Wie steht AMD zur Zeit eigentlich da?

So schnell verändert sich die Leistungsanforderung an eine CPU nicht, wie du denkst. Es wurde hier schon auf die wesentlich schnelleren Zyklen bei den Grafikkarten eingegangen. Vor gut 2 Monaten gab es hier die Meldung über die letzte Hardwareerhebung bei Steam (https://www.computerbase.de/news/gaming/neue-hardware-umfrage-von-valve.21969/).
Danach nutzen knapp unter 60 Prozent immer noch einen Singlekern. Außerdem werden bei den meisten, egal ob Intel oder AMD, CPUs im Bereich 2 bis 2,7 GHz genutzt. Die Spieleentwickler können also nicht einfach den CPU abhängigen Teil ihrer Spiele am aktuellen "Champion" festmachen. Hier könnte es dann auch zu einer Limitierung durch die Bandbreite bei der Anbindung (RAM, PCI-E) kommen. Paralellisierung bei der KI und den Physikeffekten dürfte noch eine ganze Weile das Sahnehäubchen bleiben. Wobei gerade KI und Physik aktuell eher eine Absatzbewegung auf die GPU antreten. Bliebe für die CPU nur noch die Interaktions- und Bewegungskontrolle. Du hast auf FEAR hingewiesen. Da kann man ganz gut dran sehen, wie sich die Verteilung zwischen CPU und GPU bei der Bildberechnung schon geändert hat. Hier musste die CPU noch für Schatten und bestimmte Lichteffekte herangezogen werden. Durch das Shadermodell 4.x wurden diese Aufgaben auf die GPU verlagert.
 
Also wenn ich derzeit einen Rechner kaufen würde, wäre es zu 90% auch ein E8400 von Intel, mit dem hat man gerade bei Spielen und normalem PC-Gebrauch noch lange seine Freude.
Bei Spielen wird sich das auch nicht so schnell ändern, da hier Mehrkern-Optimierungen aufwendiger sind als zB bei der Videokomprimierung. Bei der Komprimierung kann beispielsweise ein Film in x Teile unterteilt werden, wobei x die Zahl der Kerne ist. Jeder Kern bearbeitet dann zB seinen Teil. Bei einem Spiel müssen allerdings die fertigen Grafiken, Physik- und KI-Berechnungen mehr oder weniger synchron bereitstehen, kein Kern darf auf einen anderen zu lange warten müssen, da würden die fps drunter leiden.
Bei einem Video wäre das total unerheblich, wenn jeder Kern fertig ist kann das Video zusammengesetzt werden (rein logisch betrachtet), daher entsteht hier viel weniger Programmieraufwand.

Daher für Spiele im Zweifelsfall immer den schnelleren Dualcore als einen pro Kern langsameren Quad.

Ich hab im Herbst letzten Jahres übrigens aus drei Gründen den AMD 6000+ EE gekauft:

1. Er war damals wie heute sehr sparsam (ist von mir sogar nochmal undervoltet), 45nm CPUs von Intel gab es nicht.
2. Er war einen ganzen Batzen günstiger als ein vergleichbarer E6600.
3. Der Standortfaktor, denn es gehört schon was dazu, heutzutage u.a. in einem Hochlohnland zu produzieren (hoffe dass FSC das auch durchsteht).

Heute würde Grund 1 bisher leider wegfallen und Grund zwei wiegt nicht mehr so stark, da Intel bei den Preisen auch nachgezogen ist. Letztes Jahr war auch der Preisunterschied bei den Mainboards drastischer.

Also wenn den PC wie beschrieben nutzen willst und die CPU auch ein paar Jahre taugen soll, würde ich derzeit zum 3.0GHz E8400 greifen, der ist Box nur mehr unwesentlich teurer als ein 6400+ Black Edition. Wobei bei Intel anscheinend kaum jmd. Box-Lüfter benutzt (mache ich auch grundsätzlich bei keiner CPU, nicht wenn ich schon für 30€ Großclockner etc bekomme).
In dem Fall würde ein 6400+ 15€ billiger kommen, allerdings mehr Strom brauchen, aber die 15€ Unterschied hätten sich durch den Strom bei durchschnittlicher Nutzung auch erst nach ca. 3 Jahren amortisiert.

