Weltanschauungen im Allgemeinen, Systemkritik, Diskussionen rund um den Kapitalismus

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Bennomatico schrieb:
Scheinbar habe ich zu flapsig formuliert:

Das war mir schon durchaus bewusst, ich wollte dich nur etwas aus der Reserve locken :D

Bennomatico schrieb:
du hast die verschuldeten vergessen, leben von der Hand in den Mund oder sind verschuldet.

Der Großteil meines Freundeskreis lebt bewusst von der Hand zum Mund. Geld muss ausgegeben werden - so die Philosophie. Wozu mehr als einen Notgroschen auf dem Konto haben?

Bennomatico schrieb:
Die ärmere Hälfte der Bevölkerung tangiert die Vermögensentwicklung einfach nicht. Es ist keine Besserung in Sicht. Im Hinblick darauf ist es ja wohl legitim zu sagen, dass die Politik scheinbar andere Prioritäten setzt.

Ich frage mich persönlich halt nur, ob es überhaupt "falsch" ist? Was ist so schlimm daran, wenn einige "viel" und viele "wenig" haben? Diejenigen, die viel haben, machen in aller Regel auch viel. Tragen die Verantwortung, führen Unternehmen, treffen Entscheidungen.

Warum sollte ich einen Anspruch auf deren Geld erheben dürfen oder mich gar mit deren Wohlstand vergleichen?
 
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BridaX schrieb:
Der Großteil meines Freundeskreis lebt bewusst von der Hand zum Mund. Geld muss ausgegeben werden - so die Philosophie. Wozu mehr als einen Notgroschen auf dem Konto haben?
Ist dann auch die Frage, wie groß so ein Notgroschen ist. Bei mir zum Beispiel, mindestens ein neues Auto. Ein Unfall ist schnell passiert, und das Geld von der Versicherung reicht dann nicht für ein Auto selber Qualität. Und wenn ich mir schon ein neues Auto hole, sollte das auch nicht sehr alt sein.

Und ich muss auch sagen, selbst bei "Geld muss ausgegeben werden" wüsste ich nicht für was. Meine nächste große Anschaffung, wird wohl ein neues Notebook und Rechner sein, da der letzte kauf auch schon vier bis fünf Jahre zurück liegt. Das sind dann zusammen vielleicht 3.000 bis 3.500 €. Bei vier Jahren etwa 70 € pro Monat. So gesehen bekomme ich mein Geld gar nicht los.

Randinfo: Single, wohne Günstig im Dorf in Miete, habe es nur 5 Minuten ins Büro (in den letzten sieben Jahren bin ich nur knapp über 40.000 km gefahren und ist halt der Zeitraum, wo ich es halbwegs genau sagen kann). Also kurz gesagt, selbst meine Lebensunterhaltkosten sind ziemlich niedrig.
 
BridaX schrieb:
Diejenigen, die viel haben, machen in aller Regel auch viel. Tragen die Verantwortung, führen Unternehmen, treffen Entscheidungen.

Diejenigen, die viel haben erben in erste Linie viel. Und deren Tage haben auch nur 24 Stunden. Sind diese (tatsächlich arbeitenden) Leute so unersetzlich, dass deren Vermögen angemessen sind?
Vom Aspekt der Wertschöpfung lässt sich das für mich auch nicht nachvollziehen, warum der Anteil vom Management so eklatant mehr ausmachen sollte .

Ich bin da bei Sonneborn und fände ein Existenzmaximum gut. Kein Mensch braucht zehn Häuser. Statt dem elften könnte man schon einmal was für die sozial schlechter Gestellten tun. Also tatsächlich Cash an den Staat statt freiwillig die nächste Philharmonie zu sponsern.

BridaX schrieb:
Warum sollte ich einen Anspruch auf deren Geld erheben dürfen oder mich gar mit deren Wohlstand vergleichen

Der Staat sollte einen Anspruch auf deren Geld erheben dürfen. Tut er ja ohnehin schon in Form von Steuern mit Verweis auf das Gemeinwohl. Nur sollte das Maß imo noch auf ein ethisch Vertretbares angezogen werden.

