Du verwendest einen veralteten Browser. Es ist möglich, dass diese oder andere Websites nicht korrekt angezeigt werden. Du solltest ein Upgrade durchführen oder einen alternativen Browser verwenden.
Weltanschauungen im Allgemeinen, Systemkritik, Diskussionen rund um den Kapitalismus
Was hat das mit dem Schulsystem zu tun? Das sind doch Strohmannargumente.
Und niemand kann dich zwingen, einen Beruf einzuschlagen oder irgendwas zu übernhehmen.
Die Anzahl Akademikereltern, die dauerhaft in HartzIV rutschen, also so lange, dass das Kind das als "normales Leben" kennenlernt, dürfte überschaubar sein.
Zu deiner Umfrage:
Mir wurden schon während des Bachelors ganz gute Arbeitsplätze angeboten, habe dann während des ersten Masters ein hervorragendes Angebot angenommen und meine weiteren Master immer nebenberuflich erworben.
Klar habe ich für Praktika zu Hungerlöhnen gearbeitet. Na und? Das war Erfahrungssammeln, dass sich heute hundertfach zurückzahlt.
In Deutschland darf eben jeder Kinder bekommen. So viel er möchte.
Natürlich haben Kinder Probleme damit das Konzept "Arbeit" zu erfahren wenn die Eltern nicht (richtig) arbeiten und auch sonst keiner aus der Sozialisierung. Die Lösung wäre z. B. ein Elternführerschein...
In Finnland darf auch jeder ohne Führerschein Kinder bekommen. Bei denen kriegt es die Politik aber scheinbar besser hin für ein gerechteres Schulsystem zu sorgen.
Ich kann mich ja gerne wiederholen. Deutschland ist im internationalen Vergleich bezüglich der der Bildungsgerechtigkeit nicht besonders gut.
Das einfach abzutun und auf Eigenverantwortlichkeit zu pochen, ist schon sehr engstirnig. Zumal hier ja jeder selbst eine Schule besucht hat und eigentlich wissen sollte, dass es massives Optimierungspotenzial gibt.
Ich mache das genau so. Ich ignoriere die, die nicht wollen. Und das trifft bei mir insbesondere auf Bewerber für Praktika zu, also angehende Akademiker.
Auch als Gesellschaft kann man nicht jeden Menschen retten. In Deutschland haben die Leute den Vorteil, dass sie am Gesamtwohlstand partizipieren können. Das geht in armen Ländern halt nicht, dort ist's dann der Kampf ums Überleben.
Klar hätte ich gerne ein Star Trek-Utopia. Aber das ist eben unrealistisch.
Auch als Gesellschaft kann man nicht jeden Menschen retten. In Deutschland haben die Leute den Vorteil, dass sie am Gesamtwohlstand partizipieren können. Das geht in armen Ländern halt nicht, dort ist's dann der Kampf ums Überleben.
Klar hätte ich gerne ein Star Trek-Utopia. Aber das ist eben unrealistisch.
Eben und nun gibt es aus meiner Sicht zwei Möglichkeiten:
1. BGE
Mit einem BGE kannst du solche Menschen dann wirklich "ignorieren" und ihnen weiterhin die Möglichkeit lassen, wenn sie es denn möchten, wieder mehr zu erreichen
2. Hartz4/Sanktionen/Zwangsarbeit
Du setzt auf Druck, um möglicherweise die paar % denen der Druck gefehlt hat noch mitzunehmen und als Nebenprodukt Leute zu produzieren, die du nun nichtmehr ignorieren kannst, da sie Ärger produzieren.
Da du ja so sehr auf Selbstverantwortung setzt, verstehe ich nicht, wieso für dich Option 2 überhaupt in Frage kommt, wenn diese in Option 1 ebenso gegeben ist, aber nicht die Nachteile von Option 2 verursacht.
@Andy8891
Option 3:
Akzeptieren, das nicht alle gleich sind und nicht alle Akademiker werden können. Und das auch handwerkliche Berufe ehrbare Berufe sind...und nicht die "anderen" die Schuld tragen, das nicht jeder "Rakenwissenschaftler" werden kann.
@Andy8891
Option 3:
Akzeptieren, das nicht alle gleich sind und nicht alle Akademiker werden können. Und das auch handwerkliche Berufe ehrbare Berufe sind...und nicht die "anderen" die Schuld tragen, das nicht jeder "Rakenwissenschaftler" werden kann.
Diese Option ist bereits in Option 1 inbegriffen, denn jedem steht es frei, sich zu seinem BGE nach seinen individuellen! Möglichkeiten mehr oder weniger dazuzuverdienen.
