Weltanschauungen im Allgemeinen, Systemkritik, Diskussionen rund um den Kapitalismus

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Axxid schrieb:
Bildung in Deutschland ist gratis (oder auch umsonst), studieren im Vergleich extrem billig und wird durch Bafög subventioniert. Bücher gibt es in Bibliotheken und online.
Axxid schrieb:
Das sich nicht jeder Privatschulen, Auslandsaufenthalte und Praktika in Papas Firma leisten kann, erklärt nicht, warum Hunderttausende Ausbildungsplätze leer bleiben.

Müssten diese zwei Punkte nicht getrennt werden? Wer studiert macht in der Regel keine Ausbildung oder?
 
Discovery_1 schrieb:
Ich habe da ein eher schlechtes Gefühl. Ich gehe immer stärker davon aus, das Kinder für die Politiker nicht systemrelevant sind. Denn für Schulen ist meist kein Geld da, für Banken aber schon.

Sieht man ja auch ander Pandemie, oder? die Alten und Wahlberechtigten gelten als Schützenswert.. bei Kindern läuft es nun etwas anders.
 
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ddd123 schrieb:
Wenn dann jemand käme der ein Buch über ein Internat für Zauberer zu veröffentichen wollte würden diese Leute dannn sagen, dass es für solchen eskapistischen Blödsinn keinen Bedarf gibt und man lieber das Grundbedürfnis nach Klopapier befriedigen sollte - für manche ist halt Kunst und Kultur "notwendig" - für anderere halt nicht.
Wer legt denn fest, was notwendig ist und was nicht? Es muss dann ja für alle ein gültiger Maßstab sein.

ddd123 schrieb:
Wer bestimmt denn wo die Grenze zwischen "Notwendigen" und "Luxus" Bedürfnissen liegt? Da gibt es sicherlich verschiedene Fundamentalansichten und das ganze würde sich ja auch ständig ändern.
Wer kontrolliert das ganze? Ohne Transparenz in jeglicher Hinsicht, wird das nicht funktionieren.
Wo bleibt da der Anreiz, auf Arbeit zu gehen? Wenn doch eh alle gleich bezahlt werden? Wo ist das dann gerecht, wenn unabhänging von Leistungsbereitschaft und Können, alle gleich "bezahlt" werden?
Der Anreiz geht doch verloren.

Brauchen wir dann überhaupt noch Parteien? Alle müssten dann ja diesen Weg einschlagen wollen (was ein gruseliger Gedanke). Wahlen wären obsolet. Was hat das dann noch mit Demokratie zu tun?

Es ist mal ein interesantes und abschreckendes Gedankenspiel, mehr auch nicht.
 
Tomislav2007 schrieb:
Das sieht man an den Arbeitslosen/Hartz4 Empfängern die sich alle Ehrenamtlich engagieren und von denen es keiner lange auf der Couch aushält.
An solchen Bemerkungen merkt man immer, das du 1. keine Hartz4-Empfänger klennst und 2. auch keine Ahnung davon hast, wie eine Eingliederungsvereinbarung aussieht.
Sich Ehrenamtlich zu beschäftigen ist Hartz4-Empfänger per EGV verboten. der Hartzer darf wenn überhaupt, nur dann etwas leisten, wenn das auch entlohnt wird ... das Rumlümmeln auf der Couch mag bei einigen frei gewählt sein ... die meisten sind dazu jedoch gezwungen, bis sie eine sozialversicherungspflichtige Arbeitsstelle finden ... oder eben irgendwie anders genug Einkommen zusammen bekommen, dass sie dem JC Tschö sagen können.

Dass du dir das Arbeitsrecht der DDR zurück wünscht, ist nur zu verständlich (du findest Zwangsarbeit wahrscheinlich auch OK ... jedenfalls klingt das immmer wieder so).
leider ist unsere Wirtschaft eben zu effizient, um uns allen Arbeit für 40 Stunden die Woche zu geben.
Jeder kann Arbeit finden ... aber eben nicht alle gleichzeitig.