Ich find es jedenfalls befremdlich, dass das System Auswüchse angenommen hat, indem der Chef sich ein eigenes Weltraumprogramm gönnt, während die eigenen Kurierfahrer im Lieferwagen in Trinkflaschen strullern, weil sie sonst den Zeitplan nicht halten können.

Wenn es in der bisherigen Richtung weitergeht, erreicht man irgendwann quasifeudale Verhältnisse. Darüber dass der Feudalismus kein gesellschaftlich förderliches Konstrukt ist, besteht hoffentlich Konsens.
 
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@CCIBS

Da sind wir uns recht ähnlich :)

Mir ging es bei der Aussage eher darum, dass es auch Menschen gibt, die in diese 14,5% Statistik fallen, ihr Geld aber bewusst verkonsumieren anstatt es zu sparen (Vermögen aufzubauen). Ist ja auch vollkommen in Ordnung.

Bennomatico schrieb:
Ich find es jedenfalls befremdlich, dass das System Auswüchse angenommen hat, indem der Chef sich ein eigenes Weltraumprogramm gönnt, während die eigenen Kurierfahrer im Lieferwagen in Trinkflaschen strullern, weil sie sonst den Zeitplan nicht halten können.

Da gebe ich dir natürlich recht, sehe aber auch den Arbeitnehmer in der Verantwortung sich nicht alles gefallen zu lassen, sich zu organisieren, zu streiken oder gar zu kündigen.

Heutzutage suchen so viele Firmen nach Mitarbeitern, da muss sich nicht zwingend an einen Arbeitgeber gebunden werden. Ich leugne aber nicht, dass es solche Missstände gibt und in Einzelfällen durchaus Mitarbeiter genötigt sind sich tief zu bücken.

Alles über einen Kamm zu scheren sehe ich aber nicht ein. Die Palette hat viele Grautöne und ist nicht nur Schwarz oder Weiß. Mit Plattitüden wie "alle werden ärmer", "die Welt wird immer schlechter" und "die Eliten sind schuld" möchte ich einfach gerne Gegenpartei ergreifen.

Bennomatico schrieb:
Darüber dass der Feudalismus kein gesellschaftliche forderliches Konstrukt ist, besteht hoffentlich Konsens.

Der bestehet durchaus :)
 
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BridaX schrieb:
Ich frage mich persönlich halt nur, ob es überhaupt "falsch" ist? Was ist so schlimm daran, wenn einige "viel" und viele "wenig" haben? Diejenigen, die viel haben, machen in aller Regel auch viel. Tragen die Verantwortung, führen Unternehmen, treffen Entscheidungen.

Das liegt doch auf der Hand: Weil denjenigen, die wenig haben, eben etwas fehlt. Und diejenigen, die soviel haben, dass sie es im Leben nicht ausgeben könnten, benötigen soviel gar nicht. Was soll das? Ich würde in meinem Umfeld niemals auf die Idee kommen, alleine den Kuchen zu fressen, und den anderen das trockene Toastbrot zu überlassen, wenn es genug Kuchen für alle gibt!!!

Zweitens: Weil die Entscheidung über die genau diese Verteilung nur innerhalb des neoliberalen Denkmodells Sinn ergibt. Besonders die Berufe, die fundamental notwendig sind, schleppen wir irgendwie mit, anstatt sie entsprechend zu würdigen.

Da ist einer, der gut Bälle mit dem Fuß treten kann. Warum um alles in der Welt muss man diesen Menschen mit Millionen überhäufen, während die Erzieherin gerade so über die Runden kommt? Das ist übrigens eine rhetorische Frage, denn es geht allein um den Marktwert, und nicht um den tatsächlichen Nutzen für die Gesellschaft. Und nochmal: Mit grundsätzlichem Neid hat das nichts zu tun, Neid wird durch diese Ungleichverteilung überhaupt erst geschaffen. Warum gelingt es uns nicht, ein Wirtschaftsmodell zu entwickeln, das die Menschen gleichmäßig versorgt? Kein Mensch ist 10 Millionen mal besser als ein anderer. Diese Sichtweise wird nur durch ein Mindset ermöglicht, das ausschließlich in Zahlen denkt, am Mensch selbst, liegt das jedenfalls nicht. Die meisten Menschen auf dieser Welt ziehen Frieden dem Krieg vor, so vernünftig sind wir nämlich schon.

