Grafikkarten-Rangliste 2018: GPU-Vergleich mit Empfehlungen für Februar

Wolfgang Andermahr 1.681 Kommentare

tl;dr: Die Kaufberatungs-Rangliste auf ComputerBase klärt, welche Grafikkarte man sich auf Basis von Tests und Benchmarks kaufen sollte. Empfohlen werden dabei die besten Gaming-Modelle in den Klassen Einsteiger, Mittelklasse und High-End (von Full HD bis 4K). Im Februar 2018 neu: der verwendete Testparcours.

GPU-Vergleich: Die aktuelle GPU-Rangliste für Full HD bis 4K

Als Quelle für das Leistungsvergleichs-Ranking und das Preis-Leistungs-Verhältnis dienen die unzähligen Tests von Grafikkarten, die ComputerBase fast im Wochenrhythmus vornimmt, und monatlich aktualisierte Preise.

Bestenliste im Benchmark-Vergleich

Im Grafikkartenvergleich lässt sich die Leistung aller von ComputerBase zuletzt mit demselben Testsystem getesteten Grafikkarten in den Auflösungen Full HD (1.920 × 1.080), QHD (2.560 × 1.440) und Ultra HD (3.840 × 2.160) nachvollziehen.

Die Diagramme in der Bestenliste lassen sich zu diesem Zweck durchschalten. Wer bestimmte Spiele nicht in die Durchschnittsbetrachtung mit einfließen lassen lassen will, kann das über die Schaltfläche „Bearbeiten“ einstellen. Durch einen Klick auf „+ XX Einträge“ lassen sich weitere Elemente einblenden. Wird eine Grafikkarte im Ranking angeklickt, erhält sie den Leistungsindex von 100 Prozent und alle anderen Grafikkarten im selben Diagramm werden relativ dazu mit ihrer Geschwindigkeit dargestellt. So kann man einfach nachvollziehen, welchen Performance-Gewinn ein schnelleres Modell tatsächlich mit sich bringt.

AMD oder Nvidia? Vor- und Nachteile im Vergleich

Auf jeder Gaming-PC-Wunschliste sollten mittlerweile nur noch moderne FinFET-Produkte stehen – sprich AMDs Vega- beziehungsweise Polaris- oder Nvidias Pascal-Generation.

Die Grafikkarten der beiden Hersteller AMD und Nvidia unterscheiden sich in einigen weiteren Punkten:

  • AMD bietet FreeSync (Test), während Nvidia auf G-Sync (Test) setzt. Beide Techniken synchronisieren die Grafikkarte mit dem Bildschirm und können so den Input-Lag reduzieren und Tearing verhindern. Sie sind aber nicht kompatibel und Monitore unterstützen in der Regel nur einen Standard.
  • Beide Grafikbeschleuniger lassen sich in einem Multi-GPU-System nutzen: Bei AMD hört dieses auf den Namen CrossFire, bei Nvidia auf SLI. Nvidia unterstützt allerdings seit Pascal nur noch maximal zwei parallele GPUs, bei AMD ist CrossFire seit Vega auch offiziell keine Priorität mehr. Für die meisten Spieler ist es sinnvoll, auf beide Technologien zu verzichten.
  • Nvidias Grafikkarten benötigen grundsätzlich etwas weniger Strom, sind also energieeffizienter.
  • AMD bietet mit ReLive ein Tool, mit dessen Hilfe Videos aufgezeichnet oder auf YouTube beziehungsweise Twitch gestreamt werden können.
  • Auch Nvidia bietet mit GeForce Experience ein Tool für Spiele-Optimierungen sowie zum Aufzeichnen und Streamen von Videos nach YouTube oder Twitch (Nvidia Highlights). Mit Ansel können in ausgewählten Spielen aufwendige Screenshots erstellt werden.
  • Im Treiber können AMD-Grafikkarten per „WattMan“ übertaktet werden. Zudem lassen sich Temperaturen sowie Lüftereinstellungen sowohl auslesen als auch modifizieren. Bei Nvidia werden alternative Tools wie MSI Afterburner benötigt.

Das Mining-Desaster: Alles ist viel teurer geworden!