5 Mio Arbeitslose sind eine tolle stille Reserve für Lohnverhandlungen mit Anwärtern auf prekäre Arbeitsverhältnisse.
Nicht die Gesellschaft hat ein Problem mit der Vollbeschäftigung, sondern die Wrtschaft. Und das sogar aufgrund des Marktes ... bei den "billigjobs" gibt es einen starken Angebotsüberhang, und nur deswegen brauchen wir einen Mindestlohn. Dabei geht es nicht darum, ob diese Arbeit das Geld auch wert ist, sondern nur darum, dass sie für €2,50 die Stunde eventuell doch keiner machen will ... denn da kann man auch bei einer 40 Stundenwoche in Deutschland einfach nicht von leben (obwohl das als geringfügiges Einkommen momentan sogar steuerfrei wäre ... mit den paar Kröten kannst du nichtmal wohnen ... vom Essen oder Heizen ganz zu schweigen).
Wenn du jetz wieder entgegnest, dasss die Prekarier sich doch besser bezahlte Jobs suchen sollen, dann hast du wahrscheinlich nichtmal kapiert, was "Markt" bedeutet.

@ Enteigner von Links:
Aktuell gibt es in Deutschland über 20.000 Enteignungsverfahren ... und das sind jetzt nur die, wo Wohneigentum für eine neue Strasse oder einen neuen Parkplatz weichen muss.
Dafür, dass "Enteignung" (in form von wenigen Prozent mehr Abgabe) so krasse allergische Reaktionen triggert, enteignet die selbsternannte "Mitte" ganz schön viel.
Aber dass stört irgendwie nur wenige ... liegt wahrscheinlich an GG art. 0 (noch vor der Präambel):
"Freie Fahrt für freie Bürger".
 
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Tomislav2007 schrieb:
Das sieht man an den Arbeitslosen/Hartz4 Empfängern die sich alle Ehrenamtlich engagieren und von denen es keiner lange auf der Couch aushält.
Was stimmt mit dir eigentlich nicht, dass du ständig mit dieser pauschalen Polemik gegen ALG II Empfänger auf unterem Bild Niveau hier aufschlägst. Hat dir einer Mal einen Kratzer in dein Bike gemacht, deine Sandburg beim Nordseeurlaub zertrampelt oder warum....!?

ALGII Bezieher sind genau so wenig eine homogene Gruppe, wie andere soziale Teilbereiche. Und ALGII ist ein probates Mittel, gemäß des Verfassungsauftrags, verschiedenen Interessen gerecht zu werden. Es ist alles andere als perfekt, aber was ist schon perfekt?
 
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Idon schrieb:
Sind sie deshalb Fans von Russland, Venezuela, und der VR China?
Ich bin sicherlich kein Fan der Menschenrechtlichen Situation in diesen Ländern. Wie kommst du auf so einen Stuss? Es geht vielen Linken hier um Kommunikation und Zusammenarbeit anstatt diese auszuschließen.
 
Axxid schrieb:
Bildung in Deutschland ist gratis (oder auch umsonst), studieren im Vergleich extrem billig und wird durch Bafög subventioniert. Bücher gibt es in Bibliotheken und online. Ebenso Tutorials, Erklärvideos und Onlineklassen.

Die Aussage ist erstens ziemlich engstirnig und zweitens zeigt es, dass du aus besserem Hause kommst.
Ja, die grundlegende Bildung ist kostenfrei. Die Schulmaterialien (Bücher, Schreibzeug, neuer Dings auch iPads) nicht. Nachhilfe ebenfalls nicht. Zumal die Reichen sich einfach Privatunterricht leisten können, was ein normal sterblicher nicht kann.
 
