Grafikkarten-Rangliste 2018: GPU-Vergleich mit Empfehlungen für September

Wolfgang Andermahr 1.928 Kommentare

tl;dr: Die Kaufberatungs-Rangliste klärt, welche Grafikkarte man sich auf Basis von Tests und Benchmarks kaufen sollte. Empfohlen werden dabei die besten Gaming-Modelle in den Klassen Einsteiger, Mittelklasse und High-End (von Full HD bis 4K). In den letzten Tagen sind die Kosten teils deutlich gesunken.

Die besten Grafikkarten im September 2018

Die Grafikkarte ist nach wie vor die wichtigste Hardware-Komponente in einem Gaming-PC. Wer aktuelle Spiele spielen möchte, der kommt kaum an ihr vorbei, denn die in Intel-CPUs und AMD-CPUs verbauten Grafikeinheiten sind in der Regel zu langsam. Eine Ausnahme bietet die APU Raven Ridge, auch darauf geht diese Kaufberatung ein.

AMD und Nvidia bauen moderne Grafikkarten, die für Spieler unter den Namen Radeon beziehungsweise GeForce verkauft werden. Und Modelle gibt es viele. ComputerBase empfiehlt in dieser Kaufberatung die besten Grafikkarten für Gamer, vom Einsteigermodell bis zum 1.000 Euro teuren High-End-Produkt.

Die aktuelle Grafikkarten-Rangliste wird monatlich überarbeitet, um immer die aktuellsten Preise und neusten Produkte berücksichtigen zu können. Als Quelle für das Leistungsvergleichs-Ranking und das Preis-Leistungs-Verhältnis dienen die unzähligen Grafikkarten-Tests und Benchmarks, die ComputerBase fast im Wochenrhythmus vornimmt. Darüber hinaus steht die große Community im Unterforum „Grafikkarten: Kaufberatung“ rund um die Uhr mit Rat und Tat beiseite.

Die empfohlenen Prozessoren können beispielsweise bei Alternate*, Amazon*, Caseking* oder Mindfactory erworben werden. Die genannten Händler haben ebenso wenig wie die Hersteller weder Einfluss auf die monatlichen Empfehlungen der Redaktion, noch haben sie für diesen Link bezahlt. Stattdessen wird ComputerBase durch den Einkauf über einen dieser Links am Verkaufserlös beteiligt. Die Preise steigen dadurch nicht. Abonnenten von ComputerBase Pro sehen diese Sektion nicht.

Welche Grafikkarte brauche ich? Die Empfehlungen der Redaktion

Die Kaufberatung liefert für jedes Budget die passende Grafikkarte. Wer in der Full-HD-Auflösung spielen möchte, sollte aktuell mindestens nach einer GeForce GTX 1050 Ti Ausschau halten, die es für etwa 160 Euro gibt. Für 179 Euro gibt es die kaum teurere, aber schnellere Radeon RX 570. Die Grafikkarte bietet deutlich mehr Leistungsreserven, die vor allem in der Zukunft hilfreich sein werden.

Wer eine gute Full-HD-Grafikkarte mit Potenzial für 2.560 × 1.440 haben möchte, sollte hingegen zur Radeon RX 580 (mit 8 GB) oder zur GeForce GTX 1060 (mit 6 GB) greifen. Ab 250 Euro sind gleich beide Grafikkarten zu haben. Die AMD-Grafikkarte hat bezüglich Performance und Speicherausbau Vorteile, das Nvidia-Modell ist dagegen energieeffizienter. Der Aufpreis für ein Modell mit einem besseren Kühler beträgt 20 (AMD) beziehungsweise 35 Euro (Nvidia).

Ein gutes Modell für (W)QHD mit 2.560 × 1.440 ist die Radeon RX Vega 56 für 399 Euro oder die GeForce GTX 1070 Ti für 429 Euro. Der Nvidia-Beschleuniger ist etwas schneller, das AMD-Gegenstück etwas günstiger. Es ist Geschmackssache, welcher Grafikkarte der Vorzug gegeben werden sollte. Die GeForce GTX 1070 kostet 40 Euro weniger als das größere Modell. Das beißt sich zu sehr mit den aktuellen Kosten für eine Radeon RX Vega 56.

