Heute nahm ich endlich mein Ugreen iDX6011 Pro 64 GB in Betrieb. Das BIOS ist von Mitte 2025 und eigentlich für Meteor Lake - schade. BIOS-Updates haben die beiden einzigen verfügbaren UGOS Updates also nicht enthalten. Interessant ist, dass man mit STRG+F1 im BIOS sogar "Übertaktungsoptionen" freischalten kann - in Form von manuellem Anheben der Power Limits. Hab ich nicht gemacht, dafür müsste man sich erstmal anschauen, ob die Energieversorgung auf dem Board ausreichend dimensioniert wurde. Eigentlich wollte ich die Boot-SSD tauschen, aber ein kurzer Blick ins Gerät offenbarte, dass man es dafür offenbar komplett auseinandernehmen muss. Teardowns fand ich im Netz keine und durch ans Gehäuse geklebte WLAN-Antenne und das (für mich nutzlose) OLED ist der Auseinanderbau auch komplexer als bei den alten DXPs. Kurzerhand also die Boot-SSD mit TrueNAS überschrieben. UGOS traue ich nicht und die AI-Funktionen von Ugreen sind ohnehin nutzlos.
Ein erster Test mit llama-server in einer Custom App ist überraschend gut verlaufen. Ziel ist es, dass ich Kommandos mit kurzen Sprach- oder Textnachrichten ans NAS senden kann, die von einem lokalen LLM ausgewertet und dann in Aktionen umgesetzt werden.
Qwen3.6-35B-A3B kommt auf 13,8 Token/s und braucht 4,6s für die Verarbeitung.
Zumindest für die 1-Satz-Kommandos reicht das kleinere Modell aber aus, um auf 100% Verständnisquote zu kommen.
Für eine Notebook-iGPU, die laut interner Messung rund 9,1-9,3 W bei der Verarbeitung aufnimmt, finde ich das ausgezeichnet.
Interessant ist, dass das Transkribieren der mehr als doppelt so langen Nachrichten beim großen Modell nur 3-4s länger dauerte und beim kleinen Modell teils genauso schnell war wie die kurze Nachricht.
Bei den komplexeren Kommandos aus den Sprachnachrichten war das kleine Qwen-Modell in der Interpretationsqualität wieder mit dem großen vergleichbar. Es erkannte ein Kommando nicht richtig - die Konsequenz war aber die gleiche, als wenn das Kommando verstanden worden wäre (Im wesentlichen "formatiere nichts"). Das kleine Modell kommt nach durchschnittlich 6,7s mit seiner Interpretation der Kommandos, das große nach 20,9s. Zusammen mit der Transkription also nach rund einer halben Minute. Halte ich immer noch für vertretbar. Zeitkritische Kommandos wie "Schalte Licht im Wohnzimmer an" sind kurz und nach wenigen Sekunden transkribiert und interpretiert. Und längere Kommandos sind zumindest bei mir nicht notwendigerweise sofort umzusetzen.
Übrigens: Bei allen Tests lief parallel der Upload von 6 TB Videodaten über 10 GBit Netzwerk auf das ZFS-Dateisystem.
Für ein AI-NAS hätte ich mir gewünscht, dass Ugreen eine CPU mit weniger CPU und mehr GPU-Leistung wählt. Der 358H hätte 50% mehr GPU-Cores gehabt, dafür weniger Power-CPU-Cores. Aber verglichen mit dem veralteten Schrott, den die Konkurrenz in ihre NAS baute, ist die verwendete CPU natürlich traumhaft.
Ein erster Test mit llama-server in einer Custom App ist überraschend gut verlaufen. Ziel ist es, dass ich Kommandos mit kurzen Sprach- oder Textnachrichten ans NAS senden kann, die von einem lokalen LLM ausgewertet und dann in Aktionen umgesetzt werden.
Erster LLM-Text-Test
qwen3-4b schaffte es bei der Textkommandoverarbeitung auf durchschnittlich 18,6 Token/s. Im Mittel brauchte die LLM-Verarbeitung einer Ein-Satz-Nachricht 3,3s.Qwen3.6-35B-A3B kommt auf 13,8 Token/s und braucht 4,6s für die Verarbeitung.
Zumindest für die 1-Satz-Kommandos reicht das kleinere Modell aber aus, um auf 100% Verständnisquote zu kommen.
Für eine Notebook-iGPU, die laut interner Messung rund 9,1-9,3 W bei der Verarbeitung aufnimmt, finde ich das ausgezeichnet.
Zweiter Test mit Sprachnachrichten
Nächster Test waren 14s, 30s und 33s lange Sprachnachrichten, die mit Whisper large-v3-turbo und large-v3-turbo q5_0 transkribiert werden sollten. Das dauerte im Mittel 13,8s beim ersten und 10,2s beim zweiten Modell.Interessant ist, dass das Transkribieren der mehr als doppelt so langen Nachrichten beim großen Modell nur 3-4s länger dauerte und beim kleinen Modell teils genauso schnell war wie die kurze Nachricht.