DerHechtangler schrieb:
Wer legt denn fest, was notwendig ist und was nicht?
Eventuell mal einen wissenschaftlichen Ansatz?
zum Beispiel die "maslowsche Bedürfnispyramide" bzw. "-hierarchie".
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Einfache_Bedürfnishierarchie_nach_Maslow.svg
Die unterste Stufe (physiologische Bedürfnisse) ist das Minimum. Und die Deckung dieser Bedürfnisse zu sichern bedeutet nicht nur dafür zu sorgen, dass jeder genug Geld für Wohnen, Ernährung, Gesundheit und Kleidung zur Verfügung hat, sondern auch dass die etablierten Zugangswege für alle offen stehen (was im Falle des onlinehandels eben auch die digitale Infrastruktur betrifft und bei der Gesundheit ein Umlagesystem zur Behandlungsfinanzierung).
Es muss nicht ein Gaming-Laptop sein. Mittlerweile reicht den meisten eh ein Handy ... meins ist jetzt 2 Jahre alt, und hat nichtmal 100,- gekostet ... und das bedeutet, mit knapp 50,- im JAHR ist das Endgerät schonmal da. Zum Zugang gehört dann allerdings auch noch ein Vertrag mit einem Telekomunikationsunternehmen und die entsprechende Hardware (die wird im allgemeinen kostenfrei zur Verfügung gestellt, muss aber auch zurückgegeben werden ... oder bezahlt, wenn man es geschrottet hat oder das Paket halt "verloren" gegangen ist).

Bei der untersten Stufe in dieser Pyramide sind es recht abstrakte Begriffe ... hier sollte es um die Bedürfnisse und deren Befriedigung gehen, die allen Menschen gemein sind.
Alles andere objektiv notwendige kann als "Individualbedürfnis" betrachtet und im Falle eines Bedarfs (z.B. aufgrund von Krankheit) zu den physiologischen Bedürfnissen gerechnet werden.

Da der Mensch ein soziales Wesen ist und gerne auch etwas Sicherheit hat, sind auch die nächsten Zwei Kategorien (Sicherheitsbedürfnisse und soziale Bedürfnisse) nicht zu ignorieren.

Bei den oberen zwei Kategorien (Individualbedürfnisse und Selbstverwirklichung) ist es zum einen sehr einfach .... Selbstverwirklichung ist Luxus ... und zum anderen anhand objektiver Kriterien zu beurteilen ... ein chronisch Kranker hat nunmal andere Individualbedürfnisse, als ein Gesunder, ein alter Mensch andere als ein Junger u.s.w.

Auf Deutsch:
Bei "Essen" geht es nicht ums "Filet Mignon an Blattspinat mit Erbse und Frühkartoffel" ... es geht um Essen. Auch ein Steckrübeneintopf kann dieses Bedürfnis befriedigen ... aber in Deutschland wissen wahrscheinlich eh nur relativ wenig Menschen, wie sich dieses Bedürfnis anfühlt (echter Hunger ist für die meisten hier doch ein Fremdwort).
Die Frage, wie viel Wohnfläche für einen Menschen "angemessen" ist, beantwortet das SGB ... wem das zu wenig ist, der sollte wohl mal (wahlweise) über seine eigenen Gewohnheiten nachdenken, oder darüber, ob hartz4 wirklich ausreicht.

Beim Auto geht es um die Möglichkeit von A nach B zu kommen ... dort wo der ÖPNV gut ausgebaut ist (Städte) sehe ich das als Luxus, auf dem Land ist es notwendig (weil die Kosten für einen flächendeckenden ÖPNV dort einfach in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen).
Eine Grenze zu ziehen, fällt zumindest mir recht leicht ... ein dicker Familienschlitten muss es für einen Single eben nicht sein ... also ist das Luxus.
Und wenn man ein SUV wegen des leichteren Einstiegs kauft, dann sollte es diese Trümmer wohl auch eher in Sanitätshäusern geben (links neben den Rollatoren).
Im Grunde ist es bei fast allen Grundbedürfnissen sehr einfach, eine Grenze festzusetzen, ab der aus der Notwendigkeit individueller Luxus wird.
Tomi argumentiert ja im Grunde auch nur mit seinen individuellen Wünschen.

