Abtreibungen sind unethisch - Diskussion

Hallo

s0undjan schrieb:
Weil sich einige Väter nach der Geburt des Kindes leider aus der Verantwortung stehlen und abhauen.
Danke für die tolle Erklärung, das ist mir aber klar.
Mir ging es um die Ungerechtigkeit das Väter bezahlen müssen aber den Mund halten und nicht mitreden geschweige denn mitentscheiden dürfen/sollen.

Grüße Tomi
 
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Bright0001 schrieb:
Für die Diskussion gehe ich vom allgemeinen Fall einer normalen, ungewollten Schwangerschaft aus. Also keine Vergewaltigung, Gefahr für die Mutter oder Missbildungen. Heißt aber nicht, dass ihr darauf nicht eingehen könnt.
Also bleibt es dabei so wie du das siehst ist ungewollt weil man zu dumm war zu verhüten. Sorry aber in heutiger Zeit ist das kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch. Jedenfalls nicht im Westen. In einigen anderen Staaten wo Verhütung fast ein Fremdwort ist könnte es anders aussehen, aber da wird meist eine Schwangerschaft auch nicht abgebrochen.
Einzig wirklich Ungewollte Schwangerschaft in meinen Augen ist Vergewaltigung. Da wäre ich auch für einen Abbruch.
 
Farrinah schrieb:
Also bleibt es dabei so wie du das siehst ist ungewollt weil man zu dumm war zu verhüten.
Der Begriff 'Pearl-Index' sagt dir etwas?
 
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@Araska Ja. Das zähle ich dann zu den Unglücksfällen die es natürlich gibt wo man Überlegen muss. Da müsste man dann natürlich explizit die Gründe für einen Abbruch sehen.
 
@Farrinah Realistischerweise lässt sich das gar nicht zuverlässig zurückverfolgen. Wie sollte die Beweisführung praktisch aussehen: War das Kondom defekt oder wurde es gar nicht verwendet? Und wie ließe sich nachweisen, ob die Pille trotz korrekter Einnahme versagt hat (also das methodenbedingte Restrisiko gemäß Pearl-Index eingetreten ist) oder ob die Einnahmeregeln nicht konsequent eingehalten wurden?
 
Ich bin der Meinung, dass die eigentliche Frage nicht ist, ob Abtreibungen ethisch oder unethisch sind (was je nach Ausgangssituation unterschiedlich ausfallen kann), sondern ob wir es uns als Gesellschaft antun wollen, Abtreibungen zu verbieten. Wenn wir kurz in die USA schauen, dort müssen Frauen dass in der aktuellen Zeit ja wieder selbst in die Hand nehmen und entweder 30kUS$ auf den Tisch legen oder es selbst durchführen (Rohrreiniger, Kleiderbügel, Unterbauchboxen/~treten). Nein, wenn wir uns die Nebenwirkungen eines solchen strikten Verbotes anschauen muss die Gesellschaft doch zum Schluß kommen, dass ein Verbot nicht tragfähig ist. Denn damit werden mit jedem Fall mindestens drei superglückliche Menschen produziert, wo am Ende wahrscheinlich mindestens zwei davon nur mit staatlcher Unterstützung überleben können und die Kinder daraus mit Sicherheit auch eine glückliche Familie erleben werden. Nein, dass System USA möchte ich nicht erleben.
 
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Samurai76 schrieb:
Ich bin der Meinung, dass die eigentliche Frage nicht ist, ob Abtreibungen ethisch oder unethisch sind (was je nach Ausgangssituation unterschiedlich ausfallen kann), sondern ob wir es uns als Gesellschaft antun wollen, Abtreibungen zu verbieten. Wenn wir kurz in die USA schauen, dort müssen Frauen dass in der aktuellen Zeit ja wieder selbst in die Hand nehmen und entweder 30kUS$ auf den Tisch legen oder es selbst durchführen (Rohrreiniger, Kleiderbügel, Unterbauchboxen/~treten).
Ich stimme insofern zu, das ein Verbot nicht wirklich durchsetztbar wäre, ohne erhebliche Eingriffe und unerwünschte Nebeneffekte.