Bei den komplexeren Kommandos aus den Sprachnachrichten war das kleine Qwen-Modell in der Interpretationsqualität wieder mit dem großen vergleichbar. Es erkannte ein Kommando nicht richtig - die Konsequenz war aber die gleiche, als wenn das Kommando verstanden worden wäre (Im wesentlichen "formatiere nichts"). Das kleine Modell kommt nach durchschnittlich 6,7s mit seiner Interpretation der Kommandos, das große nach 20,9s. Zusammen mit der Transkription also nach rund einer halben Minute. Halte ich immer noch für vertretbar. Zeitkritische Kommandos wie "Schalte Licht im Wohnzimmer an" sind kurz und nach wenigen Sekunden transkribiert und interpretiert. Und längere Kommandos sind zumindest bei mir nicht notwendigerweise sofort umzusetzen.
Dritter Test: Whisper und LLM parallel
RAM ist ausreichend verfügbar. Und wie der nächste Abschnitt zeigt, ist es sinnvoll, alle verwendeten Modelle gleichzeitig im RAM zu halten und nicht zwischen ihnen zu switchen. Aber können sie auch gleichzeitig laufen? Also dritter Test, bei dem Whisper und das LLM parallel auf der iGPU rechnen. Whisper wird dabei 49% langsamer, das LLM 31%. Sinnvoller ist es also, beide Modelle im Speicher zu halten, aber immer nur eines gleichzeitig zu benutzen.Übrigens: Bei allen Tests lief parallel der Upload von 6 TB Videodaten über 10 GBit Netzwerk auf das ZFS-Dateisystem.
Problem: Lange Ladezeit für Modelle
Das Laden des 2,5 GB Qwen-Modells von einer WD SN850x SSD in den RAM bis zur Ausführung dauerte 70s - das sind 35 MB/s. Erster Verdacht war, dass irgendwas mit der SSD-Anbindung nicht stimmt. Aber ne, das Modell ist in 1s im RAM. Danach rechnet die CPU/GPU noch 69s mit niedriger Last rum, bevor es sich mit der Bearbeitung der Nachricht befasst. Was? Keine Ahnung. Prefill ist es nicht, das würde man am steigenden Energieverbrauch sehen. Gut, dass ich die 64 GB RAM wählte - damit müssen Modelle nicht entladen und andere geladen werden, sondern können einfach alle im Speicher bleiben.Overall sehr geringe CPU-Nutzung
Ich hab bestimmt 2h weitgehend automatisiert verschiedenste Szenarien durchtesten lassen. Immer wieder Modelle geladen, neue Inputs geliefert, Modelle entladen etcpp - mit im Hintergrund laufenden Videouplod über 10G LAN. Am Ende stand eine durchschnittliche CPU-Nutzung von 9,92% und eine CPU-Temperatur von 45°C im Report. TrueNAS weist GPU-Nutzung nicht separat aus.Für ein AI-NAS hätte ich mir gewünscht, dass Ugreen eine CPU mit weniger CPU und mehr GPU-Leistung wählt. Der 358H hätte 50% mehr GPU-Cores gehabt, dafür weniger Power-CPU-Cores. Aber verglichen mit dem veralteten Schrott, den die Konkurrenz in ihre NAS baute, ist die verwendete CPU natürlich traumhaft.
Netzteil wirklich nervend
Wer den in Tests angemerkten ständig an und ausgehenden Netzteillüfter nicht mag, kann problemlos ein anderes FlexATX Netzteil montieren. Da ist auch genug Platz im Gehäuse, wenn man längere Netzteile als die üblichen 15cm montieren will. Wenn man eine etwas leistungsfähigere GPU oder z.B. eine Highpoint RAID-Karte für 8-16 SSD einsetzen will, braucht man eh ein neues Netzteil mit PCIe-Stecker - denn den hat das von Ugreen verbaute Netzteil nicht. Problem ist dann, dass man das Gehäuse doch irgendwie aufbekommen muss, um die Stecker am Netzteil abzuziehen.Lustige Beobachtung: Display als Ausgabe für die Shell
TrueNAS nutzt das kleine Display auf dem NAS als Ausgabe für die Shell. Mit angeschlossener Tastatur kann man das Ding also sogar für irgendetwas rudimentär benutzen. Sonderlich praktisch ist es aber nicht, da rechts Zeichen abgeschnitten statt Zeilen umgebrochen werden.Fazit: Zum Kickstarter-Preis zufrieden, zum aktuellen Preis überteuert
Für die 1.560 Euro, die das Gerät für Reservierer bei Kickstarter kostete, würde ich es immer wieder kaufen. Auch für 2.000 Euro, vielleicht sogar für die ursprünglich genannten 2.600 Euro UVP. 64 GB LPCAMM2 Speicher kosten inzwischen, wenn man sie kriegt, auch 1.500 Euro. Aber 6.000 Euro, die Ugreen inzwischen haben will, sind gnadenlos überteuert. Für den Preis würde ich eher ein eigenes System mit richtiger GPU zusammenbauen.
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