Weltanschauungen im Allgemeinen, Systemkritik, Diskussionen rund um den Kapitalismus

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DerOlf schrieb:
@folivora
Für die Altersversorgung Kinder in die Welt zu setzen, ist ein weit verbretetes und bewährtes Prinzip.
Du findest es in ziemlich vielen ärmeren regionen der Welt.
Es ist für die hohen Geburtenraten mitverantwortlich und trägt bei verbesserter medizinischer Versorgung und Hygiene auch dazu bei, dass die Bevölkerung in den sogenannten Schwellenländern explodiert.
Es dauert eine Weile, bis es nicht mehr "normal" ist, dass eine Familie 5 oder mehr Kinder bekommt. Meist gibt es in diesen Regionen zudem eine recht hohe Kinderserblichkeit. Eventuell MUSST du 5 oder mehr Kinder kriegen, damit dich im Alter auch drei noch versorgen können.
Passend dazu, auch wenn von 1985: so laßt uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen

Hoimar von Ditfurth geht da auf das Thema ein...fand ich lesenswert und erhellend...
 
@stummerwinter

Ziemlicher Fatalismus dieses Buch...

Wichtig ist immer auch eine gegensätzliche Quelle/Meinungen anzuhören, um eben nicht immer gleich im Pessimismus (oder gar einer Form von Extremismus) zu versinken. Seit 1985 hat sich extrem viel getan.

Factfulness (2018) ist ein Beispiel das ich "erhellend" fand und eine durchaus positive Zukunft aufzeigt. Am Ende kann sich ja jeder selber seine Meinung bilden.
 
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Idon schrieb:
Hier in Baden-Württemberg wird derzeit ALLES gesucht. Quasi jedes Geschäft, jeder Handwerker, jeder

Ja, man erwartet top ausgebildete Fachkräfte und zahlt dann nur einen Hungerlohn der kaum über den Mindestlohn liegt… da muss man sich nicht wundern, wenn die Stellen frei bleiben.

Wieso sollte man arbeiten, wenn man kaum mehr Geld hat als H4 + die Zusatzleistungen vom Amt ?

Ne da kann man auch gleich auswandern in Ländern wo die Ausbildung auch gewertschätzt wird.

Tomislav2007 schrieb:
Ich bin der erste der dafür ist die gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung abzuschaffen und das jeder für sich selber privat (vor)sorgen muss.
Es wäre ein finanzieller Traum wenn ich die Beiträge zur gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung (Monatlich 600€ + 75€ + AG Anteile) für eine private Vorsorge nutzen könnte.

Grüße Tomi

Den Gedankengang find ich gar nicht mal so schlecht. +675€ in meinem All World WTF monatlich wär schon was.

Bedeutet aber auch, dass man dich verhungern lässt, wenn es mit der privaten Vorsorge doch nicht klappt. Willst du das wirklich ?

Aktien können crashen, Häuser können abbrennen… Sicherheit gibt es bei der privaten Vorsorge nicht.
 
Toyota Corolla schrieb:
Ja, man erwartet top ausgebildete Fachkräfte und zahlt dann nur einen Hungerlohn der kaum über den Mindestlohn liegt… da muss man sich nicht wundern, wenn die Stellen frei bleiben.

Ja, das ist halt einfach totaler Unsinn. Immer dieses Märchen von den so schlecht bezahlten offenen Stellen.

Hier in der Gegend sind viele Unternehmen IG Metall, da verdient jeder Mitarbeiter fürstlich, und es werden eben explizit nicht nur Fachkräfte gesucht, sondern die gesamte Bandbreite.

Die Handwerker zahlen in der Regel auch sehr gut - eben gerade auch weil Fachkräfte Mangelware sind. Dasselbe gilt hier mittlerweile auch für Cafés etc., weil die Öffnungszeiten immer weiter eingeschränkt werden müssen, die Mieten aber natürlich trotzdem voll laufen.


Toyota Corolla schrieb:
Wieso sollte man arbeiten, wenn man kaum mehr Geld hat als H4 + die Zusatzleistungen vom Amt ?

Weil es hart asozial ist sich faul daheim auf den Arsch zu setzen, sich von der Gesellschaft durchfuttern zu lassen, die Gesamterrungenschaften der anderen mitzunutzen (Krankenhäuser, Straßen etc.) und dafür nichts zu tun, weil man "ja nur'n bisschem mehr verdienen würde."