Ich kann mir eine Welt ohne Fußball sehr gut vorstellen, eine Welt ohne Krankenhäuser, Schulen und Pflegeheime hingegen nicht. Aber Realität ist: Notwendige Dinge gehen diesem System am Arsch vorbei, während wenige Kulturschaffende oder Typen, die einfach nur gut Labern können mit Reichtum überhäuft werden. Der Fehler liegt hier nicht an der DNA des Menschen (wie hier erst kürzlich behauptet wurde), sondern an den falschen Prioritäten in unserem System!

Nicht zuletzt ist es eine Frage der Stabilität (psychologisch/soziologisch). Ungleichverteilung schürt Hass und Gewalt. Und laut Studien sind weder die ganz Reichen, noch die ganz Armen wirklich glücklich und zufrieden mit ihrem Leben (Ginni-Koeffizient).

Der Arme steht ständig unter Existenzangst, und der Reiche fürchtet Neid, Missgunst und Verlust seiner privilegierten Position. Beides ist Gift für das soziale Gefüge einer Gemeinschaft, sie verhindert auch eine kulturelle Weiterentwicklung. Und genau darum spielen wir auch seit Jahrhunderten beide Klassen gegeneinander aus. Der Arme legitimiert den Reichen, das alte Spiel. Völlig absurd ist das!

Ein weiterer Punkt: Reiche Menschen üben massiven Einfluss auf die Politik aus, und zwar so sehr, dass viele schon von einem Korporatismus sprechen. Diesem Einfluss hat der weniger Vermögende nichts entgegenzusetzen. Was hat das denn noch bitteschön mit Demokratie zu tun?

Wenn wir uns als Menschheit endlich wirklich weiter entwickeln wollen, müssen wir dieses archaische System überwinden!

Bennomatico schrieb:
Wenn es in der bisherigen Richtung weitergeht, erreicht man irgendwann quasifeudale Verhältnisse. Darüber dass der Feudalismus kein gesellschaftlich förderliches Konstrukt ist, besteht hoffentlich Konsens.

Eigentlich war es so: Der Kapitalismus hat sich direkt aus dem Feudalismus entwickelt, die beiden sind also artverwandt, und gewisse feudale Strukturen haben wir bis heute nicht abgelegt (Adel gibt es zB immer noch)! Wir haben als Menscheitskollektiv das Potential, uns entweder fortschrittlich weiter zu entwickeln, oder das Erbe des Feudalismus beizubehalten. So jedenfalls wird in meiner Sicht ein Schuh daraus.
 
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Hallo

Godde schrieb:
Dass so wenige die Linke wählen liegt an der Gegenpropaganda und an sonst nichts.
Kommt wieder die Opferrolle, evtl. ist die Linke Propaganda einfach zu schlecht?

Godde schrieb:
Aber Menschen lassen sich gerne von Äußerlichkeiten beeindrucken, zumindest politisch ungebildete.
Warum wollen die poilitisch gebildeten den politisch ungebildeten etwas von den Äußerlichkeiten abnehmen und unter den politisch gebildeten aufteilen, wenn diese Äußerlichkeiten so unwichtig sind ?

Godde schrieb:
Du findest dich damit ab und versuchst für dich das Beste daraus zu machen, ist legitim.
Warum findest du dich damit ab das du es alleine nicht schaffst zu Geld zu kommen ?

Godde schrieb:
Würde aber jeder so handeln und nichts hinterfragen oder ändern wollen, würden wir Menschen immer noch auf Bäumen sitzen bzw. in Höhlen leben.
Wir sind aus den Höhlen raus gekommen weil wir gearbeitet haben und nicht weil wir auf Almosen/Geschenke gewartet haben.

