Weltanschauungen im Allgemeinen, Systemkritik, Diskussionen rund um den Kapitalismus

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Retropie bezeichnet eine rückwärtsgewandte Orientierung als gesellschaftlichen Entwurf (vgl. Utopie). Ich glaube, Richard David Precht hat den Begriff mal in einem Interview geprägt, in Anspielung darauf, dass die AFD quasi wieder zurück in die 90er des letzten Jahrtausends möchte.
 
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Hallo

Also ein Phantasiebegriff den es in der Realität nicht gibt (abgesehen von einer Linux Distribution), erfunden von einem Kandidaten von "Wer wird Millionär" aus dem Jahr 2003.
Und weil er es nicht geschafft hat Millionär zu werden verdient er sein Geld jetzt mit Vorträgen und Büchern über den bösen Kapitalismus der dem Untergang geweiht sein soll.

Grüße Tomi
 

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Tomislav2007 schrieb:
Also ein Phantasiebegriff den es in der Realität nicht gibt
Nein ... lediglich ein korrekt hergeleitetes Lehnswort aus dem Lateinischen.

"Retro" steht für ein Rückwärtsgewand sein ... und damit ist eine Retropie nichts anderes, als die Idee einer Gesellschaft, die ihr Zukunftskonzept einzig an einer romantisierten Vergangenheit aufhängt.

"Früher war alles besser" und "die gute alte Zeit" sind beides Beispiele für eine retropische Sicht.
"Make america great again" ist ein weiteres.

Eine Retropie ist eine rückwärtsgewandte Vision davon, wie sich die Gesellschaft zurückentwickeln müsste, damit "alles wieder gut" wird.

Das hat nicht mehr oder weniger Hand und Fuß, als jede U- oder Dystopie.
Allerdings mit dem Unterschied, dass man bei einer Retropie viel besser sagen kann, was dagegen spricht ... das war nämlich schon mal da. Das machts natürlich überschaubarer.
 
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Jetzt häng' dich doch nicht so an einem Begriff auf, Sprachen sind lebendig. Jeden Tag entstehen zig neue Wörter und manche verschwinden wieder aus dem Sprachgebrauch...
 
Hallo

@PeterPlan

Da hast du absolut Recht.
Es würde bei einer Diskussion aber der Verständlichkeit dienen wenn man bekannte/offizielle/anerkannte Wörter und nicht Phantasiebegriffe benutzt die nur eine Handvoll Außerwählter deuten kann.
Und wenn ich über einen Begriff nichts über Google finde dann scheint der Begriff nicht verbreitet zu sein, gebildet rüber kommen zu wollen kann ich verstehen aber das Wort sollte schon existieren.

Grüße Tomi
 
Die Existenz eines Begriffs wird allein durch dessen Nutzung etabliert. ;)
 
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Hallo

@PeterPlan

Da hast du absolut Recht, der Begriff Retropie hat sich durch dessen Nutzung als Bezeichnung für eine Linux Distribution etabliert.
Du darfst das natürlich gerne jhjkhl sehen oder mir Ködfjk liefern.

Grüße Tomi
 
Wo wir beim Thema Radikalisierung waren:

https://www.welt.de/politik/deutsch...es-naechsten-Sommer-auf-jeden-Fall-geben.html

Das sind die Fantasien linker Ökobewegungen. Offene Drohungen gegen die Allgemeinheit im Namen des Klimaschutzes. Der Interviewte nennt es sogar selbst so.

Geht man dagegen vor? Wird sowas geächtet? Oder misst man hier mit zweierlei Maß, weils „links“ und „öko“ ist?

Ich finde diese Entwicklung bedenklich. Aber ich bin auch kein „Öko“ und auch nicht radikal wie zB die GJ.

Tenor des Aktivisten: Wenn ihr nicht macht was wir wollen, gibts halt „auf die Mütze“.

