Großrechner : Initiative soll Linux auf Mainframes stärken

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Großrechner: Initiative soll Linux auf Mainframes stärken
Bild: Anton Chiang (CC BY 2.0)

Während der LinuxCon in Seattle hat die Linux Foundation die Gründung des Open Mainframe Projects bekanntgegeben. Damit soll Linux auf Mainframes größere Verwendung finden. Zudem hat IBM in Zusammenarbeit mit Canonical zwei neue Mainframes mit Ubuntu als Betriebssystem angekündigt.

Mainframes sind nicht, wie oft angenommen, ein Relikt aus der Computervergangenheit. Die Großrechner bilden zusammen mit den Supercomputern an vielen Stellen das Rückgrat der IT. Im Unterschied zu den Supercomputern, die mit Rechenkraft punkten, erhalten die Mainframes ihre Daseinsberechtigung hauptsächlich durch ihren hohen Datendurchsatz.

In den letzten Jahren nahm die Verbreitung der Mainframes im Zuge des Cloud-Computing, der Virtualisierung und des ständig zunehmenden mobilen Datenaufkommens weiter zu. Dem trägt jetzt die Linux Foundation Rechnung und richtet das Open Mainframe Project ein, um Linux für diese Rechnerkategorie weiter zu etablieren. Firmen wie ADP, BMS, CA Technologies, Compuware, IBM, LC3, RSM Partners, SUSE und Vicom Infinity sowie Institutionen wie das Marist College, die University of Bedfordshire und das Center for Information Assurance and Cybersecurity an der University of Washington zählen zu den Mitbegründern des Projekts.

IBM z13
IBM z13

IBM hat im Rahmen der LinuxCon angekündigt, in Kooperation mit Canonical zwei neue Mainframes aufzulegen, die mit Ubuntu als Betriebssystem laufen sollen. Die Reihe ist mit LinuxOne betitelt. Ob dabei die Server-Variante oder Snappy Core als Grundlage dient, ist derzeit noch nicht bekannt. IBM bestückt bereits seit 15 Jahren seine Mainframes unter anderem mit verschiedenen Linux-Derivaten. 2014 konnte das Unternehmen den 50. Geburtstag des S/390-Mainframes feiern. Bereits seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist IBM im Geschäft mit den Großrechnern. Das aktuelle Modell ist die z13, die auch die Hardware für den größeren der beiden Ubuntu-Mainframes stellt. Emperor, so die Bezeichnung für den Rechner, soll 8.000 virtuelle Maschinen oder zehntausende Container gleichzeitig aufnehmen können. Dabei will IBM nicht nur Linux als Betriebssystem, sondern auch Unternehmenssoftware wie Apache Spark, Node.js, MongoDB, MariaDB, PostgreSQL und Chef auf den Mainframe bringen.

IBM führt dabei, um die finanzielle Hemmschwelle zu senken, gleich auch ein neues Bezahlmodell ein, bei dem monatlich nur die Zeit bezahlt wird, in der der Rechner effektiv genutzt wird.