Linux : Fedora 25 mit Wayland als Standard

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Linux: Fedora 25 mit Wayland als Standard
Bild: Kiewic (CC BY 2.0)

Mit insgesamt zwei Wochen Verspätung ist Fedora 25 erschienen. Wichtigste Neuerung ist der standardmäßige Einsatz des Display-Servers Wayland als Ersatz für den X11. Doch auch abseits davon hat Fedora 25 Einiges zu bieten. So können erstmals bei Fedora MP3s von Hause aus dekodiert werden.

Die Workstation-Variante von Fedora 25 wird wie immer standardmäßig mit GNOME ausgeliefert. Hier kommt aktuell die Version 3.22.1 zur Auslieferung. Diese bietet im Dateimanager Files nun die Möglichkeit, mehrere Dateien auf einmal umzubenennen. Die App Software wurde überarbeitet und ist nun übersichtlicher zu bedienen. Das Werkzeug zum Einstellen der Tastaturvorgaben wurde komplett neu gestaltet.

Endlich Wayland

Die größte Neuerung in Fedora 25 ist die Auslieferung des Display-Servers Wayland als Standard. Dieser ersetzt den herkömmlichen X.org-Server X11, der bei Bedarf immer noch als Fallback zur Verfügung steht und, wie bisher Wayland, im Anmeldemanager ausgewählt werden kann. Anwender unfreier Grafikkartentreiber von AMD und Nvidia sind beispielsweise derzeit noch darauf angewiesen.

Fedora 25 wird zwar mit Kernel 4.8 ausgeliefert, die Situation in Bezug auf Wayland und unfreie Treiber könnte sich aber mit Kernel 4.9 in wenigen Wochen beginnen zu entspannen. GNOMEs Fenstermanager und Wayland Compositor Mutter ist in der kommenden Version für GNOME 3.22.2 ebenfalls darauf vorbereitet. Anwendungen, die noch auf einen herkömmlichen X-Server angewiesen sind, werden nahtlos von XWayland übernommen.

Der Download und die Installation von Fedora wird mit dem Fedora Media Writer vereinfacht. Die Anwendung hilft nicht nur beim Auffinden und Download der aktuellen Veröffentlichung in der gewünschten Variante, sondern schreibt diese auch auf einen USB-Stick.

MP3-Dekodierung von Hause aus

Erstmals ist es mit einer Fedora-Veröffentlichung möglich, standardmäßig MP3 zu dekodieren. Erkennt die App Software, dass erstmals ein MP3-Titel abgespielt werden soll, hilft sie bei der Installation des entsprechenden Plugin. Dabei kommt die MPG123-Bibliothek mitsamt einem korrespondierenden GStreamer-Plugin zum Einsatz.

Der Einsatz des neuen Paketformats Flatpak wurde, mit der Integration der letzten Version, bei Installation, Aktualisierung und Entfernung der Softwarepakete erleichtert. Die Kommandozeilenparameter wurden vereinfacht. So können jetzt beispielsweise mehrere Apps mit einem Befehl installiert werden.

Fedora 25 unterstützt Unicode 9.0 und somit 7.500 neue Zeichen, darunter 72 neue Emojis. Erstmals bringt die Distribution einen Rust-Compiler mit. Für Besitzer moderner Laptops mit zwei Grafikkarten wird der Wechsel zwischen der integrierten und der dedizierten GPU vereinfacht.

Ein Füllhorn an Software

Die neue Veröffentlichung kann in 32- und 64-Bit als komplettes Abbild oder Netinstall als Workstation-, Server- oder Cloud-Edition und Atomic Host von der Projektseite heruntergeladen werden. Unterstützt wird zusätzlich ARM für Server und Desktops. Fedora 25 läuft erstmals offiziell auch auf Raspberry Pi 2 und 3.

Bei den Spins gibt es Abbilder mit verschiedenen Desktopumgebungen, während Fedora Labs verschiedene projektbezogene Images für Themenbereiche wie Astronomie, Robotik, Sicherheit oder Spiele bietet.