Godde schrieb:
Revolution wird es nicht geben.
Das hoffe ich.

Godde schrieb:
Es wird auch keinen Green New Deal im Kapitalismus geben, zumindest nicht so, dass sich die Klimaziele einhalten lassen und das Artensterben, die soziale Frage gelöst werden.
Das wäre schön.

Godde schrieb:
Es wird eklig werden, wie eklig, das liegt an uns.
Nur wenn man den Kapitalismus nicht mag, ich fühle mich im Kapitalismus saupudelwohl und ich hoffe das wir noch mehr in Richtung des US Kapitalismus kommen.

Discovery_1 schrieb:
Es gibt aber genügend Menschen, denen es finanziell sehr gut geht und gar nicht helfen wollen. Diese Personen sind freiwillig nicht bereit, sich überhaupt an der Finanzierung eines Staates zu beteiligen. Das sind z. B. vor allem die Besitzer von den großen Dax-Konzernen. Je reicher, desto weniger ist die Bereitschaft vorhanden, sich für die Gesellschaft finanziell einzubringen. So sehe ich das zumindest.
Die großen DAX Konzerne stellen viele sehr gut bezahlte Arbeitsplätze zur Verfügung, mehr kann man sich kaum an der Finanzierung eines Staates beteiligen.

Discovery_1 schrieb:
Und wenn das so ist, dann müssen diese Personen halt zu ihrem Glück politisch gezwungen werden.
Welche Partei sollte das hinbekommen, Die Linke mit 4,9% ?

PeterPlan schrieb:
Mit grundsätzlichem Neid hat das nichts zu tun, Neid wird durch diese Ungleichverteilung überhaupt erst geschaffen.
Bei mir wird kein Neid durch Ungleichverteilung geschaffen, ich gönne jedem seine Millionen/Milliarden.

PeterPlan schrieb:
Warum gelingt es uns nicht, ein Wirtschaftsmodell zu entwickeln, das die Menschen gleichmäßig versorgt?
Weil die Mehrheit von uns Menschen egoistisch ist, ob ein paar Linken das gefällt oder nicht gefällt interessiert uns Egoisten nicht.

PeterPlan schrieb:
Kein Mensch ist 10 Millionen mal besser als ein anderer.
Scheinbar doch oder wieso gibt es so viele Multi Millionäre/Millliardäre ?

PeterPlan schrieb:
Diese Sichtweise wird nur durch ein Mindset ermöglicht, das ausschließlich in Zahlen denkt, am Mensch selbst, liegt das jedenfalls nicht.
Wenn es nicht am einzelnen Menschen liegen würde dann wären alle gleich reich/arm.

PeterPlan schrieb:
Ungleichverteilung schürt Hass und Gewalt.
Nur bei den neidischen und missgünstigen, bei mir in keinster Weise.

Grüße Tomi
 
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@PeterPlan

Am Ende ist "Das System" nur die Gesellschaft selbst, die mit ihrem Geldbeutel entscheidet wofür und wieviel sie etwas ausgibt. Vollkommen normal, dass hier große unterschiede im Gehalt entstehen können (Pflegekraft und Fußballer). Der eine Beruf beschäftigt hunderte, der andere hunderttausende. Wenn überhaupt muss ein Umdenken innerhalb der Gesellschaft stattfinden.

Aber lieber große Unterschiede im Gehalt als Verbote, Zwänge und Eingriffe in die freie Marktwirtschaft.

PeterPlan schrieb:
Eigentlich war es so: Der Kapitalismus hat sich direkt aus dem Feudalismus entwickelt

Der Kapitalismus als Gesellschaftsordnung ist auch fließend und kann viele Formen annehmen. Die Entwicklung zu mehr Sozialgerechtigkeit und individueller Freiheit hört ja nicht einfach so auf.
 
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Tomislav2007 schrieb:
Nur wenn man den Kapitalismus nicht mag, ich fühle mich im Kapitalismus saupudelwohl und ich hoffe das wir noch mehr in Richtung des US Kapitalismus kommen.