Mit der Attitüde steigt man natürlich im jeweiligen Beruf auch nicht auf und bildet sich nicht fort, um irgendwann viel mehr zu verdienen. Versager bleiben eben Versager.

Toyota Corolla schrieb:
Ne da kann man auch gleich auswandern in Ländern wo die Ausbildung auch gewertschätzt wird.

Ja, dann wandere mal in eines der vielen Länder aus, welche Ausbildungen mehr wertschätzen als Deutschland.

Nenne doch einfach mal zehn Länder. Und dann sag uns mal, welches dieser Länder händeringend auf Auswanderer aus Deutschland wartet, die es bereits in Deutschland, dem Land dessen Kultur und Sprache sie hervorragend kennen müssten, nicht geschafft haben.
 
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Toyota Corolla schrieb:
Den Gedankengang find ich gar nicht mal so schlecht. +675€ in meinem All World WTF monatlich wär schon was.
Ähh ja, wechsle vom Umlagensystem auf ein Schneeball System ... (Sobald die Produktion nichtmehr mit der erwarteten Rendite mitwachsenen kann (Stichwort ewiges Wachstum), wird ein Schneeball System draus, da die Erträge nichtmehr durch die Wertschöpfung sondern durch neue Anleger "erwirtschaftet" werden.

USA Aktien Crash lässt grüßen.

Ich sehe die Aktienrente, sollte sie Global kommen, als Inflationsbeschleuniger.
 
@Andy8891

Du meinst ein Schneeballsystem wie "vögeln für die Rente"? Das Umlagesystem IST ein Schneeballsystem.

https://de.wikipedia.org/wiki/Schneeballsystem
"...die zum Funktionieren eine ständig wachsende Anzahl an Teilnehmern benötigen..." => Mehr Einzahler bzw. die Einzahlungen müssen absolut ständig steigen.

"...Vermeintliche Gewinne beziehungsweise vielmehr Liquiditätsüberschüsse entstehen fast ausschließlich dadurch, dass neue Teilnehmer in dem System mitwirken, eigenes Kapital einbringen oder erwirtschaften...."

Rentner erwirtschaften kein/kaum Einzahlungen in das Gesamtsystem und erst Recht nicht in die Rentenkasse.

"Jeder Teilnehmer wird mitunter an allen Einnahmen beteiligt, welche die Teilnehmer erhalten, die sie angeworben haben, wovon sich die Bezeichnung Pyramidensystem ableitet. Dadurch können nicht nur die Gründer, sondern auch Teilnehmer, die besonders lange dabei sind, profitieren...."

Die Kinder der Rentner sind die, die "angeworben" wurden. Und die Profiteure sind die Rentner - bis zu einem gewissen Zeitpunkt, nämlich des Zusammenbruchs - und der Frieden der Gesellschaft, also die Gründer.
 
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@Idon

Für mich liegt der Unterschied zwischen einem Umlagesystem und einem Schneeballsystem darin, das das Umlagesystem keinen Wachstumszwang hat, WENN das Umlageverhältnis stimmig ist.

Ein Schneeballsystem MUSS steigen, weil es absolut sinnlos ist 600€ zu investieren um 600 € in 10 Jahren zurückzuerhalten. Dann kann man das Geld genauso daheim lassen.

Da unser Wirtschaftssystem vom Konsum abhängig ist, muss es Inflation geben, um Konsum zu "forcieren".
Wenn man immer teurere Aktienpakete kauft, ist dies eigentlich auch eine Art von Konsum.

Der Unterschied bei Aktien ist lediglich, das du diese hoffentlich teurer (Schneeballsystem) weiterverkaufen kannst

Ein Kosumgut wird wie der Name es schon sagt verbraucht. Ein "Schneeballgut" wird lediglich teurer weiterverkauft.

Deswegen würde ich es bei Aktien als sehr wichtig erachten, ob die "Erträge" durch Wertschöpfung oder Inflation oder Schnellballsystem erwirtschaftet werden.

Nur der 1. Fall Wertschöpfung ist korrekt, die anderen beiden sind "Beschiss"
 
Idon schrieb:
Rentner erwirtschaften kein/kaum Einzahlungen in das Gesamtsystem und erst Recht nicht in die Rentenkasse.
Wie bitte!
Die Generation Ü60 hat die größte Kaufkraft und stützt damit natürlich das Gesamtsystem, auch wenn sie nicht in die Rentenkasse einzahlen.
Zumal die einzelnen Sicherungssysteme eh nicht aus den gleichen Quellen finanziert werden. ALGII z.B. aus Steuergeldern.
 