Bitte aber auch bei diesem Thema sachlich bleiben: In den USA gibt es keine einheitliche Regelung mehr für den Schwangerschaftsabbruch, daher kann deine Aussage in der Pauschalität nicht stimmen, da jeder Staat dies unterschiedlich handhabt. Der Medienpreis für einen Schwangerschaftsabbruch beträgt 560$, nicht 30000$, auch gibt es keine flächendeckenden "Kleiderbügelabtreibungen" sondern sog. Self-Managed Medication Abortion; vereinfacht: Die Frauen bestellen sich Abtreibungspillen wenn sie in einem Staat leben der die Abtreibung verboten hat und nehmen diese selbst ein. Auch das ist schlecht, denn bei Komplikationen kann es neben dem medizinischen Aspekt dann auch zu einer Verfhaftung kommen.

Extreme Einzelfälle wird es natürlich geben, aber der Einzelfall widerlegt bekanntlich nicht die Statistik.

Ein Argument wird nicht besser, wenn man es gnadenlos überspitzt und pauschalisiert, bereits die nachweisbaren Auswirkungen sind negativ genug um zum Schluss zu kommen das eine harte Kriminalisierung nicht erwünscht sein kann.
 
Farrinah schrieb:
Einzig wirklich Ungewollte Schwangerschaft in meinen Augen ist Vergewaltigung. Da wäre ich auch für einen Abbruch.
Merkwürdig, diesen Status an die Umstände der Zeugung zu knüpfen, nicht an die zum Zeitpunkt der Schwangerschaft vorliegende Position der sonst angehenden Eltern, wie es das Adjektiv "Ungewollt" in jedem anderen Kontext nahelegen würde.

Welchen Gefallen tut sich die Gesellschaft eigentlich Menschen welche unwillentlich eine Schwangerschaft herbeigeführt haben (egal ob als Unfall, Nachlässigkeit oder echte Fahrlässigkeit) dazu zu zwingen dieses Kind auch auf die Welt zu bringen und aufzuziehen?
Welche Erwartungshaltung (realistisch) hat man dabei an die weitere Opferbereitschaft und Führsorge beim Großziehen dieser Kinder? Selbst wenn diese Eltern nicht noch weitere Einschränkungen, in ihrer Fähigkeit der Kindererziehung gerecht zu werden, haben. Sind das die Umstände unter denen wir glückliche, gut integrierte und produktive Mitglieder der Gesellschaft heranziehen?

Für mich wirkt es Teilweise so, als ob man Aufgrund irgendwelcher Prinzipien, welche man nicht mal klar Formulieren, geschweige denn argumentativ vertreten kann, andere Menschen Aufgrund eines Unfalls/Fehltritts in Jahrzehnte der Buße schicken will, mit dem Ziel ein weiteres Leben, mit den für diese Gesellschaft schlechtmöglichsten Startbedingungen, ebenfalls zu ruinieren.

Ich bin ja auch ein Freund von der Grundlegenden Einstellung, dass man für die Konsequenzen seines Handels einstehen muss. Das gilt aber im Bezug darauf, diese Konsequenzen nicht auf andere abzuwälzen. Sich zähneknirschend durch zwei Jahrzehnte Kindeserziehung zu Quälen ist aber kein nobles Opfer. Wenn man es nicht Schafft diese Aufgabe mit der Eigenmotivation aufzunehmen, in der sich Aufopferung und Herzlichkeit durch Liebe zu dem Kind ergibt, tut man weder sich noch dem Kind einen Gefallen.