Glorreiche Idee! Gigantische Staatsschulden, 30% Abgehängte, und 20.000 Schusswaffentote pro Jahr bei gleichzeitig absurden Militärausgaben sind ein tolles Vorbild. Tomi4President! ;)
 
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Wenn ich die Posts von Tomi lese, muss ich an eine bestimmte Person, von "Der Hobbit" denken. Ich denke jeder weiß wer gemeint ist :p

Der simple Grund, wieso der Fußballer zig Millionen verdienen kann, während die Pflegekraft optimiert wird ist, das die Politik bewusst verschlafen hat, die Globalisierung und Digitalisierung entsprechend zu besteuern.

Ist wohl keinem aufgefallen, das es einen leichten Unterschied macht, ob sich 10.000 ein Konzert oder 1 Mrd. ein Youtube Video ansehen.
 
Godde schrieb:
Dass so wenige die Linke wählen liegt an der Gegenpropaganda und an sonst nichts.
Grundlegend bin ich auch ein verfechter der Linken Politik, aber dass die Linke aktuell so wenig gewählt wird, liegt nicht an der Gegenpropaganda, sondern an dem, was die Partei von sich gibt. Die Basis mehr als die Bundestagsabgeordneten, aber auch die geben viel Unsinn von sich. Ich bin leider auch bekennender Anhänger von Frau Wagenknecht, und stimme ihr leider in ihrer Kritik gegen die eigene Partei zu. Die Prioritäten sind einfach völlig falsch gesetzt.

BridaX schrieb:
Ich frage mich persönlich halt nur, ob es überhaupt "falsch" ist? Was ist so schlimm daran, wenn einige "viel" und viele "wenig" haben?
Kommt aufs Verhältnis an. Grundlegend stimme ich dir zu, ich habe auch kein Problem mit einer Leistungsgesellschaft (Gut, hab ich schon, aber ich kenne auch nix besseres was auch funktioniert :D). Aber wenn man sich Zustände anschaut wie in den USA, wo es auf der einen Seite zig hundert bis tausend Milliardäre gibt, aber auf der anderen Seite viele Menschen kein Geld für eine grundlegende Gesundheitliche Versorgung haben (Soll kein USA gebashe geben, ist in den meisten Ländern so), läuft irgendwas falsch.

Andy8891 schrieb:
Der simple Grund, wieso der Fußballer zig Millionen verdienen kann, während die Pflegekraft optimiert wird ist, das die Politik bewusst verschlafen hat, die Globalisierung und Digitalisierung entsprechend zu besteuern.
Und dass es der Bevölkerung egal ist, denn sonst würde sie Druck machen, dass sich das ändert. Oder einfach aufhören, 50€ im Monat für 3 Abos zu bezahlen, damit man Fußball gucken kann.
 
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Snowi schrieb:
Und dass es der Bevölkerung egal ist, denn sonst würde sie Druck machen, dass sich das ändert.
Ich denke nicht, das es der Bevölkerung egal ist. Nur wie willst du gegen das Totschlagargument Neid gegenargumentieren?

Die Profiteure müssen einfach nur Neid rufen, siehe Tomi, und können sich aus jeglicher Verantwortung drücken.

Man hätte mit der Digitalisierung und Globalisierung einfach nur die Beitragsbemessungsgrenzen abschaffen und die Einkommenssteuer progressiv stark erhöhen sollen, mit dem simplen Argument, das das Steuersystem nicht auf eine derart hohe "Wertschöpfung" ausgelegt war.

Ein Kino hat nur eine bestimmte Anzahl an Plätzen und kann damit nur eine bestimmte Anzahl an Filmen einem begrenzten Publikum bereitstellen, egal ob der Saal voll oder fast leer ist. Das gleiche bei Konzerten.

Streaming hat diese Grenzen nicht.

Snowi schrieb:
Oder einfach aufhören, 50€ im Monat für 3 Abos zu bezahlen, damit man Fußball gucken kann.
Und das ist das hinterlistigste an dem ganzen System. Der Bürger, der einfach nur seinem Hobby nachgehen will, ist plötzlich der schuldige.