Idon schrieb:
Ja, das ist halt einfach totaler Unsinn. Immer dieses Märchen von den so schlecht bezahlten offenen Stellen.

Das ist kein Unsinn, dass ist bittere Realität bei uns - auch wenn du es leugnest. Das Problem ist, dass du in deinem Elfenbeinturm keine Ahnung von der Realität hast. Total abgehoben von der Realität.

Idon schrieb:
Hier in der Gegend sind viele Unternehmen IG Metall, da verdient jeder Mitarbeiter fürstlich, und es werden eben explizit nicht nur Fachkräfte gesucht, sondern die gesamte Bandbreite.

Hier in der Gegend werden ausgebildete (IT-)Fachkräfte mit 1.200 bis 1.300 netto abgespeist. Darunter sind auch bekannte PC Shops bei denen du sicherlich auch schon bestellt hast (nein ich werde keine Namen nennen).

Versteh mich nicht falsch, mir persönlich ist das völlig egal, weil ich den Sprung geschafft habe und ich verdiene relativ gut.. Ich sehe es nur kritisch für die nächste Generation.

Idon schrieb:
Die Handwerker zahlen in der Regel auch sehr gut - eben gerade auch weil Fachkräfte Mangelware sind. Dasselbe gilt hier mittlerweile auch für Cafés etc., weil die Öffnungszeiten immer weiter eingeschränkt werden müssen, die Mieten aber natürlich trotzdem voll laufen.

Die Elektrofirmen zahlen hier Mindestlohn, teilweise mit Leiharbeitern aus dem osteuropäischen Ausland. Das ist Realität.

Cafes u. kleine Einzelunternehmer? Machen immer mehr zu weil die sich nicht halten können. Wenn man sich unsere Markstraße anschaut, gleicht diese einer Geisterstadt.


Idon schrieb:
Ja, dann wandere mal in eines der vielen Länder aus, welche Ausbildungen mehr wertschätzen als Deutschland.

Nenne doch einfach mal zehn Länder. Und dann sag uns mal, welches dieser Länder händeringend auf Auswanderer aus Deutschland wartet, die es bereits in Deutschland, dem Land dessen Kultur und Sprache sie hervorragend kennen müssten, nicht geschafft haben.

Im Gegensatz zu dir erlaube ich es mir nicht über mir fremde Branchen zu urteilen. Ich kann nur über meine Branche urteilen und ich weiß von bekannten, dass z.B. die USA in meinen Berufsfeld ca. das 2,5 bis 3 fache (+ weniger Steuern) zahlen. Warum ich nicht auswandere? Ganz einfach, die Arbeitsbedingungen als Angestellter in den USA sind einfach scheiße.
 
Toyota Corolla schrieb:
Das ist kein Unsinn, dass ist bittere Realität bei uns - auch wenn du es leugnest. Das Problem ist, dass du in deinem Elfenbeinturm keine Ahnung von der Realität hast. Total abgehoben von der Realität.

Wo ist denn dein "bei uns"? Ich meine das schon ehrlich - wir scheinen ja gerade von ganz anderen Prämissen auszugehen.

Ich kann dir schildern, wie es in Baden-Württemberg und Teilen von Bayern und Hessen ist.

Warum ziehen die Leute, die "bei uns" leiden müssen, nicht hier her und befüllen die hervorragenden offenen Stellen?


Toyota Corolla schrieb:
Hier in der Gegend werden ausgebildete (IT-)Fachkräfte mit 1.200 bis 1.300 netto abgespeist. Darunter sind auch bekannte PC Shops bei denen du sicherlich auch schon bestellt hast (nein ich werde keine Namen nennen).

Ja, das ist halt tatsächlich sehr wenig. Warum ziehen die Leute nicht hier her? Ziel EG 8 dürfte problemlos drin sein, wären dann 54.340,41 Brutto pro Jahr.

Toyota Corolla schrieb:
[...]Die Elektrofirmen zahlen hier Mindestlohn, teilweise mit Leiharbeitern aus dem osteuropäischen Ausland. Das ist Realität.

