatorische drumrum lernt man eben in der Ausbildung entsprechend, als Quereinsteiger eben nicht. Klar kann man einiges im Beruf nachholen durch Training-on-the-job. Aber sind wir doch mal ehrlich, wer hat den dann im Berufsleben nochmal Zeit, entsprechende Grundlagen nachzuholen.
"You don't know what you don't know" stimme ich zu, habe ich bei mir selbst oft genug beim Coden aber auch in anderen Bereichen (DBs) gesehen. Mein Kommentar bezog sich auf die Behauptung man bräuchte eine Ausbildung um kommerziell programmieren zu können.
 
floq0r schrieb:
"You don't know what you don't know" stimme ich zu, habe ich bei mir selbst oft genug beim Coden aber auch in anderen Bereichen (DBs) gesehen. Mein Kommentar bezog sich auf die Behauptung man bräuchte eine Ausbildung um kommerziell programmieren zu können.
Das ist ja alles richtig.

Wenn mich jemand fragt, was ich empfehle wenn jemand in die Software Entwicklung Beruflich möchte, lautet mein Rat dennoch nicht, lern zu Hause und versuchs dann einfach sondern mach eine Ausbildung oder Studium.

Das sind nun einmal die idealen Voraussetzungen. Hier und überall auf der Welt.

Das ist mit Nichten eine Abwertung von Menschen die es anders machen.
 
LencoX2 schrieb:
Das ist ja alles richtig.

Wenn mich jemand fragt, was ich empfehle wenn jemand in die Software Entwicklung Beruflich möchte, lautet mein Rat dennoch nicht, lern zu Hause und versuchs dann einfach sondern mach eine Ausbildung oder Studium.

Das sind nun einmal die idealen Voraussetzungen. Hier und überall auf der Welt.

Das ist mit Nichten eine Abwertung von Menschen die es anders machen.
Das habe ich auch nicht in Abrede gestellt, empfehlen würde ich das auch Niemandem. Obwohl ich persönlich schon mehr die Auffassung vertrete, dass man so einen Beruf in der IT nicht eben so erlernt und dann einfach "macht" weil man nicht weiß was man sonst machen soll aber es "einfach mal probieren will" sondern idealerweise über Hobby und Begeisterung in die Branche "rutscht". Ansonsten macht sich schnell Frustration breit.
 
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