Ist eigentlich wirklich nur eine Geschmacksfrage, beide werden noch ne Weile für Spiele locker ausreichen. Die Tatsache, dass viele dann doch lieber noch schnellere CPUs mit noch mehr Kernen kaufen liegt schlichtweg daran, dass die Wirtschaft einfach die Bedürfnisse schaffen muss. Ich allerdings kenne niemanden, der an seinem Privatrechner mit Cinema4D oder Lightwave arbeitet. Wenn es die Leute beruflich machen, haben sie eine Workstation. Aber gut, muss jeder für sich wissen.
Ist bei Autos, Fernsehern etc überall das gleiche. Letzlich obliegt es nur dem Konsumenten, ob er das teure Zeug nun kauft auch wenn das Günstigere ausreichend wäre.
 
HosenStahl schrieb:
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Hallo Hosenstahl,

Du darfst dabei aber nicht vergessen, daß die Privatkunden an sich keine übermäßig große Gruppe darstellen und innerhalb dieser Gruppe die "Schrauber" eine absolute Minderheit darstellen. Der Markt für diese High End Produkte ist zwar prestigeträchtig, aber fällt vom Volumen her vergleichsweise nicht so sehr ins Gewicht. Das große Geld wird mit gewerblichen Kunden ( Office- und Serverbereich ) verdient. Und dabei spielt es keine Rolle, ob der Prozessor der Schnellste auf dem Markt ist. Er muß nur SCHNELL GENUG und BEZAHLBAR sein. Auch das Grafikkartenproblem stellt sich in diesem Bereich eher selten. Und in diesem Bereich ist AMD nunmal im Paket Board + CPU von Intel nicht zu schlagen.

Auch ist der PC bei betrieblicher Nutzung ein Abschreibungsobjekt, das nach seiner Abschreibung ( 3 Jahre, außer er fällt unter GWG dann 1 Jahr ) abgestoßen wird und einer Neuanschaffung Platz machen muss.

Deswegen mag AMD vlt nicht gamer´s first choice sein, aber miese machen muß AMD deswegen noch lange nicht. Wobei ich nach wie vor davon ausgehe, daß es zur Zeit kein Spiel gibt, daß mit einem DC 6000+ und einer 4850 / 70 nicht befriedigend spielbar ist.

Es hängt wie immer am Geld

:heuldoch:

:evillol:
 
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AMD wäre gut beraten, wenn diese es hinbekommen, einen X2 5800+ mit 3,0 oder 3,1 GHz auf den Markt bringen zu können, der in 65nm gefertigt wird und dazu eine 65W TDP aufweisen sollte. Das spart nicht nur Herstellungskosten sondern könnte einige Kunden, die jetzt noch einen X2 3600+ oder 3800+ oder gar 4600+ haben, zum Aufrüsten bewegen.
Dann spreche nicht nur ein Garantiertes Mehr an Takt, zwischen 600-1000MHZ dafür, sondern besonders die niedrige TDP und Stromaufnahme. Wenn ich sehe, was mit den alten 90nm noch möglich ist, dann müssten bei den 65nm Modellen auch noch solche CPUs drin sein.
Zumal AMD die Preise damit weiter stabil halten kann. Zumindest was den AM2/+ X2 Bereich betrifft.
Fein wäre auch, wenn es einen 4950e gebe, der in 65nm gefertigt wird und 2,7GHz als Takt hätte. Die TDP sollte natürlich bei 45W bleiben.
Da die neuen K10 X2 noch lange auf sich warten lassen, kann sogar noch von einen 5050e geträumt werden. Dann mit 2,9GHz in 65nm und 45W TDP auf einem AM2 Board. Das wäre wirklich mal was schönes.
Und weil wir gleich dabei sein, einen X2 mit 2,4GHz in 65nm mit 35W TDP wäre zur Ablösung der 4050e ect. ganz nice.
 
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