Cafes u. kleine Einzelunternehmer? Machen immer mehr zu weil die sich nicht halten können. Wenn man sich unsere Markstraße anschaut, gleicht diese einer Geisterstadt.

Logisch, die Kaufkraft fehlt ja. Hier ist's genau anders. Teilweise blühende Innenstädte, weil die Menschen natürlich viel Geld haben.


Toyota Corolla schrieb:
Im Gegensatz zu dir erlaube ich es mir nicht über mir fremde Branchen zu urteilen. Ich kann nur über meine Branche urteilen und ich weiß von bekannten, dass z.B. die USA in meinen Berufsfeld ca. das 2,5 bis 3 fache (+ weniger Steuern) zahlen. Warum ich nicht auswandere? Ganz einfach, die Arbeitsbedingungen als Angestellter in den USA sind einfach scheiße.

In den USA verdient man an den Küsten teilweise deutlich mehr. Steuern unterscheiden sich in den USA massiv je nach Staat, County und City. Preistreiber sind dort Immobilien, gute Lebensmittel (teilweise Faktor 10 teurer) und alles was mit Krankheiten zu tun hat.

Du hast aber ja bereits ausgeführt, warum die USA eben gerade nicht auf dieser Liste stehen dürfen: Es gibt dort keinen vernünftigen Umgang mit Mitarbeitern. Der gesetzliche Anspruch auf Erholungsurlaub ist 0. Es gibt Feiertage und unbezahlte days off. Teilweise als Goodie bis zu 10 Tage, oft 1 Jahr pro Betriebszugehörigkeit.



Ich verstehe durchaus die Kritik an Deutschland und seinen Systemen. Bis auf ganz wenige sehr individuelle Ausnahmen, die auch alle ihre Nachteile haben (z. B. Schweiz), ist das hier schon extrem gut.
 
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Idon schrieb:
Du hast aber ja bereits ausgeführt, warum die USA eben gerade nicht auf dieser Liste stehen dürfen: Es gibt dort keinen vernünftigen Umgang mit Mitarbeitern. Der gesetzliche Anspruch auf Erholungsurlaub ist 0. Es gibt Feiertage und unbezahlte days off. Teilweise als Goodie bis zu 10 Tage, oft 1 Jahr pro Betriebszugehörigkeit.
Dazu nicht zu vergessen die "Hire and Fire"-Mentalität. Jobsicherheit gibt es auch nur begrenzt.
Oft sieht das Gras auf der anderen Seite grüner aus, aber nur, weil man nicht die ganzen Scheißhaufen sieht, die darin versteckt sind.
 
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Idon schrieb:
Wo ist denn dein "bei uns"? Ich meine das schon ehrlich - wir scheinen ja gerade von ganz anderen Prämissen auszugehen.

Niedersachsen

Idon schrieb:
Logisch, die Kaufkraft fehlt ja. Hier ist's genau anders. Teilweise blühende Innenstädte, weil die Menschen natürlich viel Geld haben.

Kurze Frage: lebst du in einer Großstadt?
Weil "bei uns" treffen deine Aussagen nur auf die richtig großen Städte zu, z.B. Hannover.

Ganz ehrlich, ich bin auch einer der "Schuldigen" warum die Innenstädte am aussterben sind. Mein Problem ist da halt, dass die meisten Läden "bei uns" sackteuer waren und null Service geboten haben.

Ich verstehe natürlich, dass ein lokales Unternehmen teurer als ein Onlineshop sein muss, weil das lokale Unternehmen die teure Ladenmiete hat und wahrscheinlich auch mehr Angestellte hat - aber dann erwarte ich auch eine gute Verkaufsberatung UND Service. Mit Service meine ich z.B., dass auch mal Produkte zurück genommen werden, ohne das man ewig lange diskutieren muss oder das defekte Produkte einfach so ausgetauscht werden.

Beides war "bei uns" Fehlanzeige. Und wieso sollte ich dann meine Lebenszeit verschwenden, in dem ich in die Stadt fahre, mich über die teuren Parkhauspreise und den schlechten Service ärger wenn ich das alles online besser und günstiger bekomme? Ja, die Online Shops haben keine Beratung, aber darüber kümmere ich mich lieber selber. Ist heutzutage ja kein Problem mehr.