Ich verstehe ja auch wie wir auch Evolutionär dazu veranlagt sind jedes Leben in unserem sozialen Kreis (Stamm / Nation / Menschheit / Säugetiere / Empfindsames Leben etc.) erhalten zu wollen. Für bereits geborene Individuen hat dies zum Erhalt sozialer Strukturen auch erheblichen Wert.
Aber mit dem Wohlstand den die Menschheit heute erreicht hat, ist es nicht schwer, mehr Kinder zu zeugen und diese einfach nur zu ernähren.
Spätestens mit der Industrialisierung ist das Ziel deutlich verschoben zu dem Anspruch, das dieses neue Leben auch Erfüllt ist.
Zu sagen Hunger auf der Welt sei heute besiegt, ist etwas schwierig, angesichts des Leids der wenigen davon heute noch betroffenen.
Aber das Ausmaß in dem die Welt heute von Hunger betroffen ist, vergleichen 5-10 Generationen vor uns, kann man schon sagen, dass dieses Problem nahezu bezwungen ist.
 
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@Keylan
Bei 43 Millionen Kinder unter 5 Jahren die akut schwer mangelernährt sind, das ist Weltweit fast jedes dritte Kleinkind und fast 150 Millionen Kinder die chronisch unterernährt sind kann man wohl schlecht davon reden dass das Hunger Problem auf der Welt bezwungen ist und nur wenige davon betroffen seien. Und das ist nur das Hungerleid der Kinder. Wir sprechen hier noch nicht mal von den Erwachsenen die wegen ihrer Kinder auch noch Hunger leiden.
In 2023 waren um die 350 Millionen Menschen von Ernährungsunsicherheit betroffen. Zwei mal so viel wie 2020.
Sorry, aber in welcher Traum Blase lebst du?
 
@Farrinah
Google Gemini Zusammenfassung Welthunger Historisch schrieb:
Hunger weltweit – historischer Verlauf
  • 1800: Ungefähr 1 Milliarde Menschen auf der Welt lebten in extremer Armut und waren regelmäßig von Hunger betroffen. Der Großteil der Bevölkerung lebte in ländlichen Gebieten und war von der Landwirtschaft abhängig, die stark von den Wetterbedingungen beeinflusst wurde.
  • 1900: Die Weltbevölkerung war auf etwa 1,6 Milliarden angewachsen, und der Hunger war immer noch ein weit verbreitetes Problem, obwohl die Industrialisierung und die damit verbundenen Fortschritte in der Landwirtschaft die Lebensmittelproduktion leicht erhöhten.
  • 2022: Rund 735 Millionen Menschen litten an Hunger, was einem Anteil von etwa 9 % der Weltbevölkerung entspricht, so die Welthungerhilfe. Die Situation hat sich in den letzten Jahrzehnten in einigen Regionen verbessert, aber der Hunger ist nach wie vor ein globales Problem.

Hunger in der heutigen Zeit
  • 2024: Trotz einer weltweiten Nahrungsmittelproduktion, die ausreicht, um alle Menschen zu ernähren, litten 673 Millionen Menschen an Unterernährung. Das entsprach etwa 8 % der Weltbevölkerung.
  • Regionale Verteilung: Die meisten Menschen, die an Hunger leiden, leben in Afrika südlich der Sahara, obwohl sich die Situation seit dem Jahr 2000 in vielen Ländern verbessert hat.
  • Ursachen: Die Hauptursachen für Hunger sind nach wie vor Konflikte, extreme Armut und Klimawandel.
  • Lösungsansätze: Die Bekämpfung von Hunger erfordert eine Kombination aus humanitärer Hilfe, nachhaltiger Entwicklung und politischer Stabilität.
In einer in der, bei aller Empathie für die weiterhin betroffenen 8% der Weltbevölkerung, bei einer Entwicklung über den von mir zum Vergleich herangezogenen Zeitraum, von nahezu 100% herunter auf 8%, die überwiegende Masse der Menschen nie in ihrem Leben Hunger leiden müssen.
Und damit im Kontext des Themas, Ernährungssicherheit nicht mehr als entscheidender limitierender Faktor für Geburtenraten relevant ist.
Die Frage ist nicht mehr "Kann ich das Kind ernähren", sondern es gibt ganz andere Erwägungen und Ansprüche an das Kindeswohl die heute für Menschen im Vordergrund stehen wenn eine Schwangerschaft im Raum steht.
Und vielen dieser Ansprüche die wir in europäischen Kulturen (Unterernährungsrate unter 2,5%) Gesellschaftlich an Eltern heute stellen stehen im Konflikt mit den offensichtlichen Konsequenzen, jemanden gegen seinen Willen zur Elternschaft zu Zwingen. Auch wenn die Umstände dazu als Konsequenz der eigenen Handlung stehen.
Insofern halte ich es für absolut erstrebenswert bei der Überlegung in welchem Rahmen ein Mensch zugestanden wird die Entscheidung Kinder zu haben beeinflussen und ggf. revidieren zu können so weit wie möglich zu fassen.
Dem entgegen steht natürlich die Überlegung ab wann ein Ungeborenes/Kind als Person mit Rechten anerkannt wird und dessen Interessen überwiegen.

