Browser: Qupzilla wird zum KDE-Projekt

Ferdinand Thommes 20 Kommentare
Browser: Qupzilla wird zum KDE-Projekt
Bild: Roger Ahlbrand | CC BY 2.0

Der seit Version 2.0 auf der Basis von QtWebEngine seit einigen Jahren unabhängig entwickelte Browser Qupzilla wechselt ins Lager des KDE-Projekts. Er soll den in die Jahre gekommenen KDE-Browser Konqueror ersetzen.

Auf der kürzlich zu Ende gegangenen KDE-Konferenz Akademy wurde angeregt, den KDE-Standard-Browser Konqueror mit Qupzilla zu ersetzen. Konqueror hatte immer mehr an Bedeutung verloren, seit Dolphin als Dateimanager eine der beiden Funktionen von Konqueror übernommen hatte.

Seit 2010 in Entwicklung

Der Browser Qupzilla, der sich neben dem zugrundeliegenden Qt-Framework hauptsächlich über Leichtgewichtigkeit definiert, wird derzeit in Version 2.1.2 ausgeliefert. Die nächste geplante Version 2.2, die auf Qt 5.9.2 basiert, soll noch in diesem Monat erscheinen. Wie der Entwickler David Rosca, der seit 2010 mehr oder weniger im Alleingang den Browser vorantreibt, jetzt in seinem Blog schreibt, wird sich das Projekt unter den Schirm von KDE begeben. Damit geht auch ein Umzug von GitHub hin zu KDEs Infrastruktur einher. Derzeit wird der Umzug der Codebasis und des Bugtrackers im KDE Incubator vorbereitet.

Qupzilla
Qupzilla

Neuer Name gesucht

Mit dem Umzug zu KDE erhält das Projekt wieder einen eigenen Web-Browser. David Faure, Maintainer von Konqueror, stimmte der Einschätzung zu, dass der Einbindung von Qupzilla in KDE der Vorzug vor einer Wiederbelebung von Konqueror zu geben sei. Der Name Qupzilla, der (wie der Entwickler selbst sagt), schlecht gewählt war, wird allerdings keinen Bestand haben. Rosca hofft, dass bereits Version 2.2 unter neuem Namen erscheinen wird. Dieser muss oder soll – je nachdem, wen man fragt – weder ein Q noch ein K enthalten. Vorschläge für einen neuen Namen werden im Blog gesammelt.

Speed Dial und Adblocker integriert

Qupzilla wird derzeit von Distributionen wie KaOS oder im bevorstehenden Lubuntu 17.10 als Standard-Browser ausgeliefert und ist in den Archiven fast aller Distributionen zu finden. Neben seiner schlanken Auslegung steht Qupzilla auch für die nahtlose Integration in die Desktop-Umgebung, indem es die Symbole und Stile des aktuellen Desktop-Themas nutzt. Zudem bringt der Browser einen Adblocker sowie ein Speed Dial wie bei Opera mit. Ein Sitzungsmanager ist in Arbeit.

Qupzilla ist für Linux, macOS, FreeBSD, OS/2, Haiku und Windows verfügbar. Der Quellcode steht derzeit noch auf GitHub zum Download bereit.