Das Thema Mining ist zum Jahreswechsel erneut hoch gekocht. Nachdem sich im Spätsommer und Herbst 2017 erst eine Besserung bei Preisen und Verfügbarkeit gezeigt hat, war die Situation in den letzten Wochen so schlimm wie noch nie zuvor: Grafikkarten zur UVP oder Preisen darunter gibt es nicht mehr. Viele sind teurer, manche sogar extrem – und Lagerware ist oft Mangelware; weil sich mit GPUs in Währungen wie Ethereum, Monero und Zcash Geld verdienen lässt, egal ob mit High-End- oder Mittelklasse-Modellen. Einzig der Einstiegsbereich wurde halbwegs vom Mining-Boom verschont, doch auch dort zogen die Preise an.

Je nach Modell beträgt der Aufpreis im Vergleich zum letzten Jahr bis zu 90 Prozent, im besten Fall sind es nur 20 Prozent. Das Problem: Es nicht abzusehen, wann sich die Situation auch nur halbwegs normalisieren wird. Auch dass die Preise weiter steigen, kann nicht ausgeschlossen werden. Eine klare Empfehlung für oder gegen den Kauf einer Grafikkarte ist so nicht zu treffen.

Preis-Leistung: Die beste Grafikkarte fürs Geld

Alles ist in den letzten Wochen teurer geworden. ComputerBase hat über die enormen Preisanstiege zuletzt Mitte Januar berichtet. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis – sofern man davon überhaupt noch sprechen kann – haben aktuell die GeForce GTX 1060, die GeForce GTX 1070 Ti und die Radeon RX 570. Die Radeon RX 580 und die restlichen Nvidia-Grafikkarten liegen schlechter, während die Radeon-RX-Vega-Modelle schlicht katastrophal abschneiden.

Tests helfen dem Entschlossenen beim Grafikkartenvergleich

Wer bereits weiß, welche GPU es sein soll, steht in der Regel vor der Wahl der richtigen Variante. Die Grundlage für den ComputerBase-GPU-Vergleich bilden umfangreiche Tests aller aktuellen und älteren Grafikbeschleuniger. ComputerBase hat seit dem Sommer mehrere große Vergleichstests veröffentlicht, die die aktuell populärsten unter den neuen Grafikkarten betreffen:

Stets aktuelle Benchmarks und Vergleiche, als Grundlage für die GPU-Rangliste, finden sich in im Archiv für Tests von Grafikkarten.

Wie viel VRAM muss es sein? Vier Gigabyte Speicher sind Pflicht

Der Bedarf an Grafikspeicher aufgrund der aktuellen Konsolen ist in letzter Zeit massiv gestiegen ist. Wenn man nicht ausschließlich Titel wie Counter-Strike: GO, Dota 2 oder Overwatch spielen, sondern auch mal eine Triple-A-Software wie Battlefield oder Call of Duty starten möchte, sollte die neue Grafikkarte daher mindestens 4.096 MB Speicher haben. Denn während die GPUs für Full HD bei hohen Details oft genug Leistung haben, limitiert ein kleiner Speicher schnell – und (Textur-)Details müssen reduziert werden.

Bei Grafikkarten hat man häufig die Qual der Wahl. Computerbase gibt Empfehlungen für jede Preisklasse.

Dasselbe gilt natürlich auch für die Zwei-Gigabyte-Modelle der Radeon RX 560 und der GeForce GTX 1050. Und wer sich eine High-End-Karte kaufen möchte, sollte auf einen acht Gigabyte großen Speicher achten. Das mag aktuell etwas übertrieben wirken, doch haben die genannten Grafikkarten heute schon Schwierigkeiten, die in Zukunft immer größer werden. In der Rangliste haben wir die Anforderungen entsprechend berücksichtigt.

Welche Grafikkarte brauche ich? Bestenliste von Full HD zu 4K

Die Kaufberatung liefert für jedes Budget die passende Grafikkarte. Wer in der Full-HD-Auflösung spielen möchte, sollte aktuell mindestens nach einer GeForce GTX 1050 Ti Ausschau halten, die es für etwa 165 Euro gibt. Wer eine gute Full-HD-Grafikkarte mit Potenzial für 2.560 × 1.440 haben möchte, sollte zur GeForce GTX 1060 greifen. Ab etwa 350 Euro gibt es einfache Modelle. Wer dagegen ein Modell mit einem besseren und leiseren Kühler sucht, muss rund 440 Euro bezahlen.