In allen anderen Belangen erhält ein Mensch seinen Personenstatus, und die damit einhergehenden Menschenreche mit der Geburt. Der aktuelle Rechtsrahmen geht aber weit darüber hinaus und schützt das Leben des Ungeborenen bereits vorher. Bis zur 15. Schwangerschaftswoche kann eine Abtreibung ohne besondere Begründung (allerdings unter Auflage vorhergehender Beratung mit Gutachten) Straffrei bleiben.

Der Gesetzgeber nutzt hier einige juristische Tricks, da es sich am Ende um ein Abwägung der Menschenrechte der Mutter (Körperliche Selbstbestimmung) und der Interessen des Kindes, welche Explizit nicht als Menschenrechte gesetzt sind handelt.
Das ist eine Konstruktion, da die Rechtsprechung Konflikte zwischen Menschenrechten nicht auflösen kann, da diese nach Definition nicht nicht gegeneinander aufgewogen werden dürfen.

Ob die 15. Woche genau die richtige Grenze ist, kann bestimmt Diskutiert werden, darum geht es hier im Thema aber kaum. Statt die Notwendigkeit einer Abwägung zu sehen und die Nuancen zu erläutern, geht es hier eher um die Positionen "gar keine Abtreibung" gegen "legale Abtreibung" (aktuell ist diese illegal, aber wie gesagt im beschriebenen Rahmen straffrei).

Und auch dein von mir zitierter Kommentar hatte Berücksichtigung des Kindes Zustands, sonder beschränkte sich auf "Wenn man es sich eingebrockt hat, muss man es auch aussitzen.". Und ich störe mich an der Perspektive, das ein Kind den Eltern als Kröte, die zu schlucken ist, weil XY-Passiert ist auferlegt werden. Das wird weder den Eltern, vor allem aber nicht dem potenziellen Kind gerecht.

Vielleicht brauchen wir mehr Menschen die Kinder wollen. Was wir sicher nicht brauchen sind mehr Menschen die Kinder haben aber gar keine wollen.
 
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Keylan schrieb:
...
In allen anderen Belangen erhält ein Mensch seinen Personenstatus, und die damit einhergehenden Menschenreche mit der Geburt. Der aktuelle Rechtsrahmen geht aber weit darüber hinaus und schützt das Leben des Ungeborenen bereits vorher. Bis zur 15. Schwangerschaftswoche kann eine Abtreibung ohne besondere Begründung (allerdings unter Auflage vorhergehender Beratung mit Gutachten) Straffrei bleiben.