Manch Klientel darf sowas heutzutage problemlos propagieren und wird noch verteidigt oder beklatscht. Beschweren darf man sich als „Kapitalist“ auch nicht. Man ist schließlich der Grund dafür, dass es zu Gewalttaten kommt.

DAS ist krank.

„Die Leute dürfen keinen Leserbrief schreiben und sich empören. Nicht im Späti über die Zecken lästern. Jeder Mensch muss sich klarmachen: Sabotage ist vielleicht nicht in ihrem Sinne, aber in ihrem Interesse“.

Seine Aussagen will er als Drohung an die Gesellschaft verstanden wissen: „Wenn es keinen Klimaschutz gibt, gibt es bald auf die Mütze“.
 
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Tinkerton schrieb:
Manch Klientel darf sowas heutzutage problemlos propagieren und wird noch verteidigt oder beklatscht
"Manch Klientel"...? Das zieht sich doch aktuell fast überall durch!

Radikale Ökos werden verteidigt und beklatscht
Radikale Impfverweigerer und Leugner werden verteidigt und beklatscht
Radikale Gegner von Zuwanderung werden verteidigt und beklatscht
Radikale Kapitalismusgegner werden verteidigt und beklatscht
Radikale Rechtsaußen werden verteidigt und beklatscht (selbst nach Morden)
Radikale Abtreibungsgegner werden verteidigt und beklatscht

Tja, sie sollten alle mal mehr ge- als beklatscht werden!

Dass eine Gesellschaft sich gerade in Krisen mehr radikalisiert ist aber halt völlig normal. Manche brauchen dazu aber noch nicht mal eine Krise und suchen sich Gründe.

Ich gehe natürlich nicht davon aus, dass du hier das Öko und Links primär als potentiell gewalttätig heraus stellen wolltest, da das gegen unsere guten bundesdeutschen Prinzipien, repräsentatiert durch Schwarz-Rot-Gold, wäre.
 
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Klar. Am besten alle verprügeln, die eine andere Meinung haben. Wenn die Diskursfähigkeit der Leute im Eimer ist, hilft nur noch Gewalt oder wie? Man könnte die Dissidenten natürlich auch alle in Lager stecken, in manchen Ländern klappt das bis heute ganz gut.

Wie wäre es, stattdessen eine andere Diskussionskultur zu propagieren?
 
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@Tomislav2007
Natürlich spuckt dir das normale Google nur den typischen IT-Spam zu "RetroPie" aus.
Das heißt übrigens nur deswegen "RetroPie" weil es "RetroArch" nutzt. Schon anhand der Ergebnisse des normalen Google hättest du erkennen können, dass das "Retro" in dieser Bezeichnung nur daher kommt, und das "pie" eben eher für "Kuchen" steht ... bzw. einfach die Bezeichnung für den Rasberry Pi darstellt, auf dem RetroPie läuft.

Nutzt du stattdessen "google.scholar" so ist der erste Treffer ein Buch mit dem Titel "Utopie, Retropie, Dystopie, Zukunftsvisionen für soziale Medien". Klar ist da auch der Precht dabei.

Wenn man sich schon für den Begriffsgebrauch im sozialwissenschaftlichen Kontext interessiert, dann sollte man eventuell auch mal in "wissenschaftlichen" Publikationen suchen ... der Weg zu denen führt wenn überhaupt, dann über google.scholar (und vergleichbare Plattformen).

Mal was anderes, für das du bei einer normalen Google Suche nur schwer herausfinden wirst, wofür Pädagogen diesen Begriff verwenden, wäre der in der Materialkunde gebräuchliche Begriff der "Resillienz" ... da der aber schon viel länger von Pädagogen genutzt wird (und in der Integrationsdebatte eine wichtige Rolle spielt), stehen deine Chancen da etwas besser, als bei einer recht jungen Wortkombination aus der Soziologie.

Zum Abschluss noch eine Frage:
Wer veröffentlicht wohl mehr im Internet ... Linux-Nerds mit Spass an Kleinstcomputern oder Philosophen und Soziologen, die dem Internet ganz allgemein eher kritisch begegnen?