Auch High-End kostet deutlich mehr als zuvor

Ein gutes Modell für 2.560 × 1.440 ist die GeForce GTX 1070 für 560 Euro. Ratsamer ist es aber, zu einer flotteren GeForce GTX 1070 Ti zu greifen, die mit 580 Euro kaum mehr kostet. Für 3.840 × 2.160 sollte es mindestens eine GeForce GTX 1080 sein, die ab 670 Euro zu haben ist. Wer sich in Ultra HD nicht großartig Gedanken um die Detailstufen machen möchte, muss zur GeForce GTX 1080 Ti greifen. Die Grafikkarte wird ab 940 Euro verkauft.

In der Tabelle finden sich die besten Grafikbeschleuniger für die jeweilige Preisklasse:

Anzeige: Empfohlene Grafikkarten jetzt günstig kaufen

Die empfohlenen Grafikkarten können beispielsweise bei Amazon*, Caseking*, Mindfactory oder Alternate* erworben werden.

Die genannten Händler haben weder Einfluss auf die monatlichen Empfehlungen der Redaktion, noch haben sie für diesen Link bezahlt. Stattdessen wird ComputerBase durch den Einkauf über einen dieser Links am Verkaufserlös beteiligt. Die Preise steigen dadurch nicht.

Weil ComputerBase transparent mit im redaktionellen Angebot eingepflegten „Affiliate-Links“ umgeht, die sich nicht aus dem Inhalt selber ergeben, ist diese Sektion trotzdem als Anzeige gekennzeichnet. Abonnenten von ComputerBase Pro sehen diese Sektion nicht.

Eckdaten der empfohlenen GPUs im Überblick

AMD Radeon RX 580 (8 GB) AMD Radeon RX Vega 56 AMD Radeon RX Vega 64 Nvidia GeForce GTX 1060 Founders Edition Nvidia GeForce GTX 1070 Founders Edition Nvidia GeForce GTX 1080 Founders Edition Nvidia GeForce GTX 1080 Ti Founders Edition
Chip: Polaris 20 Vega 10 GP106 GP104 GP102
Transistoren: ca. 5,7 Mrd. ca. 12,5 Mrd. ca. 4,4 Mrd. ca. 7,2 Mrd. ca. 12,0 Mrd.
Fertigung: Globalfoundries 14 nm TSMC 16 nm FF+
Shader-Einheiten: 2.304 3.584 4.096 1.280 1.920 2.560 3.584
Basis-Chiptakt: 1.257 MHz 1.156 MHz 1.247 MHz 1.506 MHz 1.607 MHz 1.480 MHz
Maximaler Chiptakt: 1.340 MHz 1.590 MHz 1.630 MHz 1.848 MHz 1.785 MHz 1.797 MHz
SP-GFLOPs: 6.175 GFLOPs 11.397 GFLOPs 13.352 GFLOPs 4.730 GFLOPs 6.854 GFLOPs 9.100 GFLOPs 12.881 GFLOPs
ROPs: 32 64 48 64 88
Pixelfüllrate: 42.880 MPix/s 101.760 MPix/s 104.320 MPix/s 88.704 MPix/s 114.214 MPix/s 158.136 MPix/s
TMUs: 144 224 256 80 120 160 224
Texelfüllrate: 192.960 MTex/s 356.160 MTex/s 417.280 MTex/s 147.840 MTex/s 214.200 MTex/s 285.600 MTex/s 402.528 MTex/s
DirectX (Feature-Level): 12_0 12_1
GPU ohne Monitor abschaltbar: ✓ (ZeroCore) Nein
Speichermenge: 8.192 MB GDDR5 8.192 MB HBM2 6.144 MB GDDR5 8.192 MB GDDR5 8.192 MB GDDR5X 11.264 MB GDDR5X
Speichertakt: 4.000 MHz 800 MHz 945 MHz 4.000 MHz 5.000 MHz 5.500 MHz
Speicherinterface: 256 Bit 2.048 Bit 192 Bit 256 Bit 352 Bit
Speicherbandbreite: 256.000 MB/s 409.600 MB/s 483.840 MB/s 192.000 MB/s 256.000 MB/s 320.000 MB/s 484.000 MB/s
Leistungsaufnahme Typisch/Maximal: 185 Watt/? 210 Watt/? 295 Watt/? ?/120 Watt ?/150 Watt ?/180 Watt ?/250 Watt

Welche GPU für aktuelle Spiele-Blockbuster?

