Videostreaming : Yahoo beendet Videoportal Screen

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Videostreaming: Yahoo beendet Videoportal Screen
Bild: Yahoo

Suchmaschinenanbieter Yahoo führt den hauseigenen Videodienst Yahoo Screen nicht fort, wie Yahoo-Chefin Marissa Mayer gegenüber der New York Times bestätigte. Stattdessen wird das bestehende Videoangebot auf die einzelnen Themenbereiche der Website aufgeteilt.

Zu Yahoo Screen gehörten außer lizenzierten Streaming-Angeboten wie Saturday Night Live, Football-Spielen der National Football League und Live-Konzerten auch von Yahoo selbst produzierte Serien wie Community. Nach dem Ende der Videoplattform sind die Videoangebote inzwischen in diversen Sparten von Yahoos Webseite zu finden; Konzerte etwa wurden nach Yahoo Music verschoben, Community ist über Yahoo TV zu sehen. Yahoo-Sprecher Arunav Sinha erklärt die Neuverteilung anhand des Konzertangebots so:

Wir tun besser daran, ein zentrales Ziel für Yahoo Music anzupreisen, anstatt Musik über mehrere Yahoo-Kategorien zu verteilen.

Yahoo-Sprecher Arunav Sinha

Obwohl Yahoo Screen nie zum großen Konkurrenten YouTube aufschließen konnte, verzeichnete Screen zumindest in den USA zuletzt noch eine solide Nutzerbasis; im November 2015 besuchten 15 Millionen US-Nutzer Yahoos Videoangebot.

Marissa Mayer sah das Videoportal lange Zeit als Hoffnungsträger für den strauchelnden Suchmaschinenanbieter. Aber spätestens nachdem Yahoo im Oktober 2015 über 42 Millionen Dollar für eigenproduzierte Videoinhalte abschreiben musste, war ein Ende von Yahoos Video-Offensive absehbar. Schon in den letzten Monaten wandte sich Yahoo sukzessive vom hauseigenen Videodienst ab.

Pivotal-Research-Analyst Brian Wieser sieht in der Abschaffung von Yahoo Screen keine allgemeine Abkehr von Videos seitens Yahoo. Vielmehr wolle der Suchmaschinenanbieter sich auf günstigere Videoclips für die Website-Rubriken und digitalen Magazine konzentrieren, um über die damit generierten Werbeeinnahmen wieder lukrativ wirtschaften zu können. Aufwendige Originalproduktionen, welche Millionen von Dollar verschlingen und die Kosten meist nicht decken, seien dagegen nicht mehr so interessant für Yahoo.

Mit dem Misserfolg von Yahoo Screen knüpft der Suchmaschinenanbieter an die Negativmeldungen des Jahres 2015 an; zuletzt gab es Spekulationen über den Verkauf des Kerngeschäfts, zu dem neben der Yahoo-Suche auch Angebote wie Yahoo Mail und Yahoo News gehören.