Der Gesetzgeber nutzt hier einige juristische Tricks, da es sich am Ende um ein Abwägung der Menschenrechte der Mutter (Körperliche Selbstbestimmung) und der Interessen des Kindes, welche Explizit nicht als Menschenrechte gesetzt sind handelt.
Das ist eine Konstruktion, da die Rechtsprechung Konflikte zwischen Menschenrechten nicht auflösen kann, da diese nach Definition nicht nicht gegeneinander aufgewogen werden dürfen

Menschenrecht? es gehört zum Menschsein dazu im Leib der Mutter zu wachsen und geboren zu werden. zu sagen man kann eine Schwangerschaft als Verletzung des Menschenrechts darstellen unter bestimmten Bedigungen, beißt sich mit der Natur der Sache.

Es würde ja auch niemand einen Vergewaltiger in Selbstjustiz richten dürfen , und im Fall einer Abtreibung nach Vergewaltigung was kann denn das ungeborene, leider ungewollte Kind dafür?
 
Sanjuro schrieb:
Menschenrecht? es gehört zum Menschsein dazu im Leib der Mutter zu wachsen und geboren zu werden.
Zum einen hängt das vom Kontext ab, denn nach vielen der Deutungsmöglichkeiten von "Menschsein" sind ungeborene nicht inbegriffen. Zum anderen hat es nichts mit Menschenrechten zu tun, was zu natürlichen Lebensabschnitten von Menschen gehört.
Sanjuro schrieb:
zu sagen man kann eine Schwangerschaft als Verletzung des Menschenrechts darstellen unter bestimmten Bedigungen, beißt sich mit der Natur der Sache.
Und wer hat dies gesagt? Ich jedenfalls weder im Zitat, noch anderswo.

Was der Vergleich soll? kann ich auch bestenfalls erraten. Ich überlasse es aber lieber dir, das nochmal nachvollziehbar zu formulieren.
 
Sanjuro schrieb:
zu sagen man kann eine Schwangerschaft als Verletzung des Menschenrechts darstellen unter bestimmten Bedigungen, beißt sich mit der Natur der Sache.
Nein ... es trägt lediglich der Frage Rechnung, wie es zu der Schwangerschaft kam, ob das gewollt war und ob die werdende Mutter im Stande sein wird, dem Kind eine brauchbare Kindheit zu bieten.

Allenfalls einige deiner Verallgemeinerungen beißen sich mit der "Natur der Sache" .. nämlich der Frage, ob eine Frau nach der Befruchtung noch entscheiden darf, ob sie wirklich JETZT Mutter werden möchte, oder nicht.

Wir sollten froh sein, dass Frauen diese Entscheidung mittlerweile haben ... früher mussten die jedes Kind austragen, was ihnen irgendein geiler Hengst in den Bauch gepoppt hatte ... oder sie mussten eben mit riskanten Praktiken abtreiben, wofür es empfindliche Strafen gab.
Das Ergebnis waren Babyklappen, Babymorde und einige sehr zweifelhafte Geschäftsideen.

Da finde ich es irgendwie klüger, Abtreibungen in einem gewissen gesetzlich geregelten Rahmen zu ermöglichen.
Ergänzung ()

Sanjuro schrieb:
Es würde ja auch niemand einen Vergewaltiger in Selbstjustiz richten dürfen , und im Fall einer Abtreibung nach Vergewaltigung was kann denn das ungeborene, leider ungewollte Kind dafür?
Ich schlage vor, den Embrio in den Enddarm des einzigen Schuldigen in diesem Setting zu verpflanzen.

Soll der Vergewaltiger das Kind doch austragen.

Die Frau kann per Definition auch nichts für die Vergewaltigung ... oder möchtest du dafür ihren "geilen Arsch" und den kurzen Rock verantwortlich machen, weil wir doch alle wissen, dass Männer nur Tiere sind, die ihre Triebe nicht kontrollieren können?
 