Aber natürlich wird das alles nichts, solange wir alle denken, dass wir gefälligst selbst entscheiden dürfen sollen, wie unser Fussabdruck aussehen soll ... manche wollen halt lieber nur dezente Muster hinterlassen ... andere fühlen sich nur dann wohl, wenn hinter ihnen eine Kraterlandschaft zurückbleibt oder es zumindest ihnen überlassen bleibt, das zu entscheiden.

Freiheit ist toll ... wenn die Leute damit verantwortungsvoll umgehen ... wir tun das leider nicht.

Noch ein Nachtrag zum Thema "radikal".
Ayn Rand sagte mal sinngemäß "Wir sind radikale für dfen Markt" (das original findet sich in der sig von @SheepShaver) ... man könnte das auch so verstehen, dass die gute Ayn sich selbst für einen Kapitalismus-Extremisten gehalten hat.
Tatsächlich hatte die Frau in ihrem Leben nur einen einzigen Gedanken ... und der war "wenn jeder nur an sich denkt, ist an alle gedacht" ... eine Ego-Aktivistin also. Psychologisch betrachtet aber wohl einfach jemand, der kräftig überkompensiert, was er im kommunistischen Russland erlebt hat.

Der Begriff "radikal" leitet sich vom lateinischen Wort für "Wurzel" (Radix) ab (@Godde hat das scheinbar verstanden).
Radikale zeichnen sich dadurch aus, Probleme an der von ihnen identifizierten "Wurzel" angehen zu wollen ... leider haben recht viele davon auch etwas unschöne Argumentationsfiguren aus Richtung Essentialismus, Naturalismus und Biologismus drauf.
Zumindest mich lässt das etwas daran Zweifeln, dass dort eine echte Wurzel eines Problems überhaupt erkannt werden könnte, denn leider machen Essentialisten, Naturalisten und Ähnliche immer wieder den Fehler, zu glauben, die Wurzel bereits zu Beginn der Betrachtung zu kennen, und dann die Betrachtung darauf hin auszurichten, dass sie mit ihrer Grundannahme Recht behalten.

"Biased" sind allerdings lang nicht nur Radikale ... das haben eigentlich alle drauf.
 
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Godde schrieb:
Es geht vielen Linken hier um Kommunikation und Zusammenarbeit anstatt diese auszuschließen.
So sieht es aus. Die Außenpolitik müsste wieder den Weg einschlagen, den einst Willy Brandt mal (sehr erfolgreich) begonnen hatte. Aber im Kapitalismus geht es sowieso nie um Menschenrechte, sondern nur um freie Handelswege, damit wir möglichst ungehindert und nach unseren Bedingungen Geschäfte machen können. Und wenn ein Land (an deren Ressourcen wir interessiert sind) nicht nach unseren Regeln tanzen will, wird es sanktioniert oder auch militärisch verwüstet.

DerOlf schrieb:
Da der Mensch ein soziales Wesen ist
Daran glaube ich langsam immer weniger.
 
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Discovery_1 schrieb:
Und wenn ein Land (an deren Ressourcen wir interessiert sind) nicht nach unseren Regeln tanzen will, wird es sanktioniert oder auch militärisch verwüstet.

"Wir bringen euch die Demokratie in Form von Drohnen".
In dem Punkt sind wir kein Stück besser als die VR China oder Russland.

Na gut, außer das die Russen direkt einfach einmarschieren.
 
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Toyota Corolla schrieb:
"Wir bringen euch die Demokratie in Form von Drohnen".
"Throw the bombs of peace".

