Andy8891 schrieb:
Ich denke nicht, das es der Bevölkerung egal ist. Nur wie willst du gegen das Totschlagargument Neid gegenargumentieren?
Egal genug, nichts dagegen zu machen. Ich sehe hier natürlich auch die Unternehmen und die Politik in der Pflicht, etwas zu tun, aber der Konsument trägt eben auch eine Mitschuld am aktuellen Zustand.
Andy8891 schrieb:
Die Profiteure müssen einfach nur Neid rufen, siehe Tomi, und können sich aus jeglicher Verantwortung drücken.
Weil die Leute drauf eingehen.
Ist wie das Nazi Argument, wenn man mit Menschen von "Linksaußen" diskutiert (Ich will da nicht alle in einen Topf werfen). Wenn etwas nicht passt, ist es Nazi. Dann ist die Diskussion für mich an dem Punkt aber auch einfach gelaufen, und ich lasse mich als Nazi beschimpfen.
Also auf Neid übertragen: Dann lasse ich mir das halt vorwerfen, ändert aber nichts an der Tatsache. Man müsste aufhören sich Gedanken darüber zu machen, was andere über einen Denken. In einem gewissen Maß ist das natürlich völlig Ok, aber irgendwo muss man eine Grenze ziehen. Und wenn hier schlicht mit Neid argumentiert wird, merkt man, dass die Gegenseite sonst keine Argumente vorzuzeigen hat.
Andy8891 schrieb:
Man hätte mit der Digitalisierung und Globalisierung einfach nur die Beitragsbemessungsgrenzen abschaffen und die Einkommenssteuer progressiv stark erhöhen sollen, mit dem simplen Argument, das das Steuersystem nicht auf eine derart hohe "Wertschöpfung" ausgelegt war.
Das wäre durchaus eine Möglichkeit, ja. Hat die Politik leider "verschlafen", aka. da kamen Leute mit viel Geld, die das anders gesehen haben (So sehe ich das zumindest, weil die Entscheidungen entweder von der CDU kamen, oder von Gazprom-Gerd, auch wenn ich nix gegen Gazprom habe, weil ohne die würden wir wohl frieren).
Andy8891 schrieb:
Und das ist das hinterlistigste an dem ganzen System. Der Bürger, der einfach nur seinem Hobby nachgehen will, ist plötzlich der schuldige.
Teilweise sehe ich das so, ja. Aber natürlich nicht nur. Die Unternehmen, die sowas konsequent an die Wand fahren, sind da genau so schuldig wie die Politik. Alle 3 könnten jeweils etwas dagegen tun, aber keiner tut es leider :/
Andy8891 schrieb:
Hat ja einen Grund, warum sich die Streaming Dienste komplett zersplitten und die 1Monat Kündigungsfrist haben.
Der Aufwand für die Verwaltung der Kunden steigt nicht linear mit der Kundenanzahl, dh. denen kanns egal sein, wenn die Leute jeden Monat hin und her wechseln.
Dann müsste man es lassen. Amazon tue ich mir aktuell nur an wegen Versand in Kombination mit Prime Video, wobei ich demnächst wohl kündigen werde. Das Angebot bei Prime sagt mir mittlerweile nicht mehr zu, und auf den Schnellversand kann ich mittlerweile auch gut verzichten.
Netflix habe ich auch nur, weil wir uns zu 4. den Account teilen, was wir offiziell ja nicht dürfen laut AGB. Sobald Netflix auch etwas dagegen tut, sind wir alle 4 weg, weil keiner auch nur die Abos nachvollziehen kann. Disney+ und Konsorten werde ich mir nie holen, außer es ist grade für 1€ im Angebot als Probemonat oder sowas. Blurays kaufe ich mir auch nur in extremen Ausnahmen neu, das meiste bei mir hier ist gebraucht gekauft.
Ich will da auch gar nicht geizen, ich kaufe auch genug teure Dinge. Die kommen dann in der Regel aber von kleinen Firmen in DE oder umliegenden Ländern.
Also um es mal auf den Punkt zu bringen: Ich sehe die Schuld bei allen beteiligten. Bei den Produzenten, die es letztlich so tun wie sie es tun, obwohl sie eine andere Wahl hätten. Bei der Politik, die die Rahmenbedingungen vorgibt, sich aber lieber an Geldkoffern (im übertragenenen Sinn) orientiert als an den Rechten der Bürger die sie wählen. Und letztlich auch der Konsument, der es anders tun könnte, aber nicht tut, weil er zu bequem ist.
Mir ist klar, dass das als Konsument eine schwere Entscheidung ist. Wer viel Stress im Alltag hat, will auch mal bei seinem Hobby ausschalten können, und dafür ist man durchaus bereit auch mal Geld auszugeben. Und ehrlicherweise muss ich auch sagen, dass 50€ für ein Hobby durchaus im Rahmen sind, wo ich sage: Das ist eigentlich ziemlich günstig. Nur ist es moralisch aus meiner Sicht nicht zu verantworten. Gleiches Thema bei der Klatschpresse und vielen Zeitungen.