Welche GPU in welchem aktuellen Blockbuster welche Leistung liefert, nimmt ComputerBase ebenfalls unter die Lupe. Technik-Tests gab es in den letzten Monaten für Assassin's Creed: Origins, Destiny 2, Star Wars: Battlefront 2 und Wolfenstein 2.

Wie lange Garantie geben die Hersteller?

Es ist durchaus selten, aber von Zeit zu Zeit kann die heimische Grafikkarte auch einmal den Geist aufgeben. Wenn die Hardware einen Defekt aufweist, ist man auf die Garantie des Herstellers angewiesen. Und diese fällt sehr unterschiedlich aus. Teils gar zwischen einzelnen Modellen.

Die gute Nachricht dabei ist, dass sich langsam, aber stetig die Garantiezeiträume immer weiter verlängern. So war eine zweijährige Garantie vor kurzem noch der Normalfall. Und mittlerweile bieten viele Hersteller drei Jahre oder mehr an. Erst mit der letzten Generation sind sowohl Gainward als auch Sapphire auf diesen Zug aufgesprungen. Die Könige der Garantie sind nach wie vor EVGA und Zotac, die bis zu zehn beziehungsweise fünf Jahre Garantie auf ihre Grafikkarten bieten.

Details zur Herstellergarantie inklusive Übertakten

Einen genauen Überblick über die Situation zu erhalten ist nicht ganz einfach. Selbst die Hersteller tun sich teils schwer, die genauen Garantiebedingungen für jedes Land mitzuteilen. ComputerBase hat den aktuellen Stand der Garantie von jedem wichtigen Hersteller in einem separaten Artikel zusammen gefasst.

Hier finden sich auch Informationen zu Lüftertausch, Overclocking, Overvolting und dem Flashen des VBIOS – denn nicht immer verliert man dabei auch die Garantie: Bei Asus, EVGA, Gigabyte, MSI, PowerColor und Zotac darf beispielsweise der Lüfter (unter bestimmten Voraussetzungen) gewechselt werden, ohne dass die Garantie erlischt.

Garantiezeiträume für Grafikkarten werden immer länger.

Ein Vergleich der Generationen von 2009 bis heute

Im Forum liest man immer wieder die Frage, wie viel mehr Performance beim Wechsel eines älteren Modells auf eine neue Grafikkarte erwartet werden darf. Wer zum Beispiel noch eine GeForce GTX 660 besitzt, möchte den Geschwindigkeitsunterschied zur GeForce GTX 1060 in Erfahrung bringen. Wie viel zusätzliche Leistung es tatsächlich gibt, klärt ComputerBase in vier Artikeln über den Vergleich der Generationen von AMDs und Nvidias Mittel- und High-End-Klasse.

So gibt es einen ausführlichen Vergleich von der Radeon HD 5770 bis hin zur Radeon RX 480 und von der GeForce GTX 460 bis hin zur GeForce GTX 1060. Darüber hinaus gibt es einen Test der High-End-Grafikkarten von der GeForce GTX 480 bis zur GeForce GTX 1080 und von der Radeon HD 5870 bis zur Radeon R9 Fury X.

Netzteil und Prozessor: Was brauche ich?

Eine Grafikkarte allein reicht für den runderneuerten Gaming-PC nicht aus. So ist es möglich, dass aufgrund gestiegener Anforderungen an der Stromversorgung ein neues Netzteil notwendig ist. Zu welchem Modell man greifen sollte, klärt die Netzteil-Rangliste auf ComputerBase. Und wenn die neue Grafikkarte deutlich schneller als das alte Pendant ist, wird möglicherweise auch eine neue CPU benötigt. Auch hierzu bietet Computerbase eine umfangreiche Test-Bibliothek und eine objektive Kaufberatung: Der Aufgabe widmet sich die Prozessor-Benchmark-Rangliste, die die AMD-Prozessoren Ryzen 7 1800X, Ryzen 7 1700X, Ryzen 7 1700 sowie Ryzen 5 1600X und Ryzen 5 1600 sowie Intels Coffee-Lake-Generation mit Core i7-8700K und Core i5-8600K umfasst.

(*) Bei den mit Sternchen markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Im Fall einer Bestellung über einen solchen Link wird ComputerBase am Verkaufserlös beteiligt, ohne dass der Preis für den Kunden steigt.

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