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Ich wollte schon lange meinen Senf zu diesem Thema abliefern, immer wieder (feige) habe ich es gelassen. Ich sage ganz einfach, der Körper gehört der Frau und nur sie sollte darüber entscheiden, Punkt und fertig.:mussweg:
 
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Hallo

Sanjuro schrieb:
und was ist mit dem Säugling nach der Geburt,
Es geht hier um Abtreibungen, im Idealfall vor der Geburt, nach der Geburt wäre es keine Abtreibung.
Nicht vergessen, bei Abtreibungen bis zur 12. Schwangerschaftswoche gibt es laut Wissenschaft keinen alleine lebensfähigen Säugling.

Sanjuro schrieb:
Diese Entscheidung sollten nicht fremde Menschen treffen, schon gar nicht religiöse Menschen die mit religiöser Moral/Ethik/Esoterik und sonst was kommen.

Grüße Tomi
 
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Tomislav2007 schrieb:
Es geht hier um Abtreibungen, im Idealfall vor der Geburt,

WTF?

Tomislav2007 schrieb:
nach der Geburt wäre es keine Abtreibung.

"Abtreibung" beschreibt nur ein medizinisches Verfahren. Daraus lässt sich keine moralische Position ableiten bzw. dadurch begründen.


Tomislav2007 schrieb:
Nicht vergessen, bei Abtreibungen bis zur 12. Schwangerschaftswoche gibt es laut Wissenschaft keinen alleine lebensfähigen Säugling.

Auch ein neugeborener Säugling ist im Prinzip nicht alleine lebensfähig. Gibt man ihm keine Nahrung, stirbt er. Alleine kann er sich nicht am Leben halten. Selbst wenn du ihm die Nahrung in unmittelbarer Nähe hinlegst, stirbt er, weil er sich nicht dort hinbewegen kann. Er ist evolutionär gesehen auf das Stillen durch die Mutter angewiesen.

Am Ende bleibt die Frage, wann ein Mensch als Mensch anzusehen ist und wann es unmoralisch ist, das entstandene Leben zu töten. Darauf wird es nie eine eindeutige Antwort geben, weil es keine universelle Moral gibt. Es gibt nur gesellschaftliche Konventionen und daraus abgeleitete rechtliche Vereinbarungen.
Ich kann auch die religiöse Position nachvollziehen, auch wenn ich sie nicht in Gänze teile. Sie ist in meinen Augen nicht mehr oder minder valide als die vermeintlich wissenschaftliche (vermeintlich, weil es hier auch eine eher dünne Erkenntnislage gibt).

Schon ab der 10. Woche rum beginnt der Fötus im Mutterleid am Daumen zu lutschen und reagiert auf Geräusche (wie z.B. die Stimme der Mutter). Ebenso wehrt er sich deutlich sichtbar gegen seine Entnahme aus dem Uterus - das kann man auf Ultraschall-Aufnahmen sehen.

Die Frage, bis wann eine Abtreibung möglich sein sollte, ist also nicht einfach. Ich bin nicht gegen Abtreibung allgemein. Aber die zeitliche Grenze darf mMn auf keinen Fall heraufgesetzt werden. Ich würde sie eher verkürzen. Hier stellt sich dann die Frage danach, wie gut das dann noch durch die Mutter schon frühzeitig erkennbar ist. Aber mal im Ernst: Wenn ich den Verdacht habe, ich könnte ungewollt schwanger geworden sein, dann nehme ich die Pille danach. Es hat schon auch etwas mit Eigenverantwortung der Frau (und des Mannes) zu tun, ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden.

Eine Abtreibung im sechsten oder gar im neunten Monat - wie das manche extremen Pro-Choice-Aktivisten fordern - ist für mich auf jeden Fall nichts anderes, als ein Neugeborenes zu töten. Aber das ist nur meine Meinung. Jeder hat irgendwo seine Grenzen des moralisch noch diskutablen.
 
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Hallo

Banned schrieb:
Lies dir durch auf was ich reagiert habe, dann verstehst du auch meine merkwürdige Reaktion.