Und wenn die die Demokratie dann doch nicht wollen, dann bombt man sie eben in die Steinzeit zurück.
Wie z.B. in Nordvietnam ... dabei gab es da einfach nur sehr gut verständliche Abneigungen gegen das, was in Südvietnam als "Demokratie" etabliert wurde.
Auch Südvietnam war zu der zeit keinewegs demokratisch ... aber der Diktator (vielmehr die Diktatoren ... es waren mehrere) war eben gut Freund mit den modernen Kolonialherren (so wie der Diktator im Norden gut Freund mit seinen Kolonialherren war).
Einigen der installierten Diktatoren wurde sogar von US-Geheimdiensten empfohlen, die Wahlen "nicht zu sehr zu manipulieren" ... damit, dass diese Wahlen manipuliert wurden, gab es scheinbar kein echtes Problem, aber man legte Wert drauf, dass der Wahlbetrug nicht zu offensichtlich war. Das Risiko, dass die Südvietnamesen eventuell doch einen anderen Kandidaten wählen, wollte man dann doch nicht so recht eingehen.
Also hat man "Alibiwahlen" abgehalten, bei denen eine sozialistische Partei auch bei 90% der Stimmen nicht an die Macht gekommen wäre. Ob der Wunschkandidat der USA seine Dreiviertelmehrheit auch legal hätte erreichen können, ist bis heute fraglich.

Diktaturen installieren, um Diktaturen zu verhindern ... um eine "freiheitlich demokratische Grundordnung" ist es dabei doch nie gegangen, denn die interessiert eben doch nur im eigenen Vorgarten bzw. bis zum eigenen Tellerrand.
Sobald es ums eigene Fresschen geht, ist halt einfach Schluss mit Demokratie, Freiheit und Menschenrechte für andere.
 
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Die Unternehmen erhalten doch Unmengen an Daten über das Kaufverhalten.

Wenn man diese anonymisiert, hätte man wahrscheinlich eine 95% genaue Abbildung über jeglichen Bedarf.

Das dann noch jemand kommt und argumentiert: Man weiß ja nicht, was notwendig ist ...

Gäbe es eine entsprechende Kooperation anstatt Konkurrenz unter den zig verschiedenen Märkten die alle das gleiche anbieten, könnte man den Bedarf locker umsetzen.
 
Tomislav2007 schrieb:
Du scheinst uns genau dahin zurück katapultieren zu wollen.

Nein, ich nicht. Aber genau das wird passieren, wenn wir uns um die letzten, übrig gebliebenen Ressourcen balgen werden.

Tomislav2007 schrieb:
Sollen wir auch alle die gleichen Klamotten/Uniformen tragen, damit es optisch keine Unterschiede gibt und auch bloß keiner teurere Klamotten anhat mit denen er über anderen steht ?

Was wäre schlimm daran? Wenn du Klamotten kaufst, um dich abzugrenzen, stimmt mit deinem Selbstbild was nicht, wenn du materielle Dinge brauchst, um dich wichtig zu fühlen.

Kleidung hat in erster Linie eine funktionelle Bedeutung und gehört zum Grundbedürfnis.

Es ist ja genau diese Perversion unserer Lebensweise, dass wir uns jede Menge Zeugs kaufen, nur um uns besser zu fühlen als andere. Genau da versagt ja die berühmte Grenznutzenschule, weil sie nicht zwischen Grundbedürfnissen und materiellem Individualismus differenziert.

Tomislav2007 schrieb:
Und das Einkommen/Gehalt würde sich auch massiv reduzieren, wenn du keinen Ehrgeiz in dir hast und nicht gerne arbeitest OK, es gibt zum Glück sehr viele die das anders sehen.

Genau das ist doch der springende Punkt: Wenn es um die reine Bedürfnisbefriedigung geht, ist ein Einkommen unnötig. Oder willst du Geld fressen?

Tomislav2007 schrieb:
Das sieht man an den Arbeitslosen/Hartz4 Empfängern die sich alle Ehrenamtlich engagieren und von denen es keiner lange auf der Couch aushält.