Idon schrieb:
Du hast aber ja bereits ausgeführt, warum die USA eben gerade nicht auf dieser Liste stehen dürfen: Es gibt dort keinen vernünftigen Umgang mit Mitarbeitern. Der gesetzliche Anspruch auf Erholungsurlaub ist 0. Es gibt Feiertage und unbezahlte days off. Teilweise als Goodie bis zu 10 Tage, oft 1 Jahr pro Betriebszugehörigkeit.

Ja und wenn man dann mal eine Woche am Stück frei machen will, wird man schief angeschaut. Und dann muss man im Urlaub auch noch erreichbar sein.

Dazu kommt Hire and Fire - das ist nichts für mich. Wobei das auch so eine Mentalitätssache ist. Ich kann das schlecht in Worte fassen, aber das Video hier geht gut auf die Thematik ein.



Idon schrieb:
Ich verstehe durchaus die Kritik an Deutschland und seinen Systemen. Bis auf ganz wenige sehr individuelle Ausnahmen, die auch alle ihre Nachteile haben (z. B. Schweiz), ist das hier schon extrem gut.

Schweiz / Österreich wäre für mich z.B. auch überhaupt nichts - auch wenn man angeblich in der IT Branche in der Schweiz gut verdienen soll. Ich will da niemanden auf die Füße treten, für mich wäre die sprachliche (und kulturelle) Barriere zu hoch - da ist mir der US sprachliche Raum tatsächlich lieber.
 
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@Toyota Corolla

Wir wohnen mittlerweile in einer kleinen Stadt mit etwa 40.000 Einwohnern. Aufgrund der Kaufkraft gibt es hier jedoch Fachgeschäfte für alles Mögliche, Cafés, echte Metzger und Bäcker etc. Das ist natürlich nicht mehr der deutschlandweite Standard, zumindest meiner Erfahrung nach, auch gerade in größeren Städten.

Niedersachsen kenne ich tatsächlich eher die größeren Städte - aber ja, die strukturellen Unterschiede auch zum ländlichen BW/Bayern sind dann doch deutlich.

Mit deinen Ausführungen zu den Läden hast du vollkommen Recht. Wir haben hier auch Läden in denen wir uns wohlfühlen und andere, in die wir eben nicht mehr gehen. Hier ist die Mentalität allerdings noch so, dass man nach dem 2. oder 3. Einkauf nach dem Namen gefragt und dann entsprechend angesprochen wird. Das schmeichelt natürlich und lässt auch darüber hinweg blicken, dass die Preise - wie du ausgeführt hast - höher als im Internet sind. Gleichzeitig denken wir uns halt: Mit unserem Geld werden durch die Geschäfte Weihnachtsbeleuchtungen, Infrastruktur und andere Geschäfte finanziert, das Geld bleibt also in der Region und stärkt damit letztlich auch indirekt unser Wohlfühlen.


Letztlich verrückt:
Ein paar hundert Kilometer innerhalb Deutschlands trennen nicht angemessen bezahlte Facharbeitsplätze von sehr gut bezahlten Nichtfacharbeitern und trotzdem absolutem Mitarbeitermangel auf breiter Front.


Das Video schaue ich mir gerne an. Danke! :)
 
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Idon schrieb:
Wir wohnen mittlerweile in einer kleinen Stadt mit etwa 40.000 Einwohnern.

Hm ok. Ich war ja mal für ein paar Tage in Hannover, Stuttgart, Wiesbaden und Hamburg.... ist einfach eine ganz andere Realität was auch die unterschiedlichen Auffassungen hier erklären würde. 40k Gehalt haben hier auch einen ganz anderen Wert als in Hamburg / Wiesbaden / etc.

Idon schrieb:
Aufgrund der Kaufkraft gibt es hier jedoch Fachgeschäfte für alles Mögliche, Cafés, echte Metzger und Bäcker etc. Das ist natürlich nicht mehr der deutschlandweite Standard, zumindest meiner Erfahrung nach, auch gerade in größeren Städten.

Metzger, da sagst du was. Hatten wir früher ein paar von. Die wurden mittlerweile von den ganzen Supermärkten verdrängt, weil die ja mittlerweile auch Metzger haben und preislich eben anders arbeiten können. Die vermiss ich schon, der Fleischsalat von dem "richtigen" Metzger war immer sehr gut und ganz anders als im Supermarkt.

Bäcker haben wir noch ein paar eigenständige Ketten. Aber ob das noch "richtige" Bäcker sind? Die produzieren Zentral vor und in den Filialen wird da nur noch aufgeheizt. Aber immer noch besser als die Supermarkt-Bäcker.

