Project xCloud: Microsoft kündigt Spiele-Streaming-Dienst an

Fabian Vecellio del Monego 84 Kommentare
Project xCloud: Microsoft kündigt Spiele-Streaming-Dienst an
Bild: Microsoft

Bereits auf der diesjährigen Spielemesse E3 hatte Microsofts Xbox-Chef Phil Spencer angekündigt, sich intensiv mit dem Thema Cloud-Gaming zu beschäftigen. Nun hat das Unternehmen mit Project xCloud einen entsprechenden Dienst präsentiert und folgt damit Googles vor rund einer Woche vorgestelltem Pendant Project Stream.

Xbox-Spiele auf dem Smartphone spielen

Mit Project xCloud will Microsoft das bestehende Portfolio an Xbox-Spielen für weitere Endgeräte bereitstellen. Damit sind nicht nur Mobilgeräte wie Smartphones oder Tablets, sondern auch Notebooks oder Desktop-Computer gemeint, denen einige Xbox-exklusive Titel verwehrt blieben. In einem ersten Trailer des Streaming-Dienst zeigt der Hersteller, wie Cuphead, Forza Horizon 4 (Test) und Sea of Thieves auf Mobilgeräten gespielt werden, teilweise unter Verwendung des geräteeigenen Touch-Bildschirms, teilweise mit einem per Bluetooth gekoppelten Xbox-One-Controller.

Die Umsetzung des Streamings gleicht der, die Google mit dem Übertragen von Assassin's Creed Odyssey (Test) über den Browser Google Chrome vor rund einer Woche vorgestellt hat. Das Spiel wird auf den Servern des Herstellers berechnet, anschließend werden einzelne Frames über das Internet an die Nutzer geschickt – ähnlich eines herkömmlichen Livestreams, nur eben reziprok, da auch die Eingaben des Spielers übermittelt werden.

Azure-Rechenzentren und niedrige Latenzen

Das größte Problem stellen dabei die Latenzen dar, die bei übermäßigem Auftreten ein flüssiges Spielgefühl unmöglich machen. Bei internen Tests müsse die Verbindung derzeit Geschwindigkeiten von rund 10 Mbit die Sekunde schaffen, um Verzögerungen vernachlässigbar werden zu lassen. Zu diesem Zweck will man 4G-Netzwerke nutzen, später sollen auch 5G-Netze eingesetzt werden. Darüber hinaus will Microsoft möglichst hohe Bitraten verwenden, um die native Grafikqualität der Spiele zu erhalten.

Berechnet werden letztere für Project xCloud auf Microsofts Azure-Rechenzentren, die der Hersteller weltweit in „54 Regionen“ betreibt. Speziell für diesen Anwendungsbereich wurden eigene Blades entworfen, die die Arbeit mehrerer Xbox-One-X-Konsolen verrichten sollen können.

Öffentliche Tests für 2019 angekündigt

Erste öffentliche Tests kündigte das Unternehmen für 2019 an. Dabei ist noch unbekannt, ob es sich um eine Beta-Phase des Programms oder gar erste Publikationen handeln soll, ebenso fehlen Details zu den unterstützen Spielen. Microsoft betont lediglich, dass es Entwicklern ohne größeren Aufwand möglich sein soll, existierende Spiele in den Dienst zu implementieren.