Bei den ganzen Entlassungen ist doch die große Frage, wie gut die Käufe von ganzen Publishern (!) durch Microsoft dem Markt getan haben.
Als Spieler ist es die Hoffnung beim Kauf eines Spielestudios, dass es durch den Kauf wachsen kann und Spiele auf den Markt bringt, die es ohne den Kauf nie gegeben hätte.
Mehr Geld für weitere Entwickler oder ganze zusätzliche Teams in einem Studio, Entlastung durch Synergien, d.h. ein Studio muss nicht mehr selbst jeden Felsbrocken für seine Open-World-Spiele gestalten, weil der Publisher oder in diesem Fall Microsoft ein Support-Studio irgendwo hat welches nur Steine gestaltet und diese den anderen Studios zur Verfügung stellt.
Oder dass der Publisher Verluste durch Spiele eines Studios in Kauf nimmt und durch Erfolge anderer Studios auffängt, so dass das Studio mit einem Flop ein neues Spiel entwickeln kann, welches dann vielleicht ein riesiger Hit wird.
Oder - im Kontext von Exklusivspielen - ein Studio muss gar keine "Erfolge" vorweisen, wird aber vom Publisher ausgehalten, weil die Titel zwar vertretbare Verluste bringen, dafür aber der Konsolenmarke Prestige bringen und damit Käufer zu dieser Konsolenplattform holen, die dann viele andere Spiele kaufen und so das verlustbringende Studio quersubventionieren.
Ich denke Double Fine ist ein Studio für letzteres, die Titel sind in der Entwicklung nicht enorm teuer, so richtige Verkaufsrenner sind sie aber auch nie. Dafür stärken sie halt das Image der Xbox, weil es so dort auch nischige Titel gibt und nicht nur Mainstream. Ähnlich sicher auch zu einem Teil der Fall bei Ninja Theory.
Nur: Das sind eben die Nischenspiele, da sehe ich schon, dass Microsoft als Mutterfirma da sicher einen Benefit gebracht hat. Und das sind Fälle wo Microsoft einzelne Studios gekauft hat. Die profitierten also von diesem Sicherheitsnetz eines starken Publishers.
Aber dann gibt es eben auch Fälle wo sie ganze Publisher gekauft haben, mit goßen Spielereihen, auch dort finden teilweise gerade Kürzungen statt.
Und ich kann mir nicht vorstellen, dass Elder Scrolls 6 oder gar das Oblivion-Remaster, dass die neue Doom-Reihe oder im Extremfall halt einfach Call of Duty nicht auch ohne Microsoft passiert wären...
Die Publisher denen diese Reihen bereits gehörten als sie noch eigenständig waren waren auch breit genug aufgestellt um ein paar Flops auffangen zu können und hatten Gelddruckmaschinen im Haus, eben mit Call of Duty und World of Warcraft (und King.com soll wohl der eigentliche Geldbringer gewesen sein), mit Skyrim welches auf jede erdenkliche Plattform portiert wird usw...
Was hat Microsoft denen gebracht? Außer dass das Geld halt nicht mehr in der Studiofamilie und bei deren Investoren blieb, sondern nun bei Microsoft landet um dort Verluste in der KI-Sparte oder auch - um beim Gaming zu bleiben - durch die schlechten Verkäufe der Xbox abzufedern, damit die Investoren von Microsoft happy sind.