Canonical CEO: Silber geht, Shuttleworth kommt zurück

Ferdinand Thommes 4 Kommentare
Canonical CEO: Silber geht, Shuttleworth kommt zurück
Bild: Dennis Rex | CC BY 2.0

Jane Silber verlässt nach acht Jahren den Posten des CEO bei Canonical. Nachfolger ist gleichzeitig ihr Vorgänger und Firmengründer Mark Shuttleworth. Offensichtlich ist die Entscheidung im Zusammenhang mit der anstehenden Unternehmenskonsolidierung zu sehen, auch wenn Silber beteuert, es sei eine Entscheidung von langer Hand.

Jane Silber war 2004 als COO zu Canonical gekommen um das operative Geschäft zu leiten. Im Jahr 2010 übernahm sie von Mark Shuttleworth den Posten des geschäftsführenden Vorstands. Jetzt leitet Shuttleworth als CEO wieder die Geschicke des Unternehmens. Ursprünglich hatte Shuttleworth diesen Platz geräumt, um sich verstärkt um Produktdesign, neue Partner und Kunden zu kümmern.

Bereits seit Jahresbeginn geplant

Wie Silber in ihrer Ankündigung schreibt, habe sie den Posten ursprünglich für fünf Jahre übernommen und habe bereits mehrfach um ein Jahr verlängert. Zu Jahresbeginn habe sie mit Shuttleworth beschlossen, dass es angesichts eines beschleunigten Wachstum des Unternehmens an der Zeit sei, die exekutive Unternehmensleitung zu stärken indem sie, unterstützt von einer neuen Generation von Führungskräften, in bewährte Hände übergehe.

Shuttleworth übernimmt im Juli

Silber verbleibt für die kommenden drei Monate auf ihrem Posten und übertragt Wissen und Verantwortung auf das neue Führungsteam. Im Juli übernimmt Shuttleworth wieder ihre Stelle, Silber erhält einen Sitz im Vorstand des Unternehmens. Nach einer Auszeit will sie sich eine neue Herausforderung suchen. Die Managerin will neben dem Vorstandssitz aber auch der Ubuntu-Community verbunden bleiben.

Im Zusammenhang der Unternehmensstraffung berichtet die News-Seite The Register, dass insgesamt über 80 Angestellte von Entlassungen betroffen seien. Diese würden unangekündigt vollzogen und den Betroffenen per Videochat übermittelt. Das Verfahren variiere jedoch weltweit wegen unterschiedlicher Arbeitsgesetzgebungen, wie ein Sprecher des Unternehmens ausführte.

Entlassungen auch in Großbritannien

In Großbritannien würden Gespräche mit einer größeren Gruppe von Mitarbeitern geführt als letztendlich entlassen würden, um einen guten Mix für die künftige Belegschaft zu finden. Bereits entlassene Angestellte beteuern, dass Shuttleworth ihnen noch letzte Woche Anteile am Unternehmen versprochen habe und sie nun mit Entlassungspapieren und ohne diese Option darstünden. Laut Unternehmenssprecher werde diese freiwillige Zusage von Shuttleworth, die nichts mit Abfindung zu tun habe, derzeit noch von Jane Silber bearbeitet.