Markttag : Quo vadis, Soundkarten?

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Markttag: Quo vadis, Soundkarten?
Bild: creative.de

Samstag ist Markttag. ComputerBase wirft einen Blick auf wesentliche Entwicklungen auf dem Markt für IT und Consumer Electronics – kurz wie langfristig. Auch die Produkte, die ComputerBase-Leser im Preisvergleich in den letzten sieben Tagen am meisten interessiert haben, werden thematisiert.

Mit dem Wissen über Soundkarten im PC verhält es sich bei der jüngeren Generation wie mit der Kenntnis über den Zusammenhang zwischen Audiokassette und Bleistift: Viele kennen beides, aber immer weniger wissen, dass sie kombiniert werden können.

Angesichts der immer besseren technischen Ausstattung heutiger Onboard-Soundchips mit Funktionen wie 7.1 oder HD-Codecs schwinden die offensichtlichen Vorteile einer dedizierten Karte für Normalnutzer zusehens. Sind Soundkarten damit kein Thema mehr am Markt?

Nein. Ungeachtet des Siegeszuges der Onboard-Lösungen finden sich noch immer 66 verschiedene interne Soundkarten im Preisvergleich, bei den externen Lösungen sind es gar 71 Stück. Gut 74 Prozent der internen Karten rangiert mittlerweile allerdings im Preisbereich von unter 100 Euro. Jenseits dieser Marke geht die Dichte der Karten zurück, das teuerste Modell des oberen Viertels ist eine Asus Xonar Essence STX II um knapp 230 Euro. Interessant ist, dass selbst Ende 2014 mehr als 50 Prozent der internen Karten die alte PCI-Schnittstelle nutzen, die viele aktuelle Mainboards gar nicht mehr bieten. Von diesen Modellen wird zwar hauptsächlich das niedrigere Preissegment abgedeckt, das teuerste Modell, die Asus Xonar Essence ST, schlägt allerdings mit knapp 160 Euro zu Buche.

Asus Essence STX II
Asus Essence STX II (Bild: rog.asus.com)
Asus Essence STX
Asus Essence STX (Bild: asus.com)

Dass PCI-Karten an Relevanz verlieren, zeigt das Nutzerinteresse in der PC-Audio-Unterkategorie. Führend ist dort die Asus Xonar DGX, die ab 27 Euro zuzüglich Versandkosten den Eigner wechselt. Sie ist die günstigste Karte mit einer Anbindung über die modernere PCIe-Schnittstelle. Dieses Merkmal teilt sie mit den drei anderen internen Soundkarten, die es in die Unterkategorie geschafft haben. Dabei sticht auch ins Auge, dass die Nutzerschaft mehrheitlich Produkten der gehobenen Preisklasse ihr Interesse schenkt, liegen die drei Karten – die Asus Xonar DX 7.1, die Creative Soundblaster Z und die Asus ROG Xonar Phoebus Solo – doch preislich jenseits der 70 Euro.

Creative Soundblaster Z
Creative Soundblaster Z (Bild: creative.de)
Asus Xonar DX 7.1
Asus Xonar DX 7.1 (Bild: techspot.com)
Asus Xonar Phoebus Solo
Asus Xonar Phoebus Solo (Bild: asus.com)

Mit Asus und Creative beherrschen zwei Hersteller diese Produktsparte, über die 100-Euro-Marke hinaus findet man nur noch deren Modelle. Ganz anders sieht das jedoch im Bereich der externen Soundkarten aus. Zwar stellen die beiden genannten Marken auch dort noch immer einen großen Anteil der Produkte, preislich jedoch liegen sie weit abgeschlagen von den 1.650 Euro, die ein williger Käufer bspw. für den Hugo von Chord Elements hinblättern darf.

Dieser vermeintliche preisliche Wildwuchs hat durchaus einen soliden Hintergrund: die Verlegung einer Soundkarte aus dem Computergehäuse hinaus ermöglicht einen von Computer-Störsignalen entkoppelten Betrieb. Auf das legen vor allem professionelle Anwender entsprechend viel Wert.

Soundkarten haben also auch heute noch ihren Platz am Markt, ihre Bedeutung hat sich jedoch auf Nischengebiete reduziert.

In den globalen Preisvergleichs-Top-10 konnten über die letzten sieben Tage zwei Produkte auf sich aufmerksam machen. Zum einen das Galaxy S5 von Samsung, zum anderen ein LGA-1150-Mainboard von Gigabyte. In der Mainboard-Unterkategorie belegt derzeit überhaupt gleich eine Mainboard-Trio dieses Herstellers die ersten drei Plätze.

Leserhinweise auf interessante Entwicklungen im Preisvergleich nimmt die Redaktion gerne unter markttag~~computerbase.de entgegen.