Banned schrieb:
"Abtreibung" beschreibt nur ein medizinisches Verfahren. Daraus lässt sich keine moralische Position ableiten bzw. dadurch begründen.
Das ist richtig und genau deswegen...

Tomislav2007 schrieb:
Diese Entscheidung sollten nicht fremde Menschen treffen, schon gar nicht religiöse Menschen die mit religiöser Moral/Ethik/Esoterik und sonst was kommen.
...habe ich das hier geschrieben.

Banned schrieb:
Auch ein neugeborener Säugling ist im Prinzip nicht alleine lebensfähig. Gibt man ihm keine Nahrung, stirbt er. Alleine kann er sich nicht am Leben halten.
Bei Abtreibungen bis zur 12. Schwangerschaftswoche gibt es laut Wissenschaft keinen alleine lebensfähigen Säugling.
Damit ist nicht gemeint ab wann der Säugling alleine klar kommt und alleine sein Leben ohne fremde Hilfe meistern kann.
Damit ist gemeint das der Säugling nicht ohne medizinische Maßnahmen (z.B. Inkubator) überleben kann und selbst dann nur geringe Überlebenschancen hat.

Banned schrieb:
Die Frage, bis wann eine Abtreibung möglich sein sollte, ist also nicht einfach.
https://www.eltern.de/schwangerschaft/geburt/ab-wann-sind-babys-ueberlebensfaehig---13365454.html
Zitat:
"Bei einer Geburt vor Vollendung der 22. Schwangerschaftswoche gilt ein Kind als nicht lebensfähig. Statistisch gesehen beginnt die Lebensfähigkeit eines zu früh geborenen Babys zwischen der 23. und 25. SSW, also bis zu vier Monate vor dem errechneten Geburtstermin."

Banned schrieb:
Aber die zeitliche Grenze darf mMn auf keinen Fall heraufgesetzt werden. Ich würde sie eher verkürzen.
Das hat man gemacht, man hat von der 22. Woche auf die 12. Woche. verkürzt.

Banned schrieb:
Am Ende bleibt die Frage, wann ein Mensch als Mensch anzusehen ist und wann es unmoralisch ist, das entstandene Leben zu töten. Darauf wird es nie eine eindeutige Antwort geben, weil es keine universelle Moral gibt.
Doch, darauf gibt es eine Antwort, bei Abtreibungen bis zur 12. Schwangerschaftswoche gibt es laut Wissenschaft keinen alleine lebensfähigen Säugling.

Banned schrieb:
Die Frage, bis wann eine Abtreibung möglich sein sollte, ist also nicht einfach. Ich bin nicht gegen Abtreibung allgemein. Aber die zeitliche Grenze darf mMn auf keinen Fall heraufgesetzt werden. Ich würde sie eher verkürzen.
Diese Frage sollten Wissenschaftler/Mediziner beantworten/entscheiden und nicht Forengelehrte.

Grüße Tomi
 
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Tomislav2007 schrieb:
Doch, darauf gibt es eine Antwort, bei Abtreibungen bis zur 12. Schwangerschaftswoche gibt es laut Wissenschaft keinen alleine lebensfähigen Säugling.

Aber warum soll diese alleinige Lebensfähigkeit so wichtig sein? Das ist doch m.E. eher ein konstruiertes Kriterium. Also ich meine, daraus kannst du nicht ableiten, dass das Wesen kein abstraktes Recht auf seine Existenz, auf das Leben hat; dass man es einfach töten kann, ohne dass das moralisch verwerflich sein könnte.


Tomislav2007 schrieb:
Diese Frage sollten Wissenschaftler/Mediziner beantworten/entscheiden und nicht Forengelehrte.