Das ist allerunterstes Niveau. Du unterstellst jedem H4-Empfänger Faulheit. Was stimmt mit dir nicht? Hast du mal über den Tellerrand deiner Bildzeitungsblase geschaut?

Tomislav2007 schrieb:
Mein Erfolgserlebnis kommt in Form meines Gehaltes auf mein Konto, womit ich mir die Dinge leisten kann die meinen Affinitäten (Auto/Motorrad/Heimkino/Musik/Konsum/etc.) entgegen kommen.

Das ist eine sehr reduzierte Sichtweise.

Tomislav2007 schrieb:
Ich verstehe auch nicht wieso z.B. Richard David Precht, der sehr gerne den Kapitalismus kritisiert, seine Bücher und Vorträge für viel Geld verkauft und den Inhalt nicht kostenlos frei verfügbar macht.

Das ist in der Tat kritisierbar. Der Mann ist Professor und dürfte damit zu den Besserverdienern zählen. Finanziell nötig hat er es nicht.

Tomislav2007 schrieb:
Ich kann mir sehr gut vorstellen welche Ressourcen da frei werden, da werden sehr viele menschliche Ressourcen in Form von Massen an arbeitslosen Menschen frei.

Arbeitslosigkeit ist per se nichts schlimmes, sondern das Ziel, auf das wir alle hinarbeiten. Wozu sonst sollen wir Fortschritte in der Produktion erreichen, wenn es keine Entlastung bringt?

Nach deiner Logik müssten wir die Effizienz ja wieder zurückfahren, damit bloß genug Arbeit für alle da ist. Das ist komplett absurd.

Aber du bestätigst nur, was Marx bereits vor 170 Jahren prophezeite. Du merkst anscheinend gar nicht, wie sehr du uns mit deiner Argumentation in die Karten spielst.

Tomislav2007 schrieb:
Das ist richtig, das stimmt, mich zieht es zu den oberen 30% (und höher), die unteren 70% sind für mich uninteressant.
Ich habe auch zum Glück keine Menschen in meinem direkten Umfeld die keinen Ehrgeiz haben und nicht arbeiten wollen.

Die sind nur solange für dich uninteressant, bis sie dir die Haustüre einrennen.

Und dein Menschenbild geht völlig an der Realität vorbei. Der Mensch ist nichtmal halb so schlecht, wie du ihn immer darstellst. Du solltest mal deinen Horizont erweitern, und ein Land wie Nepal oder Afghanistan besuchen. Du würdest dich wundern, wie die Menschen dort ticken. Faul ist da niemand, aber die haben dort keinerlei Zukunftsperspektive, daraus kann sich nichts entwickeln.

Tomislav2007 schrieb:
Ach deswegen wurden so viele Amerikaner, die damals in die paradiesische DDR rein wollten, an der DDR Grenze aufgehalten/angeschossen/erschossen ?

Deine Lesekompetenz lässt zu wünschen übrig. Es geht um die heutigen Verhältnisse in den USA.

Tomislav2007 schrieb:
Und komplett Weltfremd/Realitätsfern, ich bin so froh das wir nur eine politische Partei haben die für so einen Unsinn zu haben wäre und das diese Partei nur 4,9% erreicht hat.

Mal abgesehen davon, dass das deine einzige Sorge zu sein scheint, stimmt das nicht. Soziale Strömungen gibt es in fast allen Parteien, besonders bei SPD und Grünen. Auch DIE PARTEI (1%) und die Piraten (0,5%) zähle ich zu den stark links geprägten Parteien. Dazu noch viele weitere Kleinparteien, da kommt ein mehrfaches zusammen als deine 4,9%.

Axxid schrieb:
Brauchen wir dann überhaupt noch Parteien? Alle müssten dann ja diesen Weg einschlagen wollen (was ein gruseliger Gedanke). Wahlen wären obsolet. Was hat das dann noch mit Demokratie zu tun?