Hat ja einen Grund, warum sich die Streaming Dienste komplett zersplitten und die 1Monat Kündigungsfrist haben.
Der Aufwand für die Verwaltung der Kunden steigt nicht linear mit der Kundenanzahl, dh. denen kanns egal sein, wenn die Leute jeden Monat hin und her wechseln.
 
Andy8891 schrieb:
Ich denke nicht, das es der Bevölkerung egal ist. Nur wie willst du gegen das Totschlagargument Neid gegenargumentieren?

Egal genug, nichts dagegen zu machen. Ich sehe hier natürlich auch die Unternehmen und die Politik in der Pflicht, etwas zu tun, aber der Konsument trägt eben auch eine Mitschuld am aktuellen Zustand.

Andy8891 schrieb:
Die Profiteure müssen einfach nur Neid rufen, siehe Tomi, und können sich aus jeglicher Verantwortung drücken.

Weil die Leute drauf eingehen.
Ist wie das Nazi Argument, wenn man mit Menschen von "Linksaußen" diskutiert (Ich will da nicht alle in einen Topf werfen). Wenn etwas nicht passt, ist es Nazi. Dann ist die Diskussion für mich an dem Punkt aber auch einfach gelaufen, und ich lasse mich als Nazi beschimpfen.
Also auf Neid übertragen: Dann lasse ich mir das halt vorwerfen, ändert aber nichts an der Tatsache. Man müsste aufhören sich Gedanken darüber zu machen, was andere über einen Denken. In einem gewissen Maß ist das natürlich völlig Ok, aber irgendwo muss man eine Grenze ziehen. Und wenn hier schlicht mit Neid argumentiert wird, merkt man, dass die Gegenseite sonst keine Argumente vorzuzeigen hat.


Andy8891 schrieb:
Man hätte mit der Digitalisierung und Globalisierung einfach nur die Beitragsbemessungsgrenzen abschaffen und die Einkommenssteuer progressiv stark erhöhen sollen, mit dem simplen Argument, das das Steuersystem nicht auf eine derart hohe "Wertschöpfung" ausgelegt war.

Das wäre durchaus eine Möglichkeit, ja. Hat die Politik leider "verschlafen", aka. da kamen Leute mit viel Geld, die das anders gesehen haben (So sehe ich das zumindest, weil die Entscheidungen entweder von der CDU kamen, oder von Gazprom-Gerd, auch wenn ich nix gegen Gazprom habe, weil ohne die würden wir wohl frieren).

Andy8891 schrieb:
Und das ist das hinterlistigste an dem ganzen System. Der Bürger, der einfach nur seinem Hobby nachgehen will, ist plötzlich der schuldige.

Teilweise sehe ich das so, ja. Aber natürlich nicht nur. Die Unternehmen, die sowas konsequent an die Wand fahren, sind da genau so schuldig wie die Politik. Alle 3 könnten jeweils etwas dagegen tun, aber keiner tut es leider :/

Andy8891 schrieb:
Hat ja einen Grund, warum sich die Streaming Dienste komplett zersplitten und die 1Monat Kündigungsfrist haben.
Der Aufwand für die Verwaltung der Kunden steigt nicht linear mit der Kundenanzahl, dh. denen kanns egal sein, wenn die Leute jeden Monat hin und her wechseln.

Dann müsste man es lassen. Amazon tue ich mir aktuell nur an wegen Versand in Kombination mit Prime Video, wobei ich demnächst wohl kündigen werde. Das Angebot bei Prime sagt mir mittlerweile nicht mehr zu, und auf den Schnellversand kann ich mittlerweile auch gut verzichten.
Netflix habe ich auch nur, weil wir uns zu 4. den Account teilen, was wir offiziell ja nicht dürfen laut AGB. Sobald Netflix auch etwas dagegen tut, sind wir alle 4 weg, weil keiner auch nur die Abos nachvollziehen kann. Disney+ und Konsorten werde ich mir nie holen, außer es ist grade für 1€ im Angebot als Probemonat oder sowas. Blurays kaufe ich mir auch nur in extremen Ausnahmen neu, das meiste bei mir hier ist gebraucht gekauft.

