Canonical : Ubuntu rüstet sich mit Big Bug Bonanza für 16.04 LTS

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Canonical: Ubuntu rüstet sich mit Big Bug Bonanza für 16.04 LTS

Noch ist Ubuntu 15.10 nicht aus der Tür, da ruft Will Cooke, verantwortlich für den Desktop, zur Jagd nach Fehlern im nächsten Langzeitrelease auf. Das wird, wie seit sechs Jahren, mit Unity 7 und einem X-Server ausgeliefert. Die hier aufgelaufen Bugreports sind laut Cooke kaum noch überschaubar.

Mittlerweile nutzen die meisten Ubuntu-Anwender die LTS-Releases, da diese stabil und überwiegend frei von gröberen Fehlern sind. Um dies auch für Ubuntu 16.04 LTS zu gewährleisten, ruft Cooke nun zur Big Bug Bonanza auf, um die Unmenge an aufgelaufenen Bugreports zu sichten und zu bearbeiten. Hier lauern keine großen Fehler, diese werden meist zeitnah beseitigt, aber kleine Unzulänglichkeiten, die in der Summe das Erlebnis des Anwenders genauso trüben wie gewichtigere Fehler.

Besonders viele Fehler haben sich für Unity 7, Compiz und das grafische Toolkit Nux angesammelt. Einsam an der Spitze liegt dabei Unity 7 mit 2.560 offenen Fehlern, aber auch bei Compiz mit 1.455 und Nux mit 322 Fehlern bleibt noch viel Arbeit zu tun. Diese Arbeit kann Canonical nicht alleine leisten. Das Unternehmen ist kleiner als man es vermutet und nur wenige fest angestellte Entwickler kümmern sich um den Desktop.

Um die Summe an Fehlermeldungen zu reduzieren ruft Cooke die Gemeinschaft auf, zunächst Fehlermeldungen zu eliminieren, die nicht mehr unterstützte Releases betreffen. Kleinere Fehler sollen hier automatisch geschlossen, größere einer manuellen Überprüfung unterzogen werden. Cooke ist klar, dass hier auch Fehler passieren werden, geht aber davon aus, dass die Mehrzahl dieser Fehler bereinigt sind und nur vergessen wurde, den Report zu schließen. In diesem Zusammenhang sei es nicht nötig, ein profilierter Entwickler zu sein, jeder ständige Nutzer von Unitiy könne einen Beitrag leisten. Dies sei vermutlich die einfachste Art, etwas zu Open Source beizutragen.

Daraufhin soll eine Liste mit den verbliebenen Fehlern erstellt werden, mit der Bitte an die Gemeinschaft, sich ein paar Minuten Zeit zu nehmen um zu überprüfen, ob sich der Fehler unter 15.04 oder 15.10 noch reproduzieren lässt. Die dieserart zusammengeschmolzene Liste sollte dann laut Cooke in Bug-Squashing-Parties von Entwicklern und Community zu bewältigen sein. Der vom 3. bis 5. November stattfindende Ubuntu Online Summit soll als Prüfstand dienen, wie weit man bereits gekommen ist.

Die Hauptkritikpunkte an Unity 7 sind seit langem dessen Langsamkeit und die oftmals erst im zweiten Anlauf funktionierende Suche. Auch diese nicht als direkte Fehler dingfest zu machenden Zustände hofft man bis zum April verbessern zu können.