Es würde auch bei einem BGE weiterhin Millionäre und Multimillionäre geben.
Ist das jetzt faktenbasierte, stringente Argumentation? "Die sind halt anders". Anstatt zu schauen, was richtig gemacht wird, verweist du als Totschlagargument auf kulturelle Unterschiede. Finde ich ziemlich billig.
Viel mehr als neoliberale Dogmen auf die Frage nach der Bildungsgerechtigkeit kamen hier bis jetzt nicht. Dabei wird doch den Linken hier so gern verblendete Ideologie vorgeworfen.
Es geht ganz nebenbei auch darum, was man mit einem erreichten Abschluss so erreichen kann.
Gehe mal mit einem nachgeholten Hauptschulabschluss auf die Suche nach einer Lehrstelle.
Das ging früher noch wunderbar ... heute heißt alles unter Realschule eigentlich "ohne Abschluss".
Das Problem ist dabei nichtmal, dass die Unternehmen keine Hauptschüler haben wollen ... allerdings konkurieren die mittlerweile halt mitunter auch mit Abiturienten, die nach dem Abitur erstmal keinen Bock mehr auf Schule haben.
@Idon:
Es ist schön, dass du das alles geschafft hast und dir sogar sagen kannst, es wäre allein dein Verdienst gewesen. Dazu kann man dir nur gratulieren.
Es hätte aber eben auch anders laufen können ... aber eventuell ist es auch einfach psychisch gesünder, die "Schuld" für positives bei sich selbst zu suchen.
Eigentlich ist es ja egal, wo man die Schuld sucht ... man findet sie auf jeden Fall ... und es ist sicherlich auch viel schöner, sich dafür dann selbst auf die Schulter klopfen zu können.
Mein BA Studium haben meine Eltern finanziert, den Master habe ich dann mit Nebenjobs und Nachhilfe finanziert.
Daher weiß ich auch nur zu gut, wer für den Nachhilfelehrer "der Feind" ist ... es ist nicht das Kind und auch nicht der Stoff ... es sind Lehrer und Eltern, denn die bauen zu einem nicht unbedeutenden Teil eben einfach nur Mist ... Mathenachhilfe hat dann beim Kind exakt so abzulaufen, wie der Matheunterricht bis zur 6. Klasse Volksschule lief ... obwohl Päckchen rechnen echt nicht der Bringer ist, solange der anzuwendende Algorithmus nicht verstanden ist (weil der Lehrer den eben sehr schlecht oder einfach nicht altersgerecht erklärt hat).
Ich musste sehr oft mit Eltern fighten, bis die zugelassen haben, dass ich mehr tue, als den Kindern bei ihren Hausaufgaben zu helfen. Allein diese Erwartung an eine Nachhilfe ist schon der Wahnsinn ... wer zu viel hilft, der bringt nix bei, sorgt aber für das einzige, worum es den Eltern scheinbar geht ... gute Noten ... die man allerdings auch mit Bulemielernen hinbekommt.
Dafür braucht es wirklich keine bezahlte Nachhilfe, denn dabei geht es ja doch eher darum, mit den guten Noten des Kindes hausieren zu gehen ... also geht es diesen Eltern weniger um das Kind als darum, sich selbst zu beweisen, dass man keinen Versager herangezogen hat.
@ Eltern:
Bitte denkt daran, dass "Nachhilfe" und "Hausaufgabenbetreuung" zwei unterschiedliche Paar Schuhe sind.
Auch wenn Hausaufgaben der vertiefung dienen, sind sie nicht mit fachlich fundierter Nachhilfe zu vergleichen ... schickt eure Kinder daher lieber in die Hausaufgabenbetreuung wenn es euch nur um bessere Noten geht.
Das ist auch um längen billiger, weil meist in größeren Gruppen gearbeitet wird.
Es geht ganz nebenbei auch darum, was man mit einem erreichten Abschluss so erreichen kann.
Suche mal mit einem nachgeholten Hauotschulabschluss auf die Suche nach einer Lehrstelle.
Das ging in @Idons Kindheit noch wunderbar ... heute heißt alles unter Realschule eigentlich "ohne Abschluss".
Das Problem ist dabei nichtmal, dass die Unternehmen keine Hauptschüler haben wollen ... allerdings konkurieren die mittlerweile halt mitunter auch mit Abiturienten, die nach dem Abitur erstmal keinen Bock mehr auf Schule haben.