Ich will da auch gar nicht geizen, ich kaufe auch genug teure Dinge. Die kommen dann in der Regel aber von kleinen Firmen in DE oder umliegenden Ländern.


Also um es mal auf den Punkt zu bringen: Ich sehe die Schuld bei allen beteiligten. Bei den Produzenten, die es letztlich so tun wie sie es tun, obwohl sie eine andere Wahl hätten. Bei der Politik, die die Rahmenbedingungen vorgibt, sich aber lieber an Geldkoffern (im übertragenenen Sinn) orientiert als an den Rechten der Bürger die sie wählen. Und letztlich auch der Konsument, der es anders tun könnte, aber nicht tut, weil er zu bequem ist.

Mir ist klar, dass das als Konsument eine schwere Entscheidung ist. Wer viel Stress im Alltag hat, will auch mal bei seinem Hobby ausschalten können, und dafür ist man durchaus bereit auch mal Geld auszugeben. Und ehrlicherweise muss ich auch sagen, dass 50€ für ein Hobby durchaus im Rahmen sind, wo ich sage: Das ist eigentlich ziemlich günstig. Nur ist es moralisch aus meiner Sicht nicht zu verantworten. Gleiches Thema bei der Klatschpresse und vielen Zeitungen.
 
Snowi schrieb:
Alle 3 könnten jeweils etwas dagegen tun, aber keiner tut es leider :/
Die Machtverhältnisse sind absolut klar:

Politik (siehe USB Standard) ->Unternehmen----------------------------------------------------------------------------------------------------> Konsument (Allein schon aufgrund der Masse. Ein Salzkorn macht nicht den Unterschied zwischen versalzen und nicht versalzen.)


Die Inder kriegen es zwar hin, eine App von 5 auf 1 Stern runterzuvoten, aber das ist eher symbolisch.
 
Snowi schrieb:
Und ehrlicherweise muss ich auch sagen, dass 50€ für ein Hobby durchaus im Rahmen sind, wo ich sage: Das ist eigentlich ziemlich günstig. Nur ist es moralisch aus meiner Sicht nicht zu verantworten.
Wenn ich in der Tankstelle stehe, und beobachte, wie viel Geld in den 5 Stunden allein für Guthabenaufladungen bei XBox, Playstation, Nintendo, Google, Apple, Amazon, Steam, Netflix, Spotify und für paysafecards etc. ausgegeben wird, dann frage ich mich ernsthaft, wie noch irgendwer glauben kann, dass sein Leben durch diese Services mit ihren Abomodellen irgendwie "günstiger" geworden ist.

Das Abomodell hat sich nur aus einem Grund durchgesetzt:
Wer ein "fertiges" Produkt auf den Markt wirft, und es zu einem kostendeckenden Preis anbietet, der wird nur wenige Exemplare verkaufen ... jedenfalls weit weniger, als der, der sich den Service monatlich bezahlen lässt.
Beim Vollpreistitel für 120,- überlegt man scheinbar länger, als beim Jahresabo für 180,- (sind ja nur 15,- im Monat).
Abomodelle hinterlassen nur einen Sieger ... den Anbieter ... und nur deswegen konnte sich dieser Unsinn durchsetzen.
Der Abonent zahlt dabei in aller Regel drauf.
 