Für Ultra HD mit 3.840 × 2.160 Pixel sollte es mindestens dieselbe Grafikkarte oder aber eine Radeon RX Vega 64 oder eine GeForce GTX 1080 sein, die mit 469 Euro gleich teuer sind. Beide Grafikkarten haben ihre Vor- und Nachteile, schenken sich schlussendlich aber so gut wie nichts. Wer sich in Ultra HD nicht großartig Gedanken um die Detailstufen machen möchte, muss hingegen zur GeForce GTX 1080 Ti greifen. Die Grafikkarte wird ab 670 Euro verkauft.

In der Tabelle finden sich die besten Grafikbeschleuniger für die jeweilige Preisklasse:

Die Preisentwicklung der letzten Monate

Nachdem das Thema Mining die Preise von Grafikkarten für Spieler im letzten Jahr und dem ersten Halbjahr 2018 deutlich ansteigen lassen hat, haben sich die Kosten von fast allen Modellen in den letzten Monaten wieder massiv reduziert. Grund dafür ist der Ende des Mining-Booms, was für Spieler nur Gutes bedeutet.

In den letzten Wochen ist eine Grafikkarte teurer geworden und eine gleich teuer geblieben. Gleich neun 3D-Beschleuniger sind dagegen deutlich im Preis gefallen. Vor allem AMD-Grafikkarten sind deutlich günstiger als noch im Juli. So kostet die Radeon RX 570 179 anstatt 199 Euro, die Radeon RX 580 249 anstatt 269 Euro, die Radeon RX Vega 56 399 anstatt 449 Euro und die Radeon RX Vega 64 469 anstatt 499 Euro. Alle Radeon-Modelle sind damit auch günstiger als Ende letzten Jahres. Einzig die Radeon RX 560 will sich vom Preisanstieg einfach nicht erholen und ist in den letzten 30 Tagen gar zwei Prozent teurer geworden. Die Grafikkarte kostet knapp ein Viertel mehr als zu Weihnachten.

4. Dezember 2017
(lieferbar)
05. Februar 2018
(lieferbar)
01. August 2018
(lieferbar)
04. September 2018
(lieferbar)
Preisänderung
seit dem 01.08.18
Preisanstieg
seit dem 04.12.17
AMD Radeon
Radeon RX 560 111 Euro 149 Euro 133 Euro 136 Euro +2 Prozent 23 Prozent
Radeon RX 570 206 Euro 309 Euro 199 Euro 179 Euro -10 Prozent -13 Prozent
Radeon RX 580 249 Euro 449 Euro 269 Euro 249 Euro –7 Prozent 0 Prozent
Radeon RX Vega 56 549 Euro 839 Euro 449 Euro 399 Euro -11 Prozent -27 Prozent
Radeon RX Vega 64 602 Euro 999 Euro 499 Euro 469 Euro -6 Prozent -22 Prozent
Nvidia GeForce
GeForce GTX 1050 Ti 149 Euro 164 Euro 159 Euro 159 Euro 0 Prozent 7 Prozent
GeForce GTX 1060 256 Euro 350 Euro 269 Euro 249 Euro -7 Prozent -3 Prozent
GeForce GTX 1070 420 Euro 559 Euro 399 Euro 389 Euro -3 Prozent -7 Prozent
GeForce GTX 1070 Ti 440 Euro 579 Euro 438 Euro 429 Euro -2 Prozent -2 Prozent
GeForce GTX 1080 503 Euro 668 Euro 489 Euro 469 Euro -4 Prozent -7 Prozent
GeForce GTX 1080 Ti 705 Euro 940 Euro 720 Euro 669 Euro -7 Prozent -5 Prozent

Auch die Nvidia-Grafikkarten sind im Preis gefallen, aber auf einem niedrigeren Niveau. Die GeForce GTX 1060 und die GeForce GTX 1080 Ti haben mit sieben Prozent noch den größten Sprung hingelegt, die GeForce GTX 1070, GeForce GTX 1070 Ti und die GeForce GTX 1080 sind dagegen nur um zwei bis vier Prozent günstiger geworden. Auch hier gilt: Abgesehen von der GeForce GTX 1050 Ti sind alle aktuellen Nvidia-Grafikkarten preisgünstiger als im Dezember 2017.

Nvidia Turing als GeForce RTX ist fast da

Nvidias neue Architektur Turing findet sich bald in den Spieler-Grafikkarten wieder. Die GeForce RTX 2070, GeForce RTX 2080 und die GeForce RTX 2080 Ti wird es vorerst geben. Der Anfang machen die zwei schnellsten Modelle, die derzeit bereits vorbestellt werden können. Am 20. September wird dann der Marktstart erfolgen. Tests werden für den 14. September erwartet.