Auch Wissenschaftler und Mediziner können diese Frage nicht klären und werden es auch niemals können. Es ist eine rein moral-philosophische Frage. Moral hat mit Empfinden, mit Vorstellungen von Gut und Böse zu tun, nicht mit wissenschaftlicher Falsifizierbarkeit. Man kann Moralvorstellungen mit Argumenten unterfüttern, aber es gibt keinen allgemeinen Gültigkeitsanspruch. Gesellschaften definieren in komplexen Aushandlungsprozessen, was unter (un-)moralischem Verhalten verstanden wird - dabei gibt es immer Abweichungen, ich rede hier nur über sittliche Konventionen. Diese gesamtgesellschaftlichen Moralvorstellungen - oder besser Tendenzen - manifestieren sich dann teilweise in rechtlich bindenden bzw. justiziablen Normen.

Es wird dir auch nie ein Wissenschaftlicher oder Mediziner absolut sagen können, dass es unmoralisch ist, deinen Nachbarn zu erschlagen. Hast du einen aus deiner Sicht guten Grund dazu, kann dieses Verhalten dir als nicht unmoralisch erscheinen (und jeder, der dir widerspricht, tut dies nur ausgehend von seinem persönlichen Moralverständnis). Es verstößt jedoch gegen die gesamtgesellschaftlichen Moralvorstellungen, weshalb du wahrscheinlich sozial geächtet sein wirst; und es verstößt gegen das Gesetz, weshalb du in den Knast wandern wirst.

Moral und Gesetze entstehen nicht im luftleeren Raum. Sie werden nicht von Gott oder einer anderen höheren Macht bestimmt; auch die Wissenschaft bestimmt nicht, was moralisch ist oder nicht. Sie kann nur versuchen, sich in philosophischer Vorgehensweise einer Erkenntnis zu nähern. Es gibt jedoch kein eindeutiges Richtig oder Falsch im Kontext der Moral.
 
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Hallo

Banned schrieb:
Also ich meine, daraus kannst du nicht ableiten, dass das Wesen kein abstraktes Recht auf seine Existenz, auf das Leben hat; dass man es einfach töten kann, ohne dass das moralisch verwerflich sein könnte.
Ich leite gar nichts ab, ich zitiere lediglich die Wissenschaft/Medizin.

Banned schrieb:
Auch Wissenschaftler und Mediziner können diese Frage nicht klären und werden es auch niemals können.
Wissenschaftler/Mediziner haben das geklärt: Die Wissenschaft/Medizin sagt bis zur 12. Schwangerschaftswoche gibt es keinen alleine lebensfähigen Säugling.

Banned schrieb:
Es gibt jedoch kein eindeutiges Richtig oder Falsch im Kontext der Moral.
Wieso reitest du so auf der Moral herum ? Ich habe kein Wort über Moral geschrieben, Wissenschaft/Medizin entscheidet auch nicht anhand von Moral.
Moral bringt uns hier kein Stück weiter, dafür gibt es zu viele verschiedene Interpretationen/Auffassungen/Meinungen/Einstellungen/etc. von/zu Moral.
Befürworter von Abtreibungen haben eine ganz andere Moral als Gegner von Abtreibungen und wer hat jetzt Recht bzw. wessen Moral ist die richtige ?

Banned schrieb:
Es gibt jedoch kein eindeutiges Richtig oder Falsch im Kontext der Moral.
Genau deswegen ist Moral in diesem Fall für eine Entscheidungsfindung völlig ungeeignet und die Wissenschaft/Medizin unumgänglich.

Banned schrieb:
ich rede hier nur über sittliche Konventionen.
Das bringt uns nicht weiter, es gibt zu viele verschiedene Interpretationen/Auffassungen/Meinungen/Einstellungen/etc. von/zu sittlichen Konventionen.
Befürworter von Abtreibungen haben ganz andere sittliche Konventionen als Gegner von Abtreibungen und wer hat jetzt Recht bzw. wer liegt richtig ?

Über Moral und sittliche Konventionen mußt du mit anderen diskutieren, ich bin dafür nicht empfänglich und für mich ist das keine Entscheidungsgrundlage.

Grüße Tomi
 
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