Idon schrieb:
dass man nach dem 2. oder 3. Einkauf nach dem Namen gefragt und dann entsprechend angesprochen wird. Das schmeichelt natürlich und lässt auch darüber hinweg blicken, dass die Preise - wie du ausgeführt hast - höher als im Internet sind.

Das hab ich auch schon oft beobachtet. Wenn ich zu unserem Bäcker gehe, wird jedes Mal gefragt wie und was gemacht werden soll, obwohl man fast jeden Tag das gleiche bestellt.

Beim Dönerladen hingegen wird man bei uns schon beim zweiten oder dritten mal gefragt "wie immer?".

Aber ich glaube das ist auch gar nicht böse gemeint, dass ist einfach der kulturelle Unterschied. "Der deutsche" will alles korrekt machen - bei vielen anderen Kulturen wird das eher auf persönlicher Ebene gemacht (siehe auch das Video :D).

Idon schrieb:
Gleichzeitig denken wir uns halt: Mit unserem Geld werden durch die Geschäfte Weihnachtsbeleuchtungen, Infrastruktur und andere Geschäfte finanziert, das Geld bleibt also in der Region und stärkt damit letztlich auch indirekt unser Wohlfühlen.

Kann ich durchaus verstehen. Ich sehe das so: wir leben in einer globalisierten Welt, und dann kann ich auch umziehen wenn es die Situation erfordert. Daher hab ich auch nicht so das Problem, wenn mein Geld "wo anders hingeht". Ein gutes Beispiel wäre z.B. die Automobilbranche. Ich würde mir niemals ein deutsches Auto kaufen - einfach weil die (für mich) viel zu teuer sind und ich keinen Mehrwert habe. Mein Toyota bringt mich genauso von A nach B, ist aber im Unterhalt deutlich günstiger als ein deutsches Produkt (ich sag ja nicht das die deutschen Autos schlecht sind... ne die sind schon gut. Aber andere sind eben auch gut und günstiger).
 
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Toyota Corolla schrieb:
Wieso sollte man arbeiten, wenn man kaum mehr Geld hat als H4 + die Zusatzleistungen vom Amt ?

Top Einstellung :rolleyes:

Toyota Corolla schrieb:
Hier in der Gegend werden ausgebildete (IT-)Fachkräfte mit 1.200 bis 1.300 netto abgespeist. Darunter sind auch bekannte PC Shops bei denen du sicherlich auch schon bestellt hast

Das sind dann aber keine IT-Fachkräfte sondern eher IT-Dullis aka IT-Hausmeister die eben entsprechende Aufgaben bekommen.

Toyota Corolla schrieb:

Ich komme ebenfalls aus Niedersachsen, einem kleinen Kaff mit 35k Einwohnern. Nach meiner Ausbildung bin ich mit 2,5k Brutto eingestiegen. Und jetzt kommt es, manche sind hier länger als ich und immer noch bei 2,5k und ich hab die schon fast 3 mal überrundet. Aber ich habe Gas gegeben und mich freiwillig weiter gebildet und das Unternehmen nach vorne gebracht. Nun verdiene ich deutlich mehr und habe hier auch deutlich mehr Freiheiten.

Die anderen machen halt nur Dienst nach Vorschrift aber jedem das seine :)
 
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Eldok schrieb:
Das sind dann aber keine IT-Fachkräfte sondern eher IT-Dullis aka IT-Hausmeister die eben entsprechende Aufgaben bekommen.

Oh, wenn man keine Ahnung hat, sollte man einfach den Rand halten. Doch, dass sind IT Fachkräfte.

Eldok schrieb:
Aber ich habe Gas gegeben und mich freiwillig weiter gebildet und das Unternehmen nach vorne gebracht. Nun verdiene ich deutlich mehr und habe hier auch deutlich mehr Freiheiten.

Deine Realität / Möglichkeiten sind nicht allgemeingültig für jeden.
 
Hallo

Toyota Corolla schrieb:
Den Gedankengang find ich gar nicht mal so schlecht. +675€ in meinem All World WTF monatlich wär schon was.
675€ ist nur mein Arbeitnehmreranteil, vom Arbeitgeber kommt noch einmal das gleiche dazu.

