Zeigt eure 3D-Drucke her

Mit welcher Software erstellst du die Teile eigentlich? Sind da CAD Kentnisse von Nöten? Gibt es auch Kunststoffe die man etwa ein einem Auto einsetzen könnte? Optik egal ist eh verdeckt, es müsste nur Wetter- und Salzfest sein und die typischen Temperatuern in unseren Breiten aushalten. Und nicht bei der kleinsten Belastung schon brechen, also nicht spröde.
 
DerSchwatte schrieb:
Spontan würde mir eine Ipad oder Iphone-Halterung einfallen, die man sich ans Bett hängen kann oder an die Wand.
Was ist das genau für ein Material die der Drucker verwendet ? Schmelzpunkt ? Verschiedene Materialien möglich ?

Für mein Lumia 640 habe ich mir schon eine Halterung inkl. Anschlussmöglichkeit für das Ladegerät ausgedruckt. :D
Lumia 640.JPG

Ich verwende in der Hauptsache PLA, könnte aber auch ABS und eine Art Gummi verwenden.


Knecht_Ruprecht schrieb:
Mit welcher Software erstellst du die Teile eigentlich? Sind da CAD Kentnisse von Nöten? Gibt es auch Kunststoffe die man etwa ein einem Auto einsetzen könnte?

Ich nutze zur Erstellung der 3D-Objekte "SolidWorks" in der aktuellsten Fassung. Wenn man keinen Zugriff über die Uni oder den Arbeitgeber hat, wird das Programm aber richtig teuer. Es gibt aber auch zahlreiche kostenlose Programme. Wie bei jedem Programm braucht mane ine gewisse Eingewöhnungsphase. SolidWorks wird teilweise auch in der Industrie eingesetzt, ist also eher was für Fortgeschritte User. Dennoch ist es eigentlich leicht verständlich.

Speziell für Einsteiger gibt es aber wie gesagt Programme mit eher geringem Funktionsumfang. Wichtig ist, dass man für den Drucker die Daten im STL-Format abspeichern kann.

zu den Eigentschaften von ABS/PLA:

Kurz gesagt: PLA ist hart, aber relativ spröde (aber natürlich nicht so wie Glas). Erste kleine Festigkeitseinbußen gibt es ab etwa 60-70°C. Schmelzpunkt 190-210°C.
ABS ist nicht ganz so hart, viel weniger spröde und lässt sich leichter nachbearbeiten. Es ist allerdings schwerer zu drucken. Auf die Temperaturen von PLA sind etwa 30-40°C für ABS draufzurechnen.

Letztlich ist beim 3D-Druck vieles mit "Try&Error" verbunden. Testen, tüfteln und wenn es nicht klappt nach einem anderen Weg suchen. :D
 
Sieht prima aus die Handy-Halterung. Damit kann man echt Monate verbringen.
Das Fallout der Drucker ^^.

Viel Spaß noch damit.
 
Oooooh SolidWorks ist eine gute Empfehlung... hab ich mir noch nicht besorgt, aber Studentenlizensen gibts dann wohl, was?
Gleich direkt downloaden :D

CAD ist im Grunde nicht allzuschwer. Tob dich nur ein bischen mit der Software aus.
Ist wie Paint. Nur eben 3D.

Wäre nur tricky bei Gewinde und ähnlichem.
 
RhinoDino schrieb:
Wäre nur tricky bei Gewinde und ähnlichem.

Naja, wenn man mit verschiedenen Ebenen und Referenzgeometrien arbeitet, dann wird das schon komplexer. ;) Aber ja, man kommt je nach Programm ziemlich schnell rein.

Wegen Gewinde -> Siehe Grakastütze ;)
 
Hi Gervincent, mich fasziniert die Technik 3D-Druck auch so sehr das ich im moment auf Jobsuche in dieser Richtung bin was aber nicht so einfach ist. Es gibt eigentlich überhaupt keine Hindernisse was ein 3D-Drucker nicht kann. Klar braucht man dafür erst das Material aber das wird alles nach und nach. Man ist ja jetzt schon dabei Titanium zu drucken ;-) mich würde mal interessieren was du für ein CAD-Programm verwendest und wie du dazu gekommen bist ;-)
 
Er hat schon geschrieben, er nutzt SolidWorks, welches man aber nur als Studentenlizenz oder in einem Unternehmen in die Hand kriegt.

In der Industrie werden schon lange Legierungen mit Lasern geformt um lange Wartezeiten zur Reperatur zu kürzen.
 
Chris2289 schrieb:
...mich würde mal interessieren was du für ein CAD-Programm verwendest und wie du dazu gekommen bist ;-)

Wie gesagt: Ich nutze "SolidWorks" für die Modellierung von 3D-Objekten. Den Drucker habe ich mir geholt, weil ich das ganze Thema wie du schon sagtest unheimlich faszinierend finde und die Grenzen dieser Technik noch lange nicht erreicht sind.

Trotzdem gibt es aber ein paar Probleme, die wohl ewig bestehen bleiben werden. Zum Beispiel geht es da um das Drucken von "Brücken" bzw. Hohlräumen. Man muss in solchen fällen immer eine Stützstruktur mitdrucken, die dann hinterher entfernt werden muss. Das ist nicht immer leicht. Außerdem sind 3D Drucker immer recht langsam. Vor allem dann, wenn es genau werden soll. Daher wird 3D-Druck nie etwas für die Massenproduktion sein. Außerdem wird es immer schwerer Fertigungstoleranzen einzuhalten, je größer der Druck wird.
Für den Prototypenbau gibt es aber wohl kaum etwas besseres als 3D-Druck.
 
