5G Small Cells: 5.000 kleine Basisstationen für den weltgrößten Flughafen

Nicolas La Rocco 88 Kommentare
5G Small Cells: 5.000 kleine Basisstationen für den weltgrößten Flughafen
Bild: Beijing Daxing International Airport

Der flächendeckende 5G-Rollout setzt eine Verdichtung des Netzes mit mehr Antennen voraus. Um der schwachen Durchdringung von Gebäuden entgegen zu wirken, müssen Basisstationen mit kompakten Abmessungen (Small Cells) verbaut werden. Huawei bietet dafür die LampSite an. Ein Einsatzort ist der weltgrößte Flughafen Peking-Daxing.

Seestern ist sein Spitzname, seine IATA- und ICAO-Flughafencodes lauten PKX und ZBAD, offiziell heißt er Beijing Daxing International Airport. Die Rede ist vom weltgrößten Flughafen, der Ende September nach nur vier Jahren Bauzeit (Terminal) rund 50 Kilometer südlich von Chinas Hauptstadt Peking eröffnet wurde. Die Baukosten lagen bei über 50 Milliarden Euro. Der Terminal hat eine Fläche von 700.000 m², aufgrund des sternförmigen Aufbaus sind die Laufwege dennoch auf 600 Meter beschränkt

Viele kleine Funkzellen mit dezentem Design

Auf dieser riesigen Fläche bietet der Flughafen seinen Besuchern nicht nur alles rund im die Reise, sondern auch schnelle Konnektivität über 5G mit vollständiger Abdeckung des Terminals. Damit das funktioniert, mussten in dem Gebäude knapp 5.000 kompakte Basisstationen montiert werden, die von den drei lokalen Netzanbietern China Mobile, China Telecom und China Unicom betrieben werden. Dabei setzen die Mobilfunkanbieter auf die LampSite von Huawei, die zur Klasse der Small Cells für besonders kompakte Mobilfunkstandorte zählt. Mit einer LampSite lassen sich ungefähr 10 bis 25 Meter nach direkter Sichtlinie abdecken. In der Produktklasse der Small Cells bietet Huawei auch die größere Book RRU (Radio Remote Unit) für den Outdoor-Einsatz mit einer Abdeckung von 200 Metern Radius an. Darüber rangiert das Easy-Macro-Modell.

Über die Box lassen sich neben 5G auch der aktuelle Standard LTE und WLAN inklusive des neuen Wi-Fi 6 abwickeln. Mobilfunk hat im Gegensatz zu WLAN den Vorteil, dass keine erstmalige Anmeldung durch den Nutzer vorausgesetzt wird, mit Betreten des Terminals sind Besucher mit einem Mobilfunknetz verbunden.

WLAN Access Points mit Mobilfunk ergänzen

Huaweis LampSite wird idealerweise via Glasfaser angebunden, um schnelles 5G zur Verfügung zu stellen. Es lässt sich aber auch klassisches Ethernet verwenden, was vor allem dann sinnvoll sein kann, wenn in einem bestehenden Gebäude bereits entsprechende Kabel verlegt wurden und frühere Generationen der LampSite, die noch kein 5G bieten, oder reine WLAN Access Points ersetzt werden sollen. Dort lässt sich dann ein schneller Austausch gegen ein neues Modell vornehmen. Als B2B-Produkt konzipiert nennt Huawei keine Preise für die LampSite, die Kosten liegen laut Huawei aber über denen einer reinen WLAN-Installation. Huaweis Indoor-System ist neben Flughäfen für Bahnhöfe, Messehallen, Einkaufszentren oder auch Fabriken ausgelegt.

Deutsche Telekom setzt auf neue Designs für Small Cells

Small Cells werden bei 5G aber nicht nur in Gebäuden eine wichtige Rolle spielen, sondern auch im Stadtbild anzutreffen sein. Bestehende Infrastruktur wie Masten von Ampeln und Schildern oder Anzeigetafeln von Bushaltestellen können als Befestigungspunkte für die vergleichsweise leichten Basisstationen dienen. Das Book-Modell kommt auf 13 kg, das größere und leistungsfähigere Easy Macro auf 18 kg.

Damit unter diesen Installationen aber nicht das Stadtbild leidet, haben die Deutsche Telekom, der Werkstoffspezialist Covestro und das schwedische Umeå Institute of Design (UID) in einem Pilotprojekt kreative Designs für kleine 5G-Antennen entwickelt. Dabei herausgekommen sind die zwei Designs „The Bird“ und „24h5G“. Die Deutsche Telekom will beim 5G-Ausbau verstärkt auf Small Cells an Ampeln, Laternen oder Fassaden setzen und diese ausschließlich über schnelle Glasfaser anbinden.