Toyota Corolla schrieb:
Bedeutet aber auch, dass man dich verhungern lässt, wenn es mit der privaten Vorsorge doch nicht klappt. Willst du das wirklich ?
Ja ich hätte das wirklich sehr gerne, ich verhunger schon nicht, ich habe genug Reserven (Wohnung hier in unter 5 Jahren abgezahlt, Haus in Kroatien geerbt, private Vorsorge, Geld auf dem Konto).

Toyota Corolla schrieb:
Aktien können crashen, Häuser können abbrennen… Sicherheit gibt es bei der privaten Vorsorge nicht.
Was für eine Sicherheit haben wir denn bei der staatlichen Rente ?
Die staatliche Rente ist in den letzten ca. 50 Jahren von über 60% auf unter 50% gesunken, schlechter geht es doch kaum noch.
Ich bin 52 Jahre alt und wenn ich in Rente gehe wird die staatliche Rente wahrscheinlich bei deutlich unter 45% liegen.
Abgesehen davon bekommen wir doch auch bald die staatliche Aktienrente und dann mache ich das lieber selber.

Toyota Corolla schrieb:
Ja, man erwartet top ausgebildete Fachkräfte und zahlt dann nur einen Hungerlohn der kaum über den Mindestlohn liegt… da muss man sich nicht wundern, wenn die Stellen frei bleiben.
Wie kommst du auf diesen Unsinn, bzw. wohnst du in so einer schlechten (Arbeitsmarkt) Gegend (Osten) ?

Toyota Corolla schrieb:
Das ist kein Unsinn, dass ist bittere Realität bei uns - auch wenn du es leugnest. Das Problem ist, dass du in deinem Elfenbeinturm keine Ahnung von der Realität hast. Total abgehoben von der Realität.
Deine Realität läßt sich auch nicht auf ganz Deutschland übertragen, da wo du lebst scheint ganz mies bezahlt zu werden, da würde ich ganz schnell wegziehen.

Toyota Corolla schrieb:
Hier in der Gegend werden ausgebildete (IT-)Fachkräfte mit 1.200 bis 1.300 netto abgespeist. Darunter sind auch bekannte PC Shops bei denen du sicherlich auch schon bestellt hast (nein ich werde keine Namen nennen).
Ich kenne sehr viele IT Fachkräfte und keiner von denen verschenkt sich in einem PC Shop.
Man braucht in PC Shops keine teuren IT Fachkräfte nur um PC's zusammen zu schrauben, PC's zusammen schrauben können heutzutage 14 jährige Jugendliche.
IT Fachkräfte sind den PC Shops viel zu teuer, da arbeiten fast nur Hilfskräfte/Geringqualifizierte/Studenten, in der Regel ist nur der Filial-/Werkstattleiter eine IT Fachkraft.
Wer hier in NRW als IT Fachkraft mit etwas Berufserfahrung weniger als 3000€ Brutto verdient hat was komplett falsch gemacht oder nicht verstanden was er wert ist.

Toyota Corolla schrieb:
Oh, wenn man keine Ahnung hat, sollte man einfach den Rand halten. Doch, dass sind IT Fachkräfte.
In der Regel sind das keine IT Fachkräfte, die erzählen das zwar gerne aber die meisten sind es nicht.
Wer sich als IT Fachkraft an einen PC Shop verschenkt hat den Wert seiner Ausbildung nicht erkannt/verstanden.
Als Berufsanfänger kann man so einen PC Shop Unsinn kurzfristig machen um etwas Berufserfahrung zu sammeln, das war es aber auch schon.

Toyota Corolla schrieb:
Wieso sollte man arbeiten, wenn man kaum mehr Geld hat als H4 + die Zusatzleistungen vom Amt ?
Welche Zusatzleistungen sollen das sein ?

Toyota Corolla schrieb:
Ne da kann man auch gleich auswandern in Ländern wo die Ausbildung auch gewertschätzt wird.
Welche Länder meinst du und wieviel Arbeitslosengeld und staatliche Rente bekommt man denn dort ?

Toyota Corolla schrieb:
Die Elektrofirmen zahlen hier Mindestlohn, teilweise mit Leiharbeitern aus dem osteuropäischen Ausland. Das ist Realität.

Cafes u. kleine Einzelunternehmer? Machen immer mehr zu weil die sich nicht halten können. Wenn man sich unsere Markstraße anschaut, gleicht diese einer Geisterstadt.
Das klingt nach einer Gegend wo ich nicht tot über dem Zaun hängen will.