Eigentlich brauchen wir keine Parteien. Ich plädiere schon lange für eine Sachthemen bezogene Politik. Dann hätten wir auch präzisere Zahlen. Momentan verschleiern die Parteien die tatsächlichen politischen Strömungen, siehe den vorhergehenden Kommentar.

Axxid schrieb:
Bildung in Deutschland ist gratis (oder auch umsonst), studieren im Vergleich extrem billig und wird durch Bafög subventioniert. Bücher gibt es in Bibliotheken und online. Ebenso Tutorials, Erklärvideos und Onlineklassen.

Das Elternhaus hat den stärksten Einfluss auf die spätere Karriere eines Kindes. Die Quote für den höchsten Bildungsabschluss ist bei Akademikerkindern ZEHNMAL höher als bei Arbeiterkindern! Zehn. Mal. Höher.

Wie willst du ein Kind kulturell bilden, wenn die Eltern kein Geld oder Interesse an Kultur haben? Wie willst du musikalisches Talent fördern, wenn kein Geld für ein Klavier oder eine Gitarre vorhanden ist? Undsoweiterundsofort.

Wie soll ein Kind, das in einem Hochhauskomplex aufwächst, ein Gespür für die Natur entdecken, und vielleicht sein vorhandenes Talent fürs Gärtnern zutage fördern?

Armut wird vererbt. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Das erste, was abgeschafft gehört, ist das mehrgliedrige Bildungssystem. Das wurde kurz nach dem WKII eingerichtet, weil man viele Arbeiter brauchte. Es konsolidiert aber, wie ich gerade begründet habe, Bildungsschichten.
Wir bräuchten eine universitäre Schule für alle, mit interdisziplinären Fächern, Interessens- und Themenkomplexen. Mathe von Physik und Chemie zu trennen ist Unsinn, außerdem wäre ein praxisbezogener Unterricht anzustreben. Wenn Kinder mitkriegen, dass Mathe nicht nur aus öden Zahlen besteht, sondern dass man Mathematik direkt anwenden kann, zum Beispiel in handwerklichen Fächern, würde auch das Interesse an diesem Fach steigen.

Anstatt in Erdkunde nur im Atlas zu blättern, müsste man raus in die Natur, die Welt hautnah erleben.

Andy8891 schrieb:
Die Unternehmen erhalten doch Unmengen an Daten über das Kaufverhalten.

Wenn man diese anonymisiert, hätte man wahrscheinlich eine 95% genaue Abbildung über jeglichen Bedarf.

Das dann noch jemand kommt und argumentiert: Man weiß ja nicht, was notwendig ist ...

Gäbe es eine entsprechende Kooperation anstatt Konkurrenz unter den zig verschiedenen Märkten die alle das gleiche anbieten, könnte man den Bedarf locker umsetzen.

So ist es. Es gibt das Internet. Da lässt sich der individuelle Bedarf sogar in Echtzeit erfassen.
 
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Andy8891 schrieb:
Müssten diese zwei Punkte nicht getrennt werden? Wer studiert macht in der Regel keine Ausbildung oder?
BAFöG steht für "BundesAusbildungsrderungsGesetz" (oder so ähnlich).
Das kriegen entgegen der weitläufigen Meinung nicht nur Studierende ... allerdings sind nur wenige Azubis aufgrund ihres (im Förderungsfall sehr niedrigen) Gehaltes auch bezugsberechtigt.

Auch ein Studium wird meist als eine Form der "Ausbildung" gesehen.
Andy8891 schrieb:
Gäbe es eine entsprechende Kooperation anstatt Konkurrenz unter den zig verschiedenen Märkten die alle das gleiche anbieten, könnte man den Bedarf locker umsetzen.
Aber ein "Bedarf" bliebe dabei auf der Strecke ... nämlich der Bedarf nach einer möglichst optimalen Monetarisierung.

Die arme Wirtschaft hat halt auch Bedürfnisse ... und die Gesellschaft muss sich dann eben einfach mal zurück nehmen um die einzig denkbare Existenzgrundlage unserer Gesellschaft (den Raubtierkapitalismus) nicht zu gefährden.