Das wird aber auch daher kommen, wenn man den Kindern eintrichtert, sie wären alle hochbegabt und müssen Abitur haben oder ein Studium. Das zieht sich dann eben durch. Dann kommen solche Abstrusen Stellenanzeigen zustande, die für den Maurer einen Realschulabschluss oder sogar Abitur verlangen...
Der Erfolg an den Hochschulen wird unabhängiger von der Herkunft. Die IW-Studie verweist auf den Anteil junger Menschen aus Nichtakademikerhaushalten, die einen Hochschulabschluss erzielt haben oder sich noch in der Hochschulausbildung befinden. In den Jahren 2000 bis 2002 betrug er durchschnittlich 18,7 Prozent und im Jahr 2018 schon 30 Prozent. Der Nationale Bildungsbericht des Jahres 2020 zeigt zudem, dass die „Aufwärtsmobilität“ (Bildung der Kinder ist höher als Bildung der Eltern) leicht gestiegen und die „Abwärtsmobilität“ (Bildung der Kinder ist geringer als Bildung der Eltern) zurückgegangen ist. Grundsätzlich ist die Aufwärtsmobilität in Deutschland deutlich höher als die Abwärtsmobilität.
So schlecht steht es nicht und der eingeschlagene Weg, scheint der richtige zu sein.
Andy8891 schrieb:
Im Vergleich zu Afrika sicherlich. Im Vergleich zum 0815 Bürojob eher weniger.
Afrika-Vergleiche sind immer sehr hilfreich, die relativieren alles...
Was ist ein 0815-Bürojob für dich?
So was wie bei Stromberg? Die sind auch nicht "reich"...
Ist das jetzt faktenbasierte, stringente Argumentation? "Die sind halt anders". Anstatt zu schauen, was richtig gemacht wird, verweist du als Totschlagargument auf kulturelle Unterschiede. Finde ich ziemlich billig.
[...]
Ich habe mich mit dem finnischen Bildungssystem nicht im Detail auseinandergesetzt und habe auf meine Erfahrungen mit finnischen Bekannten und Geschäftspartnern sowie mein Wissen über das Land zurückgegriffen.
Dazu halte ich generell nichts von Ländervergleichen, da die Eigenheiten eben doch enorm sind.
Hartz IV ist ein quasi BGE. Ein BGE an sich hat den Nachteil, dass dadurch wenig gewonnen wird, da das zusätzliche Kapital einfach abgeschöpft wird.
Ich persönlich würde ja ein anderes Konzept verfolgen, wobei mir klar ist, dass das nicht passieren wird: Ich würde mir anschauen, welches Potential Menschen in HartzIV Familien haben und die fördern, die wollen und können. Damit rette ich zwar nach wie vor nicht alle, sammel aber ein paar ein, die derzeit durch's Raster fallen.
Eine perfekte Lösung habe ich nicht. Und die gibt es sicher auch nicht.
Daher weiß ich auch nur zu gut, wer für den Nachhilfelehrer "der Feind" ist ... es ist nicht das Kind und auch nicht der Stoff ... es sind Lehrer und Eltern, denn die bauen zu einem nicht unbedeutenden Teil eben einfach nur Mist ... Mathenachhilfe hat dann beim Kind exakt so abzulaufen, wie der Matheunterricht bis zur 6. Klasse Volksschule lief ... obwohl Päckchen rechnen echt nicht der Bringer ist, solange der anzuwendende Algorithmus nicht verstanden ist (weil der Lehrer den eben sehr schlecht oder einfach nicht altersgerecht erklärt hat).
Als ich von der Grundschule auf das Gymnasium ging, hatte der neue Mathelehrer nichts Besseres zu tun, als Fünftklässlern mathematische Grundgesetze an die Tafeln zu kritzeln, und zwar weitestgehend in Wort. Jede Stunde hat er die ganze Tafel vollgeschrieben, teils mehrfach (zu seiner Pension, bekam er dann auch folgerichtig eine Anbautafel geschenkt). Der Notendurchschnitt war unterirdisch, weil kaum einer etwas verstand, mich eingeschlossen. Zu keinem Zeitpunkt hätten meine Eltern mir hier mangels Kenntnis helfen können. Ende der siebten Klasse, habe ich dann auch die Schule Richtung Realschule verlassen. Mein Abitur habe ich dann mit den Leistungskursen Mathematik und Informatik anschließend regulär an einem anderen Gymnasium gemacht. Für mich war das damals eine Genugtuung.,
Idon schrieb:
Hartz IV ist ein quasi BGE. Ein BGE an sich hat den Nachteil, dass dadurch wenig gewonnen wird, da das zusätzliche Kapital einfach abgeschöpft wird.