Andy8891 schrieb:
USA Aktien Crash lässt grüßen.
Wir bekommen doch auch bald die staatliche Aktienrente und dann mache ich das lieber selber.

Idon schrieb:
Ich verstehe durchaus die Kritik an Deutschland und seinen Systemen. Bis auf ganz wenige sehr individuelle Ausnahmen, die auch alle ihre Nachteile haben (z. B. Schweiz), ist das hier schon extrem gut.
Ich finde es in Deutschland auch extrem gut und wenn man etwas mehr als der durchschnittliche Dienst nach Vorschrift Arbeitszeitabsitzer leistet kann man auch sehr gut verdienen.
Was mir in Deutschland nicht gefällt ist die Entwicklung bei der Rente und ich sehe die Probleme darin das wir zu viele Arbeitslose und zu viele Hilfsarbeiter und zu wenig Fachkräfte haben.
Der deutsche Wirtschaftsmotor läuft deutlich unter seinem möglichen Leistungsniveau, da ist deutlich mehr drin, wir schleichen wirtschaftlich aktuell nur mit Halbgas durch die Gegend.

Grüße Tomi
 
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Toyota Corolla schrieb:
Oh, wenn man keine Ahnung hat, sollte man einfach den Rand halten. Doch, dass sind IT Fachkräfte.

Ich kenne einige solcher IT-Fachkräfte, die direkt den ersten Job nach der Ausbildung für 2k Brutto annehmen und dann Rechner zusammen bauen usw., was ja sogar nach Stadt ok ist. Alle wollen auch mehr verdienen aber das ist dann oftmals mit einem neuen AG oder einem Buch Lesen oder sich mehr einbringen oder 20 km pendeln verbunden.

Und ganz ehrlich, wo kommen wir da hin, wenn man was für sein Geld was tun muss.

Toyota Corolla schrieb:
Deine Realität / Möglichkeiten sind nicht allgemeingültig für jeden.

Was für Möglichkeiten? Du meinst die Fähigkeit zu Lesen und Schreiben um sich weiterzubilden. Junge Junge, du hast ja deine Messlatte extrem hoch gelegt :daumen:
 
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Tomislav2007 schrieb:
Hallo

Was für eine Sicherheit haben wir denn bei der staatlichen Rente ?
Die staatliche Rente ist in den letzten ca. 50 Jahren von über 60% auf unter 50% gesunken, schlechter geht es doch kaum noch.
Ich bin 52 Jahre alt und wenn ich in Rente gehe wird die staatliche Rente wahrscheinlich bei deutlich unter 45% liegen.
Abgesehen davon bekommen wir doch auch bald die staatliche Aktienrente und dann mache ich das lieber selber.

Du vergisst die GruSi.

Tomislav2007 schrieb:
Wie kommst du auf diesen Unsinn, bzw. wohnst du in so einer schlechten (Arbeitsmarkt) Gegend (Osten) ?

Erfahrung, ich habe mich von ganz unten nach oben hochgearbeitet.


Tomislav2007 schrieb:
Ich kenne sehr viele IT Fachkräfte und keiner von denen verschenkt sich in einem PC Shop.

Nach der Ausbildung nimmt man erstmal das was man bekommt.

Tomislav2007 schrieb:
Welche Zusatzleistungen sollen das sein ?

z.B. wird die Miete oder Heizkosten bezahlt, die muss man nicht selber vom H4 zahlen.

Tomislav2007 schrieb:
Welche Länder meinst du und wieviel Arbeitslosengeld und staatliche Rente bekommt man denn dort ?

Haben wir hier schon durchgekaut, einfach die anderen Posts lesen.

Hab dir ja ne 2te Chance gegeben und dich von Igno genommen. So wie ich das sehe, hast du dich kein Stück gebessert, sodass du wieder auf /igno fliegst - denn ich werde meine Zeit nicht an Boomer verschwenden die sowieso nur dickköpfig auf ihren Standpunkt verharren.
 
Eldok schrieb:
Alle wollen auch mehr verdienen aber das ist dann oftmals mit einem neuen AG oder einem Buch Lesen oder sich mehr einbringen oder 20 km pendeln verbunden.

Vielen Familienmenschen ist das leider nicht möglich. Scheitert schon an so banalen Sachen, wie einem Staat der es nicht schaffen möchte, 16 Schulsysteme zu vereinheitlichen.
 
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