Und natürlich wird der CB-Cookie auch deine Suchergebnisse bei Google verändern ... rate mal, in welche Richtung das wohl geht.
 
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Tomislav2007 schrieb:
Hallo

@PeterPlan

Da hast du absolut Recht, der Begriff Retropie hat sich durch dessen Nutzung als Bezeichnung für eine Linux Distribution etabliert.
Du darfst das natürlich gerne jhjkhl sehen oder mir Ködfjk liefern.

Grüße Tomi

Jetzt sei mal bitte nicht albern. Ich ging davon aus, dass du zwischen einer korrekt hergeleiteten Wortschöpfung und Kauderwelsch differenzieren kannst.

Nur ein Beispiel: Vieles in der Jugendsprache klingt auch erstmal unsinnig, wenn man aber genauer hinguckt, hat jede Wortschöpfung eine nachvollziehbare Herkunft. Das Wort "sus" stammt vom englischen "suspect", was soviel wie "verdächtig, Misstrauen hervorrufend" bedeutet. Es gibt mit dem deutschen Wort "suspekt" auch eine direkte Entsprechung.

Manche Worte verändern auch ihre Bedeutung im Laufe der Zeit. Das Wort "geil" hatte früher eine ganz andere Bedeutung als heute. Sprache unterliegt stetigem Wandel!

Ich lerne fast täglich neue Wörter, die ich dann eben in mein Sprachverständnis einhegen muss. Und wenn ich etwas nicht auf Anhieb verstehe, ziehe ich es nicht ins Lächerliche, sondern hake nach. Das hast du auch gemacht, und eine Antwort erhalten. Dabei können wir es doch belassen, oder?
 
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Noch ein kleiner Nachtrag:

Gibt man bei Google einfach ein "Go", dann bekommt man fast ausschließlich Ergebnisse zur gleichnamigen Programmmiersprache.

Einträge zum 5.000 Jahre alten gleichnamigen Brettspiel findet man nur, wenn man nach "Go Brettspiel" sucht, oder den chinesischen Namen "Wei qi" benutzt (einige dieser Ergebnisse wird man allerdings übersetzen müssen, wenn man kein chinesisch kann).

Google taugt einfach nicht als Messlatte für den Begriffsgebrauch ... zumindest bei Begriffen, die auch in der IT genutzt werden.
Ergänzung ()

@PeterPlan:
"RetroPie" ist ja eigentlich auch korrekt hergeleitet ... es folgt nur eben einer etwas anderen Logik, als "Retropie".
Eventuell war auch die Verkürzung des Begriffs problematisch (korrekt müsste es eigentlich "Retrotopie" heißen ... eben in Anlehnung an U- bzw. Dys-topie).

Gibt es eigentlich für den Rasperry auch was mit "Entro-"im Namen?
Ich frage, weil man daraus einen anderen Begriffsgebrauch für "Entropie" ableiten könnte ... mit nur einer einzigen Google-Suche :lol:
 
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Ist zwar OT interessiert mich aber trotzdem.

DerOlf schrieb:
der in der Materialkunde gebräuchliche Begriff der "Resillienz"

...findet in der Werkstoffkunde keine Anwendung und gehört in den Ingenieurwissenschaften eher in die Systemtheorie.
Hab's aber aus Spaß auch grad gegoogelt und der Verweis auf die "Materialkunde" kommt ziemlich häufig. Gibt's da irgendein Buch aus dem alle falsch abgeschrieben haben oder was ist da los bei den Sozialwissenschaftlern?
 
DerOlf schrieb:
"RetroPie" ist ja eigentlich auch korrekt hergeleitet ... es folgt nur eben einer etwas anderen Logik, als "Retropie".
Eventuell war auch die Verkürzung des Begriffs problematisch (korrekt müsste es eigentlich "Retrotopie" heißen ... eben in Anlehnung an U- bzw. Dys-topie).