Preislich sind die neuen Grafikkarten allerdings über den direkten Vorgängern der Pascal-Generation angesiedelt. Dadurch gibt es keine offensichtlichen Auswirkungen auf den Preis der aktuellen Serie. Ein Abverkauf ist nicht feststellbar.

Wer hat das beste Preis-Leistungs-Verhältnis?

Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet aktuell die Radeon RX 570. Darauf folgen die Radeon RX 580 und die GeForce GTX 1060. Doch auch die restlichen Modelle wie die GeForce GTX 1070 Ti, GeForce GTX 1080 und die Radeon RX Vega 56 sowie die Radeon RX Vega 64 bieten viel Leistung fürs Geld.

Tests helfen dem Entschlossenen beim Grafikkartenvergleich

Wer bereits weiß, welche GPU es sein soll, steht in der Regel vor der Wahl der richtigen Variante. Die Grundlage für den ComputerBase-GPU-Vergleich bilden umfangreiche Tests aller aktuellen und älteren Grafikbeschleuniger. ComputerBase hat seit dem Sommer mehrere große Vergleichstests veröffentlicht, die die aktuell populärsten unter den neuen Grafikkarten betreffen:

Die Grafikkarten von Low-End- bis High-End im Benchmark

Im Grafikkartenvergleich lässt sich die Leistung aller von ComputerBase zuletzt mit demselben Testsystem getesteten Grafikkarten in den Auflösungen Full HD (1.920 × 1.080), QHD (2.560 × 1.440) und Ultra HD (3.840 × 2.160) nachvollziehen.

Die Diagramme in der Bestenliste lassen sich zu diesem Zweck durchschalten. Wer bestimmte Spiele nicht in die Durchschnittsbetrachtung mit einfließen lassen lassen will, kann das über die Schaltfläche „Bearbeiten“ einstellen. Durch einen Klick auf „+ XX Einträge“ lassen sich weitere Elemente einblenden. Wird eine Grafikkarte im Ranking angeklickt, erhält sie den Leistungsindex von 100 Prozent und alle anderen Grafikkarten im selben Diagramm werden relativ dazu mit ihrer Geschwindigkeit dargestellt. So kann man einfach nachvollziehen, welchen Performance-Gewinn ein schnelleres Modell tatsächlich mit sich bringt.

AMD oder Nvidia? Vor- und Nachteile im Vergleich

Die Grafikkarten der beiden Hersteller AMD und Nvidia unterscheiden sich in einigen weiteren Punkten:

  • AMD bietet FreeSync (Test), während Nvidia auf G-Sync (Test) setzt. Beide Techniken synchronisieren die Grafikkarte mit dem Bildschirm und können so den Input-Lag reduzieren und Tearing verhindern. Sie sind aber nicht kompatibel und Monitore unterstützen in der Regel nur einen Standard.
  • Beide Grafikbeschleuniger lassen sich in einem Multi-GPU-System nutzen: Bei AMD hört dieses auf den Namen CrossFire, bei Nvidia auf SLI. Nvidia unterstützt allerdings seit Pascal nur noch maximal zwei parallele GPUs, bei AMD ist CrossFire seit Vega auch offiziell keine Priorität mehr. Wie ein Test der Redaktion zeigt, ist es mittlerweile aber sinnvoll, auf beide Technologien zu verzichten. Es gibt in neuen Spielen zu oft Probleme.
  • Nvidias Grafikkarten benötigen grundsätzlich etwas weniger Strom, sind also energieeffizienter.
  • AMD bietet mit ReLive ein Tool, mit dessen Hilfe Videos aufgezeichnet oder auf YouTube beziehungsweise Twitch gestreamt werden können.
  • Auch Nvidia bietet mit GeForce Experience ein Tool für Spiele-Optimierungen sowie zum Aufzeichnen und Streamen von Videos nach YouTube oder Twitch (Nvidia Highlights). Mit Ansel können in ausgewählten Spielen aufwendige Screenshots erstellt werden.
  • Im Treiber können AMD-Grafikkarten per „WattMan“ übertaktet werden. Zudem lassen sich Temperaturen sowie Lüftereinstellungen sowohl auslesen als auch modifizieren. Bei Nvidia werden alternative Tools wie MSI Afterburner benötigt.
  • Sowohl AMD als auch Nvidia bieten Spieleherstellern Unterstützung bei der Entwicklung an. Ab und zu gibt es auch eine engere Zusammenarbeit, teils auch mit speziellen und an die eigenen GPUs angepassten Grafikeffekten. Bei Nvidia hört das Programm auf den Namen GameWorks, bei AMD auf Gaming Evolved. Bekannte Grafikeffekte sind zum Beispiel HBAO+ sowie HairWorks (Nvidia) beziehungsweise TressFX (AMD).