Hartz 4 ist moderne Sklaverei mit dem Unterschied, dass Sklaven bereits in der Antike freie Kost & Loge erhielten. Heute bekommen sie einen im negativen Sinne realitätsfernen und niedriggerechneten Obulus und dürfen sich da selbst drum kümmern, das ganze wird dann als Eigenverantwortung und Freiheit deklariert. Das zugleich Rentner, Kranke und Arbeitslose zudem in den gleichen Topf geworfen werden macht es auch nicht besser, aber genau das ist gewollt. Ohne die Tafeln würde hier schon längst die Hütte brennen.
@DerHechtangler
Natürlich hat das auch viel damit zu tun, dass alle glauben, sie hätten einen kleinen Einstein in die Wiege geschissen.
Der IW-Studie muss ich entgegnen, dass die sich (wie immer) nicht um den eigentlich viel wichtigeren Übergang vom Studium in den beruf gekümmert haben.
Das ergibt nämlich nochmal ein etwas anders Bild.
Eine schöne Frage fürden IW wäre wohl, wie vieleder Studierenden aus "bildungsfernen Schichten" am ende auch tatsächlich in den Berufen landen, für die sie sich mit dem Studium qualifiziert haben.
Was bringen 10 Mio Soziologen, wenn alle bis auf 100 dann Taxifahren, Pakete fahren oder in der Pflege arbeiten?
Das IW schlüsselt auch nicht auf, in welchen Studiengängen die Mobilität sich verbessert hat ... von denen gibts (wie gewohnt) nur einen undifferenzierten Durchschnittswert.
In Meinem BA-Studiengang mit Nebenfach Pädagogik waren wir weit über 1.000 Ersties (nur in Pädagogik).
Ein Semester später reichte dann auch der größte Hörsaal nicht mehr für die Einführungsveranstaltung ... die fand in den drei größten Hörsäälen der Uni statt.
Wer zum Gürger braucht bitte 2.000 Pädagogik-Nebenfächler jedes Jahr (und das ist nur eine von hunderten Unis).
Der Lehrermangel hat nicht so viel damit zu tun, dass zu wenige dieses Studium abschließen würden ... der Wunsch Lehrer zu werden, übersteht einfach bei recht vielen nicht die 2 Jahre Referendariat.
Das erste Opfer im Krieg ist halt doch immer der Schlachtplan.
Es bringt nicht viel, zu fragen, ob man ein Studium abschließen kann, solange nicht auch gefragt wird, ob mamn mit dem Studium dann nachher auch einen passenden Job findet.
Mir persönlich ging es dabei nie wirklich um die Bezahlung ... das, was ich studiert habe,ist mir ganz unabhängig vom Geld einfach wichtig ... leider gibts dafürzu wenig Jobs, und da die Unis für jeden Eingeschriebenen Geld bekommen, sagt einem sowas im Studium natürlich niemand.
Man sieht immer nur Menschen, die nach dem Studium direkt in den Beruf gegangen sind, und einem die Chancen schönreden.
Hätte man mir am Anfang schon realistisch gesagt, wie "gut" meine Chancen auf dem Arbeitsmarklt mit diesem Studium wirklich stehen, ich hätte es wohl sofort abgebrochen.
Leider war ich damals noch nicht so abgewichst, dass mir hätte klar werden können, dass Markt- und Meinungsforschungsinstitute mit Praktikanten bestens versorgt sind und daher keine Qualifizierten brauchen ... die werden nur dann eingestellt, wenn sie dann dafür bei der Konkurenz fehlen.
Ergänzung ()
Der Paule schrieb:
Ohne die Tafeln würde hier schon längst die Hütte brennen.
... und auch die beschweren sich seit Jahrzehnten über zu geringe Spendebereitschaft und zu großen Andrang.
"Spende" ist schon fast nicht mehr der richtige Ausdruck, denn nicht ganz wenige Tafeln bezahlen für das Essen, was sie verteilen.
Der Müllverwerter zahlt nur leider mehr und der hat nach oben noch Luft, die den Tafeln fehlt.
Ich habe gegenüber einen "Vortagsbäcker" (gutes von gestern zum halben Preis) ... wenn ich mal eine lange Schlange sehen will, dann muss ich nur auf die andere Strassenseite schauen.
Entweder wollen die Leute alle Geld sparen ... oder der normale Bäcker ist eben einfach zu teuer.
Wozu soll ich denn 4,- für ein Laib Brot ausgeben, wenn ich das 24 Stunden später auch für 2,- kriege und dann dafür auch nicht so einen weichen Klitschklumpen habe, der sich kaum schneiden lässt?