Kann gut sein, dass ich den Begriff falsch wiedergegeben habe. Jetzt wo du es sagst, Retrotopie klingt sinniger.

In diesem Fall: Mea culpa!

Aber ich denke, es dürfte klar sein, was gemeint war. Vielleicht können wir ja wieder zum eigentlichen Thema zurück kehren?
 
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PeterPlan schrieb:
Klar. Am besten alle verprügeln, die eine andere Meinung haben.
Der Unterschied zwischen "eine andere Meinung haben" und Laib und Leben gefährdenden Aktionen ist dir aber schon bewusst...!?
 
"Radikal" ist für mich nicht gleichbedeutend mit gewalttätig oder extremistisch. Leider wird dieser Begriff inzwischen ziemlich inflationär für alles und jeden gebraucht, der etwas an der momentanen gesellschaftlichen Lage ändern möchte.

Wenn jemand Gewalt anwendet, gehört das verurteilt, keine Frage. Und da spielt es auch keine Rolle, aus welchen Beweggründen oder gegen wen die Gewalt gerichtet ist. Ob einer Steine auf Polizisten wirft oder Asylanten verprügelt ist egal.
 
Hallo

Tinkerton schrieb:
Zitate:
"„Zerdepperte Autoshowrooms, zerstörte Autos, Sabotage in Gaskraftwerken oder an Pipelines. Das wird es nächsten Sommer auf jeden Fall geben. Ich höre das aus der Bewegung, sogar von eher moderaten Akteuren“, so Müller."
"Wenn jemand ein Gaskraftwerk sabotiere oder Autos zerstöre, sei das aus Müllers Sicht „mittlerweile Notwehr“. Er ist überzeugt: „Es ist legitim, Dinge kaputt zu machen“."
"Wer Klimaschutz verhindert, schafft die grüne RAF. Oder Klimapartisanen. Oder Sabotage for Future. Wie auch immer sie sich dann nennen“.

Also das finde ich schon sehr...

PeterPlan schrieb:
"Radikal" ist für mich nicht gleichbedeutend mit gewalttätig oder extremistisch.
...radikal, gewalttätig und extremistisch, bei der Sabotage in Gaskraftwerken oder an Pipelines können ganz schnell/einfach Menschen verletzt oder gar getötet werden.

PeterPlan schrieb:
Klar. Am besten alle verprügeln, die eine andere Meinung haben. Wenn die Diskursfähigkeit der Leute im Eimer ist, hilft nur noch Gewalt oder wie?
Was der Klimaaktivist Tadzio Müller im obigen Link von sich gibt und vorhat ist eher Gewalt als Diskursfähigkeit.
Wenn schon moderate Akteure so denken dann will ich nicht wissen wie Hardliner/Extreme in der Szene denken.

Ich sehe in den Handlungen/Taten kaum/keinen Unterschied mehr zwischen Linksextremen und Rechtsextremen, die Unterschiede sind nur die Ideologie und die Herkunft der Opfer.
Die Linksextremen und mittlerweile auch die Grünextremen sind nicht mehr weit von der Hemmschwelle entfernt menschliche Opfer bei ihren Handlungen/Taten in Kauf zu nehmen.

@DerOlf + @PeterPlan Schön das ihr das Retrotopie Wortspiel ohne mich gelöst/hinbekommen habt.

Grüße Tomi
 
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PeterPlan schrieb:
Radikal" ist für mich nicht gleichbedeutend mit gewalttätig oder extremistisch. Leider wird dieser Begriff inzwischen ziemlich inflationär für alles und jeden gebraucht, der etwas an der momentanen gesellschaftlichen Lage ändern möchte.
Der Kontext auf den ich und der Kollege sich bezogen, war aber ziemlich klar, egal was radikal für dich persönlich bedeutet. Wenn dir jemand deinen Daimler, Impfzentrum oder Flüchtlingsunterkunft abfackelt, ist es wurscht ob das radikal oder extremistisch ist. Aber das hast ja bereits selbst klar gestellt.
 
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