Welche GPU für aktuelle Spiele-Blockbuster?

Welche GPU in welchem aktuellen Blockbuster welche Leistung liefert, nimmt ComputerBase ebenfalls unter die Lupe. Technik-Tests gab es in den letzten Monaten unter anderem für F1 2018 und Monster Hunter: World.

Welche GPU für Fortnite, PUBG, Overwatch und Co.?

Die klassischen Triple-A-Spiele wie Assassin's Creed, Battlefield, Call of Duty und Co. sind zwar sehr beliebt und sehen auch am besten aus. Doch die höchsten Spielerzahlen haben andere Spiele: reine Online oder E-Sports-Spiele. Fortnite, PUBG und Overwatch haben durchweg Spielerzahlen im zweistelligen Millionenbereich.

Da die Anforderungen geringer sind, gibt es von den Spielen jedoch nur selten Benchmarks. ComputerBase holt dies in einer vierteiligen Test-Serie nach, die sich High-End-, Mittelklasse-, Low-End-Grafikkarten, integrierten Grafikeinheiten in CPUs und APUs sowie Prozessoren annimmt (letzterer ist noch nicht erschienen). Außer den oben genannten Spielen sind in den Tests noch Counter-Strike: GO, Dota 2, GTA V, League of Legends, Rainbow Six: Siege, World of Tanks sowie World of Warcraft vertreten.

Wie lange Garantie geben die Hersteller?

Es ist durchaus selten, aber von Zeit zu Zeit kann die heimische Grafikkarte auch einmal den Geist aufgeben. Wenn die Hardware einen Defekt aufweist, ist man auf die Garantie des Herstellers angewiesen. Und diese fällt sehr unterschiedlich aus. Teils gar zwischen einzelnen Modellen.

Details zur Herstellergarantie inklusive Übertakten

Einen genauen Überblick über die Situation zu erhalten ist nicht ganz einfach. Selbst die Hersteller tun sich teils schwer, die genauen Garantiebedingungen für jedes Land mitzuteilen. ComputerBase hat den aktuellen Stand der Garantie von jedem wichtigen Hersteller in einem separaten Artikel zusammen gefasst.

Die Garantiezeiträume für Grafikkarten

Hier finden sich auch Informationen zu Lüftertausch, Overclocking, Overvolting und dem Flashen des VBIOS – denn nicht immer verliert man dabei auch die Garantie: Bei Asus, EVGA, Gigabyte, MSI, PowerColor und Zotac darf beispielsweise der Lüfter (unter bestimmten Voraussetzungen) gewechselt werden, ohne dass die Garantie erlischt.

Was man sonst so im PC noch braucht und weitere Ranglisten

Nur mit einer Grafikkarte erreicht man bei einem modernen PC nichts. Prozessor, Mainboard, Speicher und noch weitere Komponenten sind ebenso nötig wie wichtig. Hilfe bei der Zusammenstellung ganzer PCs bietet das Forum: Hier arbeiten Leser an ständig aktualisierten Beiträgen, die klären, wie der optimale PC inklusive passendem Prozessor und dem Drumherum für ein bestimmtes Budget aussieht.

Allen voran geht dabei die Zusammenstellungen für den idealen Gaming-PC mit bereits über 6.000.000 Zugriffen. Sie nennt sechs grundlegende Konfigurationen von 450 bis 1.400 Euro. Viele der hier zuvor erwähnten CPUs sind dort direkt wiederzufinden.

Weitere Ranglisten auf ComputerBase

Wer ComputerBase-Empfehlungen für weitere Komponenten wie dem Prozessor haben möchte, kann einen zusätzlichen Blick in weitere Ranglisten der Redaktion werfen.

Parallel zu den Empfehlungen der Redaktion lohnt sich stets ein Blick in den Bereich im ComputerBase-Forum. Dort geben gut informierte Mitglieder der Community Hilfestellung, wenn es um Fragen rund um den Kauf einer neuen Grafikkarte geht.

(*) Bei den mit Sternchen markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Im Fall einer Bestellung über einen solchen Link wird ComputerBase am Verkaufserlös beteiligt, ohne dass der Preis für den Kunden steigt.

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