Tapdo bei Kickstarter: Fingerabdruck am Handgelenk steuert das Smart Home

Frank Hüber 32 Kommentare
Tapdo bei Kickstarter: Fingerabdruck am Handgelenk steuert das Smart Home
Bild: Tapdo

Das Licht, die Musik und Smartphone-Apps per Fingerabdruck zu steuern, das ermöglicht der heute auf Kickstarter gestartete Smart-Button Tapdo, bei dem es sich um einen Fingerabdrucksensor fürs Handgelenk handelt. 28 „Gesten“ sind programmierbar.

Ein deutsches Startup aus Münster

Das Startup Tapdo aus Münster möchte so personalisierte biometrische Interaktionen ermöglichen. Der als Knopf ausgelegte Fingerabdrucksensor greift dabei nicht zwingend nur auf den Fingerabdruck der Fingerspitze zurück, sondern ermöglicht die Nutzung der Abdrücke an allen drei Fingergelenken. Auf diese Weise wird die Anzahl der möglichen Funktionsbelegungen auf 28 gesteigert, so dass es vor allem am Benutzer liegt, sich die zahlreichen Belegungen zu merken. Anders als bei der Steuerung direkt über das Smartphone ermöglicht der Knopf insbesondere eine Funktionssteuerung ohne notwendigen Sichtkontakt.

Mit dem Smartphone wird der Button mittels Bluetooth 4.2 LE verbunden, ein Armband erlaubt das Tragen des Buttons am Handgelenk, was jedoch nicht zwingende Voraussetzung für die Nutzung ist. Je nach Einsatzzweck kann er auch an anderen Orten platziert werden. Für die nötige Stromversorgung sorgt eine herkömmliche CR2032-Knopfzelle, die eine Lebensdauer von rund sechs Monaten aufweisen soll. Als SoC im Inneren des Knopfes dient ein ARM Cortex M4F, für haptisches Feedback sorgt ein kleiner Vibrationsmotor.

Bei einer Präsentation des Tapdo konnte sich ComputerBase bereits einen kurzen Eindruck der Funktionalität machen. Die Speicherung der Fingerabdrücke erfolgt dabei in ähnlicher Weise, wie man sie von aktuellen Smartphones kennt. Sind die Fingerabdrücke hinterlegt, die man benutzen möchte, können in einer App entsprechende Verknüpfungen für die jeweiligen Bereiche hinterlegt werden. Sowohl das Scannen als auch das Belegen mit Funktionen und das Auslösen dieser funktionierte im Selbstversuch mit einem Prototypen bereits zuverlässig.

Neben dem reinen Starten von Musik oder dem Ein- und Ausschalten von Philips Hue-Leuchten, lassen sich so theoretisch auch andere Apps mit vordefinierten Funktionen steuern. Derzeit implementiert ist beispielsweise die Steuerung des Mediaplayers Kodi, das Setzen von Alarmen und Timern, vorgeschriebene Tweets oder den aktuellen Standort auf Twitter veröffentlichen. Bis zur Auslieferung sollen weitere Funktionen wie etwa die Steuerung von Spotify, die Steuerung von Telefongesprächen und das Aufnehmen von Fotos am Smartphone fertiggestellt sein. Auch eine Unterstützung von IFTTT ist geplant, was Nutzern deutlich mehr Spielraum eröffnen würde.

Technisch ist es mit dem Tapdo-Button theoretisch auch möglich, nicht nur den Fingerabdruck der jeweiligen Handregion selbst zu erkennen, sondern auch dessen Ausrichtung auf dem Knopf mit einer Genauigkeit von 10 Grad. Auf diese Weise könnten die Interaktionsmöglichkeiten zwar noch einmal deutlich gesteigert werden, die Nutzbarkeit im Alltag würde aber deutlich leiden, weshalb Tapdo von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch macht. Das eigentliche Drücken des Knopfes dient zur Aktivierung des Fingerabdrucksensors, hat selbst sonst jedoch keine weitere Funktion für den Nutzer.

Tapdo Smart-Button

Heute startet die Kickstarter-Kampagne von Tapdo, die ein Finanzierungsziel von 45.000 Euro innerhalb von 38 Tagen hat. Wer zu den ersten Unterstützern zählt, erhält Tapdo inklusive Armband für 97 Euro, der geplante Ladenpreis wird hingegen bei 129 Euro liegen. Die Auslieferung des Buttons ist für September 2017 geplant.