Wer Sarkasmus findet, darf ihn wie immer behalten.
 
Toyota Corolla schrieb:
Die Aussage ist erstens ziemlich engstirnig und zweitens zeigt es, dass du aus besserem Hause kommst.
Ja, die grundlegende Bildung ist kostenfrei. Die Schulmaterialien (Bücher, Schreibzeug, neuer Dings auch iPads) nicht. Nachhilfe ebenfalls nicht. Zumal die Reichen sich einfach Privatunterricht leisten können, was ein normal sterblicher nicht kann.

Je nach Bundesland sind die Bücher kostenlos, außer gibt es natürlich Unterstützung durch's Amt. Sowohl für Materialien als auch Nachhilfe.

Nachhilfe an sich ist aber nicht zwingen notwendig und kann natürlich auch durch Eltern etc. gegeben werden.

Daraus jetzt eine Benachteiligung zu konstruieren halte ich für gewagt.



Homeschooling ist in Deutschland nicht zulässig.
 
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Idon schrieb:
Nachhilfe an sich ist aber nicht zwingen notwendig und kann natürlich auch durch Eltern etc. gegeben werden.

Ist sie nicht? Meine Eltern haben null Plan von Naturwissenschaften. Wie hätten die mir Nachhilfe geben sollen??

Meine ganze Schulklasse von der 9. bis zum Abitur war erbärmlich schlecht in Mathe. Da hatte keiner von uns eine echte Chance! Tja, Pech gehabt, oder wie?
 
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Idon schrieb:
Nachhilfe an sich ist aber nicht zwingen notwendig und kann natürlich auch durch Eltern etc. gegeben werden.

Klar, die Eltern mit Hauptschulabschluss helfen den Kindern beim Abitur. Realitätsferner geht es nicht.
 
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@PeterPlan

Pass halt in der Schule auf, nutze Bücher, schau YouTube-Videos an, frag die Streber zwei Klassen über dir oder den Nachbarn.

Ist doch heute viel einfacher als "damals", als z. B. ich zur Schule ging. Da gab's nur eine teure Nachhilfe. Meine Eltern konnten sich das nicht leisten. Habe mir also in der Bücherei Bücher auf englisch ausgeliehen, dazu ein Wörterbuch, und los ging es.

Heute könnte man halt einfach Netflix auf englisch umschalten.


@Toyota Corolla

Abitur ist halt nicht für jeden was. Dafür muss etwas getan werden. Eines davon: Der Schritt selbständig Lösungen für Probleme zu finden.




Was ihr hier vorbringt sind AUSREDEN. Faule Ausreden, damit ja keine Eigenleistung stattfinden muss. Ohhhh, die Bücher kosten Geld, deshalb kann der Bub nicht in die Schule gehen. Oooooh, die Eltern können etwas nicht, deshalb kann niemand auf diesem Planeten dem Mädel Mathe beibringen.
Solche Ausreden kenne ich sonst nur von Leuten, die im Leben nicht so viel erreicht haben. Weil sie nie etwas hatten - außer immer Ausreden!
 
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So ein Blödsinn. Wir hatten andere Stärken, eben dort, wo Förderung vorhanden war, zum Beispiel im sprachlichen Zweig. Du machst es dir wie immer viel zu einfach.

Ein Kind, das von den Eltern nur vor der Konsole oder dem Fernseher geparkt wird, kann niemals Eigeninitiative entwickeln. Das sind keine Ausreden, das ist die traurige Realität!

Das sind genau die Zustände, die ErzieherInnen und LehrerInnen ausbaden müssen. Und die sind komplett überlastet, ich weiß, wovon ich spreche, meine Frau arbeitet in einer KITA und meine Eltern waren beides Pädagogen. Die Zustände dort sind mit "hilflos" noch euphemistisch umschrieben.
 
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