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DerOlf schrieb:
[...] dann frage ich mich ernsthaft, wie noch irgendwer glauben kann, dass sein Leben durch diese Services mit ihren Abomodellen irgendwie "günstiger" geworden ist.
Günstiger kommt vermutlich auf die Sichtweise an. Wenn man die Angebote vollständig nutzt, machen einige davon Sinn. Spotify/AppleMusic usw. zum Beispiel. Ich höre dadurch deutlich mehr Musik als vorher, und bin damit deutlich günstiger dabei als früher. Da hat man sich öfter mal CDs gekauft, oder saß am Radio und hat sich die auf Kassette aufgenommen (Zeit ist auch eine Währung). Das hat man jetzt nicht mehr. Insofern sehe ich zumindest die Abos für Musik durchaus als relativ Günstig an - wenn man sie denn auch wirklich nutzt! Wer sowieso immer die gleichen 3 CDs hört, ist da natürlich teurer dran, das ist klar. Aber wenn ich gefühlt 10 neue CDs im Monat höre, weil ich neue Musiker entdecke, dann lohnt sich das schon.
Allerdings hat man da weiterhin das Problem, dass einige wenige das gesamte Geld bekommen, obwohl die bekannteren eh schon mehr als genug haben.

Aber was ich eigentlich meinte: Insgesamt als Hobby ist sowas relativ günstig. Also zum Beispiel Fußball gucken. Wenn man alle Bundesligaspiele und noch ein paar größere Internationale dabei haben will, zahlt man für alle schnell 50-60€ im Monat. Und als Hobby insgesamt finde ich das durchaus in Ordnung. Wenn ich überlege was andere Leute für ihre Offline-Hobbys ausgeben...
 
@Snowi
Bei Musik mag das hinkommen ... allerdings gab es da früher etwas, was noch um einiges günstiger war und mich ebenfalls recht zuverlässig mit Neuheiten versorgt hat ... eine private Tauschbörse.

Streaming hat zudem einen entscheidenden Nachteil ... eine CD kaufst du ein mal, und kannst sie dann hören, bis zu deinem Tod (zum Erhalt sind Sicherheitskopien erlaubt) ... auf die Musik bei Spotify und Co kannst du nur so lange zugreifen, wie du auch das Abo bezahlst. Du kaufst die CD also im grunde jeden Monat neu, bzw. bezahlst eben dein restliches Leben lang Spotify und Co, um Zugriff auf die CD zu haben.
1x 10 - 20 EUR für eine CD vs. monatliche Zahlungen für die Zugriffsrechte auf die Songs bei Spotify ... ich weiß genau,. welcher Posten größer wird.
Wenn ich so einen Streamingservice bezahlen würde, dann würde ich ihn 24/7 nutzen ... einfach weil alles andere gefühlt nicht lohnt.

Ich stöbere regelmäßig in den Musiksammlungen meiner Bekannten (gleches gilt für Bücher oder Filme) ... und da entdecke ich auch immer wieder mal was erfrischend neues (das passiert mir umfangbedingt sogar bei meiner eigenen Sammlung).
Kein einziger von denen gibt Geld für einen Streamingdienst aus und auch wenn der letzte Neukauf einer CD schon Jahre zurückliegt, ich habe noch lange nicht alles gehört oder gesehen, was noch als Datenträger mit (eingeschränkten) Eigentumsrechten verkauft wurde.

Den einzigen Vorteil bei diesen Diensten (insb. für Musik) sehe ich darin, kein komplettes Album mehr kaufen zu müssen ... ich habe ein paar mal die 10 - 20 EUR für eine CD oder für Vinyl ausgegeben, obwohl da mit ein oder zwei Ausnahmen nur Müll drauf war.
 
DerOlf schrieb:
ich weiß genau,. welcher Posten größer wird.
meine Playlist in Apple Music umfasst Stücke aus knapp 500 Musikalben. Nun stell deine Rechnung noch mal auf, unter Berücksichtigung das die Playlist immer größer wird, ohne das die Kosten steigen.
 
Ich bin kein Anhänger von Wagenknecht, ich denke selbst. Bei mir hört auch das Soziale nicht an der Staatsgrenze auf. Internationalisten sind ja verhasst bei Konservativen Linken.
 
knoxxi schrieb:
meine Playlist in Apple Music umfasst Stücke aus knapp 500 Musikalben.
Und wenn du das Abo nicht mehr bezahlst, sind es exakt 0.

Aber ich habe keine Ahnung ... bietet apple überhaupt eine Ausstiegsoption?
 
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