Oh sry, habe nicht alles hier gelesen ;-) ich weiß selbst das man an SolidWorks nicht so einfach drankommt. Bin nämlich auf der Suche nach ProE oder ähnlichem um mir das ganze Zuhause genauer anzuschauen. Habe damals in meiner Ausbildung mir selbst ProE beigebracht und würde da gerne weitermachen. Bist du dir sicher das man für Hohlräume Stützkonstruktionen braucht? Ist das vielleicht nicht vom Material abhängig bzw. eventuell vom Drucker selbst? Die Modelle die ich bisher gesehen habe, haben das nicht bei der Fertigung von Hohlräumen gebraucht. Du hast Recht das es länger dauert ein Prototypbauteil zu drucken, aber danach hat man ein Bauteil in der Hand, was man sogar zu dem richtigen Prototypen zusammenbauen kann. Soweit ich das mitverfolgt habe, hat man ja die Arbeitszeit von den Drucken schon sehr verbessert. Was dadurch praktischer wird, ist die Herstellung von individuellen Teilen die speziell an ein Problem angepasst werden. Sorry für das abschweifen vom eigentlichen Thema :-) wünsche dir noch viel Spaß damit :-)
 
Zumindest wenn es um einen FDM-Drucker, also den klassischen 3D-Drucker, geht, dann sind Stützstrukturen bei überhängen definitiv nötig. Im Regelfall werden diese von der Drucksoftware automatisch eingefügt.
Wie der Name Fused Deposition Modeling schon sagt, druckt man hier Schicht auf Schicht. Im Falle von meinem Drucker ist eine Schicht minimal etwa 0,05mm dick. Eine Schicht baut immer auf die vorhergehende auf. Was übrigens auch ein 3D-Druck Problem ist, denn wenn man die erste Schicht versaut, wird der gesamte Druck dadurch nichts.
Aber zurück: Schicht auf Schicht. Man kann keine Schicht einfach in die Luft drucken und deswegen braucht man Stützstrukturen. Ich hoffe du verstehst was ich meine. :D Das ist auch bei einem 30000€ FDM Drucker so. Bis zu einem gewissen Maße bekommt man Schrägen noch ohne Unterbau hin.

Was man aber macht ist, dass man zwei Druckköpfe gleichzeitig einsetzt. Der eine Druckkopf "baut" das eigentliche Modell und der zweite Druckkopf druckt mit einem wasserlöslichen Kunststoff die Stützstrukturen. So kann man die Stützen hinterher einfach "auswaschen". Das geht bei mir leider nicht, weil ich nur einen Druckkopf habe. Ich muss das mit dem Cutter-Messer oder so rausschneiden...


ProE ist ein klassisches CAD-Programm und weit verbreitet. Es wird einfach weiter verwendet, weil es die meisten Mitarbeiter bereits kennen und es halt schon immer genutzt wurde. Meiner Meinung nach ist es aber nicht besonders intuitiv. Ich finde, dass SolidWorks da deutlich besser ist und die monderne Menüführung/Oberfläche besitzt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zumindest wenn es um einen FDM-Drucker, also den klassischen 3D-Drucker, geht, dann sind Stützstrukturen bei überhängen definitiv nötig. Im Regelfall werden diese von der Drucksoftware automatisch eingefügt.
Wie der Name Fused Deposition Modeling schon sagt, druckt man hier Schicht auf Schicht. Im Falle von meinem Drucker ist eine Schicht minimal etwa 0,05mm dick. Eine Schicht baut immer auf die vorhergehende auf. Was übrigens auch ein 3D-Druck Problem ist, denn wenn man die erste Schicht versaut, wird der gesamte Druck dadurch nichts.

Ja ich weiß was du damit meinst ;-) bei dem SLS (Selective Laser Sintering) wird ja Pulver erwärmt was sich dann verbindet. Allerdings weiß ich jetzt nicht was da als Füllmaterial für Hohlräume verwendet wird. Ja ProE ist ja inzwischen PTC Creo, SolidWorks selbst kenne ich nur vom hören.
 
Stützstrukturen sind immer noch besser als bei dem CAD Modell immer darauf zu achten keine Hohlräume zu simulieren :D
 
Chris2289 schrieb:
bei dem SLS (Selective Laser Sintering) wird ja Pulver erwärmt was sich dann verbindet. Allerdings weiß ich jetzt nicht was da als Füllmaterial für Hohlräume verwendet wird.

gute Frage... Mit SLS habe ich mich aber noch nicht tiefer gehend beschäftigt. Für den Heimgebrauch ist das aber eh nix. :D
 
Reicht graues PLA fürs Prototyping nicht aus? :rolleyes:
 
Triversity schrieb:

Das weiß ich schon xD Siemens hat damit angefangen Metalle zu drucken ;-) Titanium ist aber über allem anzusiedeln vom Wert her was man damit machen kann deswegen habe ich nur das erwähnt ;-)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Nachdem du in der Branche arbeiten willst, habe ich nichts anderes erwartet. Wäre ja sonst sehr traurig ;)
Aber nicht jeder kennt sich so gut aus, weshalb ich das ergänzen wollte.
 
So gut kenne ich mich auch nicht aus. Man liest halt einiges klar sollte man wissen was es Momentan für Verfahren gibt, aber das geht sehr rasant im moment gerade in diesem Bereich.

Ich bin 2011 das erste Mal mit diesem Thema vertraut geworden, da ich in meiner Ausbildung an einem Projekt beteiligt war, wo wir ein Teil aus einem Plotter haben fertigen lassen. Nachdem ich dann gehört hatte, das man auch das Gewinde hätte drucken lassen können, bin ich fasziniert davon gewesen xD

Praktische Erfahrungen selbst mit einem 3D-Drucker habe ich leider noch nicht. Jedoch habe ich viele Ideen für den Anwendungsbereich eines 3D-Druckers.
 
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